
Die Last des Winters - Ratzeburger Hallendächer wurden geräumt | 05.02.2010 |
Die Last des Winters Ratzeburg – Die große Schneelast auf den Dächern einiger Gebäude wurde jetzt auch in der Inselstadt zum Problem. Die Sporthalle am Gymnasium, die Riemannhalle sowie ein Teil der Gemeinschaftsschule mussten vorsorglich gesperrt werden. Am Mittwochvormittag prüfte Herr Grimm von der Stadt Ratzeburg in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr die betroffenen Dächer auf ihre Traglast. Das Ergebnis der Besichtigung war wie erwartet in einigen Fällen sehr besorgniserregend. „Durch die lang anhaltenden Schneefälle der letzten Tage und Wochen hatten sich dort erhebliche Mengen Schnee ablagern können, die verbunden mit dem tagsüber einsetzenden Tauwetter eine gefährliche, tonnenschwere Last bildeten und eine Einsturzgefahr für die Flachdachkonstruktionen darstellten“, sagte Herr Grimm.
70 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW mussten daraufhin zwei Tage lang ran, um die Flachdächer von der schweren weißen Last zu befreien. „Rund 800 bis 900 Kilogramm drücken derzeit vieler Orts auf einem Quadratmeter Dachfläche“, so Herr Grimm weiter. Ab 14 Uhr am Mittwochnachmittag wurden dann durch die Kräfte von Feuerwehr und THW mit Schaufeln, Besen, Schneeschiebern, und Schubkarren die Dächer geräumt. „Als erstes haben wir das Flachdach an der Gemeinschaftsschule geräumt“, sagte Einsatzleiter Hauke Tonn. „Hierzu wurden die beiden auf dem Dach befindlichen THW Kameraden über die Drehleiter gesichert“, so Hauke Tonn weiter.
Ab 17 Uhr ging es dann mit vereinten Kräften auf dem 1200 Quadratmeter Dach der Dreifeldhalle an der Lauenburgischen Gelehrtenschule weiter. „Mit Hilfe der Stadt Ratzeburg organisierten wir weitere Schaufeln und Schubkarren die mit Hilfe der Drehleiter auf das Dach befördert wurden“, erklärte THW Einsatzleiter Torsten Schröder. Seine Frauen und Männer bauten in wenigen Minuten eine riesige Schneerutsche auf mit der die Weiße Pracht nach unten befördert wurde. Weil das Hallendach mit einer aus Plastik bestehenden Folie ausgelegt war, galt hier aufgrund extremer Rutschgefahr äußerste Vorsicht. „Damit niemanden etwas passiert, wurden auch hier die Leute die an der Kante arbeiten extra mit einer angelegten Absturzsicherung gesichert“, erklärt Wehrführer Michael Dawert. Als Stärkung gab es am Abend Bockwurst und warme Getränke. „Dieser Einsatz war für alle Beteiligten eine organisatorische Höchstleistung gewesen und dabei wurde wieder einmal deutlich das THW und Feuerwehr professionell Hand in Hand gearbeitet haben“, berichtete Michael Dawert. Nachdem bis spät in die Nacht stundenlang geschaufelt, geschippt und geräumt wurde, war das Hallendach gegen 23:30 endlich geräumt. „Ich spüre jeden Knochen aber der Schnee muss weg“, sagte Feuerwehrmann Carlos Pries.
Am Donnerstagnachmittag um 14 Uhr gingen die Räumungsarbeiten von Feuerwehr und THW auf dem 1000 Quadratmeter großen Hallendach der Riemannhalle auf dem sich rund 400 m³ Schnee befanden weiter. „Das ist eine großartige Leistung unserer ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern von THW und Feuerwehr. Die Stadt und der Schulverband sind dafür sehr dankbar", sagte Bürgermeister Rainer Voß, der sich persönlich ein Bild verschaffte und sich in luftiger Höhe auf dem Dach der Riemannhalle bei den Helfern für ihre geleistete Arbeit bedankte. Damit der Schnee hier gefahrenfrei vom Dach befördert werden konnte, musste erst am Vormittag ein Arbeitsgerüst aufgebaut werden. Gegen 20:30 Uhr war auch hier der gesamte Schnee entfernt und die Helfer vom THW und Feuerwehr hatten ihre Aufgabe zur Zufriedenheit aller bestens gemeistert.
(Bericht und Fotos von Christian Nimtz) |