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31.03.2022

Wo bleibt die Ortsumfahrung Ratzeburg?

Wo bleibt die Ortsumfahrung Ratzeburg? Diese Frage haben die Bürgermeister der Kommunen Ratzeburg, Mölln, Schmilau und Ziethen, Martin Bruhns, Jan Wiegels, Volker Greve und Karl-Horst Salzsäuler, zusammen mit Verwaltungsleiter Werner Rütz vom Amt Lauenburgische Seen am vergangenen Freitag im Rahmen eines gemeinsamen Pressegesprächs im Ratzeburger Rathaus aufgeworfen. Geplant seit nunmehr 15 Jahren, detailliert voruntersucht in Linienführung und verankert im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes 2030 und letztmalig vorgestellt im Jahre 2017 ist aus Sicht der Gemeinden vor Ort trotz anders lautender Zusagen nichts vorangetrieben worden. "Es ist wenig befriedigend zu sehen, dass sich seit dem letzten gemeinsamen Gespräch mit Verkehrsminister Dr. Berndt Buchholz und den zuständigen Mitarbeiter*innen des Landesbetriebs für Straßenbau offensichtlich gar nichts bewegt hat", beschreibt Werner Rütz vom Amt Lauenburgische Seen die Situation. "Es wurde uns damals zugesichert, dass die Ortsumfahrung Ratzeburg im Zuge der B 208 so schnell wie möglich geplant und gebaut werden solle", erinnert Ratzeburgs 1. Stadtrat Martin Bruns an das damalige Gesprächsergebnis, das frei werdende Planungskapazitäten auf Landesseite in Aussicht stellte.

Zusammen mit all seinen Amtskollegen teilt er die Einschätzung, dass sich an der entlastenden Wirkung der Ortsumfahrung Ratzeburg nichts geändert habe und ein großer Bedarf weiterhin bestehe. "Es geht hier nicht allein um Ratzeburg. Auch die Stadt Mölln und die Gemeinden Schmilau und Ziethen und selbst das darüber angebundene Mecklenburg profitieren im ganz besonderen Maße von dieser regionalen Verkehrsmaßnahme. Entsprechend hoch ist ja auch ihre Bewertung im Bundesverkehrswegeplan", sagt Martin Bruns. Mölln Bürgermeister Jan Wiegels bestätigt die aus seiner Sicht große Entlastungswirkung für den Norden der Eulenspiegelstadt, ebenso wie Bürgermeister Volker Greve in Schmilau, der auf die hohe Verkehrsbelastung von täglich rund  7.000 Fahrzeugen auf der aktuellen Ortsdurchfahrt der L202 verweist.

Ziethens Bürgermeister Karl-Horst Salzsäuler führt darüber hinaus einen weiteren Aspekt an: "Unsere Planungen für das Gewerbegebiet an der B208 sind immer unter der Prämisse erfolgt, dass diese überörtliche Ortsumgehung wie geplant kommt. Entsprechend haben wir den Verkehrsknotenpunkt dort konzipiert und ausgestaltet." Dies trifft so auch für die Inselstadt Ratzeburg zu. "Wir haben unser gesamtes innerörtliche Verkehrskonzept mit Blick auf die gemeinsam geplante Ortsumgehung ausgerichtet und umgesetzt", führt Martin Bruns aus.

Die fehlende Initiative auf Landesseite sorgt für entsprechenden Frust in allen beteiligten Kommunen. "Wir brauchen dringend weitere Perspektiven für die Ortsumgehung Ratzeburg und vor allem weitere Gespräche mit den politisch und planerisch Verantwortlichen im Kieler Verkehrsministerium", sagt Werner Rütz und hofft dort auf eine zeitnahe Bereitschaft, sich vor Ort noch einmal zusammenzusetzen, um den drohenden "Dornröschenschlaf" des für die Region wichtigen Verkehrskonzeptes zu verhindern. 

PRESSE_OU_RATZEBURG

Quelle: Stadt Ratzeburg