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Allianz für die Verlegung der Bundesstraße 208

Verkehrsminister Dr. Buchholz empfängt Bürgermeister
»Ortsumgehung B 208 Ratzeburg-Mölln-Schmilau-Ziethen wird so schnell wie möglich geplant und gebaut«

Verkehrsminister Dr. Buchholz erklärte bei einem Termin am Montag, den 16.10.2017, im Verkehrsministerium den Bürgermeistern aus Ratzeburg (Rainer Voß), Schmilau (Eckhard Rollinger), Ziethen (Karl-Horst Salzsäuler) und dem Vertreter der Stadt Mölln, Bauamtsleiter Manfred Kuhmann, (der Bürgermeister Wiegels vertrat), im Beisein des Landtagsabgeordneten Klaus Schlie, dass die Ortsumgehung Ratzeburg der B 208, die sowohl Mölln und Schmilau wie insbesondere auch die Stadt Ratzeburg erheblich entlaste und die im Bundesverkehrswegeplan 2030 erneut mit vordringlichem Bedarf aufgenommen worden ist, so schnell wie möglich geplant und gebaut werden solle. 

Die Bürgermeister der Städte und Gemeinden hatten nach Veröffentlichung einer in den Lübecker Nachrichten einer dort dem Minister auf einer Veranstaltung in Geesthacht zugeordneten Aussage, die Planung für Ratzeburg würde zurückgestellt worden sein, um einen dringenden Gesprächstermin gebeten.

Sie machten dabei deutlich, dass die beteiligten vier Städte und Gemeinden seit 2007 konzertiert mit dem Landesbetrieb und dem Verkehrsministerium an der Umsetzung der gemeinsam favorisierten Trassenführung arbeiten. Im Frühjahr 2015 habe nach sehr guter Arbeit des Landesbetriebes dieser Vorplanung dem Bundesverkehrsministerium vorgelegt werden können. Parallel sei auch die Entscheidung des Landeskabinetts für die Anmeldung der Maßnahme auch im neuen Bundesverkehrswegeplan erfolgt. Während einer Veranstaltung der WFL (Wirtschaftsförderungsgesellschaft) haben die Vertreter des Landesbetriebes und des Verkehrsministeriums in Elmenhorst Anfang 2017 mitgeteilt, dass der Auftrag für die Planung durch den Bund an das Land noch nicht weitergegeben worden sei und deswegen die Planung nicht weitergeführt werden könne. Der Protest der Stadt Ratzeburg und der weiteren Beteiligten dagegen wurde noch in der Versammlung von MdL Klaus Schlie aufgenommen und an MdB Norbert Brackmann mit der Bitte weitergetragen, sich für eine Entscheidung in Bonn (dort sitzt die zuständige Abteilung des Bundesverkehrsministeriums) einzusetzen. Im April 2017 sei diese Entscheidung erfolgt.

Gleichwohl solle lt. Presseberichterstattung (s.o.) nun nicht daran gearbeitet weden. Dagegen richtete sich auch der Protest von MdL Klaus Schlie, der zugesagt hatte, dass eine von seiner Partei geführte Landesregierung sich für die Planung und Umsetzung auch der B-208-Umfahrung einsetzen würde.

Minister Dr. Buchholz machte in dem Gespräch deutlich, dass die OU Ratzeburg der B 208 so schnell wie möglich geplant und gebaut werde. Planungskapazitäten sollten zusätzlich geschaffen werden, wenn feststeht, dass die A 20 von der Bundesplanungs-Gesellschaft (DEGES) gebaut werden und wenn das Kabinett entschieden habe, ob auch Neubauplanungen für die Bundesstraßen beim Land verbleiben oder ebenfalls an den Bund abgegeben werden. Außerdem werde das Kabinett sich mit einer Priorisierung aller Baumaßnahmen beschäftigen. Dies würde bis Ende 2017, spätestens bis Ende März 2018 erfolgt sein, so dass man danach wieder darüber sprechen könne.

Alle regionalen Teilnehmer an dem Gespräch machten deutlich, dass die Verkehrsbelastung in der Innenstadt von Ratzeburg in einem verkehrsberuhigten Bereich durch LKW- und PKW-Verkehre, die Situation in der Schmilauer und in der Seedorfer Straße, sowie in Schmilau in der Ortsdurchfahrt nicht länger hinnehmbar wäre und ständig zunehmen würde. Bürgermeister Salzsäuler machte auch die besondere Situation des LKW-Abkürzungsverkehrs von der A 20 (Abfahrten Schönberg und Lüdersdorf) über die Landesstraße in Ziethen, Ratzeburg und Schmilau, auch nachts, aufmerksam, die ständig weiter zunehmen würde.

Alle Teilnehmer stimmten zwar darin überein, dass fertige Planungen auch vorrangig umgesetzt werden sollten, wie in Schwarzenbek und Geesthacht, dass darunter aber andere Planungen nicht zurückgestellt werden dürften und ebenfalls fortgesetzt werden müssten.

Rainer Voß: „Ich habe den Eindruck, dass wir mit dem Gespräch und unseren örtlichen Erfahrungen sowie der Unterstützung durch Klaus Schlie dem Verkehrsminister einen lebendigen Eindruck von der Bedeutung der konzertierten Planung und den sich tatsächlich immer weiter verändernden, negativen Belastungen für die Stadt Ratzeburg, die Stadt Mölln, die Gemeinden Schmilau und Ziethen vermitteln konnten. Die Zusage des Ministers, dass so schnell wie möglich geplant und gebaut werden solle, hat uns gefreut, auch dass er einen konkreten Zeitplan vorgegeben hat und wir im Gespräch bleiben. Die Planung muss nun so schnell wie möglich fortgesetzt werden. Wir werden am Ball bleiben und uns mit Minister Dr. Buchholz Ende März/Anfang April 2018 wieder – dann in Ratzeburg – treffen, wie wir in Kiel vereinbart haben.“

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Allianz für die Verlegung der Bundesstraße 208 - Aktuelle Verkehrsplanung

Die geplante Verlegung der Bundesstraße 208 zur Ortsumfahrung von Ratzeburg ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 als Verkehrsprojekt im vordringlichen Bedarf aufgenommen worden. Der aktuelle Planungsstand kann auf der Webseite des Bundesministerum für Verkehr und digitale Infrastruktur öffentlich eingesehen werden:

http://www.bvwp-projekte.de/strasse/B208-G20-SH/B208-G20-SH.html

Die Aufstellung des Bundesverkehrswegeplan 2030 erfolgt unter deutlicher Ausweitung der Öffentlichkeitsbeteiligung. Während eines sechswöchigen Beteiligungsverfahrens, das noch bis zum 02. Mai 2016 freigeschaltet ist, haben alle Interessierten die Möglichkeit, sich zum Bundesverkehrswegeplan zu äußern, so auch zum Projekt "Verlegung der Bundesstraße 208 zur Ortsumfahrung Ratzeburg".

http://www.bmvi.de/DE/VerkehrUndMobilitaet/Verkehrspolitik/Verkehrsinfrastruktur/
Bundesverkehrswegeplan2030/StellungnahmeAbgeben/stellungnahme_node.html


Nur Gemeinsamkeit in der Region führt zum Erfolg
Vorstellung der aktuellen Verkehrsplanung in der Lauenburgischen Gelehrtenschule 

Auf großes Interesse traf die gemeinsame Informationsveranstaltung der Städte Ratzeburg und Mölln sowie der Gemeinden Fredeburg, Schmilau und Ziethen über den Stand der geplanten Verlegung der Bundesstraße 208 zur Ortsumfahrung von Ratzeburg. Rund 150 Bürgerinnen und Bürger aus den betroffenen Gemeinden konnte Bürgermeister Rainer Voß in der Aula der Lauenburgischen Gelehrtenschule begrüßen und einführend die wesentlichen Schritte erläutern, die schließlich zum aktuellen Planungsstand führten, wie die Gründung der Ratzeburger Bürgerinitiative "Raus mit der B208", die Aufnahme des Projektes in den Bundesverkehrswegeplan 2003, der Erstellung des Verkehrskonzeptes der Stadt Ratzeburg, den ersten verkehrswirtschaftlichen Untersuchungen ab 2005 sowie die Gründung einer "Allianz für die Verlegung der B 208" von Ratzeburg, Mölln, Fredeburg, Schmilau und Ziethen im Jahr 2007 zur Festlegung  auf eine gemeinsame Trassenvariante durch die übereinstimmenden Beschlüsse der Stadt- und Gemeindevertretungen. 

Im Anschluss begrüßte auch Karin Druba, Referatsleiterin "Straßenbau" im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie das interessierte Publikum und erläuterte das Planungsverfahren mit den Schritten der Bedarfsplanung, der Entwurfsplanung, der Genehmigungsplanung und der Ausführungsplanung. Aktuell, so Druba, sei das Projekt "Ortsumgehung Ratzeburg" am Ende der Bedarfsplanung mit der einer vorgeschlagenen Linienbestimmung der neuen Trasse, die nun vom Bund bestätigt werden und wie vom Land beantragt, Aufnahme in den neuen Bundesverkehrswegeplan  2015 - 2030 finden muss. Dies sei die Grundlage für jeden weiteren Planungsschritt. Karin Druba betonte dabei, dass gerade das gemeinschaftliche Auftreten der betroffenen Städte und Gemeinden bei der Festlegung des geplanten Trassenverlaufs ein besonders starkes Signal auch in Richtung Berlin sei.


Britta Lüth vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, Niederlassung Lübeck, führte nachfolgend den Planungsverlauf im Detail aus. Ausgehend vom Verkehrskonzept der Stadt Ratzeburg, welches in seiner abschließenden Realisierungsstufe die Verlegung der B208 aus dem Ortskern vorsieht, beschrieb sie die erfolgten Planungsschritte seit 2005. Hierbei wurde zunächst ein Untersuchungsraum mit einem besonderen ökologischen Planungsauftrag bestimmt, innerhalb dessen die räumlichen Gegebenheiten aus verschiedenen Perspektiven eingehend analysiert wurden, im Hinblick auf ökologische, agrarstrukturelle und siedlungsräumliche Bewertungen. In diesem Prozess entstand einen Landkarte von sogenannten "Raumwiderständen" aus denen ablesbar wurde, wo neue Trassenlinien überhaupt geplant werden könnten.


Im weiteren Verlauf wurden dann verschiedene Linienführungen entworfen und alle Varianten in ihren Auswirkungen eingehend untersucht. Leitende Fragen waren dabei die raumstrukturelle Wirkung, die verkehrliche Wirkung, die verkehrliche Sicherheit, die Umweltverträglichkeit sowie die Wirtschaftlichkeit. In einem Vergleich der verschiedenen Varianten, drei südlich von Schmilau sowie drei nördlich von Schmilau wurde schließlich eine Festlegung getroffen, auf eine Trassenlinie, die sogenannte "Vorzugsvariante". 

Diese verläuft aus Richtung Mölln kommend ab dem Knotenpunkt Mölln Nord mit einem Durchstich durch den Wald in Richtung L202, dem Verlauf der L202 folgend bis zum Waldausgang vor Schmilau und vor dort in östlicher Richtung um Schmilau herum, die Straße "Alt-Horster-Weg" sowie den Schaalseekanal kreuzend in gerade Linie in Richtung Ziethen und dort außerhalb des Ortes an die bestehende B208 anbindend. Diese Trasse hätte eine Gesamtlänge von 10,6 Kilometern, mit fünf Einzelknotenpunkten und zwei zu errichtenden Bauwerken über den Schaalseekanal und die Erlebnisbahn. Als überregionale Verbindung wurde die gesamte Trasse in einem Querschnitt von 11 Metern gebaut bzw. ausgebaut werden. 

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Präsentation des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr zum Download

In der anschließenden Fragerunde nutzen viele Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, konkrete Auskünfte zum geplanten Verkehrsprojekt zu erhalten, Einwendungen geltend zu machen oder Vorschläge einzubringen. Im Fokus standen dabei vor allem Fragen zur Linienführung und zum Verbrauch von agrarwirtschaftlich genutzten Flächen, zur Einrichtung einer Radwegeverbindung zwischen Schmilau und Mölln, zu Naturschutzbelangen sowie zur erwarteten Entlastungswirkung der Strecke für Ratzeburg und dem Umland. Neben kritischen Anmerkungen waren genauso positive Stimmen zum geplanten Vorhaben zu vernehmen. 

Britta Lüth lud alle Bürgerinnen und Bürger ein, diesen Diskurs fortzusetzen und den Landesbetrieb bei seinem Planungsauftrag mit Eingaben und Anregungen zu unterstützen. Sie verwies dabei auch auf die Möglichkeit der Online-Bürgerbeteiligung im Rahmen der Aufstellung des neuen Bundesverkehrswegeplans. Torsten Conradt, Leiter des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein, warb zudem um einen "langen Atem", der bei solchen Planungen immer notwendig sei und skizzierte einen weiteren Planungsweg von noch mehreren Jahren, nachdem die Aufnahme in den neuen Bundesverkehrswegeplan erfolgt. 

Bürgermeister Rainer Voß sagte abschließend zu, dass alle relevanten Informationen auf den Internetseiten der beteiligten Städte und Gemeinden zur Verfügung gestellt würden und versprach mit einem humorvollen Seitenhieb zum Landesbetrieb, solange im Amt bleiben zu wollen, bis auch dieses Verkehrsprojekt vollendet worden sei. Wichtig sei, jetzt weiter zusammen zu halten und sich gemeinsam für die Verwirklichung  dieses Projekts einzusetzen

Öffentliche Informationsveranstaltung zum Planungsstand "Umgehungsstraße Ratzeburg"

Am 10.06.2015 um 19:00 Uhr planen die Stadt Ratzeburg, die Stadt Mölln sowie die Gemeinden Fredeburg, Schmilau und Ziethen und zusammen mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Stand der geplanten Verlegung der B208, Umgehungsstraße Ratzeburg, in der Aula der Lauenburgischen Gelehrtenschule. Britta Lüth vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, Niederlassung Lübeck, wird den erreichten Planungsstand vorstellen und den weiteren Verlauf des Verfahrens erklären.

 


Die Bürgermeister aus Fredeburg, Lothar de Vries, aus Schmilau, Eckhard Rollinger, aus Ziethen, Karl-Horst Salzsäuler, aus Mölln, Jan Wiegels, und aus Ratzeburg, Rainer Voß sowie Werner Rütz vom Amt Lauenburgische Seen hoffen auf ein breites Interesse seitens der Bürgerinnen und Bürger an diesem für die gesamte Region so wichtigen Verkehrsprojekt.

Allianz für die Verlegung der Bundesstraße 208 - Gemeinsamer Trassenvorschlag

Nach regionaler Abstimmung zwischen den betroffenen Gemeinden, der Stadt Mölln, den Gemeinden Ziethen, Schmilau und Fredeburg sowie der Stadt Ratzeburg, besteht in der Region die Übereinstimmung, die Verlegung der B208 aus Ratzeburg heraus als Gesamtmaßnahme durch die Bundesstrassenverwaltung betreiben zu lassen.

Die Trasse soll an der Bundesstrasse 208 in Ziethen in dem dort bereits in einem Bebauungsplan festgelegten Teil beginnen. Von dort führt sie auf der sogenannten Süd-Ost-Umfahrung zur Schmilauer Straße in Höhe Seniorenwohnsitz und dann weiter auf die auf die bisherige L202 bis an Schmilau heran. Vor Schmilau führt die Trasse östlich um die Gemeinde herum und anschließend wieder auf die bisherige L202, um dann im Rahmen der Variante Süd III bis zur B207 nördlich von Mölln geleitet zu werden.