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"Partnerschaft für Demokratie"

Die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen haben sich gemeinsam für eine »Partnerschaft für Demokratie« beim Bundesprogramm »Demokratie leben!« des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beworben – einem Förderprogramm, mit dem zahlreiche Projekte

  • zur Demokratiestärkung,
  • zur Extremismusbekämpfung
  • zum Zusammmenleben in der Einwanderungsgesellschaft

vor Ort gestartet werden können.

"Partnerschaften für Demokratie" sind dabei eine kommunale Variante, mit den vor Ort in den Städten und Gemeinden gearbeitet werden kann. Das Besondere an dieser Förderung, die mit rund 100.000 € jährlich viele Möglichkeiten bietet, ist, dass die Kommunen vor Ort entscheiden können, welche Schwerpunkte ihnen dabei in der eigenen Projektarbeit wichtig sind.

Die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen haben die Chancen, die dieses Förderprogramm bietet, gemeinsam erkannt und sich mit einstimmiger Unterstützung der jeweiligen politischen Gremien mit Erfolg dem umfangreichen Bewerbungsverfahren gestellt.

Im Rahmen einer Auftaktkonferenz haben rund 60 Akteure aus den unterschiedlichsten Bereichen der Zivilgesellschaft – aus Kommunalpolitik, Flüchtlingshilfe und Migrationssozialberatung, aus Sozialverbänden, Kultur, Schule und aus der Initiativarbeit gegen Rechtsextremismus – die zukünftigen Förderschwerpunkte zu beraten. Gemeinsam wurden drei Leitziele festgelegt:

»Wir Menschen in der Region Stadt Ratzeburg und Amt Lauenburgische Seen leben in einer friedlichen, demokratischen, aktiven und vielfältigen Gesellschaft, die von Zuversicht geprägt ist.«

»Uns leiten die Werte unseres Grundgesetzes und der Wille, dem Menschen gerecht zu sein und ihm auf Augenhöhe zu begegnen.«

»Wir fördern gegenseitiges Verständnis, Teilhabe sowie die Verantwortung für uns und unsere Gesellschaft und machen dies erfahrbar.«

Gefragt sind jetzt Ideen, mit denen die Ziele der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen umgesetzt werden können.Dabei hilft die hauptamtliche Fach- und Koordinierungsstelle der BQG-Personalentwicklung GmbH.

Interessierte Vereine, Institutionen, Initiativen, Schulen oder Einzelpersonen können sich auf der Webseite www.partnerschaftdemokratie.de informieren oder sich mit ihren Projektideen direkt bei der Fach- und Koordinierungsstelle der »Partnerschaft für Demokratie – Stadt Ratzeburg und Amt Lauenburgische Seen« vorstellen und beraten lassen:

Karl Schneider
Fon +49.4541.8080-27
Mobil +49.176.118080-16
Mail Schneider@BQG-Personalentwicklung.de

Berichte

"Zukunftspreis der Ratzeburger Jugend" - Jetzt bewerben!

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Der Ratzeburger Jugendbeirat lobt aktuell den "Zukunftspreis der Ratzeburger Jugend" aus. Ausgezeichnet werden sollen Konzepte oder Projekte, die sich beispielgebend, motivierend, durchdacht und gut umgesetzt für nachhaltiges Handeln einsetzen und in diesem Sinne Vorbilder in Stadt und Umland sind.  Bewerben können sich Kitagruppen, Schulklassen, Vereine, engagierten Bürger*innen, aber Institutionen, Wirtschaftsbetriebe oder Verwaltungen. 

Mit dem 'Zukunftspreis' möchte der Jugendbeirat genau dafür sensibilisieren und zeigen, dass es Projekte und Ideen gibt, die Zukunft lebenswert zu gestalten. Orientieren tut sich der 'Zukunftspreis' an den «17 Ziele für nachhaltige Entwicklung» der Vereinten Nationen an und legt den Fokus auf folgende Kategorien: »Nachhaltige Städte und Gemeinden« - »Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster« - »Maßnahmen zum Klimaschutz« - »Leben unter Wasser« - »Leben an Land«.Unterstützt wird der Ratzeburger Jugendbeirat durch zwei Schirmherren, Domprobst Alexander Uhlig und dem ehemaligen Jugendbeiratsvorsitzenden Lucca Rosenkranz. Letzterer hat in seiner aktiven Zeit im Jugendbeirat die erste Jugendklimakonferenz in Ratzeburg organisiert, aber auch die Idee eines "Nachhaltigkeitspreises" mit entwickelt. Ebenso hatte er sich als Schulsprecher für die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Lauenburgischen Gelehrtenschule eingesetzt, an der aktuell gearbeitet wird. 

"Ich freue mich, dass der amtierende Jugendbeirat mit dem "Zukunftspreis" die Idee unseres "Nachhaltigkeitspreises" wieder aufgenommen und weiter entwickelt hat. Ich finde es heute sogar noch viel wichtiger, dass die Zukunftsperspektiven junger Menschen im politischen Diskurs gesehen und gehört werden. Es geht nicht nur um Rente, Pflege und Sicherheit. Bildung, Digitalisierung und der Umgang mit unserer Umwelt und dem Klimawandel müssen gleichberechtigt wichtige Themen sein. Ich kann verstehen, dass der Jugendbeirat hier einen Anstoß geben möchte. Ich sehe und teile ihre Zukunftsangst, aus der die Motivation erwächst, wenigstens vor Ort etwas positiv zu verändern", sagt Lucca Rosenkranz. 

Bewerbungen für den "Zukunftspreis der Ratzeburger Jugend" können bis zum 30.10.2026 an den Ratzeburger Kinder- und Jugendbeirat unter jugendbeirat@ratzeburg.de gerichtet werden. Auch eine postalische Bewerbung über den Briefkasten des Ratzeburger Rathauses ist möglich: Ratzeburger Jugendbeirat, Unter den Linden 1, 23909 Ratzeburg - Stickwort: "Zukunftspreis der Ratzeburger Jugend". Die Preisvergabe ist für den November 2026 geplant.




'POLITICALied' lädt zu einem offenen Chorworkshop gegen Faschismus

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Das Chorprojekt 'POLITICALied' des Vereins Miteinander leben e.V. und der Ratzeburg Volkshochschule und Umland e.V. plant zur Erinnerung an die Novemberpogrome des NS-Regimes am 9. November 1938 einen offenen Chorworkshop. Im Mittelpunkt sollen Lieder stehen, die sich gegen Faschismus und Antisemitismus wenden. Mitmachen können alle, die gerne singen und ihre Stimme mit Haltung erheben möchten. Es werden keine Chorerfahrungen vorausgesetzt. Der Chor entsteht im gemeinsamen Workshop. Dafür sorgt Chorleiterin Anna Bertram, die viel Erfahrung in der Arbeit mit Laienchören hat. Sie bereitet ein Programm vor, das auch ungeübte Stimmen einbinden kann. Der festen Chormitglieder von 'POLITICALied' unterstützen und begleiten den Workshop mit ihrer Erfahrung. So gilt keine Ausrede, wie: "Ich kann nicht singen." Jeder kann singen, gerade auch, wenn es um die so wichtige Botschaft geht, dass Faschismus in unserer Gesellschaft keinen Platz haben darf. Dazu braucht es vor allem Herz und Haltung und dann erst Stimme. Genau das findet sich beim gemeinsamen Chorsingen. 

Der Chorworkshop ist für das erste Novemberwochenende geplant und startet am Freitag, den 06.11.2026, um 17:00 Uhr im Ratssaal des Rathauses mit einem Kennenlernen und ersten Übungen. Am Samstag und Sonntag wird dann ganz tägig intensiv geprobt, um zum Abschluss auch gemeinsam ein öffentliches Konzert darbieten zu können. Gesucht sind jetzt Menschen, die mitsingen möchten, aus Spaß am Singen, aus Überzeugung für die Sache oder aus Freude an dem gemeinsamen Erleben. Anmeldungen werden unter miteinander.leben@t-online.de entgegengenommen.

Der Workshop wird gefördert durch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' und ist kostenfrei. Lediglich zur gemeinsamen Verpflegung muss ein Beitrag geleistet werden. 

Engagement und Unternehmen in Ratzeburg zusammenbringen

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Im Format eines 'Unternehmerfrühstücks' haben sich vor einigen Tagen auf Einladung von Bürgermeister Eckhard Graf Vertreterinnen und Vertreter der Ratzeburger Wirtschaft mit Verantwortlichen der 'Partnerschaft für Demokratie' und der 'Engagementstrategie' getroffen.  Ziel des Kennenlernens und des Austauschs war die Fragestellung, ob sich zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts Synergien zwischen bürgerschaftlichen Engagement und unternehmerischer Expertise entwickeln lassen könnten. Die anwesenden Unternehmer aus Einzelhandel, Dienstleistung, Handwerk sowie Digital- und Bankwirtschaft, begleitet durch die Handwerkskammer und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Herzogtum Lauenburg, ließen sich von der Koordinierungs- und Fachstelle der lokalen 'Partnerschaft für Demokratie'  und der Servicestelle der 'Engagementstrategie' über Zielrichtung, Projekte, aber auch konkrete Angebote für Wirtschaftstreibende unterrichten. Als Beispiel nannte Bürgermeister Graf die gemeinsam organisierte Ausbildungsmesse in der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen vom letzten Jahr, deren Wiederholung aufgrund des großen Zuspruchs aktuell geplant wird. Zur Sprache kam dabei auch die Mitgliedschaft der Stadt Ratzeburg in der 'Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus' (ECCAR), auf deren Grundlage gemeinsames Engagement möglich wünschenswert wäre.

Die anwesende Unternehmerschaft folgte den Ausführungen mit großem Interesse und signalisierte Bereitschaft, Kooperationsbeziehungen mit der Stadt zu entwickeln. Angedacht wurde dabei eine größere Informations- und Vernetzungsveranstaltung, auf der konkrete gemeinsame Ziele und Projekte festgelegt werden. Seitens des Ratzeburger Stadtmarketing wurde von Jana Trebesius darüber hinaus auch der Wunsch formuliert, dass sich vielleicht wieder ein Ratzeburger Wirtschaftsverein neu beleben könnte, um den Austausch zwischen Stadt und Wirtschaft zu institutionalisieren. Dieses Ansinnen wurde in der Unternehmerschaft durchaus positiv gewertet, allerdings auch mit dem Hinweis, dass solch ein Zusammenschluss sich nicht nur auf die Gewerbetreibende der Insel konzentrieren dürfte. 

Nach einem gut zweistündigen Gespräch, ging man mit der Absicht auseinander, sich in einem größeren Format wiederzutreffen. Bürgermeister Graf sagte: "Es war aus meiner Sicht ein guter Auftakt und ein wichtiges Gespräch, um die Kooperationsbeziehungen zwischen Rathaus und lokaler Wirtschaft zu entwickeln. Ich bin allen Beteiligten dankbar, dass wie gemeinsam einen Impuls setzen konnten."

Politische Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik" schaut auf die 'Midterms' in den USA

In der politischen Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik", die gemeinsam von der Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. und dem Verein Miteinander leben e.V. organisiert wird, schaut Dr. Udo Metzinger am 01.10.2026 um 19:00 Uhr im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses auf die bevorstehenden 'Midterms', die Kongresswahlen, in den USA. 

Mit großer Spannung schaut die gesamte Welt auf die 'Midterms' in den USA. Bei diesen Zwischenwahlen, die in die Mitte der vierjährigen Amtszeit des Präsidenten fallen, werden alle Sitze des Repräsentantenhauses und ein turnusmäßiger Teil des Senats neu gewählt. Solche Halbzeitwahlen können die Mehrheitsverhältnisse im Kongress verändern und gelten daher auch als politisch bedeutsamer Stimmungstest für die Bundesregierung in der zweiten Hälfte einer Präsidentschaft. 

In diesem Jahr verbindet sich vor allem damit Frage, ob die Amtsspielräume von Präsident Trump nach zwei Jahren deutlich eingeengt werden. Und die viel besorgniserregendere Frage, ob die Ergebnisse dieser Wahlen überhaupt Anerkennung finden werden bei den Anhängern des Präsidenten und beim Präsidenten selbst. Der viel bemühte Begriff einer Schicksalswahl könnte hier tatsächlich treffend sein für die amerikanische Demokratie. Dr. Udo Metzinger möchte diese spannungsgeladene Ausgangslage in Vortrag und Diskussion analysieren.

Der Vortrag wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Der Eintritt ist kostenlos. Der Zugang zum Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar. 

Politische Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik" schaut auf 80 Jahre Demokratie in Ratzeburg

In der politischen Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik" organisiert die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. am 15.09.2026 um 19:00 Uhr im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses ein Podiumsgespräch unter dem Titel '80 Jahre Demokratie in Ratzeburg … ein Blick zurück, ein Blick ins Heute'. 

Am 15.09.1946, also vor genau 80 Jahren,  wählten die Ratzeburgerinnen und Ratzeburg erstmalig nach Ende der NS-Diktatur in freien und demokratischer Wahl eine eigene Stadtvertretung. Sie fand unter extremen äußeren Bedingungen und nach einem von den Briten vorgegebenen, sehr speziellen System statt. Schleswig-Holstein und auch Ratzeburg war durch den Zustrom von Millionen Heimatvertriebenen und Geflüchteten völlig überlastet. Die Integration dieser Menschen war das alles beherrschende Thema im Wahlkampf. Viele der Zugezogenen waren jedoch noch gar nicht wahlberechtigt, da für das aktive Wahlrecht eine bestimmte Mindestwohnsitzdauer in der Gemeinde vorgeschrieben war. Erst ein Jahr zuvor (ab September 1945) hatten die Briten die Neugründung von politischen Parteien überhaupt wieder erlaubt. er im NS-Regime aktiv oder belastet war, wurde von den britischen Behörden streng von den Wahllisten gestrichen.

Die britische Militärregierung wollte den Deutschen ihr eigenes, britisches Wahlsystem nahebringen. Es handelte sich um ein reines Mehrheitswahlsystem in Einpersonenwahlkreisen. Die Gemeinden wurden in Wahlkreise aufgeteilt. Wer im jeweiligen Wahlkreis die meisten Stimmen (die relative Mehrheit) erhielt, zog direkt in die Gemeindevertretung ein. Alle anderen Stimmen für unterlegene Kandidaten verfielen komplett. Die Briten wollten bewusst Persönlichkeitswahlen fördern. Die Bürger sollten lokale, bekannte Personen wählen und nicht starre Parteilisten  Dieses System führte zu einer massiven Verzerrung der Wahlergebnisse. Parteien, die flächendeckend zweitstärkste Kraft wurden, gingen in vielen Gemeinden fast leer aus, während die stärkste Kraft eine überwältigende Mandatsmehrheit errang.

Trotz all dieser Widrigkeiten legten die Gemeindewahlen vom 15.09.1946 in den Gemeinden ein ersten demokratisches Fundament, auf dem die gemeindliche Selbstverwaltung  bis heute noch wirkt und gedeiht. Natürlich haben sich inzwischen die Rahmenbedingungen geändert. Aber Kommunalpolitik steht auch in der Gegenwart unter großen Herausforderungen, über die wir ... mit dem Blick zurück und nach vorn … im Rahmen der Veranstaltungsreihe 'SelbstVerständlich Politik' ins Gespräch kommen wollen, mit Stadtarchivar Christian Lopau und dessen Nachfolger Martin Münke sowie mit kommunalpolitisch Aktiven aus Stadt und Amt.

Der Vortrag wird über die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' gefördert. Der Eintritt ist kostenlos. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar.

"WIR und DIE ANDEREN" - Ratzeburger Schul-Kunstprojekt endet mit einem gemeinsamen Theaterbesuch

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Das Schul-Kunstprojekt "WIR und die ANDEREN" hat vergangenen Donnerstag mit einer Theatervorführung für alle beteiligten Schülerinnen und Schüler von sechs 7. Klassen der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen und der Lauenburgischen Gelehrtenschule im Ratzeburger Burgtheater einen Abschluss gefunden. Das Theater-Ensemble 'RADIKS' aus Berlin präsentierte sich mit ihrem Stück "Wir waren mal Freunde". Zunächst aber ließ Volkhochschulleiterin Silvia Tessmer das Kunstprojekt Revue passieren. Sie berichtete vom breiten Zuspruch, welche die Bilder im Rahmen der Ausstellung 'Dörfer zeigen Kunst' und anschließend in einer Zusammenschau in der Stadtbücherei erhalten haben. "Wir haben viele bewegende Zuschriften zu Euren Bildern bekommen, aus denen deutlich wird, dass sie die Menschen ansprechen und berühren konnten", sagte Silvia Tessmer.

„Die Schüler waren überrascht von der Wertschätzung, die ihre Bilder erfahren haben. Es war eine tolle Erfahrung für Sie und sie haben schon nach dem nächsten Projekt gefragt“, sagte Nadine Knoll, die als Kunstlehrerin der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen zusammen mit ihrer Kollegin Jolanta Wilk-Kähler von der Lauenburgischen Gelehrtenschule das Projekt durchgeführt hat. Gesine Gondesen und Evans Gumbe, die beide das Kunstprojekt inhaltlich begleitet hatten, dankten den Schülerinnen und Schülern für die herzliche Aufnahme in den Klassen und für die offenen und ehrlichen Gespräche zum dem Thema "WIR und die ANDEREN". 

Auch Bürgermeister Eckhard Graf zeigte sich vom Schul-Kunstprojekt und dessen Ergebnissen beeindruckt. Er betonte dabei, wie wichtig es ist, dass alle miteinander an einem gesellschaftlichen Zusammenhalt arbeiten, der keinen ausschließt oder vergisst.


Im Anschluss wurden die Schülerinnen und Schüler vom Theater-Ensemble 'RADIKS' in eine dokumentarische Krimigeschichte entführt. Diese drehte sich um vier Jugendliche, die sich seit der Grundschule kennen und damals auch waren sie befreundet. Nun treffen sie wieder aufeinander. Hintergrund ist ein Brandanschlag auf ein im Bau befindliches Asylheim und eine Schulprojektwoche zum Thema "Deine Zukunft".  Eine Spurensuche beginnt zu der Frage: Warum haben wir eigentlich im Laufe der Zeit so unterschiedliche Vorstellungen von Ehre, Religion, Herkunft, Respekt und sozialem Status entwickelt?  Weshalb schenken wir diesen Vorstellungen und daraus möglicherweise resultierenden Vorurteilen so eine Bedeutung? Darüber wurde anschließend gemeinsam und ausgiebig mit dem Theater-Ensemble diskutiert. 

Das Ratzeburger Schul-Kunstprojekt "WIR und DIE ANDEREN" wurde ermöglicht durch eine Förderung der 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. 

"80 Jahre Schleswig-Holstein = 80 Jahre Frieden, Demokratie & Freiheit" - Straßenbanner erinnern in den Gemeinden des Amtes Lauenburgische Seen an eine Erfolgsgeschichte

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Im Zuge der landesweiten Feierlichkeiten zum 80. Geburtstag des Landes Schleswig-Holstein unter dem Motto "echt achtzig!" hat auch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen dieses Jubiläum aufgegriffen und blickt gemeinsam mit den Amtsgemeinden auf eine Erfolgsgeschichte: 80 Jahre Frieden - 80 Demokratie - 80 Jahre Freiheit. Eine solche Bilanz ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit, wenn man in die Geschichte, aber auch in die Gegenwart schaut. In diesen Jahren und unter diesen Vorzeichen konnte das Land, die Gemeinden und ihre Menschen gedeihen. Genau darauf soll eine Straßenbanneraktion aufmerksam machen, die die Koordinierungs- und Fachstelle der 'Partnerschaft für Demokratie' gemeinsam mit dem Amt Lauenburgische Seen entwickelt hat. Die Aufgabe für die teilnehmenden Gemeinden war dabei, sich mit einem eigenen Slogan zu dieser Erfolgsbilanz und zum Landesgeburtstag zu positionieren. Dabei entstanden ganz unterschiedliche Aussagen:

Albsfelde: kleine Gemeinde – großer Zusammenhalt! -  Bäk: gemeinsam leben – gemeinsam Zukunft gestalten! - Brunsmark: Mensch und Natur –  Lebensgemeinschaft für alle! - Buchholz: politische, soziale und künstlerische Vielfalt! - Einhaus: offen, lebendig, verbunden! - Giesensdorf: gemeinsam gewachsen seit 1194! - Groß Disnack: gemeinsam über den Berg! - Groß Grönau: gemeinsam miteinander füreinander! - Harmsdorf: Leben in starker Gemeinschaft  - Hollenbek: Alte Wurzeln. Neue Geschichten. Eine Gemeinschaft! - Horst: zwei Ortsteile – ein »Wir«! - Kittlitz: GRENZEN-LOS – wo Brücken Menschen verbinden! - Klein Zecher: großes Miteinander! - Kulpin: starke Gemeinde – starke Gemeinschaft! - Mechow: Dorf mit Herz – Gemeinschaft mit Zukunft! - Mustin: Tradition und Neuanfang! - Pogeez: mit Herz und Gemeinschaft! - Römnitz: historisch einzigartig! - Salem: Land der Möglichkeiten! - Seedorf: miteinander – füreinander! - Ziethen: gemeinsam sind wir stark!

"Im tagesaktuellen Geschehen mit seinen Aufregungen und Empörungen vergessen wir viel zu oft, was wir eigentlich haben. 80 Jahre Frieden, 80 Demokratie, 80 Jahre Freiheit. Das ist eine Errungenschaft, ein Erfolg, auf den wir alle stolz sein können und sollten. Das haben wir zusammen erreicht, als Gemeinschaft, trotz vieler Krisen und schwieriger Zeiten", betont Amtsvorsteher Heinz Dohrendorff die positive Kernbotschaft dieser Banneraktion, die immer auch in die Zukunft weist. 

In Ratzeburg wird es unter dem Motto "80 Jahre Schleswig-Holstein = 80 Jahre Frieden, Demokratie & Freiheit" am 15.09.2026 um 19:00 Uhr im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses eine Podiumsveranstaltung geben, die auf die erste Kommunalwahl am 15.09.1946 schaut und einmal ins Gedächtnis ruft, was seit dem alles erreicht wurde. 

Politische Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik" diskutiert zum Krieg in der Ukraine

Seit vielen Jahren engagieren sich die Ratzeburger Volkshochschule und der Verein Miteinander leben e.V. gemeinsam in der politischen Bildung. Wiederkehrend werden unter dem Titel "SelbstVerständlich Politik" Vortragsreihen im Frühjahr und Herbst organisiert, zu ganz unterschiedlichen, aber immer aktuellen Themen. Auch eine eigene Podcastlinie sowie eine Sendereihe im Offenen Kanal Lübeck sind bereits unter diesem Titel entstanden, in der viele Dozentinnen und Dozenten der Vortragsreihe noch einmal in einem abrufbaren Audiomedium zu Wort kommen. 

Im kommenden Herbst wird diese bewährte Bildungskooperation mit einem weiteren Vortrag am 11.09.2026 um 19:00 Uhr im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses fortgesetzt. Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger möchte den Blick in die Ukraine lenken, auf einen Krieg, der perfiderweise zur Normalität geworden zu sein scheint, aber für die Menschen dort und auch für Europa weiterhin eine existentielle Bedrohung darstellt.

Die Ukraine und mit ihr Europa befindet sich im fünften Kriegsjahr. Unablässig versucht die russische Führung, ihr militärisches Ziel, die verlorene Hegemonie aus der Sowjetzeit wieder herzustellen, zu erreichen. Rußland unter Wladimir Putin erlebt eine Renaissance als imperiale Großmacht und die Ukraine ist nicht ihr erstes Opfer. Wohin dieser Krieg noch führen kann, ob und wie er endet und wie er die Welt verändert, in politischer und in militärischer Hinsicht, darüber soll gemeinsam diskutiert werden. 

Der Vortrag wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Der Eintritt ist kostenlos. Der Zugang zum Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar. 

Ratzeburger Jugendbeirat lobt 'Zukunftspreis der Ratzeburger Jugend' aus

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Vor vier Jahren hat der ehemalige Jugendbeirat der Stadt Ratzeburg erstmalig den "Nachhaltigkeitspreis der Ratzeburger Jugend" vergeben. Ausgezeichnet wurden Konzepte oder Projekte, die sich beispielgebend, motivierend, durchdacht und gut umgesetzt für nachhaltiges Handeln einsetzen und in diesem Sinne Vorbilder in Stadt und Umland sind. Zu den Preisträgern gehörte das 'Repair Café' und die Nachhaltigkeitsplan der Partnerstadt Strängnäs. Dieser Idee folgend hat der amtierende Jugendbeirat beschlossen, abermals einen 'Zukunftspreis' auszuloben, mit dem Ziel, die Bedeutung von "Klimawandel" und "Nachhaltigkeit" wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken. "Wir sehen in unserer Generation ein wachsendes Desinteresse der politisch Verantwortlichen an Zukunftshemen, die uns jungen Menschen ganz besonders wichtig sind", sagt Malte Mahnke, Vorsitzender des Jugendbeirats. Entsprechend hat der Jugendbeirat auch beschlossen, den Preis als 'Zukunftspreis' zu bezeichnen. "Es geht um unsere Zukunft in einer Welt, die sich so sehr verändert, dass junge Menschen kaum noch abschätzen können, wie sie werden leben können. Das verunsichert sehr und wir sehen nicht, dass die ältere Generationen unsere Ängste im politischen Raum wahrnimmt", sagt Oda Schwarz von Warburg, stellvertretende Vorsitzende im Jugendbeirat.    

Mit dem 'Zukunftspreis' möchte der Jugendbeirat genau dafür sensibilisieren und zeigen, dass es Projekte und Ideen gibt, die Zukunft lebenswert zu gestalten. Orientieren tut sich der 'Zukunftspreis' wieder an die «17 Ziele für nachhaltige Entwicklung» der Vereinten Nationen an und legt den Fokus auf folgende Kategorien: »Nachhaltige Städte und Gemeinden« - »Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster« - »Maßnahmen zum Klimaschutz« - »Leben unter Wasser« - »Leben an Land«.

Die "17 Ziele für nachhaltige Entwicklung" der Vereinten Nationen stehen Pate bei der Entwicklung des »Zukunftspreises der Ratzeburger Jugend«
© Vereinten Nationen 

Zusätzlich wird die Kategorie »Beste Ideen« ausgeschrieben, die im Rahmen eines moderierten 'Zukunfts-Workshops' am 19.09.2026 im Ratzeburger Rathaus in der Zeit von 10:00 - 15:00 Uhr entwickelt werden sollen. Bewerben können sich Kitagruppen, Schulklassen, Vereine, engagierten Bürger*innen, aber Institutionen, Wirtschaftsbetriebe oder Verwaltungen. Eine Jury, bestehend aus dem Jugendbeirat und einem beratenden Gremium, das die Schirmherrschaft des Preises übernimmt, wird über die Vergabe entscheiden. Ein erster Schirmherr wurde bereits gefunden. Domprobst Alexander Uhlig hat sich gerne bereiterklärt, den Ratzeburger Jugendbeirat bei seinem Vorhaben zu unterstützen. 

Bewerbungen für den "Zukunftspreis der Ratzeburger Jugend" können bis zum 20.10.2026 an den Ratzeburger Kinder- und Jugendbeirat unter jugendbeirat@ratzeburg.de gerichtet werden. Auch eine postalische Bewerbung über den Briefkasten des Ratzeburger Rathauses ist möglich: Ratzeburger Jugendbeirat, Unter den Linden 1, 23909 Ratzeburg - Stickwort: "Zukunftspreis der Ratzeburger Jugend". Die Preisvergabe ist für den November 2026 geplant.


Stadtvertretung und Amtsausschuss stimmen für Fortsetzung der 'Partnerschaft für Demokratie'

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Einstimmig mit einigen Enthaltungen haben die Ratzeburger Stadtvertretung und der Amtsausschuss des Amtes Lauenburgische Seen für die Fortsetzung der gemeinsamen 'Partnerschaft für Demokratie' gestimmt. Der Amtsausschuss machte dabei mit einer Erhöhung seines  Eigenmittelanteils den Weg frei für eine Aufstockung der Fördersumme beim Bundesprogramm 'Demokratie leben!'. Damit können Stadt und Amt zukünftig 140.000 € anstatt 125.000 € an Fördermittel für demokratiestärkende Projekte vor Ort einsetzen. Gesine Biller, Sprecherin des Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland, begrüßte diese Entscheidungen: "Der Zuspruch aus den kommunalen Gremien für unsere Arbeit in der 'Partnerschaft für Demokratie' stärkt und bestätigt uns. Wir sehen darin Auftrag und Verpflichtung, weitere Projekte für eine starke und resiliente Demokratie auf den Weg zu bringen." 

Silvia Tessmer von der Koordinierungs- und Fachstelle der 'Partnerschaft' weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Antragstellungen auch im laufenden Jahr noch möglich sind. "Wir haben weiterhin Fördermittel zu vergeben, sowohl aus unseren Aktion- und Initiativfond als auch aus unseren Fond für Kleinprojekte. Sprechen Sie uns an mit Ihren Ideen für eine starke Demokratie. Wir beraten Sie gerne bei der Antragstellung", sagt Silvia Tessmer. Alle Informationen zur Fördermittelvergabe und zur Arbeit der 'Partnerschaft für Demokratie' sind unter www.partnerschaftdemokratie.de zu finden.

Demokratiearbeit macht keine Sommerpause - Wanderung mit dem Ministerpräsidenten zum 80. Jubiläum Schleswig-Holsteins

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Am 4. August 2026 lud Ministerpräsident Daniel Günther im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 80. Geburtstag Schleswig-Holsteins zu einer Wanderung durch den Naturpark Lauenburgische Seen ein. Es war eine Etappe von 80 Kilometer, die der Ministerpräsident auf seiner Wanderung durch die schönsten Gegenden Schleswig-Holsteins absolvierte. Ein Team aus der Staatskanzlei und der Kreisverwaltung unter der Leitung von Frank Hadulla hatte den Ausflug von Seedorf über Salem nach Ratzeburg akribisch vorbereitet. An der Wanderung nahm eine bunte Gruppe teil: Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Ehrenamt, Vereinen und Verbänden.

Gesine Biller, Sprecherin des 'Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte' innerhalb der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg/Amt Lauenburgische Seen (PfD), stieß mit Vertretern des Sozialverbandes (SoVD) und des LandFrauenVereins Berkenthin und Umgebung am Dorotheenhofer Weg zur Gruppe. Daniel Günther begrüßte alle Neuankömmlinge persönlich und nahm sich Zeit für ein Gespräch. Gesine Biller überbrachte die Grüße des Bündnisses und überreichte einen derzeit vergriffenen Anstecker der PfD mit dem Motto "Demokrat*innen bei der Arbeit" und den Worten: „Demokratinnen und Demokraten sind auch in der Sommerpause bei der Arbeit.“ Zudem übermittelte sie einen schriftlichen Gruß auf einer Postkarte, die den Ratzeburger Dom in Schnipseln zeigt – ein Ergebnis integrativer Projektarbeit.

Der Ministerpräsident bedankte sich nicht nur für das Geschenk, sondern auch für die demokratiebildende Arbeit vor Ort. Auf dem Weg zum Ratzeburger Ruderclub entstanden innerhalb der Gruppe zahlreiche Vernetzungsgespräche. Bürgermeister Graf berichte unter anderem über aktuelle Projekte und Planungen der Stadt. Daniel Günther zeigte sich sehr interessiert am Austausch mit allen Teilnehmenden und betonte in seinen Abschiedsworten, es sei eine große Ehre und Freude gewesen, dabei zu sein. Er dankte allen für die Begleitung. Bei Kaffee und Kuchen im Ruderclub setzten sich die Gespräche fort.

'WIR und die ANDEREN'
Ein Schul-Kunstprojekt zu Identität und Zugehörigkeit präsentiert sich in der Ratzeburger Stadtbücherei

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Wer bin ich – und wer darf ich sein? Zu wem gehöre ich – und wer gehört zu mir? In unserem Alltag, in Organisationen, in unserer Gesellschaft ziehen wir ständig Grenzen. Manche bewusst, viele unbewusst. Wir sprechen von "den Schülern", "den anderen Klassen" oder "der Politik". Und plötzlich sind da zwei Gruppen entstanden: »Wir – und die Anderen«. So lässt sich die Aufgabenstellung beschreiben, unter der die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. in den vergangenen Wochen einen Kunstwettbewerb an den weiterführenden Schulen in Ratzeburg organisiert hat. Mit insgesamt sechs 7. Klassen der Lauenburgischen Gelehrtenschule und der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen wurden diese Fragen diskutiert, über Ausgrenzung und Rassismus, aber auch darüber, was uns zusammenhält. Die Ergebnisse wurden in über 60 Bildern gefasst, von denen die Schülerinnen und Schüler insgesamt 34 für die Ausstellungsreihe 'Dörfer zeigen Kunst' auswählten. Amtsvorsteher Heinz Dohrendorff hatte sich dafür stark gemacht, dass diese beeindruckenden Arbeiten dort einen würdigen Resonanzraum erhalten.

Begleitet wurde dieser Kunstprozess durch Evans Gumbe und Gesine Gondesen, die sich im Rahmen der örtlichen Antirassismusarbeit für die Jugendlichen als offene Gesprächspartner anboten und so den kreativen Prozess unterstützten. „Wir haben den Kindern zu vermitteln gesucht, dass das 'Wir' nicht durch Abgrenzung, sondern durch Begegnung entsteht und dass die 'Anderen' oft nur Menschen sind, denen wir noch nicht begegnet sind“, sagt Evans Gumbe. Die künstlerische Begleitung des Projektes wurde von zwei Fachkräften der weiterführenden Schulen in Ratzeburg übernommen.

„Diesen Kunstwettbewerb zu organisieren, hat sich zu einem wahren Herzensprojekt entwickelt. Die Energie und Begeisterung, mit der die Jugendlichen am Thema gearbeitet haben, war bewegend“, sagt Silvia Tessmer von der Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. Sie hat die ausgewählten Exponate an mehrere der Ausstellungsorte von 'Dörfer zeigen Kunst' verteilt.  „Wir wünschen uns Kommentare zu diesen Bildern, aus denen wir auf unserer Abschlussveranstaltung mit allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern zitieren wollen“, so Silvia Tessmer. Was dort sonst noch passieren wird, um das Engagement der Schülerinnen und Schüler entsprechend zu würdigen, bleibt eine Überraschung.

Im Zeitraum vom 17. August bis zum 02. September 2026 kann die gesamte Ausstellung in der Stadtbücherei Ratzeburg gesehen werden. Der Kunstwettbewerb wurde gefördert von der 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgischer Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. Die Arbeitsgruppe »Antirassismusarbeit im ländlichen Raum« des Bündnisses für 'Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland' begleitete den Wettbewerb.

'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen legt Situations- und Ressourcenanalyse vor

Rund ein dreiviertel Jahr haben Studierende der Technischen Hochschule Lübeck die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen bei der Erstellung einer Situations- und Ressourcenanalyse unterstützt. Das Ergebnis wurde auf der jüngsten Sitzung des 'Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland' vorgestellt. Hintergrund für die Erarbeitung dieser Analyse war eine Förderauflage aus dem Bundesprogramm 'Demokratie leben!', die alle 'Partnerschaften für Demokratie' im Bundesgebiet zu erfüllen hatten. 

Unter Vermittlung von Evans Gumbe, der die 'Partnerschaft' in Stadt und Amt in Fragen von Rassismus und Diskriminierung berät, übernahm das 'International Office' der TH Lübeck 2025 diese Aufgabe. Sechs Studierende mit unterschiedlichen Herkunftsperspektiven entwickelten dabei anhand eines vorgegebenen Fragekatalogs des Bundesprogramms ein Forschungskonzept mit Dokumentenanalysen und neun Gruppen- und Einzelinterviews, aus denen sich die spezifischen Herausforderungen und Möglichkeiten im Fördergebiet der 'Partnerschaft für Demokratie' beschreiben ließen. 

"Die Studierenden haben mit kommunalen Verantwortungsträgern in Stadt und Amt, mit den verantwortlichen Mitarbeitern der 'Partnerschaft', mit Mitarbeitern des Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus der AWO S.H., mit der Leitung der städtischen Jugendzentren sowie mit Betroffenen von Rassismus gesprochen, ebenso mit den Mitgliedern des 'Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland', das die 'Partnerschaft' als Entscheidungsgremium inhaltlich ausgestaltet. Dazu haben sie umfangreiche sozio-ökonomische Daten zum Fördergebiet erhoben und sich mit Erkenntnissen zu Extremismusphänomenen vor Ort befasst", beschreibt Mark Sauer vom federführenden Amt der Stadt Ratzeburg diesen langwierigen Prozess. 

Die umfangreiche Arbeit der Studierenden wurde von der Koordinierungs- und Fachstelle der 'Partnerschaft für Demokratie' in einer 70-seitigen Broschüre zusammengefasst. Sie soll für die weitere Arbeit der 'Partnerschaft' handlungsleitend sein und die zukünftigen Schwerpunkte der Projektförderungen bis 2032 beschreiben.

'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen

Die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen wird seit 2017 über das Bundesprogramm 'Demokratie leben!' durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit jährlich 125.000 € unterstützt, um vor Ort Projekte zur Demokratiestärkung, Vielfaltgestaltung und Extremismusprävention fördern zu können. In bislang zwei Förderperioden (2017 – 2019 / 2020 – 2024) wurden gemeinsam 125 Projekte mit über 500 Euro und 83 Kleinprojekte mit unter 500 Euro im Sinne der Demokratiestärkung, der Extremismusprävention und der Vielfaltgestaltung gefördert und in Stadt und Amt umgesetzt. Im Schnitt wurden dabei jährlich rund 3.350 aktive Mitwirkende (Projektteilnehmer) und 7.450 Beteiligte (Besucher, Zuhörer, Kampagnen, Beratungen) erreicht, darunter rund 2.650 aktiv mitwirkende junge Menschen. In dieser Zeit konnten auch beachtenswerte und nachhaltige Strukturen in Stadt und Amt entwickelt werden. Als Beispiele sind die gemeinsame Entwicklung eines Inklusionsbeirates oder die gemeinsame Entwicklung eines 10-Punkte-Aktionsplans gegen Rassismus und Diskriminierung, der zur Mitgliedschaft von Stadt und Amt in der 'Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus – European Coalition against Racism (ECCAR)' führte, zu nennen.

"Als ich die Zusammenfassung der Bündnisarbeit der 'PfD' gelesen habe, war ich tief beeindruckt. Es hat mit Leidenschaft und Weitsicht Projekte gefördert, die unsere Gesellschaft stärker, vielfältiger und widerstandsfähiger machen. Über 200 Projekte, tausende Mitwirkende und konkrete Ergebnisse wie der Inklusionsbeirat oder der Aktionsplan gegen Rassismus zeigen: Hier wird nicht nur über Demokratie geredet – hier wird sie jeden Tag gelebt", sagt Bündnisvorsitzende Gesine Biller.

Im Ergebnis ist in der Zivilgesellschaft ein aktives und vertrauensvoll zusammenarbeitendes Netzwerk von unterschiedlichen Akteuren und Institutionen in Stadt und Amt erwachsen, das sich achtsam und engagiert für die freiheitliche demokratische Grundordnung einsetzt. Erfreulicherweise ist anzumerken, dass die Gesamtfördersumme aus dem Bundesprogramm für die 'Partnerschaft' ab 2026 auf 140.000 € steigen wird.


'WIR und die ANDEREN'
Ein Schul-Kunstprojekt zu Identität und Zugehörigkeit präsentiert sich bei 'Dörfer zeigen Kunst'

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Wer bin ich – und wer darf ich sein? Zu wem gehöre ich – und wer gehört zu mir? In unserem Alltag, in Organisationen, in unserer Gesellschaft ziehen wir ständig Grenzen. Manche bewusst, viele unbewusst. Wir sprechen von "den Schülern", "den anderen Klassen" oder "der Politik". Und plötzlich sind da zwei Gruppen entstanden: »Wir – und die Anderen«. So lässt sich die Aufgabenstellung beschreiben, unter der die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. in den vergangenen Wochen einen Kunstwettbewerb an den weiterführenden Schulen in Ratzeburg organisiert hat. Mit insgesamt sechs 7. Klassen der Lauenburgischen Gelehrtenschule und der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen wurden diese Fragen diskutiert, über Ausgrenzung und Rassismus, aber auch darüber, was uns zusammenhält. Die Ergebnisse wurden in über 60 Bildern gefasst, von denen die Schülerinnen und Schüler insgesamt 34 für die Ausstellungsreihe 'Dörfer zeigen Kunst' auswählten. Amtsvorsteher Heinz Dohrendorff hatte sich dafür stark gemacht, dass diese beeindruckenden Arbeiten dort einen würdigen Resonanzraum erhalten.

Begleitet wurde dieser Kunstprozess durch Evans Gumbe und Gesine Gondesen, die sich im Rahmen der örtlichen Antirassismusarbeit für die Jugendlichen als offene Gesprächspartner anboten und so den kreativen Prozess unterstützten. „Wir haben den Kindern zu vermitteln gesucht, dass das 'Wir' nicht durch Abgrenzung, sondern durch Begegnung entsteht und dass die 'Anderen' oft nur Menschen sind, denen wir noch nicht begegnet sind“, sagt Evans Gumbe. Die künstlerische Begleitung des Projektes wurde von zwei Fachkräften der weiterführenden Schulen in Ratzeburg übernommen.

„Diesen Kunstwettbewerb zu organisieren, hat sich zu einem wahren Herzensprojekt entwickelt. Die Energie und Begeisterung, mit der die Jugendlichen am Thema gearbeitet haben, war bewegend“, sagt Silvia Tessmer von der Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. Sie hat die ausgewählten Exponate an mehrere der Ausstellungsorte von 'Dörfer zeigen Kunst' verteilt und hofft auf möglichst viel Resonanz der Besucher. „Wir wünschen uns Kommentare zu diesen Bildern, aus denen wir auf unserer Abschlussveranstaltung mit allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern zitieren wollen“, so Silvia Tessmer. Was dort sonst noch passieren wird, um das Engagement der Schülerinnen und Schüler entsprechend zu würdigen, bleibt eine Überraschung. Zu finden sind Bilder des Kunstwettbewerbes in Bäk, Berkenthin, Einhaus, Kittlitz, Kulpin, Ratzeburg, Salem, Sterley, Thandorf und Ziethen. Im Anschluss an 'Dörfer zeigen Kunst' wird die gesamte Ausstellung noch einmal im Zeitraum vom 17. August bis zum 02. September 2026 in der Stadtbücherei Ratzeburg gezeigt.

Der Kunstwettbewerb wurde gefördert von der 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgischer Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. Die Arbeitsgruppe »Antirassismusarbeit im ländlichen Raum« des Bündnisses für 'Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland' begleitete den Wettbewerb.

'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen fördert und unterstützt demokratiestärkende Projekte

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Das »Bündnis für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland« hat sich auf seiner jüngsten Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Sterley als zuständiges Gremium mit zwei Antragstellungen an die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen befasst. Zum einen wurde die Beteiligung an einer kreisweiten Theateraktion zu den Themen „Cybermobbing, Medienkompetenzen und Radikalisierung“ ermöglicht, die im November in Schulen des Kreises stattfinden soll. Durchgeführt wird dieses Angebot durch das Ensemble »Comic On!«, das an insgesamt vier Schulstandorten pro Auftrittstag zwei unterschiedliche Aufführungen samt Diskussion anbietet: das Theaterstück "RADIKAL" ab Klassenstufe 7 und das Theaterstück "R@USGEMOBBT 2.0" für die Klassenstufen 3–5. In Ratzeburg wird es im Burgtheater Station machen und vor bis zu 300 Schülerinnen und Schülern spielen.

Auch ein zweiter Förderantrag wurde im Bündnis positiv beschieden. Die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. möchte für Schulklassen der Lauenburgischen Gelehrtenschule ein Unterrichtsangebot zur Antisemitismusprävention organisieren. In dessen Fokus steht die Ausstellung "Mut und Widerstand" der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem. Sie erzählt die Geschichte von Juden, die sich trotz lebensbedrohlicher Umstände dafür entschieden, andere Juden zu retten. Die Schülerinnen und Schüler werden von geschulten Lehrkräften eingeladen, sich vor diesen Beispielen über Solidarität und Menschlichkeit auszutauschen.

Das Bündnis diskutierte im Anschluss über ein Schutzkonzept für engagierte Menschen, die sich offen und aktiv für die freiheitliche, demokratische Grundordnung einsetzen. Ihnen gilt es, den Rücken zu stärken – gegen Anfeindungen, Einschüchterungen oder Bedrohungslagen. Es fußt auf der jüngst fertiggestellten Situations- und Ressourcenanalyse für die 'Partnerschaft für Demokratie', die von einer Studierendengruppe der Technischen Hochschule Lübeck erarbeitet wurde.

Mit Blick auf die erfreulich hohe Nachfrage nach Förderungen für demokratiestärkende Projekte an die 'Partnerschaft für Demokratie' entschied das Bündnis, ein Angebot des Bundesprogramms "Demokratie leben!" anzunehmen, die Bundesfördermittel für die Partnerschaft von aktuell 125.000 € auf 140.000 € zu erhöhen. „Wir nehmen ein steigendes Interesse von Menschen und Institutionen wahr, sich aktiv für Demokratie und Menschenrechte einzusetzen, und wollen dem auch mit einem verlässlichen Förderverfahren in unserer ‚Partnerschaft für Demokratie‘ begegnen“, sagte die Bündnisvorsitzende Gesine Biller.

Ratzeburg feiert am 'Ehrentag' mit einem riesigem Erdbeerkuchen das Miteinander

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Schon nach der Hälfte der vorgegebenen Zeit war es absehbar: Es wird klappen! In einer großartigen Gemeinschaftsaktion machten sich die Ratzeburgerinnen und Ratzeburger daran, den längsten Erdbeerkuchen der Stadtgeschichte herzustellen. Am Ende stand das beeindruckende Ergebnis fest: In nur 22 Minuten entstanden stolze 9,15 Meter Kuchen. Verkündet wurde der Erfolg am vergangenen Samstag vor dem Ratzeburger Rathaus vom Moderationsteam Stefanie Petersen und Christian Klingbeil – unter dem Riesenapplaus der zahlreichen Anwesenden.

Rund 400 Menschen waren der Einladung der Stadt, des Diakonischen Werkes Herzogtum Lauenburg und der Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. gefolgt. Gemeinsam feierten sie im Rahmen der städtischen Engagementstrategie und der „Partnerschaft für Demokratie“ den "Ehrentag" am 'Tag des Grundgesetzes'. Bei Tanz, Musik und Begegnungen stand vor allem die Erdbeerkuchenaktion im Mittelpunkt. Diese erinnerte an das legendäre 'NDR-TV-DUELL' im Jahr 2010. Damals gewann Ratzeburg in einer Gemeinschaftsleistung zunächst eine Erdbeerkuchenwette gegen Duderstadt und holte anschließend im Duell-Finale in Soltau das 'Rote Sofa' in die Inselstadt. An dieses erfolgreiche, gemeinschaftliche Zusammenwirken sollte die Aktion im Sinne des gesellschaftlichen Zusammenhalts anknüpfen – allerdings mit der Herausforderung, das damalige Ergebnis von 7,20 Metern in 30 Minuten diesmal zu übertreffen.

Unter der Anleitung von Teamkapitänin und 'SeniorTrainerin'Ingrid Schurek sowie ihrem "Praktikanten", dem 2. stellvertretenden Bürgermeister Martin Bruns, wurden verschiedene Stationen gebildet: vom Waschen und Schneiden der Erdbeeren über das Belegen der mit Pudding bestrichenen Kuchenböden bis hin zum Abrunden mit einem leckeren Erdbeerguss. Auch eine junge Läuferstaffel stand bereit, um für den Nachschub an Erdbeeren und Kuchenblechen zu sorgen. Bestens organisiert ging es los: In rasanter Geschwindigkeit wurden 30 kg Erdbeeren gewaschen, halbiert und auf die wachsende Reihe von Kuchenblechen verteilt. Schon bei der ersten Zwischenzeit nach zehn Minuten war klar: Hier passiert gerade etwas Großes. Nach 20 Minuten wurde das letzte Kuchenblech gebracht, und nach 22 Minuten war das Werk vollbracht. Der Erdbeerkuchen auf einer Länge von 9,15 Metern sah nicht nur fantastisch aus, sondern schmeckte auch hervorragend. Bereits 40 Minuten später war auf dem Platz vom gesamten Kuchen und den Erdbeeren nichts mehr zu sehen. Ein toller Beleg dafür, dass sowohl die Erdbeeren der Firma Bockhopp als auch die Kuchenböden des Lebenshilfewerks Mölln-Hagenow von erstklassiger Qualität waren.

Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher genossen im Anschluss bei sommerlicher Musik eines jungen DJ-Teams aus Stockelsdorf das weitere Programm. Dazu gehörten Tanzeinlagen der Ballettschule 'Kuppig', Bratwurst und Pommes am Stand der DLRG Ratzeburg, Kinderspaß auf einer Riesenhüpfburg sowie gute Gespräche beim Stand des Inklusionsbeirates und der Suppenküche. Parallel dazu organisierte der Seniorenbeirat Ratzeburg zusammen mit den „Omas for Future“ im Rathaus ein Quiz zum Grundgesetz mit anschließender Filmvorführung.


Über die vielen positiven Rückmeldungen zum Verlauf der Erdbeerkuchenaktion und den schönen Sommernachmittag freute sich das gemeinschaftliche Organisationsteam sehr. Besonders das mehrfach geäußerte Lob „Das sollten wir unbedingt öfter machen...“ wurde als klarer Auftrag für die zukünftige Arbeit in der Engagementstrategie und der 'Partnerschaft für Demokratie' verstanden. Diese hatten den "Ehrentag" am 'Tag des Grundgesetzes' mit Fördermitteln des Landes und aus dem Bundesprogramm 'Demokratie leben!' gestaltet.

Ratzeburger Koordinator für Antirassismusarbeit zum Vizepräsident in der 'Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus' gewählt

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Auf der diesjährigen Frühjahrstagung des Lenkungsausschusses der 'Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus' (ECCAR - European Coalition of Cities against Racism) wurde Evans Gumbe mit einem einstimmigen Vorstand als Vizepräsident in den Vorstand dieses Netzwerks berufen. Evans Gumbe ist seit 2024 für die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische als Koordinator für Antirassismusarbeit tätig. Er begleitet federführend die Umsetzung des '10-Punkte-Aktionsplans gegen Rassismus', mit dem Stadt und Amt dem ECCAR-Netzwerk beigetreten sind und leitet die Arbeitsgruppe 'Antirassismusarbeit im ländlichen Raum', die sowohl lokal als auch europäisch mit 15 kleinerer ECCAR-Städten organisiert ist. 

Im Zuge dieser Arbeit hat er den Entschluss gefasst, sich auch aktiv in den Vorstand der 'Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus' einzubringen und sich mit Unterstützungsschreiben von Stadt und Amt dafür beworben. Die Resonanz auf diese Bewerbung aus dem ländlichen Raum fiel sowohl im ECCAR-Büro in Heidelberg als auch im zuständigen Lenkungsausschuss äußerst positiv aus. Zum einen wurde die unbestreitbare Expertise, die Evans Gumbe in diesem ehrenamtliche Amt mitbringt, gewürdigt, zum anderen aber auch seine besondere Perspektive aus der schwarzen Community, die im Vorstand als große Bereicherung gesehen wird. 

"The election of Evans Gumbe to the ECCAR Board is a recognition that is both well-deserved and significant for our entire network. Evans has shown, with concrete work, that anti-racism is not only an urban challenge: it is a challenge for every community, including small cities and rural areas. His expertise, his perspective, and his commitment make our Board stronger and more representative of the Europe we want to live in", Benedetto Zacchiroli, President of ECCAR

„Die Wahl zum Vizepräsidenten von ECCAR ist für mich eine große Ehre und zugleich eine Verantwortung, der ich mit Respekt und großer Motivation begegne. Mir ist bewusst, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Besonders wichtig ist mir, die Perspektiven von Betroffenen von Rassismus stärker sichtbar zu machen und die Antirassismusarbeit auch in kleinen Städten und ländlichen Räumen nachhaltig zu stärken. Dabei verstehe ich diese Aufgabe ausdrücklich als Teamarbeit – nur gemeinsam können wir langfristige Veränderungen erreichen“, sagt Evans Gumbe

In der Stadt Ratzeburg und dem Amt Lauenburgische Seen wurde die Wahl von Evans Gumbe zum ECCAR-Vizepräsidenten mit Freude vernommen. „Evans Gumbe ist der richtige Mann am richtigen Platz. Wir sind alle so stolz, dass er an dieser Stelle für uns wirken kann“, sagt Amtsvorsteher Heinz Dohrendorff. "Im Namen der Stadt Ratzeburg gratuliere ich Herrn Gumbe herzlich zu Wahl zum Vizepräsidenten des europäischen Städtenetzwerk gegen Rassismus. Mit seiner Berufung wird die wertvolle Arbeit von Herrn Gumbe sowie der vielen engagierter Menschen im Bereich der Bekämpfung von Diskriminierung und Rassismus in Ratzeburg und im ländlichen Raum des Amtes Lauenburgische Seen gewürdigt. Ich bin mir sicher, dass durch die aktive Gestaltungskraft, die Herr Gumbe auf internationaler Ebene einsetzen wird, auch eine große Wirkung auf unsere gemeinsame Heimat entfalten wird", sagt Ratzeburgs Bürgermeister Eckhard Graf.

»SelbstVerständlich Politik« im Offenen Kanal Lübeck:
»Die Wiederkehr des Feudalismus?«

In der politischen Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik" des Vereins Miteinander leben e.V. spricht Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger in einem Podacst über die enormen Herausforderungen der Demokratie in den USA und verfolgt dabei die These des 'New Feudalism', einer möglichen Renaissance des Feudalismus.

Die amerikanische Demokratie erlebt eine beispiellose Zeit in ihrer 250jährigen Geschichte. Die Trump-Administration stellt durch ihr Handeln fundamentale Errungenschaften der Verfassung in Frage. Vor allem die Gewaltenteilung wird zunehmend ausgehöhlt, ganz im Sinne von libertären Kräften, die im Hintergrund, aber auch an zentralen Stellen der Macht, ihre demokratie- und staatsverachtende Agenda verfolgen. Es sind einflussreiche und oftmals milliardenschwere Akteure, die von einer Überwindung der Demokratie träumen. Diese ist aus ihrer Sicht eine Ideologie der Schwäche, die mit ihrem vermeintlichen Ethos der Gleichmacherei das Individuum und vor allem die Erfolg-(R)eichen mit Beschränkungen in die Unfreiheit treibt. Gerade letztere sehen sich teilweise als natur- oder gottgegebene Elite, denen es zusteht, in ihrem Sinne zu herrschen. So bricht sich in den USA eine Entwicklung Bahn, die zu einem traurigen und bedrückenden 'Treppenwitz' der amerikanischen Geschichte werden könnte, die Rückkehr des Feudalismus oder des 'New Feudalism', in genau jenes Land, das sich 1776 als erstes in der Welt genau davon emanzipiert hat.

Ausgestrahlt wird der Beitrag am 11.05.2026 um 16:00 Uhr, mit Wiederholungen am 13.05.2026 um 20:00 Uhr und am 15.05.2026 um 11:00 Uhr. Die Sendereihe ‚SelbstVerständlich Politik‘ des Vereins Miteinander leben e.V. wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Zu empfangen ist die Sendung auf der Frequenz 98,8 MHz (106,5 Kabel), auf DAB+ und als Direktsendungen im Internet unter Lübeck FM - Livestream. Eine andere Möglichkeit ist der Empfang im Internet über die App "tunein". 


Radiosendung zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

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Der Inklusionsbeirat der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen appelliert am 5. Mai um 11:00 Uhr in einer Radiosendung im Offenen Kanal Lübeck (Lübeck FM) an Politik und Gesellschaft, Inklusion und Teilhabe konsequent umzusetzen und Selbstbestimmung zu stärken.

Am 5. Mai finden seit über 30 Jahren in ganz Deutschland Aktionen zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Angesichts aktueller Krisen im In- und Ausland sowie geplanter Kürzungen im Sozialbereich drohen zentrale Inklusionsziele zunehmend aus dem Blickfeld von politischen Entscheidungsträger*innen zu geraten. Bereits erreichte Fortschritte bei der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung stehen damit auf dem Spiel – obwohl diese Ziele die zentrale Grundlage für eine uneingeschränkte Teilhabe aller Menschen bilden. Umso wichtiger ist es, bisher nur unzureichend oder nicht realisierte behindertenpolitische Maßnahmen endlich umzusetzen.

Zum Protesttag fordern Verbände, Organisationen und Aktivist*innen daher umfassende Barrierefreiheit und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung sowie ihre Beteiligung an allen Entscheidungen, die das eigene Leben betreffen. Unter dem Motto "Menschenrechte sind nicht verhandelbar!" finden bundesweit zahlreiche Aktionen statt. Der Protesttag ist ein Appell an alle Bürger*innen, aktiv zu werden und Menschen mit Behinderung dabei zu unterstützen, sich für ihre Rechte stark zu machen. 

„Vor Ort machen wir uns gemeinsam für eine inklusive Gesellschaft ohne Barrieren stark – mit unserer Arbeit im Inklusionsbeirat. Mit unserer Radiosednung wollen wir die breite Öffentlichkeit für diese wichtigen Inklusionsthemen sensibilisieren und uns für eine barrierefreie Zukunft in STADT einsetzen“, sagt Beiraitsvorsitzende Silke Boldt.

'Rechtsextremismus im ländlichen Raum begegnen'
Workshop vermittelt und sucht Handlungsstrategien 

Am 25.04.2026 plant das 'Bündnis für Demokratie Ratzeburg und Umland' einen Workshop mit Journalistin und Publizistin Andrea Röpke unter dem Titel 'Rechtsextremismus im ländlichen Raum begegnen'. Gemeinsam sollen Handlungsstrategien erarbeitet werden, um das Wirken rechtsextremer Akteure vor Ort sichtbar zu machen und nachhaltig einzugrenzen. Der Workshop richtet sich an alle Menschen, die bereit sind, sich für die Stärkung der Demokratie zu engagieren und rechtsextremen Strukturen entgegenzustellen. "Rechtsextremismus hat in den vergangenen Monaten Raum gewinnen können in Ratzeburg und Umland. Akteure der rechtsextreme Szene sind dort in aller Unauffälligkeit aktiv geworden und versuchen zunehmend jüngere Menschen für ihre demokratiefeindlichen Einstellungen zu gewinnen. Leider gelingt dies bereits", sagen Ratzeburgs Bürgermeister Eckhard Graf, Amtsvorsteher Heinz Dohrendorff und Kittlitz Bürgermeisterin Barbara Eggert. Sie verweisen auf zahlreiche Beobachtungen und die Ergebnisse einer Situationsanalyse, die von  Studierenden der TH Lübeck für die gemeinsame 'Partnerschaft für Demokratie' erarbeitet wurde. Auch das Regionale Beratungsteam gegen Rechtsextremismus der AWO S.-H. in Lübeck bestätigt diese Beobachtungen und mahnt zur Achtsamkeit im ländlichen Raum. 

Bündnisvorsitzende Gesine Biller nimmt diese Befunde sehr ernst und möchte hier mit den Möglichkeiten der 'Partnerschaft für Demokratie' entgegenwirken. "Wir müssen mit unserem Hintergrundwissen jetzt aktiv werden, um eine Verfestigung dieser Strukturen zu verhindern", so Gesine Biller. Der Workshop von 10:00 - 15:00 Uhr soll dafür Grundlage sein. Andrea Röpke wird dabei wichtige Anregungen für die Arbeit gegen Rechtsextremismus im ländlichen Raum geben können. Interessierte werden gebeten, sich unter kuf@vhs-ratzeburg.de anzumelden. Der Ort wird bekanntgegeben. 

Der Workshop wird gefördert durch 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. 


'Internationale Wochen gegen Rassismus' in Stadt und Amt ... mit Dialogen, Informationen und Gesang

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Das 'Bündnis für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland' hat sich auch in diesem Jahr wieder mit eigenen Beiträgen in die 'Internationale Wochen gegen Rassismus' eingebracht. In einem Podiumsgesprächen mit Betroffenen im Jugendzentrum 'GLEIS 21' wurde das Phänomen des antimuslimischen Rassismus ausgeleuchtet. Emel Balık und Wladimir Haase vom Projekt 'Vielklang. Gemeinsam gegen antimuslimischen Rassismus' der Türkischen Gemeinde S.-H. e.V., das in Kiel vor allem in Schulen und Jugendeinrichtungen Sensibilisierungs- und Empowermentangebot organisiert, berichteten von der Alltäglichkeit von Angriffen und Diskriminierungen aus antimuslimisch rassistischen Motiven in Deutschland. Evans Gumbe, Koordinator der lokalen Antirassismusarbeit, konnte diese Beschreibung mit eindrucksvollen Zahlen unterlegen. Laut repräsentativem 'Motra-Monitor' (2026) teilen 43 Prozent der Bevölkerung antimuslimische Einstellungen. Mehr als 28 Prozent der Befragten haben eine manifest muslimfeindliche Haltung. Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt auch die repräsentative Leipziger Autoritarismus Studie (2024). Dort stimmen die Hälfte (48,3 Prozent) der Befragten stimmt der Aussage zu, sich "durch die vielen Muslime [...] manchmal wie ein Fremder im eigenen Land" zu fühlen. Mehr als ein Drittel (34,9 Prozent) der Befragten findet, dass Muslim*innen die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden sollte.

Zusammen mit Tarek Al-Shadidi vom Bündnis wurden diese Erfahrungswerte und Zahlen in konkrete Lebensrealitäten übersetzt. Die Zuhörerschaft erfuhr so aus erster, wie sehr sich die Welt verändert, wenn man sich ein Kopftuch umbindet oder es ablegt und wenn man als Mensch allein darauf reduziert wird. In dem Podiumsgespräch kamen auch ganz offensichtliche Nachteile zur Sprache, die muslimisch gelesene Menschen in ihrem Alltag erfahren müssen, in ihren beruflichen oder schulischen Umfeld erfahren, in Verwaltungen oder bei der Wohnungssuche und wie sie schnell zur Zielscheibe von verbalen oder tätlichen Übergriffen werden können. Auch sehr junge Menschen sind von antimuslimischen Rassismus betroffen, oft auch an vermeintlich sicheren Orten, wie die Schulen oder Kitas. Evans Gumbe wies an dieser Stelle daraufhin, dass auch aus Ratzeburg und dem Umland solche Vorfälle gemeldet werden. Entsprechend hat sich die Arbeitsgruppe 'Antirassismusarbeit im ländlichen Raum' innerhalb des 'Bündnis für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland' entschlossen, hier mit Nachdruck dran zu arbeiten. "Wir wollen gemeinsam einen Maßnahmenkatalog gegen antimuslimischen Rassismus entwickeln. Die 'Europäische Städtekoalition gegen Rassismus' (ECCAR) unterstützt uns dabei fachlich. Grundlage dafür ist eine Fragebogenaktion, die sich gezielt an Betroffene von Rassismus richtet und ihren Erfahrungen erfassen sollen", so Evans Gumbe.

Ein weiterer Beitrag zu den 'Internationale Wochen gegen Rassismus' war wie schon im Vorjahr musikalisch. Das Chorprojekt 'POLITICALied' organisierte mit über 25 Sängerinnen und Sänger einen offenen Chorworkshop unter Leitung von Anna Bertram. Geprobt worden Lieder mit einer klaren Botschaft gegen Rassismus und Hass. Das anschließende und gut besuchte Chorkonzert unter dem Titel "Herz einschalten - Rassismus ausschalten' wurde dem schwarzen Bluespianisten Daryl Davis gewidmet, der seit vielen Jahren den Dialog zu Mitgliedern des Ku-Klux-Klan sucht und sie fragt: "Wie kannst du mich hassen, wenn du mich gar nicht kennst?" Mit seiner Offenheit und Neugier ist er erfolgreich. Über 200 Klan-Mitglieder haben sich von ihm überzeugen lassen und ihre Kutten abgelegt. Einige sind inzwischen gute Freunde von ihm geworden. Inspiration für diese Dialoge findet Daryl Davis dabei in der Musik. Auch sie schafft es, nur durch Zuhören Herzen zu bewegen.

Dass in Ratzeburg und dem Amt Lauenburgische Seen die Bedeutung von Antirassismusarbeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt erkannt ist, zeigten in der Wochen auch wieder die Fahnen vor dem Ratzeburger Rathaus und den Amtsgebäuden. "Herz einschalten – Rassismus ausschalten" stand dort groß zu lesen. Gefördert wurden diese Beiträge über die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. 




"Herz einschalten - Rassismus ausschalten"
Ein Chorkonzert erklingt in Ratzeburg

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Unter dem Motto "Herz einschalten - Rassismus ausschalten" erklingt am 22. März 2026 um 16:00 Uhr ein Chorkonzert im Ratzeburger Ratssaal. Es ist ein Beitrag zu den 'Internationalen Wochen gegen Rassismus', an denen sich die 'Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgischen Seen' seit vielen Jahren mit Überzeugung beteiligen. Es geht darum, über Rassismus ins Gespräch zu kommen, Wissen zu teilen, aber auch vor allem auch die Stimme zu erheben. Dies gelingt ganz einfach im gemeinsamen Singen.

Im Rahmen des Chorprojektes 'POLITICALied' unter der Leitung von Anna Bertram werden Lieder präsentiert, die sich mit dem Wesen von Rassismus und mit Rassismuserfahrungen auseinandersetzen. Sie wurden während eines offenen Chorworkshops von Menschen eingeübt, denen diese Botschaft am Herzen liegt. Umrahmt wird das Konzertprogramm von Gedanken zur Antirassismusarbeit vor Ort, die in der Stadt Ratzeburg und dem Amt Lauenburgische Seen im Rahmen ihrer Mitgliedschaft in der 'Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus - European Coalition against Racism' (ECCAR) gemeinsam mit Betroffenen organisiert wird. 

Das gemeinsame Chorprojekt des Vereins Miteinander leben e.V. und der Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. wird gefördert über die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. Der Eintritt ist frei, der Zugang barrierefrei möglich. Auch Anmeldungen zum Chorworkshop sind weiterhin möglich unter miteinander.leben@t-online.de. Dieser startet am 20.03.2026 um 17:30 Uhr im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses. 

'Internationale Wochen gegen Rassismus' öffnen Dialoge in Ratzeburg und dem Umland

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Die 'Internationalen Wochen gegen Rassismus' sind ein wiederkehrender Aktionszeitraum rund um den „Internationalen Tag gegen Rassismus“ am 21. März eines jeden Jahres. Dieser Tag erinnert an das Massaker von Sharpeville in Südafrika. Die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ laden seit 1979 weltweit Menschen ein, sich unter der Botschaft „Zusammen gegen Rassismus – 100 % Menschenwürde“ persönlich zu engagieren. In Ratzeburg und dem Amt Lauenburgische Seen wird dieser jährliche Aufruf von der 'Partnerschaft für Demokratie' aufgenommen. Mit Flaggen der Kampagne 'Herz einschalten – Rassismus ausschalten' vor öffentlichen Gebäuden und unterschiedlichen Aktionen wird klar Position gegen Rassismus in unserer Gesellschaft bezogen.

In diesem Jahr wird ein besonderer Fokus auf das Phänomen des antimuslimischen Rassismus gelegt. Zusammen mit dem Team des Präventionsprojektes 'VIELKLANG', das im Auftrag des Landes von der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein (TGSH) getragen wird, soll am 18.03.2026 um 18:30 Uhr ein offenes Podiumsgespräch im Jugendzentrum 'GLEIS 21' organisiert werden, auf dem vor allem auch Betroffene zu Wort kommen. Moderiert wird die Veranstaltung von Evans Gumbe, dem Koordinator für Antirassismusarbeit innerhalb der 'Partnerschaft für Demokratie'.

„Muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger erfahren in besonderem Maße Ausgrenzung und Rassismus. In nahezu allen wissenschaftlichen Umfragen gibt ein Drittel der muslimischen Befragten an, Opfer von Diskriminierung oder Schikane aufgrund sichtbarer religiöser Zeichen, wie etwa ihrer Kleidung, geworden zu sein. Mit Blick auf die vielen muslimischen Menschen in unseren Gemeinden und unseren 10-Punkte-Aktionsplan gegen Rassismus bedeutet dies für uns einen besonderen Handlungsbedarf. Mit Unterstützung der „Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus“ (ECCAR) wollen wir daher auch in unserer lokalen Arbeitsgruppe gezielte Maßnahmen gegen antimuslimischen Rassismus entwickeln“, sagt Evans Gumbe. Die Veranstaltung soll hierzu ein Auftakt sein.

Ein weiteres Angebot innerhalb der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ schaffen der Verein Miteinander leben e.V. sowie die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. mit der erneuten Ausrichtung eines Chorworkshops. Das gemeinsame Chorprojekt 'POLITICALied' lädt vom 20.–22.03.2026 Menschen ein, ihre Stimme zu erheben – gegen Rassismus und Diskriminierung. Anmeldungen sind möglich unter miteinander.leben@t-online.de. Das Abschlusskonzert ist am 22.03.2026 um 16:00 Uhr im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses vorgesehen.

Zudem plant die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. zusammen mit der lokalen Arbeitsgruppe 'Antirassismusarbeit im ländlichen Raum' die Ausrichtung eines Jugendkunstwettbewerbs unter dem Motto „WIR und DIE ANDEREN“ an den weiterführenden Schulen, der bis zu den Sommerferien laufen soll.

„Die Teilnahme an den ‚Internationalen Wochen gegen Rassismus‘ ist für die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen selbstverständlich. Solange wir vor unserer Haustür von Rassismus und Diskriminierung erfahren, müssen wir uns dagegen klar und eindeutig positionieren“, sagen Bürgermeister Eckhard Graf und Amtsvorsteher Heinz Dohrendorff mit Verweis auf die aktive Mitgliedschaft in der „Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus – European Coalition against Racism“ (ECCAR). 

Politische Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik" diskutiert zum Parteiverbotsverfahren

In ihrer politischen Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik" haben die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. und der Verein Miteinander leben e.V. am 10.03.2026 um 19:00 Uhr Prof. Dr. Felix Hanschmann zu Gast in der Stadtbücherei Ratzeburg. Er spricht über das Parteiverbotsverfahren in Deutschland. 

Wie funktioniert eigentlich ein Parteiverbotsverfahren? Und welche Parteiverbotsverfahren hat es in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland bereits gegeben? Prof. Dr. Felix Hanschmann, Inhaber des Dieter-Hubertus-Pawlik-Stiftungslehrstuhl 'Kritik des Rechts – Grundlagen und Praxis des demokratischen Rechtsstaates' an der Bucerius Law School in Hamburg, gibt einen juristischen Einblick in eine immer wieder umstrittene politische Diskussion. Nach Artikel 21 Abs. 2 des Grundgesetzes sind Parteien verfassungswidrig, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger*innen darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden. Wie ist das festzustellen? Wie ist das nachzuweisen? Nach welchen Kriterien muss das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entscheiden? Und was bedeutet dies für die politische Auseinandersetzung? All diese Fragen sollen unter dem Blickwinkel des Rechts betrachtet und erörtert werden. Die Diskussion ist ausdrücklich erwünscht. 

Der Vortrag wird gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der "Partnerschaft für Demokratie" der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Der Eintritt ist frei, der Veranstaltungsort barrierefrei erreichbar.


'POLITICALied' lädt zu einem offenen Chorworkshop gegen Rassismus

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Das Chorprojekt 'POLITICALied' des Vereins Miteinander leben e.V. und der Ratzeburg Volkshochschule und Umland e.V. plant im Zuge der diesjährigen "Internationalen Wochen gegen Rassismus" wieder einen offenen Chorworkshop für. Im Mittelpunkt sollen Lieder stehen, die sich gegen Rassismus und Diskriminierung wenden. Mitmachen können alle, die gerne singen und ihre Stimme mit Haltung erheben möchten. Es werden keine Chorerfahrungen vorausgesetzt. Der Chor entsteht im gemeinsamen Workshop. Dafür sorgt Chorleiterin Anna Bertram. Sie bereitet ein Programm vor, das auch ungeübte Stimmen einbinden kann. Der festen Chormitglieder von 'POLITICALied' unterstützen und begleiten den Workshop mit ihrer Erfahrung. Jeder kann singen, gerade auch, wenn es um die so wichtige Botschaft geht, dass Rassismus in unserer Gesellschaft keinen Platz haben darf. Dazu braucht es vor allem Herz und dann erst Stimme. Genau das passiert beim gemeinsamen Chorsingen ... »Herz einschalten - Rassismus ausschalten«.

Der Chorworkshop ist für das dritte Märzwochenende geplant und startet am Freitag, den 20.03.2026, um 17:30 Uhr im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses mit einem Kennenlernen und ersten Übungen. Am Samstag und Sonntag wird dann ganz tägig intensiv geprobt, um zum Abschluss auch gemeinsam ein öffentliches Konzert darbieten zu können. Gesucht sind jetzt Menschen, die mitsingen möchten, aus Spaß am Singen, aus Überzeugung für die Sache oder aus Freude an dem gemeinsamen Erleben. Anmeldungen werden unter miteinander.leben@t-online.de entgegengenommen.

Der Workshop wird gefördert durch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' und ist kostenfrei. Lediglich zur gemeinsamen Verpflegung muss ein Beitrag geleistet werden. 

"Miteinander - Füreinander"
'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen fördert demokratiestärkende Projekte

Die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen sucht kreative und wirkungsvolle Projektideen zur Stärkung des demokratischen Miteinanders. Initiativen, Vereine, Verbände und zivilgesellschaftliche Gruppen werden aufgerufen, Angebote, Aktionen und Formate zu entwickeln, die das demokratisches Engagement vor Ort fördern, den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, Begegnung, Austausch und Dialog ermöglichen, gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Vorurteile arbeiten, und Beteiligung und Partizipation von Menschen aller Altersgruppen unterstützen. Entsprechende Projektideen können über die 'Partnerschaft für Demokratie' im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell unterstützt werden. Essentiell ist, dass die Projekte einen klaren Bezug zu demokratischen Werten und zur Gesellschaft vor Ort haben.  Antragsberechtigt sind gemeinnützige Organisationen, Vereine, Initiativen, Verbände und informelle Gruppen aus dem Gebiet der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. 

Bei der Antragstellung unterstützt die Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft angesiedelt bei der Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V.. Sie informiert über die Programmziele, unterstützt bei der Ideenentwicklung, hilft bei der Antragsformulierung, fördert die von Vernetzung unter Projektverantwortlichen und bereitet den Weg zur Mittelvergabe beim 'Bündnis für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland' . Weitere Informationen und Inspirationen finden sich unter: www.partnerschaftdemokratie.de.

„Mit Ihrem Engagement  können Sie aktiv daran mitwirken, unsere Demokratie zu stärken, Vielfalt zu gestalten sowie Extremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegenzuwirken. Sprechen Sie uns an", heißt es aus dem Koordinierungsteam der Partnerschaft für Demokratie.

Würdige Veranstaltung zum Gedenken der Opfer des Holocaust im Ratzeburger Rathaus

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Mit einer würdigen Veranstaltung gedachten am vergangenen Dienstag mehr als 80 Menschen im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses den Opfern des Holocaust. Die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. hatte mit Blick auf diesen internationalen Gedenktag zur Eröffnung der von Ilse Siebel entwickelten Ausstellung "Die Deportation der Norddeutschen Juden" geladen. Sie beschreibt das Schicksal von 905 Jüdinnen und Juden, die am 6. Dezember 1941 über den Bahnhof Bad Oldesloe ins Ghetto Riga deportiert wurden, unter ihnen auch Willy und Martha Rosenberg aus Ratzeburg. Anke Nommensen Bielke von den 'OMAS gegen Rechts- Oldesloer für Demokratie' führte in berührender Weise in die Ausstellung ein und betonte dabei die Bedeutung einer mahnenden Erinnerungskultur, gerade in der heutigen Zeit. Stadtarchivar Christian Lopau beschrieb in einem Kurzvortrag das Schicksal jüdischer Menschen aus Ratzeburg, die Familie Rosenberg, die Familie Levy, die Geschwister Philip, Aenne Ratz und Germaine Vahl.

Bildhauer Thomas Helbing berichtete von der künstlerischen Entwicklung einer Auftragsarbeit zum Gedenken an einen Todesmarsch aus dem KZ Neuengamme in Richtung Flensburg, der 1945 durch Stormarn führte. Er ließ die Zuhörerschaft an seinen Gedanken, Assoziationen und Ideen teilhaben, welche seine Suche nach einem würdigen Mahnmal begleiten. 

Musikalisch umrahmt wurde das Programm von Liedbeiträgen des Chores 'POLITICALied', unter anderen auch Eric Bogles "Never again". Mit der wiederkehrenden Verszeile 'Remember' prägte es die Atmosphäre des Abends, eine würdige und ernste Erinnerung an das immer noch unfassbare Leid von Millionen Menschen durch die Verbrechen der Nationalsozialisten, die im Anschluss zu vielen nicht minder ernsten Gesprächen über die Zeit heute führte. 

Die Veranstaltung wurde gefördert über die 'Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amte Lauenburgische Seen‘ im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. Die Ausstellung "Die Deportation der Norddeutschen Juden" kann bis zum 12. Februar 2026 während der Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden. 

Das Schicksal der Ratzeburger Jüdinnen und Juden zwischen 1933 und 1945 (Vortrag von Stadtarchivar Christian Lopau)


Resolution aus der 'Regionalkonferenz Rechtsextremismus und Demokratiestärkung' fordert mehr Unterstützung für zivilgesellschaftliches Engagement in der Demokratiearbeit

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Mehr als 100 engagierte Menschen aus Zivilgesellschaft, Kommunalpolitik, Schule und Verwaltung haben am 15. November 2025 zur 16. Ausgabe der 'Regionalkonferenz Rechtsextremismus und Demokratiestärkung' darüber diskutiert, was zivilgesellschaftliches Engagement braucht, um demokratiestärkend wirksam sein zu können. In verschiedenen Arbeitsgruppen wurde praxisnah und erfahrungsbasiert ein Maßnahmenkatalog  zusammengetragen, der die wesentlichen Bedarfe für eine erfolgreiche Demokratiearbeit beschreibt.

Völlig einig waren sich die Teilnehmenden, das zivilgesellschaftliches Engagement ein unverzichtbarer Grundpfeiler einer lebendigen Demokratie ist. Es ermöglicht Teilhabe, schafft Räume für Dialog und stärkt Widerstandsfähigkeit gegenüber Polarisierung, Desinformation und rechtsextremen Ideologien. Gleichzeitig sehen sich Engagierte aber wachsenden Belastungen und Herausforderungen gegenüber: Bedrohungen und Hass, strukturelle und finanzielle Unsicherheiten, mangelnde Anerkennung, bürokratische Hürden, fehlende Ressourcen sowie ein zunehmend herausforderndes gesellschaftliches Klima. Damit zivilgesellschaftliches Engagement seine demokratiestärkende Kraft entfalten kann, braucht es vor allem verlässliche Rahmenbedingungen, sichtbare politische Unterstützung, langfristige Förderung sowie eine demokratische Infrastruktur, die auf allen Ebenen trägt – in Bildung, Verwaltung, Medien, Kommunen und im digitalen Raum.

Im Auftrag der Teilnehmenden hat das Organisationsteam der 'Regionalkonferenz Rechtextremismus & Demokratiestärkung', bestehend aus dem Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg der RAA, dem Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Lübeck beim AWO Landesverband SH e.V., dem Verein Miteinander leben e.V. in Mölln, den Partnerschaften für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen, der Stadt Lauenburg mit dem Amt Lütau, des Landkreises Nordwestmecklenburg  sowie dem Fachdienst Familie und Schule, Kinder- und Jugendschutz des Kreises Stormarn, das Arbeitsergebnis aus der Konferenz als Resolution formuliert. Sie ist als Forderung, als Weckruf und als Anstoß zum Dialog zu verstehen.

"Herz einschalten - Rassismus ausschalten"
Gemeinsame Antirassimusarbeit der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische verzeichnet positive Fortschritte

Die gemeinsame Antirassismusarbeit der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Zuge der Mitgliedschaft in der 'Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus – European Coalition against Racism' (ECCAR) wurde 2025 auf verschiedenen Ebenen erfolgreich vorangetrieben.

So wurde auf Initiative der Stadt und des Amtes im Frühjahr eine europäische Arbeitsgruppe zum Thema 'Antirassismusarbeit im ländlichen Raum' gegründet, der sich insgesamt 15 kleine und mittlere Städte des ECCAR-Netzwerkes aus Deutschland, Österreich, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Spanien, Schweden und der Schweiz anschlossen. Auf Basis eines verbindlichen Arbeitsplans, der die Aspekte Erreichbarkeit, Sensibilisierung, Falldokumentation sowie die Beratung und Stärkung von Betroffenen umfasst, wurden drei Online-Arbeitssitzungen mit guten Ergebnissen für die Konzeptarbeit durchgeführt.

Diese Arbeitsgruppe wurde vor Ort spiegelbildlich nachgebildet, mit Betroffenen aus dem Umland und Mitgliedern des 'Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland'. Auf diese Weise wurde der internationale Austausch mit konkreten Praxisbezügen unterlegt, aus denen sich bereits erste Ideen für eine bedarfsorientierte Projektarbeit ableiten ließen.

Als Glücksfall erwies sich dabei ein Kontakt zur University of Leicester, deren 'Centre for Hate Studies' im Frühjahr eine mehrjährige und viel beachtete Studie zu Rassismus im ländlichen Raum unter dem Titel 'The Rural Racism Project' veröffentlichte. Die Studiengruppe zeigte sich an der Praxisarbeit des ECCAR-Netzwerkes sehr interessiert und bereit, wichtige Studienergebnisse dort einzubringen.

Auf einer zweiten Ebene wurden konkrete Angebote in der Antirassismusarbeit mit direktem Bezug zum 10-Punkte-Aktionsplan gegen Rassismus entwickelt und durchgeführt. Schwerpunkt der Arbeit lag dabei vor allem auf dem Ziel 'Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung durch Bildung und Erziehung' mit Workshops in der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen und bei der Nachwuchsretterwoche der DLRG Ratzeburg. An der Gemeinschaftsschule wurde überdies ein Workshopprogramm vorgestellt, das Angebote für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern aller Klassenstufen, mit Lehrkräften sowie mit der Elternschaft beinhaltet.

ECCAR-Arbeitsgruppe 'Kleine Städte und ländlicher Raum'

Eine dritte Ebene der gemeinsamen Antirassismusarbeit lag im Aufbau eines Beratungs- und Unterstützungsangebotes für Betroffene von Rassismus. Zusammen mit dem Koordinator der Antirassismusarbeit, Evans Gumbe, wurden hier einfach erreichbare Zugänge entwickelt, die in den kommenden Wochen noch stärker beworben werden sollen. Dass hier noch viel Vertrauen aufgebaut werden muss, zeigte sich beim Angebot eines Empowerment-Workshops im Jugendzentrum 'STELLWERK', der mangels Teilnahme ausfallen musste. Eine solche Erfahrung ist nicht ungewöhnlich und wird auch aus anderen ECCAR-Städten berichtet. Menschen, die von Rassismus im Alltag betroffen sind, brauchen oft Zeit und Zuspruch, um helfende Angebote auch wahrzunehmen. Entsprechend sind hier vor allem Geduld und eine langfristige Perspektive gefragt.

Ebenso wichtig wie die Entwicklung konkreter Angebote war der Aufbau einer Öffentlichkeitsarbeit und die Entwicklung von Informationsangeboten. Hier konnte ein einheitliches Design für die gemeinsame Antirassismusarbeit von Stadt und Amt unter dem Motto 'Herz einschalten – Rassismus ausschalten' gestaltet werden. Mit Fahnen, Aktionsaufklebern und einem Roll-up zum 10-Punkte-Aktionsplan kann zukünftig um Mitwirkung und Unterstützung geworben werden.

Begleitet wurde die gesamte Antirassismusarbeit vor Ort durch das inspirierende ECCAR-Netzwerk. Bei den verschiedenen Tagungsangeboten im Jahresverlauf konnten zahlreiche Kontakte zu anderen Kommunen geknüpft und viele Ideen aus der gelebten Praxis gesammelt werden, die auch für die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen beispielhaft sein könnten. Besonders hilfreich dabei war eine erste Bewertung der in Ratzeburg getroffenen Maßnahmen durch den wissenschaftlichen Beirat der ECCAR, angesiedelt beim UNESCO-Zentrum für die Förderung von Menschenrechten in Gemeinden und Regionen an der Universität Graz: „Der wissenschaftliche Beirat gratuliert der Stadt Ratzeburg zu ihren erfolgreichen Bemühungen, das Übel des Rassismus in und durch ihre Politik, Verwaltung und Maßnahmen zu verhindern und zu bekämpfen, wie im vorliegenden Bericht bestätigt wird. Der Beirat würdigt das Engagement, das Bewusstsein sowie den menschenrechtsbasierten Ansatz der lokalen Behörden in Ratzeburg, begrüßt die Ausarbeitung des 10-Punkte-Aktionsplans und nimmt mit Interesse die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Kenntnis, die mit der Umsetzung des Plans betraut ist.“


Insgesamt zeigte sich das örtliche Organisationsteam mit den erreichten Ergebnissen des Projektjahres sehr zufrieden und zuversichtlich, darauf im kommenden Jahr weiter gut aufbauen zu können. Insbesondere die lokale Arbeitsgruppe 'Antirassismusarbeit im ländlichen Raum' hofft, noch mehr Menschen – Betroffene wie auch Verbündete – erreichen zu können. Die Mitwirkung ist ausdrücklich erwünscht. Nur im gemeinsamen Handeln auf Augenhöhe lassen sich Rassismus und Diskriminierung wirksam überwinden. Interessierte können sich hier jederzeit unter herzein-rassismusaus@ratzeburg.de informieren.

Die gemeinsame Arbeit gegen Rassismus und Diskriminierung wird gefördert über die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. 

»SelbstVerständlich Politik« im Offenen Kanal Lübeck: »Vom kritischen Umgang mit digitalen Medien«

In der Sendereihe "SelbstVerständlich Politik" hat der Verein Miteinander leben e.V. die Kommunikationsdesignerin und Medienpädagogin Svila Adam zu Gast im Außenstudio Ratzeburg. Sie zeigt Möglichkeiten auf, wie man im Wirrwarr von widersprüchlichen Informationen, Fake News und starken Meinungen zu einer möglichst objektiven Bewertung kommen kann. Kritischer Umgang mit digitalen Medien ist eine als Säule demokratischer Resilienz in Zeiten von "Fake News" und Online-Desinformation. Wie gehen wir als Gesellschaft mit Informationen um, die an den bestehenden Maßnahmen Zweifel äußern – auch bedingt durch die wechselnden, teils widersprüchlichen Erklärungen durch Experten? Die aktuellen Krisen bergen die Gefahr, einer zunehmenden Polarisierung unserer Gesellschaft. Die wechselnden Ängste der Menschen sind ein idealer Nährboden für gewagte "Theorien" über globale Zusammenhänge und machtpolitische Interessen. 

Ausgestrahlt wird der Beitrag am 12.01.2026 um 20:00 Uhr. Wiederholungen sind am 14.01.2026 um 15:00 Uhr und am 16.01.2026 um 11:00 Uhr geplant.

Die Sendereihe 'SelbstVerständlich Politik' des Vereins Miteinander leben e.V. wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Zu empfangen ist die Sendung auf der Frequenz 98,8 MHz (106,5 Kabel), auf DAB+ und als Direktsendungen im Internet unter Lübeck FM - Livestream. Eine andere Möglichkeit ist der Empfang im Internet über die App "tunein".

Ratzeburger Jugendbeirat beriet auf einer Strategieklausur über Planungen für 2026

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Der Ratzeburger Jugendbeirat hat zum Ausklang des Jahres seine traditionelle Strategieklausur im Jugendzentrum 'STELLWERK' und in der Jugendherberge Ratzeburg durchgeführt. Er wurde dabei unterstützt von Beteiligungstrainer Gregor Dehmel vom Verein 'Politik zum Anfassen' e.V.. Am ersten Tag stand im geselligen Beisammensein der Rückblick auf der Beiratsarbeit in 2025 im Fokus. Der Jugendbeirat zeigte ich mit den Ergebnissen weitgehend zufrieden. Insbesondere der positive Verlauf der 'Skateaktion', mit der Petition und der nachfolgenden Eingabe im Bauausschuss, eine neue Standortsuche für eine feste Skateanlage zu starten, wurden als Erfolg verbucht. Weniger erfolgreich wurde die Arbeit im europäischen Netzwerk der Jugendbeiräte bewertet. Aufgrund einer Absage aus der schwedischen Partnerstadt Strängnäs kam es nicht, wie erhofft, zu einem Treffen mit Delegierten aus den Jugendbeiräten der Partnerstädte. Lediglich eine Exkursion in die dänische Partnerstadt Ribe konnte der Jugendbeirat in Eigenregie durchführen, auch wenn es dort kein Jugendbeirat gibt. Allerdings konnten hier die jüngeren Mitglieder des Jugendbeirats überhaupt einmal eine europäische Partnerstadt von Ratzeburg kennenlernen.

Am zweiten Tag wurden die Themen und Projekte beraten, mit denen der Jugendbeirat sich im nächsten Jahr befassen möchte. Dazu zählt vor allem die anstehende Neuwahl. Hier wurde über eine Änderung der Satzung beraten, um zum einen die Altersgrenze für die Wahlbarkeit anzuheben und zum anderen die Möglichkeit einer Online-Wahl zu eröffnen. Ebenso wurden über die eigene Europainitiative diskutiert. Hier zeigte sich der Jugendbeirat interessiert, im kommenden Jahr am Partnerschaftstreffen im französischen Châtillon-sur-Seine teilzunehmen. Ebenso soll zu Jahresbeginn der Kontakt zu den Jugendbeiräten im polnischen Sopot und im schwedischen Strängnäs gesucht werden, um hier ein gemeinsames Treffen zu besprechen. Weiterhin wurde beschlossen, im kommenden Jahr wieder den Nachhaltigkeitspreis der Ratzeburger Jugend zu verleihen, um auf das Thema Klimawandel und Klimaschutz aufmerksam zu machen. Wichtig ist dem Jugendbeirat auch, die angestoßene Initiative zur Einrichtung einer Skateanlage weiter zu verfolgen und spätestens im Sommer die Ergebnisse der Stadtortsuche für eine feste Skateanlage abzufragen. Parallel soll aber auch weiter die Möglichkeit einer mobilen Skateanlage ausgelotet werden. Dazu ist eine Exkursion nach Bad Berleburg geplant, wo eine solche Anlage seit einiger Zeit mit Erfolg betrieben wird. Der Jugendbeirat befasste sich überdies intensiv mit seiner Öffentlichkeitsarbeit und entwickelte eine Reihe neue Werbekarten.

Abschließend diskutierte der Jugendbeirat die Durchführung einer Online-Umfrage zur Wehrpflicht, da dieses Thema gerade viele Jugendliche ab 16 Jahren umtreibt. Es wurde ein Fragekatalog entwickelt, der auf der nächsten Jugendbeiratssitzung weiter beraten werden soll. Die Strategieklausur wurde ermöglicht über den Jugendfond der 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. 

Ratzeburger Stadtbücherei will ein diskriminierungssensibler Raum für alle Menschen sein

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Die Ratzeburger Stadtbücherei hat im Rahmen des städtischen '10-Punkte-Aktionsplans gegen Rassismus' einen Workshop zur Sensibilisierung für Rassismus und Diskriminierung durchgeführt. Ziel ist es, die Stadtbücherei als diskriminierungssensiblen Raum zu entwickeln, in dem sich alle Menschen willkommen und sicher fühlen können. Zusammen mit Antirassismus-Koordinator Evans Gumbe analysierten die städtischen Mitarbeiterinnen Vorfälle und Beobachtungen aus der alltäglichen Praxis, die zu Verunsicherungen geführt oder sogar eine Intervention erforderlich gemacht haben. Für Evans Gumbe waren die zitierten Fallbeispiele nicht ungewöhnlich. "Die Stadtbücherei ist ein öffentlicher Raum. Es treffen sich dort ganz unterschiedliche Menschen. Das kann immer auch zu Konflikten führen. Daher ist wichtig, dass die Belegschaft einen sensiblen Blick für Situationen hat und eine klare Haltung, dass diskriminierendes Verhalten nicht akzeptiert wird. Beides lässt sich trainieren, durch Übungen und kollegiale Fallberatung", so Evans Gumbe. In diesem Sinne zeigte er verschiedene Möglichkeiten, um auf kritische Situationen handlungssicher und umsichtig reagieren zu können. Das Prinzip sei, die Betroffenen in einer solchen Situation zu unterstützen und die Stadtbücherei als diskriminierungsfreien Ort deutlich zu vertreten.

In den gemeinsamen Diskussionen wurde aber auch das eigene Verhalten reflektiert und die Wirkungsmacht von Stereotypen erörtert. Dabei ging es darum, sich bewusst zu machen, dass diskriminierendes Verhalten auch bei einem selbst ungewollt auftreten kann, aufgrund von Wissenslücken oder unbewussten Zuweisungen von Eigenschaften. Die Reflexion half hier, zu einer eigenen Achtsamkeit zu finden, aus der heraus eine Positionierung gegen Rassismus erwachsen kann. Die Mitarbeiterinnen zeigten sich vom Verlauf des Workshops beeindruckt und vereinbarten mit Evans Gumbe eine Fortsetzung im kommenden Jahr.

Der Workshop wurde gefördert durch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'.

16. Regionalkonferenz Rechtsextremismus und Demokratiestärkung führt über 100 engagierte Menschen aus Norddeutschland nach Grevesmühlen

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Über 100 engagierte Menschen aus Zivilgesellschaft, Kommunalpolitik, Schule und Verwaltung trafen sich 15. November zur 16. Ausgabe der 'Regionalkonferenz Rechtsextremismus und Demokratiestärkung' auf Einladung der 'Partnerschaft für Demokratie' Nordwestmecklenburg in Grevesmühlen. Es war nach 2014 das zweite Mal, dass die Konferenz Station in der 'Malzfabrik' machte. Viele Aktive aus dem direkten Umland, wie beispielsweise aus dem Bündnis 'Grevesmühlen für alle', nutzten die Gelegenheit, sich mit anderen Engagierten aus dem großen Einzugsbereich der Regionalkonferenz vom südöstlichen Schleswig-Holstein bis ins westliche Mecklenburg auszutauschen und gegenseitig zu stärken. Auch Gäste aus Niedersachsen fanden ihren Weg nach Nordwestmecklenburg, aus Tostedt etwa oder aus der Nordheide . Alle einte die Sorge vor einer Zunahme rechtsextremer Auswüchse in den ländlichen Räumen und einer wachsenden Demokratieskepsis in größeren Teilen der Bevölkerung.

Das Organisationsteam der Regionalkonferenz, bestehend aus dem Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg der RAA, dem Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Lübeck der AWO-SH, dem Verein Miteinander leben e.V. in Mölln, den Partnerschaften für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen und der Stadt Lauenburg sowie dem Fachdienst Familie und Schule, Kinder- und Jugendschutz des Kreises Stormarn, hatten ein für die Konferenzgäste ein praxisnahes und informatives Workshopprogramm vorbereitet. Unter dem Titel ‚Mit dem Recht gegen rechts‘ wurden anhand rechtlicher Fallbeispiele die Strategien der extremen Rechten und mögliche Handlungsoptionen vorgestellt. Mit Fachleuten aus der Beratungsarbeit wurde über wirksame Schutzmaßnahmen bei Bedrohungen und Gewalt durch Rechtsextreme gesprochen. In einem offenen Format des Erfahrungsaustausch wurden die aktuellen Herausforderungen und die Leerstellen im Engagement gegen Rechtsextremismus diskutiert, ebenso die Frage, wie sich Konzepte für eine strukturierte Antirassismusarbeit in ländlichen Raum entwickeln lassen. Wichtig auf der Konferenz war auch der Fokus auf junge Menschen. So wurde in einem Workshop gemeinsam beraten, wie Beteiligungsformate vor Ort praxisnah und wirksam gestaltet werden können. In einem weiteren Workshop wurde der Umgang mit rechtsextremen Jugendlichen im Kontext Schule und Sozialer Arbeit thematisiert.

Im Anschluss an die Workshopphase hatte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, in offenen Räumen ihre Bedarfe zu formulieren, um sich wirkungsvoll für Demokratiestärkung einsetzen zu können. Dabei wurde dem Thema ‚Schutz der eigenen Person‘ ein große Bedeutung zugemessen, aber auch eine Unterstützung und klare Positionierung durch Entscheidungsträgerinnen und -träger in den Verwaltungen und Parlamenten, die über das Format von 'Sonntagsreden' hinausgeht und einen wirklichen Schulterschluss der demokratischen Mitte im Sinne einer Verantwortungsgemeinschaft sichtbar macht. Natürlich wurde auch eine verlässliche finanzielle Ausstattung für demokratiestärkende Arbeit gefordert, so dass man von Projekten zu Strukturen der Demokratiearbeit kommen kann. Besonders wichtig war den Teilnehmenden allerdings auch die Feststellung, dass es gerade bei den Menschen, die sich noch nicht engagieren, mehr Zuspruch und Mut brauche, damit sich Zivilcourage entwickelt . Hier kommt den lokalen Bündnissen und Initiativen eine ganz besondere Rolle zu, da gerade in ihrer Gemeinschaft Menschen oft erst zu einer klaren Haltung gegen Rechtsextremismus finden. Das Organisationsteam der Regionalkonferenz nahm all die Bedarfe, Ideen und Wünsche auf und sicherte zu, mit dem Votum der Teilnehmenden hieraus eine Resolution zu formulieren, quasi als starke Botschaft der engagierten Zivilgesellschaft an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung.

Die 16. Regionalkonferenz endete mit einem Ausblick auf die 17. Ausgabe, deren Planungen im Januar 2026 schon wieder beginnen. Als Austragungsort bewarb sich die ‚Partnerschaft für Demokratie‘ der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen.

Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung

Die Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung wurde 2012 in Ratzeburg als Ergebnis eines länderübergreifenden Fachaustausches von Städten und Gemeinden zum Thema Rechtsextremismus gegründet. Sie versteht sich als Bildungs- und Erfahrungsraum für die engagierte Zivilgesellschaft und hat bis 2024 auf insgesamt 15 Regionalkonferenzen über 1.750 Teilnehmer*innen als Multiplikator*innen gegen Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus handlungsorientiert geschult, überregional vernetzt und fachlich-inhaltlich fortgebildet. Die Regionalkonferenz wandert dabei durch den norddeutschen Raum mit Stationen in Ratzeburg (2012, 2013, 2018), Lübtheen (2013), Grevesmühlen (2014, 2025), Bargteheide (2014, 2022), Lübeck (2015, 2023), Mölln (2015), Wismar (2016), Boizenburg (2017), Lauenburg (2019), Schönberg/Mecklenburg & online (2021) sowie Parchim 2024.

Inklusionsbeirat der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen sendet im 'Offenen Kanal Lübeck' zum 'Internationalen Tag für Menschen mit Behinderungen'

Der Inklusionsbeirat der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen spricht zum 'Internationalen Tag für Menschen mit Behinderungen' am 03.12.2025 um 17:00 Uhr im Offenen Kanal Lübeck über das erste Jahr seiner Arbeit. Im Mittelpunkt stehen die besonderen Herausforderungen, die es auf dem Wege zur mehr Barrierefreiheit für alle zu bewältigen gilt. Die Mitglieder sprechen aber auch über die ersten Erfolge, die sie in ihrer Beiratsarbeit bei der Umsetzung des 'Aktionsplan Inklusion' der Stadt Ratzeburg und bei der Ausarbeitung eines entsprechenden Aktionsplanes für die Amtsgemeinden bereits verzeichnen konnten. Die Sendung steht unter dem Motto "Barrierefrei gewinnen alle". Sie wird umrahmt von Liedern über Inklusion, die bei einem Workshop des Chores 'POLITICALied' gemeinsam eingesungen wurden. 

Die Sendung wird gefördert über die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. 

"Digitalisierung für Sie"
Vortrag des Ratzeburger Seniorenbeirats

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Der Seniorenbeirat Ratzeburg veranstaltet mit der Stadtbücherei am 5.12.2025 einen Seniorendialog unter dem Titel "Digitalisierung für SIE". Es geht dabei um Grundlagen, Möglichkeiten und praktische Tipps zum Umgang mit digitalen Medien. Nach Impulsvorträgen von Fachleuten aus dem SeniorTrainer-Programm SH können Teilnehmende im Dialog Sicherheit im Umgang mit digitalen Geräten und Diensten gewinnen. Typische Themen sind Nutzung digitaler Anwendungen, Orientierung über Navigationssysteme und Navi-Apps, Möglichkeiten des Online-Shoppings und Online-Bankings, Möglichkeiten und Grenzen der Künstlichen Intelligenz sowie Fragen und Wünsche der Teilnehmenden. 

Die Veranstaltung bietet also Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und individuelle Anliegen zu besprechen. Sie wird gefördert von der 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogrammms 'Demokratie leben!'. 

"Die Stimme erheben für Inklusion"
Chorprojekt 'POLITICALied' lädt zu einem eintägigen Chorworkshop

Das Chorprojekt 'POLITICALied' des Vereins Miteinander leben e.V. und der Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. lädt am 29.11.2025 zusammen mit dem Inklusionsbeirat der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen zu einem eintägigen Chorworkshop unter dem Motto "Die Stimme erheben für Inklusion". Unter den Leitung von Chorleiterin Anna Bertram sollen einige Lieder einstudiert und eingesungen werden, um eine geplante Radiosendung des Inklusionsbeirates zum 'Internationalen Tag für Menschen mit Behinderungen' am 03.12.2025 beim Offenen Kanal Lübeck musikalisch zu umrahmen. 

"Wir planen auf unserem offenen Chorworkshop, uns gemeinsam drei aussagekräftige und eingängige Lieder zu erarbeiten, die über das Leben von Menschen mit Behinderungen Auskunft geben. Wer uns dabei unterstützen möchte, ist herzlich eigeladen", sagt Silke Boldt vom Inklusionsbeirat. Chorleiterin Anna Bertram freut sich drauf, den Inklusionsbeirat in seinem Anliegen zu unterstützen und hofft auf viele Sängerinnen und Sänger, die mitmachen wollen. "Unser Chorworkshop ist offen für geübte und ungeübte Stimmen. Wirklich alle können bei uns mitsingen. Das ist gar nicht schwer."

Der Chorworkshop ist von 10:00 bis 16:00 Uhr im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses geplant. Anschließend werden die erarbeiteten Lieder von einem Tontechnikteam für die Ausstrahlung in der Radiosendung zum 03.12.2025 aufgezeichnet. Das Mitmachen und Mitsingen ist kostenfrei. Dafür sorgt eine Förderung aus dem Bundesprogramm 'Demokratie leben! über die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Der Zugang zum Ratssaal ist barrierefrei möglich. 

Chorprojekt 'POLITICALied' gestaltete Gedenkaktion zum 9. November

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Das Chorprojekt 'POLITICALied' vom Verein Miteinander leben e.V. und der Ratzeburger Volkshochschule organisierte am vergangenen Sonntag ein Gedenkprogramm für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Unter dem Motto "Die Stimme erheben gegen Antisemitismus" wurde zunächst an den Ratzeburger Stolpersteinen für Aenne Ratz und für die Familie Rosenberg gedacht. Zu erklärenden Texten und gesanglichen Umrahmungen durch den Chor entstand an beiden Orten ein vergängliches Aufsprühbild, das an die Opfer sinnbildlich erinnern sollte. Sie wurden von der Hamburger Künstlerin Nele Borchert auf Vorlage von historischen Bildern und Beschreibungen in einer Scheerenschnittvorlage gestaltet. Aenne Ratz erschien so in einem Portrait, die Familie Rosenberg symbolisch mit Nadel und Faden, in Anlehnung an ihren Laden und ihren Beruf als Textilhändler.

Im Anschluss wurde das Gedenken an die Pogrom-Nacht des 9. November 1938 mit einem Konzert in der Stadtkirche St. Petri fortgesetzt. Der Chor hatte dazu in einem dreitägiger Chorworkshop unter der Leitung von Anna Bertram unterschiedliche Lieder eingeübt, unter anderem auch aus den Ghettos von Łódź und Vilinius.

Begleitet wurde das Programm von Anna Bertram (Klavier), Edouard Tachalow (Violine), Johannes Huth (Kontrabass), die die rund 50 Gäste des Konzerts mit ausgewähltem Instrumentalbeiträgen und ihrem einfühlsamen Spiel sehr berührten. Maren Colell verlas dazu ausgewählte Texte zum Gedenken und zur Mahnung. So beschrieben die Lieder, wie die Texte einen Spannungsbogen von damals bis heute, vom 'Never again' bis zum 'It' happening again', wie es die Zeile eines vorgetragenen Liedes von Eric Bogle eindrucksvoll versinnbildlichte.

Das Chorprojekt und das Gedenkprogramm wurden gefördert über die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen durch das Bundesprogramm 'Demokratie leben!' des Bundesministerium für Bildung, Familien. Senioren, Frauen und Jugend.




Weltmusik-Duo 'PaBaMeTo' gestaltet das Abschlusskonzert zur Wanderausstellung '#Stolen Memory' 

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Das Ausstellungsprojekt '#Stolen Memory' der Arolsen Archives, mit seinem umgestalteten Übersee-Container auf dem Ratzeburger Marktplatz, verabschiedet sich am 18. Nomvember 2025 aus Ratzeburg mit einem Abschlusskonzert. Das Weltmusik-Duo 'PaBaMeTo', bestehend aus den Zwillingsbrüdern Pay Bandik Nonn (Kontrabass, Gitarre, Cittern, Mandoline, Banjo) und Melf Torge Nonn (Klarinette, Bassklarinette, Sopransaxophon, Irish Flute, Tin Whistle) spielt alt überlieferte Musik quer aus Europa in neuartigen Arrangements und Eigenkompositionen, inspiriert durch all die reichhaltigen Stilistiken des Kontinents. Ihre Musik bewegt sich zwischen nordisch-keltischen Folk und Klezmer-Klängen. In ganz unterschiedlichen Melodien verbinden sie die reiche und auch tragische Geschichte des europäischen Kulturraums. Das Konzert findet um 19:00 Uhr in der Stadtkirche St. Petri in Ratzeburg statt. Es wird gefördert durch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. Der Eintritt ist frei. 

'Rechtsextremismus im ländlichen Raum'
Vortrag mit Journalistin Andrea Röpke

In ihrer politischen Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik" haben die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. und der Verein Miteinander leben e.V. am 19.11.2025 um 19:00 Uhr Journalistin Andrea Röpke zu Gast im Dorfgemeinschaftshaus in Salem. Sie informiert über die besonderen Herausforderungen von Rechtsextremismus im ländlichen Raum. 

Rechtsextremisten wirken mit Vorliebe in ländlichen Räumen. Dort gelingt es ihnen häufig viel einfacher, Zugang in die Mitte der Gesellschaft zu finden, häufig getarnt als freundliche Nachbarn und Helfer im dörflichen Gemeindeleben. Sie gewinnen so Einfluss, ohne dabei zu agitieren und ihre rechtsextreme Gesinnung in den Vordergrund zu stellen. Ihr Ziel ist vielmehr, eine schleichende Akzeptanz von rechtsextremen Positionen herbeizuführen, durch eine vermeintliche Normalisierung im Umgang. Solche Strategien sind bewusst gewählt und in ländlichen Räumen durchaus erfolgreich. Dorfgemeinschaften tun sich oft schwer, dagegen eine  klare Position zu finden. Man befürchtet eine Spaltung im Dorf, eine Polarisierung, die der Gemeinschaft schadet. Diese Furcht ist umso größer, wenn rechtsextreme Akteure bereits in dörfliche Strukturen eindringen konnten, wie Vereine oder Feuerwehren. So wird der rechtsextreme Hintergrund dieser Personen schnell relativiert oder gar ausgeblendet und man lässt sich ein, auf das Bild des 'guten Nachbarn'. Andrea Röpke zeigt in ihrem Vortrag, wie solche Strategien in der rechtsextremen Szene entwickelt werden und welche Wirkung sie im ländlichen Raum entfalten können. Sie gibt aber auch Anregungen, wie Dorfgemeinschaften sich dagegen erfolgreich wehren können.

Andrea Röpke ist Politologin und freie Journalistin. Ihr Spezialgebiet ist Rechtsextremismus. Neben diversen Fernsehmagazinen wie Monitor, Spiegel-TV und Panorama wurden ihre aufwendigen Inside-Recherchen im Neonazi-Milieu auch in der Taz, Süddeutsche-Online und in Fachportalen wie 'Blick nach rechts' veröffentlicht. "Rechtsextreme Metapolitik beabsichtigt die Vorherrschaft im politischen Raum zu erringen. Genau dieses Ziel verfolgt die breit aufgestellte Szene in Schulen, Kindergärten, Vereinen, Chören oder vielen anderen Spektren. Seit der Pandemie konnte sich dieses Milieu erschreckend ausbreiten - im bürgerlichen, aber auch esoterischen oder ökologischen Bereichen Fuß fassen. Ob der antisemitische "Bund für Gotterkenntnis - Ludendorff" oder das verbotene "Königreich Deutschland" (KRD), sie sind in den ländlichen Regionen aktiv bzw. haben dort sogar Häuser oder Treffpunkte. Die Expansion umfasst erschreckenderweise auch die Jugendszene, deren Teile immer weiter nach rechts abdriften. Bereits 14-Jährige verbreiten auch auf dem Lande neue Codes und Symbole, die weitestgehend noch unbekannt sind. Hinter diesem neuen Jugendtrend verbergen sich auch in Schleswig-Holstein alte rechtsextreme Drahtzieher wie die "Jungen Nationalisten" (JN) oder "Aryan Circle", sagt Andrea Röpke.

Der Vortrag wird gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der "Partnerschaft für Demokratie" der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Der Eintritt ist frei, der Veranstaltungsort barrierefrei erreichbar.


Inklusionsbeirat der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen testet in Kulpin eine Checkliste zur Barrierefreiheit

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Der Inklusionsbeirat der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen hat zur Erarbeitung eines 'Aktionsplans Inklusion' für das Amt eine weitere Amtsgemeinde besucht. Wie vorher schon Ziethen, wurde jetzt Kulpin modellhaft untersucht. Ziel ist die Entwicklung eines Checklisten-Verfahren, das alle relevanten Informationen zum gemeindlichen Leben zusammenträgt und auf dessen Grundlage Fragen und Empfehlung zur Qualität von gleichberechtigter Teilhabe in der Gemeinde erarbeitet werden können. In einem vorangestellten Interview gab Bürgermeister Heinz Dohrendorff zusammen mit einem Mitglied des Gemeinderates und einem Betroffenen aus dem Dorf ausführlich Auskunft über die Orte des Gemeinschaft und Informationsmöglichkeiten im Dorf, über den Zustand der Infrastruktur sowie über das Mobilitätsangebot. Schon in diesem Gespräch wurden erste Defizite offensichtlich, aber auch die Bereitschaft, einander nach Kräften zu helfen und so Inklusion aus der Dorfgemeinschaft heraus zu ermöglichen.

In einer anschließenden Begehung wurden verschiedene Orte des Dorfes exemplarisch begutachtet, unter anderem das Dorfgemeinschaftshaus, der Spielplatz, die Festwiese und die Bushaltestellen. Letztere wurden gerade im Bereich der Bundestraße als problematisch eingestuft. So erwies sich die Bushaltestelle in Richtung Ratzeburg für mobilitätseingeschränkte Menschen als nicht erreichbar. Weitere Empfehlungen des Inklusionsbeirates sollen Bürgermeister Heinz Dohrendorff in einem Bericht übergeben werden. Die geplante Checkliste zur Bewertung von Barrierefreiheit in den Amtsgemeinden soll vor ihrer Veröffentlichung noch einem weiteren Testlauf in der Gemeinde Klein Zecher unterzogen werden. Diese ist mit ihrer Lage und den verschiedenen Ortsteilen eine weitere wichtige Modellgemeinde für das Amt.

"Die Erarbeitung unserer Checkliste für die Amtsgemeinden soll so gestaltet werden, dass jede Gemeinde in einem überschaubaren Zeitraum ihre Schwachpunkte und Defizite im Bereich Inklusion selbst erarbeiten kann. Dazu bedarf es vor allem Zeit für den gemeinsamen Dialog über das eigene Dorf. Die Fragen der Checkliste geben dazu zielführende Anregungen", sagte Silke Boldt, stellvertretende Vorsitzende vom Inklusionsbeirat. Insgesamt zeigten sich die Mitglieder des Inklusionsbeirates mit den Ergebnissen der Begutachtung in den Gemeinden Ziethen und Kulpin schon sehr zufrieden. Die Arbeit des Inklusionsbeirat wird gefördert durch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 

"Die Stimme erheben .... gegen Antisemitismus"
Chorkonzert in Ratzeburg

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Das gemeinsame Chorprojekt 'POLITICALied' des Vereins Miteinander leben e.V. und der Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. lädt am 9. November 2025 um 16:30 Uhr im Anschluss an einen offenen Chorworkshop zu einem Chorkonzert in der Stadtkirche St. Petri. Unter dem Titel "Die Stimme erheben ... gegen Antisemitismus" werden Lieder präsentiert, die vor allem die Botschaft des "Nie wieder!" in sich tragen. Das Konzert wird begleitet von Edouard Tachalow (Violine), Johannes Huth (Kontrabass) und Chorleiterin Anna Bertram (Klavier). Maren Colell wird das Konzert mit Texten umrahmen. 

Bereits um 14:30 Uhr lädt das Chorprojekt zu einem gemeinsamen Gedenken an den Ratzeburger 'Stolpersteinen' in den Lübecker Straße und in der Domstraße ein. Es wird an Aenne Ratz und an die Familie Rosenberg gedacht, die Opfer des nationalsozialistischen Mordregimes wurden. Treffpunkt des Gedenkens ist das ehemalige Wohnhaus von Aenne Ratz in der Lübecker Straße 19. Danach geht es zusammen in die Domstraße und von dort aus zum Konzert in die Stadtkirche. 

Das Chorkonzert wird gefördert durch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben !'. Es ist Programmbestandteil der Wanderausstellung #Stolen Memory und der Veranstaltungsreihe „Gestohlene Erinnerungen“. Der Eintritt ist frei. 

'Der Israel-Hamas-Krieg im historischen und geopolitischen Kontext' - Online-Vortrag mit Uriel Kashi aus Israel

In ihrer politischen Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik" haben die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. und der Verein Miteinander leben e.V. am 14.11.2025 um 19:00 Uhr Uriel Kashi aus Israel in einem Online-Vortrag zu Gast im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses. Er beleuchtet den Israel-Hamas-Krieg im historischen und geopolitischen Kontext. 

Der brutale Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und die darauf folgende militärische Auseinandersetzung stellen eine Zäsur dar, welche die politische Dynamik im Nahen und Mittleren Osten nachhaltig beeinflusst. Verständlich wird dies erst, wenn der folgende Krieg nicht als isoliertes Ereignis, sondern als Ergebnis jahrzehntelanger geopolitischer Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten betrachtet wird. Wer die aktuellen Entwicklungen in Israel und im Gazastreifen verstehen will, muss daher den größeren historischen und politischen Kontext berücksichtigen.  

In seinem Online-Vortrag aus Israel gibt Uriel Kashi, Reiseleiter und Leiter der Jugendbildungsstätte Beit Ben Yehuda in Jerusalem, zunächst einen Überblick über zentrale Entwicklungen der letzten Jahrzehnte: die Auswirkungen der Islamischen Revolution im Iran, die Umbrüche des Arabischen Frühlings, aber auch globale Faktoren wie den Klimawandel und veränderte Rohstoffbedarfe, die das geopolitische Gleichgewicht der Region beeinflussen.  

Im zweiten Teil richtet sich der Blick auf die Gegenwart und Zukunft der Region: In Israel prägt weiterhin die Diskussion über die Verantwortung der politischen Führung für das Versagen am 7. Oktober sowie der Umgang mit der Geiselkrise die öffentliche Debatte: Wie wird Israel mit den innenpolitischen Spannungen umgehen, die sich seit dem 7. Oktober noch verschärft haben? Welche Perspektiven gibt es für den Gazastreifen? Wie könnte ein Wiederaufbau Gazas aussehen? Kann es langfristig eine neue politische Ordnung für Gaza geben, und wenn ja, unter wessen Kontrolle? Welche Auswirkungen hat der Krieg auf andere Länder der Region? Während die Hisbollah im Libanon erheblich an Einfluss verloren hat, durchläuft Syrien nach dem Sturz von Assad eine Phase der Neuordnung, bei der noch unklar ist, welche Akteure langfristig dominieren werden. Und natürlich: Welche Auswirkungen hat die Rückkehr von Donald Trump als US-Präsident für die Entwicklungen der kommenden Jahre? 

Die Teilnahme am Online-Vortrag ist kostenfrei. Er wird gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!". 

"Herz einschalten - Rassismus ausschalten"
Offener Empowerment-Workshop für Mädchen und junge Frauen mit Rassismuserfahrungen

Im Rahmen ihrer Antirassismusarbeit "Herz einschalten - Rassismus ausschalten" organisiert die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen am 22.11.2025 von 10:00 - 14:00 Uhr einen Empowerment-Workshop für Mädchen und junge Frauen mit Rassismuserfahrung im Jugendzentrum 'GLEIS21' (Saarlandstraße 2). Der Workshop wird angeleitet von zwei fachkundigen Referentinnen aus der Antirassismusarbeit. Beide mussten selbst Erfahrungen mit Rassismus machen. Sie wollen anderen dabei helfen, darüber zu sprechen, um so einander zu stärken. Dafür wird ein geschützter Raum geschaffen für den offenen Erfahrungsaustausch geschaffen. 

„Ich bin Evans Gumbe aus Ratzeburg. Ich bin dort als Ansprechpartner und Berater für Betroffene von Rassismus und Diskriminierung tätig. Zusammen mit der 'Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen' organisiere ich Antirassismus-Workshops zum Empowerment und zur Sensibilisierung. Bitte nutzt die Möglichkeit über Eure Erfahrungen zu sprechen. Es ist so wichtig, nicht darüber zu schweigen. Ich weiß das als Betroffener“, sagt Evans Gumbe Koordinator für Antirassismusabeit bei der 'Partnerschaft für Demokratie'. 

Der Workshop wird gefördert über das Bundesprogramm 'Demokratie leben!' vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Frauen, Senioren und Jugend. 

'#Stolen Memory' - Wanderausstellung der 'Arolsen Archives' und Veranstaltungsreihe »Gestohlene Erinnerungen« der Ratzeburger Volkshochschule

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Bereits seit Jahresbeginn plant die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. zusammen mit dem Verein Miteinander leben e.V. und anderen Kooperationspartnern eine Reihe von Veranstaltungen unter dem Titel "#Stolen Memory - Gestohlene Erinnerungen". Ihr Herzstück ist die Wanderausstellung "#Stolen Memory" der Arolsen Archives die 31.10.2025 bis zum 18.11.2025  in einem umgestalteten Übersee-Container auf dem Ratzeburger Marktplatz täglich von 9:00—17:00 Uhr besichtigt werden kann.

Schmuck, Erinnerungsfotos, Briefe – in den Konzentrationslagern nahmen die Nazis den Häftlingen jeden persönlichen Besitz ab. Einige der gestohlenen Erinnerungsstücke werden bis heute in den Arolsen Archives aufbewahrt. Mit der Kampagne #StolenMemory, die seit 2016 läuft, wird weltweit nach Familien der NS-Verfolgten gesucht, um ihnen die persönlichen Gegenstände ihrer Angehörigen zurückzugeben. Freiwillige in vielen Ländern helfen dabei. Anhand von Fotos persönlicher Gegenstände erzählt '#StolenMemory' die Geschichten von fünf ehemaligen Häftlingen, deren Verwandte noch gesucht werden, um die archivierten Erinnerungsstücke zurückzugeben. Auf fünf weiteren Plakaten werden die  Geschichten erfolgreicher Rückgaben an Familien vorgestellt. Die  Angehörigen kommen in Videoportraits zu Wort, die über QR-Codes abgerufen werden können. Darin berichten die Nachfahren von den Schicksalen der Verfolgten und davon, was ihnen die zurückgegebenen Gegenstände bedeuten. Offene Führungen durch die Ausstellung werden am 03. und 10.11.2025 um 15:00 Uhr angeboten. Treffpunkt ist hier direkt am Ausstellungscontainer auf dem Marktplatz. Die Ausstellung kann aber auch selbstständig besucht werden. Die Ausstellungsstücke sind selbsterklärend.

Die feierliche Eröffnung der Wanderausstellung ist am 30. Oktober 2025 um 17:00 Uhr in der Stadtkirche St. Petri. Sie bildet den Auftakt der Veranstaltungsreihe "Gestohlene Erinnerungen". Dieses  Kooperationsprojekt möchte mit den unterschiedlichen Veranstaltungsformaten wie Ausstellungen, Workshops für Jugendliche und Erwachsene, Konzerten und Lesungen Schlaglichter setzen, die zum Nachdenken anregen. Ein Flyer informiert über alle Programmpunkte:

Die Ausstellung und die begleitende Veranstaltungsreihe wird gefördert durch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramm 'Demokratie leben!'. Der Eintritt ist frei.

16. Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung zu Gast bei der Partnerschaft für Demokratie des Kreises Nordwestmecklenburg

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Die Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung macht am 15.11.2025 zum zweiten Mal in ihrer Geschichte Station in Grevesmühlen. Sie folgt einer Einladung der Partnerschaft für Demokratie des Kreises Nordwestmecklenburg. Einen Tag lang lädt sie demokratisch engagierte Menschen aus der Zivilgesellschaft, des kommunalen Ehrenamtes sowie aus hauptamtlichen Institutionen in einen breiten Austausch zur Wissensvermittlung, zur gegenseitigen Stärkung und zur Vernetzung. Das Organisationsteam der Regionalkonferenz und die Verantwortlichen der Partnerschaft für Demokratie haben gemeinsam ein Konferenzprogramm im Workshopformat entwickelt, dass sich praxisnah und fachlich fundiert mit aktuellen Herausforderungen von Rechtsextremismus in Gesellschaft, Schule, Kommunalpolitik und Verwaltung befasst. Ebenso werden Strategien zur Überwindung von Rassismus im ländlichen Raum diskutiert. Die Regionalkonferenz möchte zudem Initiativen bei ihrer Arbeit gegen Rechtsextremismus mit fachlichen Beitragen unterstützen, so zu Strategien der extremen Rechten, zu rechtlichen Handlungsoptionen oder zum Umgang mit Bedrohung und Gewalt durch Rechtsextreme. Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden sich unter www.regionalkonferenz.eu.

Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung

Die Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung wurde 2012 in Ratzeburg als Ergebnis eines länderübergreifenden Fachaustausches von Städten und Gemeinden zum Thema Rechtsextremismus gegründet. Sie versteht sich als Bildungs- und Erfahrungsraum für die engagierte Zivilgesellschaft und hat bis 2024 auf insgesamt 15 Regionalkonferenzen über 1.750 Teilnehmer*innen als Multiplikator*innen gegen Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus handlungsorientiert geschult, überregional vernetzt und fachlich-inhaltlich fortgebildet. Die Regionalkonferenz wandert dabei durch den norddeutschen Raum mit Stationen in Ratzeburg (2012, 2013, 2018), Lübtheen (2013), Grevesmühlen (2014), Bargteheide (2014, 2022), Lübeck (2015, 2023), Mölln (2015), Wismar (2016), Boizenburg (2017), Lauenburg (2019), Schönberg/Mecklenburg & online (2021) sowie Parchim 2024.

Die Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung wird getragen durch ein überregionales Organisationsteam, das sich für die jährliche Konferenzausrichtung verantwortlich zeigt. Dazu gehören das RAA-Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg, das Regionale Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Lübeck der AWO-SH, der Verein Miteinander leben e.V. in Mölln, die Partnerschaften für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen und der Stadt Lauenburg sowie der Fachdienst Familie und Schule, Kinder- und Jugendschutz des Kreises Stormarn.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind bzw. mit solchen stören, den Zutritt zur Regionalkonferenz zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

"Die Stimme erheben gegen Antisemitismus"
Chorprojekt POLITICALied lädt zu Workshopwochenende

Das Chorprojekt 'POLITICALied' des Vereins Miteinander leben e.V. und der Ratzeburg Volkshochschule und Umland e.V. plant mit Blick auf eine angedachte Gedenkaktion zum 09. November einen offenen Chorworkshop. Im Mittelpunkt sollen Lieder stehen, die sich gegen Antisemitismus wenden. Mitmachen können alle, die gerne singen und ihre Stimme mit Haltung erheben möchten. Es werden keine Chorerfahrungen vorausgesetzt. Der Chor entsteht im gemeinsamen Workshop. Dafür sorgt die erfahrene Chorleiterin Anna Bertram. Sie bereitet ein Programm vor, das auch ungeübte Stimmen einbinden kann. Der festen Chormitglieder von 'POLITICALied' unterstützen und begleiten den Workshop mit ihrer Erfahrung. So gilt keine Ausrede, wie: "Ich kann nicht singen." Jeder kann singen, gerade auch, wenn es um die so wichtige Botschaft geht, dass Antisemitismus in unserer Gesellschaft keinen Platz haben darf. Dazu braucht es vor allem Herz und dann erst Stimme. Genau das passiert beim gemeinsamen Chorsingen ... 

Der Chorworkshop ist für das zweite Novemberwochenende geplant und startet am Freitag, den 07.11.2025, um 17:00 Uhr in der Aula der Lauenburgischen Gelehrtenschule mit einem Kennenlernen und ersten Übungen. Am Samstag und Sonntag wird dann ganz tägig intensiv geprobt, um zum Abschluss eine öffentlich Gedenkaktion an den 'Stolpersteinen' in Ratzeburg begleiten und gemeinsam ein öffentliches Konzert darbieten zu können. Gesucht sind jetzt Menschen, die mitsingen möchten, aus Spaß am Singen, aus Überzeugung für die Sache oder aus Freude an dem gemeinsamen Erleben. Anmeldungen werden unter miteinander.leben@t-online.de entgegengenommen. 

Der Workshop wird gefördert durch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' und ist kostenfrei. Lediglich zur gemeinsamen Verpflegung muss ein Beitrag geleistet werden. 


 

"Achtung Betrüger!"
Seniorenbeirat der Stadt Ratzeburg lädt zum Seniorendialog 

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Der Seniorenbeirat der Stadt Ratzeburg lädt am 17.10.2025 um 15:30 in die Ratzeburger Stadtbücherei (Unter den Linden 1) zu einem Seniorendialog zum Thema "Achtung Betrüger!". Viele Senioren fragen sich: "Wie können wir uns schützen gegen Enkeltrick, falsche Polizisten am Telefon und an der Haustür, unerlaubte Werbeanrufe, Fake-Shops, Bestell-Betrug?" Es geht um die häufigsten Betrugsmaschen und die neuesten Tricks, die psychologischen Tricks zur Beeinflussung der Opfer und Ratschläge der Polizei und der Banken. Nach zwei Impulsreferaten von Spezialisten wird man sich im Teilnehmerkreis austauschen können.

Die Veranstaltung wird gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. Der Eintritt ist frei. Der Zugang ist barrierefrei möglich.

»Vom kritischen Umgang mit digitalen Medien«
Resilienz in Zeiten von "Fake News" und Online-Desinformation

In ihrer politischen Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik" haben die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. und der Verein Miteinander leben e.V. am 16.10.2025 um 19:00 Uhr Kommunikationsdesignerin und Medienpädagogin Svila Adam zu Gast im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses. Sie zeigt Möglichkeiten auf, wie man im Wirrwarr von widersprüchlichen Informationen, Fake News und starken Meinungen zu einer möglichst objektiven Bewertung kommen kann.

Kritischer Umgang mit digitalen Medien ist eine als Säule demokratischer Resilienz in Zeiten von "Fake News" und Online-Desinformation. Wie gehen wir als Gesellschaft mit Informationen um, die an den bestehenden Maßnahmen Zweifel äußern – auch bedingt durch die wechselnden, teils widersprüchlichen Erklärungen durch Experten? Die aktuellen Krisen bergen die Gefahr, einer zunehmenden Polarisierung unserer Gesellschaft. Die wechselnden Ängste der Menschen sind ein idealer Nährboden für gewagte "Theorien" über globale Zusammenhänge und machtpolitische Interessen.

Die Teilnahme am Vortrag ist kostenfrei. Er wird gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!". Der Zugang ist barrierefrei möglich.

"Wer nicht redet, wird nicht gehört!"
Bürgerdialog der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung findet reges Interesse in Ratzeburg

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"Wer nicht redet, wird nicht gehört!" - Unter diesem Motto, einem Zitat von Bundeskanzler Helmut Schmidt, diskutierten in der vergangenen Woche über vierzig Bürgerinnen und Bürger aus Ratzeburg und Umgebung in einem offenen Dialog in der Lauenburgischen Gelehrtenschule zum Thema "Bürgerbeteiligung". Eingeladen hatten dazu die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung und die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen.

Astrid Köhler, Vorstandsmitglied des Kompetenzzentrums Bürgerbeteiligung e.V., gab zu Beginn einen Überblick über verschiedene Beteiligungsverfahren. Sie hob dabei die Bedeutung der 'gesetzlosen', informellen Beteiligung hervor, also Beteiligungsverfahren, die weit vor offiziellen Planungen ansetzen und dort den größten Raum für Mitsprache geben. Im Verlauf einer Planung, so Köhler, würden die Mitwirkungsmöglichkeiten durch die steigenden gesetzlichen Vorgaben immer weiter abnehmen, ein Partizipationsparadox. Sie warb, auch aus ihrer beruflichen Erfahrung, für den Mut zu frühzeitigen Beteiligungsverfahren, in denen die Vorstellungen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger noch gleichberechtigt mit den Interessen der Planungen erfasst werden könnten. Allerdings gab sie zu bedenken, dass die Länge von Planungsverfahren Beteiligungsprozesse oftmals konterkarieren würden. Wenn es zur Umsetzung einer Planung kommt, sind die ehemals Beteiligten häufig gar nicht mehr davon betroffen und die dann Betroffenen fühlen sich nicht eingebunden, ein weiteres Partizipationsparadoxon.

Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen diskutierten die Anwesenden intensiv und kontrovers über die Bedeutung und die Umsetzung von Beteiligungsformaten, aber auch über die Mitwirkungsmöglichkeiten, die die Schleswig-Holsteinische Gemeindeordnung allen Bürgerrinnen und Bürgern in der Kommunalpolitik eröffnet. Hier zeigte sich, dass in Ratzeburg bereits Vieles davon umgesetzt wird. 33 Bürgerdelegierte wirken in der Kommunalpolitik mit, ebenso drei Beiräte. Zudem werden zu wichtigen Themenstellung der Zukunft wiederkehrend Bürgerwerkstätten organisiert. Allerdings wurde auch eine zunehmende Ich-Bezogenheit beschrieben, die das kommunalpolitische Arbeiten erschwere. Viele Menschen würden sich immer nur dann einbringen, wenn sie ein klares Eigeninteresse haben oder sich von Planungen direkt betroffen sehen. Das grundsätzliche Interesse an kommunalpolitischen Belangen würde nachlassen, obwohl sich alles vor der eigenen Haustür abspielt. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass in den Sitzungen von städtischen Gremien oftmals nur wenig bis gar keine Zuhörerschaft zu sehen ist. Als Problem wurde aber auch die immer weiter zurückgehende Berichterstattung in der lokalen Presselandschaft benannt. Die Bürgerinnen und Bürger erfahren immer weniger, was in ihrer Stadt oder Gemeinde passiert.  

Dr. Meik Woyke, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung, dankte den teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger für die engagierte und sehr respektvolle Diskussion des Abends. "Ich bin sehr beeindruckt, auf welchem Niveau und mit welchen Reflexionsgrad Sie in Ratzeburg miteinander sprechen und einander zuhören", so Woyke. Er kündigte an, nach dieser positiven Erfahrung in Ratzeburg diesen Bürgerdialog unter dem Titel "Wer nicht redet, wird nicht gehört!" weiter in den ländlichen Raum zu tragen.

Inklusionsbeirat der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen testet 'Checkliste' für mehr Inklusion im Amt in Ziethen

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Der Inklusionsbeirat der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen hat auf seinem Weg, einen 'Aktionsplan Inklusion' für die 25 Gemeinden im Amtsbereich Lauenburgische Seen zu entwickeln, ein erstes Etappenziel erreicht. Die Gemeinde Ziethen wurde Anfang Juli im Rahmen eines Bürgerforums beispielhaft begutachtet. In einer moderierten Gesprächsrunde mit Bürgermeister Jan Henning und einigen Gemeindevertretern wurden in einem Checklisten-Verfahren alle relevanten Informationen zum gemeindlichen Leben zusammengetragen und unter dem gleichberechtigter Teilhabe betrachtet. Vertiefend wurden ausgewählte Orte im Rahmen eines Dorfspaziergangs aufgesucht und anhand konkreter Fragestellungen zu Erreichbarkeit, Barrierefreiheit, Information und Assistenzen bewertet. Dabei wurden auch Wegebeziehungen und Bushaltestellen betrachtet. Alle Eindrücke wurden anschließend gemeinschaftlich diskutiert. Dabei kamen auch Themen, wie die Versorgung von hilfsbedürftigen Personen im Katastrophenfall oder die Mitwirkung von Menschen mit Behinderungen vor Ort zur Sprache.

Insgesamt konnten sich alle Beteiligten mit Hilfe des erstmalig erprobten Checklisten-Verfahrens gut der Aufgabe stellen, das Dorf unter dem Fokus von Inklusion zu erkunden. Es entstand in kurzer Zeit ein beachtlich gefüllter Ergebniskatalog, aus dem die Gemeinde zahlreiche Maßnahmen ableiten kann, die der Barrierefreiheit für alle dienlich ist. Vor allem, so der Eindruck der Mitglieder des Inklusionsbeirates, war es eine wertschätzende und gewinnbringende Gesprächskultur für alle Beteiligten. Auch von den Gemeindevertretern des Dorfes wurde der gemeinsamen Tag als sehr lehrreich gelobt.

Dieses erste Bürgerforum zur Entwicklung eines 'Aktionsplan Inklusion'  im Amt wurde gefördert über die 'Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg des Amtes Lauenburgische Seen' im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend". Im Herbst ist ein zweites Forum in der Gemeinde Klein Zecher geplant, in der das Checklisten-Verfahren weiter geprüft und verfeinert werden soll.

Studentische Forschungsgruppe der Technischen Hochschule Lübeck unterstützt die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen

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Die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen ist mit Jahresbeginn in ihre dritte Förderperiode gestartet. Unterstützt durch das Bundesprogramm 'Demokratie leben!' des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Frauen, Senioren und Jugend soll bis 2032 die demokratiestärkende Arbeit in Stadt und Amt fortgesetzt und ausgebaut werden. Dabei soll eine Situations- und Ressourcenanalyse helfen, die Herausforderungen vor Ort zu identifizieren, die Bedarfe für Demokratiearbeit, Extremismusprävention und Vielfaltgestaltung zu beschreiben sowie potenzielle Partnerschaften für diese Arbeit zu benennen. Diese Analyse soll nach wissenschaftlichen Standards erarbeitet werden. Nach den sehr guten Erfahrungen der Stadt Ratzeburg mit einer studentischen Forschungsgruppe aus dem Studiengang 'Stadtplanung' im Rahmen des Projektes 'Demografische Stadtplanung', wurde daher erneut die benachbarte Technische Hochschule (TH) Lübeck angesprochen. Hier zeigte sich das 'International Office' der TH Lübeck spontan interessiert und bot an, eine interkulturelle Gruppe von ausländischen und deutschen Studierenden für diese Aufgabe zu gewinnen. 

Bei einem ersten Treffen mit der 'Koordinierung- und Fachstelle' der 'Partnerschaft für Demokratie' wurde schnell deutlich, dass diese Konstellation für die angefragte Forschungsarbeit ideal zu sein scheint. "Wir sind einer Gruppe junger Studierender begegnet, die methodisch für die sozialwissenschaftliche Analysearbeit bestens ausgebildet sind und die aufgrund ihrer jeweils sehr unterschiedlichen Herkunft sogar einen multiperspektivischen Ansatz in diese Forschung einbringen können", sagte Silvia Tessmer von der 'Koordinierung- und Fachstelle'. Unter diesen guten Vorzeichen soll jetzt ein gemeinsamer Forschungsplan erarbeitet, als Grundlage für die Situations- und Ressourcenanalyse. Dazu werden Zielgruppen bestimmt, Interviews geplant, Rechercheaufträge formuliert und das Bündnis für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland einbezogen. Ziel ist es, die Forschungsarbeiten noch vor der studentischen Sommerpause verbindlich beschrieben zu haben, damit ab September die eigentliche Forschungsarbeit erfolgen kann. Die Studierenden selbst sind bereits sehr neugierig auf die Arbeit der 'Partnerschaft für Demokratie' im Ratzeburg und dem Amt Lauenburgische Seen. Beim ersten Kennlernen zeigten sie sich überrascht von Angebotsvielfalt und dem beschriebenen Engagement im ländlichen Raum, von dem auch der Leiter des 'International Office', Evans Gumbe, als Ratzeburger eindrucksvoll berichten konnte. 

Bürger-Dialog über den Ukraine-Krieg unter dem Motto 'Sprechen & Zuhören' statt Polarisierung

Unter dem Motto 'Sprechen & Zuhören' laden der Verein 'Mehr Demokratie e.V.' und die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V am 23. Juli von 18 bis 21 Uhr alle Bürgerinnen und Bürger zu einem offenen Dialogabend ein. In der Aula der Lauenburgischen Gelehrtenschule (Bahnhofsallee 22) können Bürgerinnen und Bürger ins Gespräch kommen – über eines der drängendsten Themen unserer Zeit: den Krieg in der Ukraine. Die Veranstalter würden sich über eine Anmeldung via info@vhs-ratzeburg.de freuen. 

In der Gesellschaft gehen die Meinungen zum Ukraine-Krieg weit auseinander. Manche fordern vermehrte Friedensbemühungen, andere setzen auf Waffenlieferungen. Dazu kommen offene Fragen: Was passiert, wenn der Krieg sich ausweitet? Wie lange hält die Unterstützung für die Ukraine? Auch in Ratzeburg beschäftigt das viele Bürgerinnen und Bürger. Doch wie reden wir miteinander, wenn die Perspektiven so unterschiedlich sind? Genau hier setzt das republikweit vielfach bewährte Dialogformat Sprechen & Zuhören an: In Kleingruppen begegnen sich Menschen mit unterschiedlichen Meinungen auf Augenhöhe. Ziel des professionell moderierten Formats ist nicht, andere zu überzeugen, sondern einander zuzuhören, gehört zu werden und Verständnis zu fördern. Nach dem Dialog und einer kleinen Mahlzeit gibt es einen gemeinsamen Austausch im Plenum.

Jonas Baumgart vom Mitveranstalter 'Mehr Demokratie e. V.': „Gerade bei kontroversen Themen wie dem Ukraine-Krieg braucht es Räume, in denen Menschen mit unterschiedlichen Sichtweisen wieder miteinander ins Gespräch kommen können. Sprechen & Zuhören ermöglicht genau das – einen respektvollen Austausch, der Verständnis fördert und neue Perspektiven zugänglich macht.“

Die Veranstaltung wird gefördert durch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische See im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Zum Hintergrund

'Mehr Demokratie e. V.' hat das Format 'Sprechen & Zuhören' in der Corona-Zeit entwickelt. Ziel ist es, Gesprächsräume zu schaffen, in denen Menschen unabhängig von Meinung oder Lebensrealität miteinander ins Gespräch kommen können – respektvoll, offen und auf Augenhöhe. Sprechen & Zuhören-Veranstaltungen finden regelmäßig in vielen Städten Deutschlands, aber auch online statt. Projektseite: https://www.mehr-demokratie.de/mehr-wissen/demokratische-kultur/gespraeche-von-mensch-zu-mensch-weil-wir-hier-leben 

'Lauf der Vielfalt' in Ratzeburg begeisterte viele Besucher mit familiärer Atmosphäre und Gemeinschaftserleben

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Bei strahlendem Sommerwetter fand am letzten Samstag im Juni der "Lauf der Vielfalt" unter dem Motto 'Füreinander - Miteinander' in Ratzeburg statt. Rund 2.000 Besucher kamen zusammen, um ein buntes Programm für Jung und Alt zu erleben – voller Begegnungen, Gemeinschaft, Bewegung und bürgerschaftlichem Engagement.


Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem bewegenden Gottesdienst, in dessen Zentrum das Miteinander und Füreinander in der Gesellschaft stand. Anschließend fiel um 12 Uhr der Startschuss für die sportlichen Disziplinen, bei denen insgesamt rund 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in unterschiedlichen Disziplinen aktiv wurden – sei es beim Skaten, Radfahren oder Segeln. Die Freude an der Bewegung und das Gemeinschaftsgefühl standen dabei im Vordergrund.

Begleitet wurde das Programm von vielfältigen Mitmachaktionen: Informationsstände rund ums Ehrenamt, Hüpfburgen für Kinder, leckeres 'Slush-Ice' sowie Angebote der Kinder- und Jugendarbeit sorgten für einen lebendigen Rahmen. Ein besonderes Highlight war die große Ehrenamts-Challenge – das Ziel: das größte Ehrenamtsfoto Ratzeburgs. Mit rund 130 Engagierten, die sich an der Aktion beteiligten, konnte dieses Ziel eindrucksvoll, wenn auch noch ausbaufähig, erreicht werden. Stadtpräsident Andreas von Gropper zeigte sich begeistert: „Diese 'Challenge' hat eindrucksvoll demonstriert, wie viel Zusammenhalt und Engagement in unserer Stadt steckt.“

Ein weiterer besonderer Moment war die feierliche Übergabe einer 'Beachflag' durch Dinah Buss vom Landesnetzwerk seniorTrainerin Schleswig-Holstein e.V.. Sie überreichte diese Flagge symbolhaft an das Diakonische Werk Herzogtum Lauenburg und die Stadt Ratzeburg zur Begrüßung des nunmehr 11 'Seniortrainer'-Standortes im Land Schleswig-Holstein  – ein wichtiger Schritt hin zu noch stärkerer Zusammenarbeit im Ehrenamt.

Bürgermeister Eckhard Graf lud von der Festbühne bereits zum nächsten 'Lauf der Vielfalt' ein. Am 23. Mai 2026, zum 77. Geburtstag des Grundgesetzes, plant das Bundespräsidialamt einen bundesweiten 'Ehrentag'. Dieser soll auch in Ratzeburg gefeiert werden, mit einem weiteren bunten, vielfältigen und engagierten Fest, das im sportlichen Geiste des 'Lauf der Vielfalt' auch wieder gemeinschaftliche Herausforderungen mit sich bringen wird. Die umliegenden Gemeinden werden eingeladen, die im Grundgesetz verankerten Grundrechtsartikel symbolisch nach Ratzeburg zu bringen. Gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern möchte die Stadt Ratzeburg ein starkes Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt setzen.

Christian Klingbeil vom Diakonischen Werk zog auch für die Festorganisation des 'Laufs der Vielfalt' eine positive Bilanz. "Das Team von 'Gleis 21' und 'Stellwerk' des Diakonischen Werkes Herzogtum Lauenburg hat diesen Lauf einmal mehr in einem wertschätzenden 'Miteinander und Füreinander' organisieren können. Es bedankt sich herzlichst bei allen Unterstützerinnen, Teilnehmerinnen und Besucher*innen für einen rundum gelungenen Tag voller Freude, Gemeinschaft und inspirierender Begegnungen", so Christian Klingbeil. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die 'Partnerschaften für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen einer Förderung durch das Bundesministerium für Bildung, Familie. Senioren, Frauen und Jugend über das Bundesprogramms 'Demokratie leben!' und durch die Engagementstrategie 'engagiert in SH' des Landes Schleswig-Holstein.

Ratzeburger Jugendbeirat wirbt für Skate-Möglichkeiten

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Mit einer Skate-Aktion vor dem Rathaus hat der Ratzeburger Jugendbeirat beim 'Lauf der Vielfalt' auf den Wunsch vieler Kinder und Jugendlicher nach einer Skate-Anlage aufmerksam gemacht. Dort war zu Demonstrationszwecken eine kleine mobile Skate-Anlage eingerichtet worden, auf der mit allem Rollbaren über Rampen dieser Trendsport präsentiert werden konnte. Parallel bat der Jugendbeirat um Unterschriften für eine Petition, damit sich die Stadtpolitik einmal mehr mit diesem Thema befasst. 

In den vergangenen 10 Jahren hat sich der Jugendbeirat immer wieder um die Schaffung von Skate-Möglichkeiten in Ratzeburg bemüht. Es konnte aber nie eine geeignete Fläche für einen festen Skate-Park gefunden werden. Deshalb wird im Beirat aktuell auch über eine mobile Variante nachgedacht, die jeweils an unterschiedlichen Standorten in der Stadt eingesetzt werden könnte. "Skaten ist mehr als ein Trend – es ist Bewegung, Kreativität, Freiheit und Community. Viele Jugendliche in Ratzeburg wünschen sich einen Ort zum Skaten, ob fest oder eben mobil", sagt Jugendbeiratsvorsitzender Malte Mahnke. Er verweist dabei auf die Stadtjugendpflege in Bad Berleburg, die genau diesen Weg gegangen ist und einen mobilen Skate-Park betreibt, der zu bestimmten Zeiten an unterschiedlichen Orten angeboten wird. "Dieses Konzept wollen wir uns genau anschauen. Vielleicht wäre es auch etwas für Ratzeburg", sagt die stellvertretende Vorsitzende Oda Schwarz von Warburg.

Für ihr Anliegen bekommen die jungen Beiratsmitglieder viel Unterstützung. Zum Auftakt ihrer Petition bekamen sie bereits 137 Unterschriften. Sie wollen diese Aktion auch über die Sommerferien fortsetzen und in allen Stadtteilen für Skate-Möglichkeiten in Ratzeburg werben. Auch in der Stadtbücherei wird die Petition ausgelegt und kann unterschrieben werden. Der Jugendbeirat hofft auf viel Rückenwind für seine Eingabe an die Stadtpolitik. 

Die Skate-Aktion des Ratzeburger Jugendbeirates wird unterstützt durch den Jugendfond der 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. 

'Lauf der Vielfalt'
Ein Fest des Miteinanders und des Füreinanders in Ratzeburg und Umland

Am kommenden Sonntag startet zum 4. Mal der "Lauf der Vielfalt" in Ratzeburg, ein Fest des Miteinanders und des Füreinanders in unserer Gesellschaft, ein Familienfest für Groß und Klein und ein Fest für all die engagierten Menschen in Ratzeburg und Umland.  Zentraler Treffpunkt und Ort ist der 'Platz der Kinderrechte' gegenüber des Ratzeburger Rathauses. Dort wird ab 10:00 Uhr mit einem öffentlichen Gottesdienst der Tag eröffnet – ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, Gemeinschaft und Toleranz. 

„Ich freue mich sehr, ein Teil dieses besonderen Festes zu sein“, sagt Propst Philip Graffam des Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. „Das Thema Füreinander – Miteinander, das Motto vom Lauf der Vielfalt, ist mir eine Herzensangelegenheit.“

Im Anschluss an den Gottesdienst ist ein gemeinsames sommerliches Picknick geplant, bevor ab dem späten Vormittag die einzelnen Etappen starten in die Gemeinden. Über den Tag hinweg wird ein buntes Programm mit Musik, Mitmachaktionen, Kunstinstallationen und kulinarischen Angeboten geboten. Für Kinder stehen unter anderem Hüpfburgen und kreative Spielangebote bereit, Erwachsene erwartet ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm.

Der Tag soll nicht nur die Vielfalt der Gesellschaft feiern, sondern auch das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen würdigen. Das Fest ist offen für alle – kostenlos und ohne Anmeldung. Wer jedoch aktiv an einer der 5 Etappen teilnehmen möchte, wird gebeten, sich zur besseren Planung unter folgendem Link anzumelden: https://eveeno.com/101158591.

 „Das Team der offenen und interkulturellen Kinder- und Jugendarbeit Ratzeburg des Diakonischen Werkes Herzogtum Lauenburg freut sich schon sehr auf die vielfältigen Angebote und möchte alle herzlich einladen: Es sind alle willkommen – es ist wirklich für jeden etwas dabei! Für die Jüngeren gibt es Hüpfburgen, Eis und vieles mehr. Und für die etwas Älteren: tolle Bands, viele Mitmachaktionen und einen genialen Sternlauf in die einzelnen Gemeinden“, heißt es vom Team.

Der "Lauf der Vielfalt" wird gefördert durch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

"Herz einschalten - Rassismus ausschalten"
Evans Gumbe wird Vertrauensperson für die Antirassismusarbeit in Ratzeburg und Umland

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Unter dem Motto "Herz einschalten - Rassismus ausschalten" wirkt das 'Bündnis für Demokratie und Menschenrechte Ratzeburg und Umland' aktiv an der Umsetzung des '10-Punkte -Aktionsplans gegen Rassismus' mit, auf dessen Grundlage die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen 2024 Mitglied in der 'Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus - European Coalition of Cities against Racism' (ECCAR) geworden ist. So wurde im Bündnis eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die gemeinsam mit anderen Mitgliedern der europäischen Städtekoalition wirksame Konzepte für Antirassismusarbeit im ländlichen Raum entwickeln will. Ebenso wurde ein Selbstverständnis für die eigene Antirassismusarbeit im Rahmen der ECCAR-Mitgliedschaft entwickelt, das sowohl von der Stadtvertretung in Ratzeburg und dem Amtsausschuss des Amtes Lauenburgische Seen einstimmig oder mehrheitlich beschlossen wurde. 

Auf seiner jüngsten Sitzung hat das Bündnis nun auch eine Vertrauensperson bestimmt. Evans Gumbe aus Ratzeburg hat sich dafür zur Verfügung gestellt. Er ist beruflich als interkultureller Trainer in der Antirassismusarbeit unterwegs und auch Beauftragter für Rassismus im Forum für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck. "Ich lebe seit vielen Jahren in Ratzeburg und wünsche mir eine rassismus- und diskriminierungsfreie Umgebung für alle Menschen vor Ort. Dafür will ich mich einsetzen, als Ansprechpartner für Betroffene von Rassismus und Diskriminierung, aber auch für Verantwortungsträger in Fragen von Prävention und Schulungen", sagt Evans Gumbe. Er ist für Beratungen und Anfragen ab sofort erreichbar unter 04541-8000-985, unter 0157-55901745 oder unter herzein-rassismusaus@ratzeburg.de. 

"Mit der Einrichtung einer Vertrauensstelle erreichen wir einen wichtigen Meilenstein in unserer Antirassismusarbeit, wie wir sie im 10-Punkte-Aktionsplan festgelegt haben. Dass wir Evans Gumbe mit seiner Erfahrung für diese Aufgabe gewinnen konnten, ist ein großer Gewinn für uns im Bündnis und alle Menschen in Ratzeburg und im Amtsbereich", sagt Bündnissprecherin Gesine Biller.


Jugendbeirat wirbt für Skate-Möglichkeiten in Ratzeburg

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Der Ratzeburger Jugendbeirat organisiert zum 'Lauf der Vielfalt' am 29.06.2025 eine offene Skate-Aktion auf dem Parkplatz vor dem Ratzeburger Rathaus. Mit mobilen Rampen soll dort tagsüber von 11:00 - 18:00 Uhr ein Skatepark entstehen, der die örtliche Skater-Community einlädt, öffentlich für ihren Trendsport zu werben. "Wir als Jugendbeirat wollen uns noch einmal dafür starkmachen, dass auch in Ratzeburg endlich Angebot für Skatboarding entsteht. Das ist seit vielen Jahren ein Wunsch, der immer wieder an den Jugendbeirat herangetragen wird. Mit unserer Aktion wollen dafür werben", sagt Malte Mahnke, Vorsitzender des Jugendbeirats. Geplant ist, im Rahmen des Skate-Events eine Petition zu verfassen und die Stadtpolitik zu bitten, sich doch noch einmal mit diesem Wunsch zu befassen. 

"Wir wissen natürlich, wie schwierig es ist, eine Skate-Anlage in Ratzeburg zu verwirklichen. Bislang konnten keine geeigneten Flächen im Stadtgebiet gefunden werden und auch die Finanzierung ist eine Herausforderung. Aber vielleicht ist die mobile Lösung, wie wir sie zum 'Lauf der Vielfalt' präsentieren, ein neuer Ansatz", sagt die zweite Vorsitzende Oda Schwarz von Warburg. 

Der Jugendbeirat hofft, mit seiner Skate-Aktion ins Gespräch zu kommen, mit Skatern und mit der Stadtpolitik. "Wir würden uns freuen, wenn uns viele aus der Skate-Community dabei unterstützen und ihren Trendsport auf der mobilen Anlage beim 'Lauf der Vielfalt' einmal selbst vorstellen", so Malte Mahnke. Weiter mobile Skate-Events in Ratzeburg sollen im Verlauf des Sommers folgen. 

Die Aktion des Ratzeburger Jugendbeirats wird unterstützt durch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen einer Förderung durch das Bundesprogramm 'Demokratie leben!' des Bundesministeriums für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend. 

»Ein Aktionsplan Inklusion! Für uns! Im Amt!«

Der Inklusionsbeirat der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen plant am 05. Juli 2025 von 10:00 – 16:00 Uhr ein Bürgerforum für Menschen mit Behinderungen im Gemeindezentrum Ziethen. Ziel ist es, die Eckpunkte für einen ‚Aktionsplan Inklusion‘ zu entwickeln, mit denen die 25 Gemeinden im Amtsbereich Lauenburgische Seen zukünftig arbeiten können. Die Gemeinde Ziethen steht dafür Modell. Sie soll beispielhaft betrachtet werden. Die Fragestellung: Was braucht Inklusion auf dem Dorf?  Die Mitglieder des Inklusionsbeirates planen eine moderierte Gesprächsrunde, in der alle Aspekte des dörflichen Lebens unter dem Aspekt von gleichberechtigter Teilhabe betrachtet werden soll. Auch ein Dorfspaziergang ist geplant, um gemeinsam Eindrücke für die Diskussion zu sammeln. 

Ein Mittagsverpflegung wird angeboten. Es wird um Anmeldung unter inklusionsbeirat@ratzeburg.de gebeten, um etwaige Hilfestellungen für ein inklusives Miteinander organisieren zu können.

Das Bürgerforum wird gefördert über die 'Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg des Amtes Lauenburgische Seen' im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend". 

"Haltung zeigen!" ... aber wie?
Vortrag mit Sozial- und Erziehungswissenschaftlerin Dr. Eva Georg in der Reihe 'SelbstVerständlich Politik'

In der politischen Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik" haben der Verein Miteinander leben e.V. und die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. am 20.06.2025 um 19:00 Uhr Sozial- und Erziehungswissenschaftlerin Dr. Eva Georg zu Gast im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses. Unter dem Titel "Haltung zeigen" geht sie in ihrem Vortrag der Fragestellung nach, wie man reagieren kann, wenn sich Rechtspopulismus, Alltagsrassismus oder diskriminierende Äußerungen im öffentlichen Raum zeigen. "Man müsste... Haltung zeigen", wird schnell gesagt. Aber welche Haltung genau? Und was braucht es dafür? Mit der Methode der Praxisforschung werden diese Fragen beleuchtet. Der Vortrag gibt konkrete Anregungen und lädt zum Nachdenken über Haltung ein.  

Dr. Eva Georg ist Systemische Beraterin und Supervisorin, Dozentin für Systemische Beratung (SG) und war langjährig in der Mobilen Beratung gegen rechte Gewalt in Hessen sowie in der Fortbildung von pädagogischen Einrichtungen und der öffentlichen Verwaltung zum Thema Diskriminierung tätig.

Die Teilnahme am Vortrag ist kostenfrei. Der Zugang ist barrierefrei möglich. Er wird gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!". 

»Lauf der Vielfalt« feiert das Miteinander und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Ratzeburg und Umgebung

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Am Sonntag, den 29. Juni 2025 von 10 bis 19 Uhr, lädt das 'Bündnis für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland' zusammen mit dem Diakonischen Werk Herzogtum Lauenburg zur vierten Auflage des 'Laufs der Vielfalt'. Unter dem Motto »Miteinander und Füreinander« sollen in diesem Jahr fünf abwechslungsreiche Etappen rund um Ratzeburg, Römnitz, Utecht und den Küchensee mit der positiven Kraft der Vielfalt bewältigt werden. Ob zu Fuß, auf dem Rad, im Rollstuhl, auf dem Segelschiff oder auf dem Skateboard – es bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, sich aktiv zu beteiligen. Der Kinder- und Jugendbeirat Ratzeburg organisiert zusätzlich eine eigene Skaterstrecke, die speziell junge Menschen ansprechen soll.

Auf dem zentralen Festplatz, dem 'Platz der Kinderrechte' gegenüber vom Ratzeburger Rathaus, soll der gesellschaftliche Zusammenhalt im Mittelpunkt stehen und gefeiert werden, ein Fest für alle, aktiv, bunt und demokratisch. Neben Vielfalt und Miteinander in unserer Gesellschaft soll auch das freiwillige Engagement füreinander besonders gewürdigt werden. Der Tag beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst, gefolgt von einem gemeinsamen Picknick und Chormusik. Ab dem späten Vormittag starten die verschiedenen Etappen des Laufs. Über den Tag verteilt warten Musik, Mitmachaktionen, Kunstinstallationen und kulinarische Angebote auf die Teilnehmenden und Gäste. Für Kinder gibt es unter anderem Hüpfburgen und kreative Spieleangebote, für Erwachsene ein vielfältiges Bühnenprogramm. Kurz: ... ein Tag voller Bewegung, Begegnung und Gemeinschaft.

Entsprechend ist Mitmachen erwünscht, beim Lauf, beim Fest, ganz einfach und kostenlos. Wer seinen Beitrag eher auf den Etappen sieht, ist herzlich eingeladen, sich unter https://eveeno.com/101158591 anzumelden. Das hilft dem Organisationsteam bei der Planung. „Kommen Sie vorbei, machen Sie mit und feiern Sie mit uns unsere Vielfalt, die uns gemeinsam stark macht!“, sagen Dr. Ulf Kassebaum, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Herzogtum Lauenburg, Bündnissprecherin Gesine Biller und Bürgermeister Eckhard Graf.

Der »Lauf der Vielfalt« wird gefördert über die 'Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen' im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Ratzeburger Feier zum 'Tag des Grundgesetzes' führt direkt in die Planungen für einen bundesweiten 'Ehrentag' im kommenden Jahr

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Mit einer Ausstellungseröffnung wurde am vergangenen Freitag der 'Tag des Grundgesetzes' in der Ratzeburger Stadtbücherei gefeiert. Rund 40 Menschen aus dem Umkreis des 'Bündnis für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland' und darüber hinaus erinnerten gemeinsam an die vier 'Mütter des Grundgesetzes'. Ihre Beharrlichkeit im parlamentarischen Rat sorgte dafür, dass der Satz: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt." gegen die Widerstände zahlreicher Männer in den Artikel 3 des Grundgesetzes aufgenommen wurde. Silvia Tessmer, Geschäftsführerin der Ratzeburger Volkshochschule, führte in die Ausstellung ein und betonte mit Verweis auf die aktuelle Zusammensetzung des Deutschen Bundestages, dass dieses Postulat bis heute zu erkämpfen ist. 

Bürgermeister Eckhard Graf berichtete in seinem Grußwort von seinem Besuch im Bundespräsidialamt. Dort war er als ein Vertreter der Stadt Ratzeburg zur Auftaktveranstaltung für die bundesweite Mitmachaktion "Der Ehrentag. Für dich. Für uns. Für alle." geladen, die erstmalig im nächsten Jahr deutschlandweit zum 77. Geburtstag des Grundgesetzes stattfinden soll. Das Grundgesetz gemeinsam feiern, und alle machen mit – das ist die Idee dieses "Ehrentags". Der Bundespräsident ruft in diesem Sinne einen Aktionstag ins Leben, an dem er deutschlandweit zur Beteiligung, zu eigenen Aktionen und Aktivitäten, zum Ausprobieren und Mitmachen einlädt. Ein besonderer Fokus liegt darauf, mit dem "Ehrentag" Menschen anzusprechen, die nicht oder nicht mehr ehrenamtlich aktiv sind. Denn vom Mitmachen lebt unsere Demokratie. Die Stadt Ratzeburg wurde hierzu vom Bundespräsidialamt und der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) in ein Planungsgremium berufen und soll mit eigenen Ideen an der Ausgestaltung dieses Tages mitwirken. 

Dieser Auftrag wurde nachfolgend auch im Bündnis besprochen. Es wurde dabei die Idee entwickelt, den 'Lauf der Vielfalt' im kommenden Jahr auf den 'Tag des Grundgesetzes' am 23.05.2026 zu legen und umliegende Gemeinde einzuladen, Grundrechte zum Festplatz nach Ratzeburg zu tragen. Auch die Eröffnung eines 'Büros für Demokratie und Menschenrechte' an diesem Tag wurde als Idee erörtert. Für die weiteren Planungen wurde im Bündnis eine Arbeitsgruppe berufen. "Wir greifen die Idee des Bundespräsidenten gerne auf und werden diesen 'Ehrentag' im kommenden Jahr gebührend und groß feiern. An Ideen mangelt es uns nicht!", sagten Bündnissprecherin Gesine Biller und Bürgermeister Eckhard Graf. Dabei unterstützen wird die 'Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen' im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. 

'Demokratieskepsis begegnen'
Auf der gemeinsamen Suche nach einem wirksamen Jugendprojekt

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'Demokratieskepsis begegnen' ist eines der erklärten Ziele, an denen die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen ihre demokratiestärkende Arbeit nach Willen des fördernden Bundesprogramms 'Demokratie leben!' ausrichten soll. Ein erster Ansatz dazu wurde jetzt im gemeinsamen politischen Bildungsprojekt des Vereins Miteinander leben e.V. und der Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. im Rahmen eines Fachaustauschs gefunden. Vertreterinnen und Vertreter örtlicher Jugendeinrichtungen berieten zusammen mit Expertinnen und Experten der demokratiepädagogischen Jugendarbeit aus ganz Schleswig-Holstein über neue Konzepte für Lern- und Erfahrungsprojekte zu 'Demokratieskepsis' im Ratzeburger Rathaus.

Im Vordergrund stand dabei zunächst eine Situationsanalyse, in der ein gemeinsamer Erfahrungshorizont aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zusammengetragen wurde. Erfahrungen aus der Medienpädagogik, aus der Antisemitismusprävention, aus der aufsuchenden und stationärem Jugendarbeit, aus verschiedenen schulischen und außerschulischen Demokratieprojekten flossen dabei ineinander. Sie schufen ein gemeinsames Bild von Themen, die junge Menschen bewegen und von Herausforderungen, die sie belasten. Hier wurden auf der Themenseite Schlagworte wie Digitalisierung, Klimawandel, Krieg, Wirtschaft, Zusammenhalt, Einsamkeit, Diskriminierung, Rassismus, Migration, Männlichkeit, Sexismus oder Rechtspopulismus genannt. Bei den Herausforderungen fielen Beschreibungen, wie Medienkonsum und permanente Informationsflut, die Nachwirkungen der Coronamaßnahmen, die immense Vielfalt an Vorbildern, an Dialogräumen (Filterblasen) und an Orientierungsangeboten sowie die wachsende Komplexität der Welt mit ihren beängstigenden Polykrisen. 

In einem zweiten Schritt wurde über die Haltung junger Menschen zur Demokratie gesprochen. Dabei wurde deutlich, dass Demokratie von ihnen nicht unbedingt infrage gestellt wird. Vielmehr wurde ein fortschreitender Vertrauensverlust in Demokratie festgestellt, dem entgegengewirkt werden muss.

Als mögliche Projektidee, die in diesem Sinne wirken könnte, wurde ein handlungsorientiertes Konzept erarbeitet, das darauf zielt, jungen Menschen Erfahrungen von politischer Selbstwirksamkeit und Resilienz zu vermitteln. Sie sollen dabei in Kontakt mit "Vorbildern" älterer Generationen kommen, die auch vor Ort für all die Errungenschaften unserer Demokratie aktiv gearbeitet, gestritten, demonstriert und gekämpft haben. Auf diese Weise könnte vermittelt werden, dass die Demokratie, wie sie junge Menschen heute als selbstverständlich erleben, etwas Gewachsenes ist, das nur durch den Einsatz vieler Menschen möglich wurde. Und es sind diese Menschen, diese "Vorbilder", die jetzt ihren Staffelstab an die junge Generation weiterreichen wollen, damit sie die Demokratie für sich und alle noch weiter verbessern und vervollkommnen. So wäre das Projektprinzip ein "Call to action", ein Aufruf, sich mit den eigenen Ideen und Vorstellungen einzubringen, einzumischen und Verantwortung zu übernehmen, ganz konkret, in einer gemeinsam gestalteten Aktion. 

Denkbar wäre aber auch Demokratieprojekt, dass vor dem Hintergrund der gesammelten Themen und Herausforderungen von teilnehmenden Schulklassen mit Blick auf eigene Interessen und Bedingungen selbst entworfen wird. So wird bereits die Ausgestaltung des eigenen Projektes zu einer positiven und Selbstwirksamkeit stärkenden Demokratieerfahrung. 

Über diese Projektidee wird sich in Kürze das 'Bündnis für Demokratie und Menschenrechte der Stadt Ratzeburg und Umland' beugen und schauen, ob sie versuchsweise als Modellprojekt in Kooperation mit den örtlichen Schulen verwirklicht werden kann. Es wäre ein erster Projektbaustein in dem Zielbereich 'Demokratieskepsis begegnen', so wie es sich das fördernde Bundesprogramm 'Demokratie leben!' des Bundesministeriums für Familie Senioren, Frauen und Jugend wünscht. 


"Tag des Grundgesetzes" würdigt die "Mütter des Grundgesetzes"

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Das 'Bündnis für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland' präsentiert zum diesjährigen "Tag des Grundgesetzes" die Ausstellung "Mütter des Grundgesetzes" in der Ratzeburger Stadtbücherei. Auf 17 Plakaten werden Lebensbilder von Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel gezeigt – den vier weiblichen Mitgliedern des Parlamentarischen Rates. Sie erkämpften mit Art. 3, Abs. 2 – "Männer und Frauen sind gleichberechtigt." – die Verankerung der Gleichberechtigung im Grundgesetz. Formuliert wurde damit im Jahr 1949 ein Programm, nicht eine Aussage über die Realität. Seiner Verankerung im Grundgesetz gingen heftige Diskussionen voraus. Ohne das Engagement der vier Frauen im Parlamentarischen Rat und der vielen Frauen, die sich in der Öffentlichkeit für die volle Gleichberechtigung starkmachten, wäre es zu dieser Formulierung nicht gekommen. Die Ausstellung würdigt das politische Engagement, das die vier politischen Weggefährtinnen in den ersten Jahren der Bundesrepublik gezeigt haben. Anlässlich der ersten Preisverleihung des Helene Weber Preises am 5. Mai 2009 wurde die Ausstellung erstmals gezeigt und ist seitdem in ganz Deutschland unterwegs.

Die feierliche Ausstellungseröffnung am 23.05.2025 um 18:00 Uhr erfolgt im Rahmen einer öffentlichen Bündnissitzung, die auch Auftakt zu den Planungen für den "Tag des Grundgesetzes" im kommenden Jahr geben will. Zum 77. Jahrestag des Grundgesetzes plant hier das Bundespräsidialamt gemeinsam mit der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt eine bundesweite, dezentrale Mitmach-Aktion. Daran sollen sich in möglichst vielen Städten und Gemeinden Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Lebenslagen freiwillig für das Gemeinwohl engagieren. Die Stadt Ratzeburg wurde dazu in eine beratende Bürgermeisterrunde von 12 Städten aus Deutschland eingeladen. Ziel ist es, Menschen im Engagement zusammenzuführen, soziale Zersplitterung zu überwinden und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land zu stärken. Es geht um Anerkennung und Wertschätzung für diejenigen, die sich bereits heute engagieren, und darum, mit niedrigschwelligen Aktionen noch viel mehr Menschen zum Anpacken und Mitmachen zu bewegen. 

Das 'Bündnis für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland' möchte hierzu erste Ideen sammeln und lädt dazu ausdrücklich interessierte Menschen und Gruppen ein, die sich daran engagiert beteiligen möchten. Für die Inspiration kann unter anderem auch die gezeigte Ausstellung "Mütter des Grundgesetzes" sorgen. "Ich würde mich freuen, am diesjährigen 'Tag des Grundgesetzes zahlreiche Bürgerinnen und Bürgern aus Stadt und Amt zur Ausstellungseröffnung in der Stadtbücherei begrüßen zu können und gemeinsam mit Ihnen Ideen für unseren Beitrag zur bundesweiten Mitmach-Aktion im kommenden Jahr zu entwickeln", sagt Bürgermeister Eckhard Graf. 

Ratzeburger Volkshochschule sorgt sich um rassistische Anfeindungen 

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Die Volkshochschule der Stadt Ratzeburg und Umland e.V. steht seit vielen Jahren immer wieder im Fokus rechtsextremer Aktivitäten, die sich maßgeblich gegen ihre Integrationsarbeit mit Geflüchteten richtet. Es begann 2017 mit der mutwilligen Zerstörung einer Plakatausstellung im Rahmen der 'Internationalen Wochen gegen Rassismus', welche die Volkshochschule in den Räumlichkeiten der Ernst-Barlach-Schule präsentierte und setzte sich in den Jahren mit wiederkehrenden Flyeraktionen im Schulgebäude fort, die rechtsextreme oder rassistische Inhalte verbreiten. Auch direkte Anfeindungen gegen die Volkshochschule, wie im Vorwege der 'Langen Nacht für Demokratie' gehören dazu. In der jüngsten Zeit sind es gezielte Aufkleberaktionen, die in einer völkisch-rassistischen Ideologie die 'Remigration', also die millionenfache Vertreibung von Menschen, die in Deutschland leben, fordern. Ganz aktuell wurde wieder solch ein Aufkleber aufgefunden, präsent und in einiger Höhe beim Büro der Volkshochschule im ersten Stockwerk der Ernst-Barlach-Schule befestigt.   

Für Bürgermeister Eckhard Graf und VHS-Geschäftsführerin Silvia Tessmer sind die Zielrichtungen dieser Aktionen eindeutig erkennbar. Sie richten sich zuallererst gegen die Geflüchteten, die sich integrationswillig bei der Volkshochschule um deutsche Sprachkenntnisse bemühen und mit großem Lernwillen auch erzielen. Sie richten sich aber auch direkt gegen die Institution der Volkshochschule, die sich mit ihren vielen Sprachkursen den letzten Jahren für eine gelingende Integration einsetzt und eine erfolgreiche Bilanz vorweisen. Beides wird von den Verantwortlichen dieser Aktionen aus offensichtlich rassistischen Motiven negiert und angefeindet. "Wir bekennen uns als Stadt Ratzeburg mit unserer Mitgliedschaft in der 'Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus' klar und deutlich für eine diskriminierungsfreie Stadtgesellschaft, in der niemand in Angst und mit der Erfahrung offener oder versteckter Ablehnung leben soll. Solche Aktionen mit ihrem volksverhetzenden Charakter sollen Hass und Zwietracht zwischen uns säen. Diese lassen wir in Ratzeburg aber niemals gedeihen", sagte Eckhard Graf und ließ es sich nehmen, den Aufkleber eigenhändig zu entfernen. 

Im Anschluss suchte der Bürgermeister das Gespräch mit Sprachschülerinnen der Volkshochschule, die sich nach erfolgreicher Sprachprüfung zu einem gemeinsamen, interkulturellen Frühstück zusammengefunden hatten. Er erfuhr dabei neben vielen persönlichen Geschichten auch von den Schwierigkeiten, die sich aktuell ergeben, wenn die so wichtigen Sprachkurse aufgrund finanzieller Sparmaßnahmen seitens des Bundes und des Landes tatsächlich nicht weiter gefördert werden. "Dieser Spracherwerb ist für unsere Integrationsanstrengungen in der Stadt so ungemein wichtig und ich empfinde es als wirklich zu kurz gedacht, dass gerade hier Sparmaßnahmen ansetzen sollen. Darüber muss an entscheidender Stelle noch einmal dringend nachgedacht werden", so Graf. 

Stellungnahme von Evans Gumbe, Antirassismus-Koordinator der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen:

Die wiederholten rassistischen und rechtsextremen Anfeindungen gegen die Ratzeburger Volkshochschule sind nicht nur Angriffe auf eine Bildungseinrichtung, sondern ein direkter Angriff auf das Grundverständnis einer offenen, solidarischen und demokratischen Gesellschaft.

Wer Menschen anfeindet, weil sie sich sprachlich und gesellschaftlich integrieren wollen, greift unser friedliches Zusammenleben und unsere gemeinsamen Werte an. Ich danke der Volkshochschule und allen Beteiligten, die sich trotz dieser Einschüchterungsversuche weiter für Teilhabe und Chancengleichheit einsetzen.

Die rassistischen Anfeindungen gegen die Ratzeburger Volkshochschule treffen mich nicht nur als Antirassismus-Koordinator, sondern auch persönlich. Als Schwarzer Mensch, der selbst nach Deutschland migriert ist, weiß ich, wie wichtig sichere Orte des Lernens und der Begegnung sind – gerade für Menschen, die hier ankommen und Teil dieser Gesellschaft werden möchten.

Als Koordinator für die Antirassismusarbeit der Partnerschaft für Demokratie stehen wir solidarisch an der Seite der Betroffenen und werden weiterhin mit Nachdruck daran arbeiten, rassistischen und demokratiefeindlichen Tendenzen in unserer Stadt entschieden entgegenzutreten.

Gemeinsam gegen Rassismus... Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen werden Mitglied in der ’Europäische Städtekoalition gegen Rassismus’


"Die Stimme erheben ..."
Chorkonzert sendet starke Botschaft gegen Rassismus aus dem Ratzeburger Rathaus

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Mit einem großen Chorworkshop und Chorkonzert unter dem Motto "Herz einschalten - Rassismus ausschalten" gingen am vergangenen Wochenende die 'Internationalen Wochen gegen Rassismus' in Ratzeburg zu Ende. Auf Einladung des Vereins Miteinander leben e.V. und der Ratzeburger Volkshochschule trafen sich über 30 Sängerinnen und Sänger mit und ohne Chorerfahrung in der Aula der Lauenburgischen Gelehrtenschule im Chorprojekt "POLITICALied", um frei nach der Devise "Die Stimme erheben...", Lieder gegen Rassismus und Diskriminierung einzustudieren. Ihr Ziel, ein gemeinsames Chorkonzert im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses. Sie wurden angeleitet von Anna Bertram und Nathaniel Damon, beide sehr erfahren in der Arbeit mit Laienchören. Mit viel Einfühlungsvermögen, Zutrauen und Spaß formten sie an nur zwei Tagen einen stimmgewaltigen Chor, der von seinem eigenen Klang selbst überrascht war. 



So hielt sich die Aufregung vor dem großen Konzertabschluss im Wissen des eigenen Könnens auch in Grenzen, allerdings nur bis zu dem Moment, als sich der Ratssaal bis auf den letzten Platz füllte. Mehr 60 Besucherinnen und Besucher erschienen, um gemeinsam den Abschluss der 'Internationalen Wochen gegen Rassismus' in Ratzeburg zu feiern. Ihnen wurde ein kraftvolles Musikprogramm geboten, mit einer eindringlichen Botschaft: "Break'em all down ... these walls between uns!", in die alle Anwesenden einstimmten und das gesamte Rathaus mit einem großen Klang füllten. Aber auch die leisen Töne waren zu hören, als beispielsweise das Lied "You've got to be taught" erklang, das davon berichtet, wie Rassismus über die Erwachsenen auch in die Köpfe von Kindern gelangt. Der Ausblick des Konzertes war aber positiv und voller Überzeugung, dass Rassismus und Diskriminierung gemeinsam überwunden werden können.

Dass sich die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen dieser Aufgabe mit ihrem 10-Punkte-Aktionsplan im Rahmen der Mitgliedschaft in der "Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus - European Coalition against Racism" sehr klar verschrieben hat, konnte Mark Sauer von der Stadt Ratzeburg dem Publikum präsentieren. Er verwies darauf, dass diese Arbeit am Aktionsplan Personen und Institutionen zum Mitmachen auffordert, wie es dessen Selbstverständnis klar formuliert. 

Der Chorworkshop und das Chorkonzert wurden gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. 

Gemeinsam gegen Rassismus... Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen werden Mitglied in der ’Europäische Städtekoalition gegen Rassismus’

"Die Stimme erheben..."
Ein Chorkonzert gegen Rassismus erklingt in Ratzeburg

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Mit einem Chorkonzert unter dem Titel "Herz einschalten - Rassismus ausschalten" werden am 30.03.2025 um 16:00 Uhr im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses (Unter den Linden 1) die 'Internationalen Wochen gegen Rassismus' in Ratzeburg und dem Umland ausklingen. Das Chorprojekt 'POLITICALied' werden unter Leitung von Anna Bertram und Nathaniel Damon die Ergebnisse eines Workshopwochenende präsentieren, an dem sich Menschen frei zusammengefunden haben, um ihre Stimme gegen Rassismus zu erheben. Mit viel Herz und Mut werden die eingeübten Lieder präsentiert, die sich thematisch alle mit dem Wesen von Rassismus und mit Rassismuserfahrungen auseinandersetzen. 

Unterstützt werden die Sängerinnen und Sänger in ihrem Programm von weiteren Solo- und Chorbeiträgen der Chorleitung und des Chores 'POLITICALied'. Gemeinsam wollen sie daran erinnern, dass alle eine Verantwortung tragen, wenn es um die Überwindung von Rassismus und Diskriminierung geht. Dafür erheben sie an diesem Tag ihre Stimme und werden auch zum Mitsingen werben. 

Das gemeinsame Chorprojekt des Vereins Miteinander leben e.V. und der Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. wird gefördert über die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. Der Eintritt ist frei, der Zugang barrierefrei möglich.  Auch Anmeldungen zum Chorworkshop sind weiterhin möglich unter miteinander.leben@t-online.de. Dieser startet am 28.03.2025 um 17:00 Uhr in der Aula der Lauenburgischen Gelehrtenschule.

"Starke Mädchen – Starke Frauen"
Gelungene Festveranstaltung zum 'Internationalen Frauentag' in der Ratzeburger Stadtbücherei

Über rund 60 überwiegend weibliche Besucherinnen konnte sich Ratzeburgs Büchereileiterin Dajana Stolz und Gleichstellungsbeauftragte Mana Clasen bei ihrer diesjährigen Festveranstaltung zum 'Internationalen Frauentag' freuen. Ein informatives und lebhaftes Programm bot viel Raum zu Gespräch und Austausch. Im Zentrum stand die Eröffnung der Ausstellung "Rebellinnen – Frauen verändern die Welt", die noch bis zum 17. April 2025 in der Stadtbücherei gezeigt wird. Sie stellt Frauen verschiedener Epochen aus dem deutschsprachigen Raum vor. Viele von ihnen sind berühmt, einige weniger bekannt. Eines aber vereint sie alle: Ihre Lebenswege und ihre Taten haben unsere Gesellschaft verändert. 

Auch ein neues Kofferprojekt unter dem Titel "Starke Mädchen – Starke Frauen" wurde präsentiert. Dieser Koffer ist prall gefüllt mit Büchern, die mit ihren Geschichten um starke Mädchen und Frauen Inspiration und Mut für das eigene selbstbestimmte Leben geben oder in denen Tipps und Anregungen für den Beruf und die eigenen Finanzen gegeben werden. Das Kooperationsprojekt der Gleichstellungsbeauftragten und der Stadtbücherei geht gerne auf die Reise und kann von Interessierten angefragt werden. 

Erzählkünstlerin Birte Bernstein unterhielt das Publikum, ganz nach dem Motto des Tages, mit Geschichten über starke Mädchen und starke Frauen. Der Chor 'POLITICALied' begleitete das Programm mit ausgewählten Liedern rund um Frauenrechte und bewegte alle Gäste zum Mitsingen eines gemeinsamen Liedes, das nicht weniger forderte als "Ich will alles!".

Die Festveranstaltung würde gefördert durch die ‚Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen‘ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen zeigen Flagge gegen Rassismus

Auch in diesem Jahr zeigen die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen gemeinsame wieder Flagge gegen Rassismus. Sie tun dies anlässlich der 'Internationalen Wochen gegen Rassismus', die in diesem Jahr unter dem Motto "Menschenwürde schützen" in Deutschland zum 30. Mal begangen wird. Hier und weltweit erinnern Menschen mit tausenden Aktionen rund um den "Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung" an das Massaker im südafrikanischen Sharpeville 1960 und fordern engagierte  Maßnahmen gegen Rassismus sowie eine Solidarität mit den Opfern und Betroffenen. Zu diesen Zielen bekennen sich auch die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgischen Seen in ihrem '10-Punkte-Aktionplan gegen Rassismus und Diskriminierung' und mit ihrer Mitgliedschaft in den 'Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus - European Coalition of Cities against Racsim" (ECCAR). 


"Wir arbeiten in Ratzeburg kontinuierlich und stetig an dieser Herausforderung, Rassismus in unserer Stadtgesellschaft zu überwinden. Unter dem Motto "Herz einschalten - Rassismus ausschalten" laden wir dazu Bürgerinnen und Bürger, aber auch Institutionen ein, daran aktiv und verantwortlich mitzuwirken. Der Ort dafür ist das neu gegründet 'Bündnis für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland'", sagte Bürgermeister Eckhard Graf. Auch für Amtsvorsteher Heinz Dohrendorff ist dieses gemeinsame Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung von großer Bedeutung für die 25 Amtsgemeinden. "Wir stellen uns auch im ländlichen Raum dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe. Wir tun dies zusammen mit vielen kleinen Gemeinden in ganz Europa, mit denen wir in der 'Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus' eine Arbeitsgruppe gegründet haben. Unser Ziel ist es, gemeinsam tragfähige Konzepte für eine funktionierende Antirassismusarbeit im ländlichen Raum zu entwickeln, die Betroffenen hilft und die Herzen aller Menschen erreicht", so Heinz Dohrendorff.

Die Flaggen vor dem Ratzeburger Rathaus und vor dem Gebäude der Amtsverwaltung bringen dies in den kommenden 14 Tagen wieder zum Ausdruck. Hier wird gemeinsam gegen Rassismus und Diskriminierung gearbeitet. Die Aktion wird unterstützt durch die 'Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen' im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. 

Bündnisgründung für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland

Im Rahmen der 'Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgischen Seen' hat sich vor wenigen Tagen ein 'Bündnis für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland' gegründet. 30 Menschen aus der engagierten Zivilgesellschaft trafen sich dafür in der Ratzeburger Stadtbücherei und vollzogen im Beisein von Bürgermeister Eckhard Graf und Amtsvorsteher Heinz Dohrendorff den offiziellen Gründungsakt. Sie verpflichteten sich dabei auf folgende Leitziele: 

"Wir Menschen in der Region Stadt Ratzeburg und Amt Lauenburgische Seen leben in einer friedlichen, demokratischen, aktiven und vielfältigen Gesellschaft, die von Zuversicht geprägt ist."
"Uns leiten die Werte unseres Grundgesetzes und der Wille, dem Menschen gerecht zu sein und ihm auf Augenhöhe zu begegnen."
"Wir fördern gegenseitiges Verständnis, Teilhabe sowie die Verantwortung für uns und unsere Gesellschaft und machen dies erfahrbar."

Die Bündnismitglieder eint die Überzeugung, dass alle Menschen gleich sind und dass Vielfalt in unseren Gemeinden eine Bereicherung ist. Sie sehen Extremismus, Rassismus und Diskriminierung als unmittelbare Gefahr für das Gemeinwesen und für das friedliche Miteinander aller Menschen in den Gemeinden, die alle betrifft und alle herausfordert. Sie sind aber auch überzeugt, dass Extremismus, Rassismus und Diskriminierung gemeinsam überwunden werden können und dass in der gleichberechtigten Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und gesellschaftlichen Institutionen gemeinschaftlich eine starke Demokratie gestalten werden kann. 


Konkret wird das Bündnis in Zukunft die demokratiestärkende Arbeit der 'Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgischen Seen' begleiten. Ebenso will es die gemeinsame Antirassismusarbeit im Zuge der Mitgliedschaft von Stadt und Amt in der 'Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus – European Coalition of Cities against Racism' vorantreiben und hat dafür eine feste Arbeitsgruppe eingerichtet. 

Es ist offen für Personen und Institutionen, die sich ebenfalls für Demokratie und Menschenrechte starkmachen möchten. Basis der Mitgliedschaft ist der Gründungstext des Bündnisses und ein Bezug zur Stadt Ratzeburg und dem Amt Lauenburgische Seen. Informationen zum Bündnis und dessen Arbeit gibt Mark Sauer von der Stadt Ratzeburg: sauer@ratzeburg.de – 0151-47648730. 

"Die große Disruption - Wie die amerikanische Demokratie demontiert wird"

In ihrer politischen Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik" haben die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. und der Verein Miteinander leben e.V. am 14.03.2025 um 19:00 Uhr Dr. Udo Metzinger zu Gast im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses. Er spricht über die große Disruption in den USA, die sich aktuell vollzieht und die Grundfesten der amerikanischen Demokratie demontieren will. 

Mit der Rückkehr von Donald J. Trump ins Weiße Haus hat die Umsetzung einer Agenda begonnen, die in rechtskonservativen und rechtsextremen Denkfabriken für dessen zweite Amtszeit entworfen wurde. Sie geht von der Annahme aus, dass es einen 'Deep-State' gibt, ein tiefes Netzwerk von geheimen, machtvollen und linksextremen Kräften, die das amerikanische Volk manipulieren und unterjochen. Dieses Netzwerk, wird vor allem in der amerikanischen Bürokratie verortet, die sich auf vielen Ebenen während der ersten Präsidentschaft Donald Trumps gegen dessen Dekrete mit Hinweis auf deren Rechtswidrigkeit gestellt hat. Diesen vermeintlich 'Deep State' will Trump in seiner zweiten Amtszeit zerschlagen. Er plant die große Disruption der amerikanischen Bürokratie, aber auch der amerikanischen Gewaltenteilung und findet willige Erfüllungsgehilfen in den Tech-Milliardären des Silicon Valley, die Disruption als erfolgreiches Geschäftsmodell praktizieren. All das, was einen funktionierenden Staat ausmacht, eine funktionierende Kontrolle der Macht durch das Parlament, die Gerichte und die freie Presse und eine gesetzestreue und der Verfassung verpflichteten Bürokratie, soll eingerissen werden. Trump hat die "Agenda 2025" in Gang gesetzt, entgegen seiner Ankündigungen im Wahlkampf. Ob die amerikanische Demokratie dies überstehen kann, ist ungewiss, da verbindliche Spielregeln ab sofort nicht mehr gelten. Dr. Metzinger möchte anhand prägnanter Beispiele beschreiben, wie diese große Disruption voranschreitet und wie sie die USA verändern wird. 

Der Vortrag wird gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der "Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen". Der Eintritt ist, der Veranstaltungsort barrierefrei erreichbar. 

»Herz einschalten - Rassismus ausschalten«
Kostenlose Workshopangebote zur Arbeit gegen Rassismus und Diskriminierung ... zur Schulung, zur Fortbildung, zur Stärkung vor Ort

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»Herz einschalten – Rassismus ausschalten« - unter diesem Motto sind die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen im vergangenen Jahr der 'Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus' (European Coalition of Cities against Racism – ECCAR) mit jeweils einstimmigen Beschluss der Stadtvertretung und des Amtsausschusses beigetreten. Damit wurden die Verantwortung und Verpflichtung übernommen, in den Gemeinden und all ihren Institutionen ein Miteinander frei von Rassismus, Diskriminierung und Vorurteilen jeglicher Art zu schaffen.  „Rassismus und Diskriminierung betrifft uns alle und fordert uns alle gleichermaßen heraus. Wir dürfen hier nicht wegschauen, sondern müssen unsere Blicke bewusst schärfen“, sagt Amtsvorsteher Heinz Dohrendorff.

Dafür werden im Jahresverlauf wiederkehrend kostenfreie Workshops mit erfahrenen Antirassismustrainerinnen und -trainer für Verwaltungen, Betriebe, soziale Einrichtungen oder Verein angeboten. Sie sollen für Rassismus und Diskriminierung sensibilisieren, einfache und praxisnahe Konzepte zu deren Überwindung vermitteln und Betroffene stärken. Alle Workshops richten sich nach den Bedürfnissen der anfragenden Institutionen und können in einem Zeitrahmen von 3 – 4 Stunden auch 'inhouse' angeboten werden.  „Um Rassismus und Diskriminierung in unserer Gesellschaft zu überwinden, brauchen wir Empathie, Wissen, Haltung und Überzeugung. Wir alle können dazu einen Beitrag leisten, wenn wir uns dieser Aufgabe aktiv zuwenden. Darin möchten wir Sie mit unseren Workshopangeboten unterstützen“, sagt Bürgermeister Eckhard Graf.

Es sind dabei ganz unterschiedliche Inhalte und Schwerpunkte denkbar:

  • Grundlagen von Rassismus und Diskriminierung – Begriffe, Mechanismen und strukturelle Zusammenhänge verstehen
  • Alltagsrassismus und unbewusste Vorurteile – Diskriminierung im Alltag erkennen und reflektieren
  • Kritisches Weißsein und Privilegien – Die eigene Position hinterfragen, Verantwortung übernehmen und Verbündetenschaft (Allyship) praktizieren
  • Rassismus in Institutionen und Gesellschaft – Herausforderungen und Lösungsansätze für ein diskriminierungsfreies Umfeld
  • Handlungsmöglichkeiten und Zivilcourage – Strategien zur aktiven Bekämpfung von Rassismus entwickeln
  • Empowerment und Solidarität – Betroffene stärken und gemeinsames Engagement fördern

Die Workshops können für Gruppen mit bis zu 20 Personen durchgeführt werden. Auch für junge Menschen in Schulklassen oder Jugendgruppen ist das Workshopangebot geeignet. Die Inhalte orientierten sich immer an den Interessen und Fragen der Teilnehmenden, zielen in einem offenen Diskurs ohne Schuldzuweisung auf Selbstreflexion, Selbsterkenntnis und auf Verantwortungsübernahme.

„Rassismus und Diskriminierung sind tief in unseren gesellschaftlichen Strukturen verankert. Aber Veränderung beginnt mit Wissen, Selbstreflexion und Mut. In unseren Workshops schaffen wir einen Raum für ehrlichen Austausch, kritische Auseinandersetzung und gemeinsames Lernen. Mein Ziel ist es, Menschen zu befähigen, Rassismus zu erkennen, ihre eigenen Privilegien zu hinterfragen und aktiv für eine gerechtere Gesellschaft einzutreten“ , sagt Antirassismus-Trainer Evans Gumbe aus Ratzeburg. Er bietet ganz konkret während der 'Internationalen Wochen gegen Rassismus' Ende März zwei kostenlose Workshops an, am 18.03.2025 in der Zeit von 14:30 – 18:00 Uhr oder von 17:00 – 21:00 Uhr und am 25.03.2025 in der Zeit von 17:00 – 21:00 Uhr. Der Durchführungsort kann gemeinsam festgelegt werden.

Die Workshops können unter sauer@ratzeburg.de oder unter 04541-8000114 angefragt werden. Sie werden gefördert durch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'.

'POLITICALied' lädt zu einem offenen Chorworkshop gegen Rassismus

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Das Chorprojekt 'POLITICALied' des Vereins Miteinander leben e.V. und der Ratzeburg Volkshochschule und Umland e.V. plant im Zuge der diesjährigen "Internationalen Wochen gegen Rassismus" einen offenen Chorworkshop. Im Mittelpunkt sollen Lieder stehen, die sich gegen Rassismus und Diskriminierung wenden. Mitmachen können alle, die gerne singen und ihre Stimme mit Haltung erheben möchten. Es werden keine Chorerfahrungen vorausgesetzt. Der Chor entsteht im gemeinsamen Workshop. Dafür sorgen zwei versierte Chorprofis, Anna Bertram und Nathaniel Damon. Sie bereiten ein Programm vor, das auch ungeübte Stimmen einbinden kann. Der festen Chormitglieder von 'POLITICALied' unterstützen und begleiten den Workshop mit ihrer Erfahrung. So gilt keine Ausrede, wie: "Ich kann nicht singen." Jeder kann singen, gerade auch, wenn es um die so wichtige Botschaft geht, dass Rassismus in unserer Gesellschaft keinen Platz haben darf. Dazu braucht es vor allem Herz und dann erst Stimme. Genau das passiert beim gemeinsamen Chorsingen ... »Herz einschalten - Rassismus ausschalten«.

Der Chorworkshop ist für das letzte Märzwochenende geplant und startet am Freitag, den 28.03.2025, um 17:00 Uhr in der Aula der Lauenburgischen Gelehrtenschule mit einem Kennenlernen und ersten Übungen. Am Samstag und Sonntag wird dann ganz tägig intensiv geprobt, um zum Abschluss auch gemeinsam ein öffentliches Konzert darbieten zu können. Gesucht sind jetzt Menschen, die mitsingen möchten, aus Spaß am Singen, aus Überzeugung für die Sache oder aus Freude an dem gemeinsamen Erleben. Anmeldungen werden unter miteinander.leben@t-online.de entgegengenommen.

Der Workshop wird gefördert durch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' und ist kostenfrei. Lediglich zur gemeinsamen Verpflegung muss ein Beitrag geleistet werden. 

»SelbstVerständlich Politik« im Offenen Kanal Lübeck: 'Desinformation und digitale Öffentlichkeit' als politische Herausforderungen

Desinformation durchzieht die Öffentlichkeit liberaler Gesellschaften in einem nie dagewesen Ausmaß. Vor allem der digitale Raum bietet hier nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, potenziert sogar noch durch die sich rasant entwickelnde KI-Technologie.  Verdeckt oder auch ganz offen, versuchen dubiose Akteure über digitale Medien Einfluss zu nehmen, auf die Wahrnehmung von Realität, auf die öffentliche Meinung, auf politische Entscheidungen. Ihr bevorzugtes Mittel ist die Desinformation, die mit digitaler Lautstärke und maximaler Unsachlichkeit in die öffentliche und politische Landschaft gebrüllt wird. Die darunter liegende Agenda des Absenders bleibt dabei zumeist verborgen. Die demokratische Grundordnung einer liberalen Gesellschaft tut sich schwer, dieser Einflussnahme etwas entgegenzusetzen. Gerade die ihr zugrundeliegenden Freiheitsprinzipen sind die Einfallstore für Unwahrheiten, Lügen, Verachtung, Hass und Hetze im digitalen Raum. Dadurch steigt die Verantwortung des Einzelnen, sich gut informiert nicht vor den erst besten Karren spannen zu lassen, der am lautesten daher kommt. 

Entsprechend wichtig ist es, die Akteure und Strategien von Desinformation zu kennen, ebenso die Mechanismen der digitalen Öffentlichkeit, um in dieser Wirklichkeit von Desinformationen selbst bestimmt und nicht nur emotionalisiert handeln zu können. Prof. Dr. Christian Stöcker forscht zu 'Digitale Kommunikation' an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und kann Auskunft geben zu den politischen Herausforderungen von Desinformation und digitale Öffentlichkeit.

Ausgestrahlt wird der Beitrag am 24.02.2025 um 19:00 Uhr, am 26.02.2025 um 14:00 Uhr und am 28.02.2025 um 11:00 Uhr. Die Sendereihe 'SelbstVerständlich Politik' des Vereins Miteinander leben e.V. wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Zu empfangen ist die Sendung auf der Frequenz 98,8 MHz (106,5 Kabel), auf DAB+ und als Direktsendungen im Internet unter Lübeck FM - Livestream. Eine andere Möglichkeit ist der Empfang im Internet über die App "tunein".

Arbeitsgruppe "Kleine Städte und ländliche Gebiete" im ECCAR-Netzwerk gegründet

Auf Initiative der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen ist im   ECCAR-Netzwerk am 5. Februar 2025 virtuell die neue Arbeitsgruppe „Kleine Städte und ländliche Gebiete“ gegründet worden stattfand. Sie zielt darauf ab, kleinere Kommunen in ihren Bemühungen zur Bekämpfung von Rassismus zu unterstützen, indem sie eine gemeinsame Plattform für den Austausch von Ressourcen, Strategien und bewährten Verfahren bietet.

Das Treffen begann mit einer herzlichen Begrüßung durch Heinz Dohrendorff, Leiter des Amtes Lauenburgische Seen, und einem Grußwort von Eckhard Graf, Bürgermeister von Ratzeburg, der betonte, wie wichtig es ist, unterstützende Strukturen für kleine Städte und ländliche Gebiete im Kampf gegen Rassismus zu schaffen. Mehr als 15 ECCAR-Mitgliedstädte nahmen an der Auftaktveranstaltung teil.

Die wichtigsten Diskussionen konzentrierten sich auf die Durchführung einer Bedarfsermittlung und die Frage, was die Arbeitsgruppe kleineren Städten bieten kann und wie sie von der Zusammenarbeit untereinander profitieren können. Ziel war es, die spezifischen Herausforderungen zu verstehen, mit denen diese Gemeinden konfrontiert sind, und Ressourcen, Strategien und bewährte Verfahren zur Stärkung der lokalen Antirassismusarbeit auszutauschen.

https://www.youtube.com/shorts/IiiqCBgGCHk

'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen wird weiter gefördert

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Seit 2017 werden über die 'Partnerschaft für Demokratie' in der Stadt Ratzeburg und im Amt Lauenburgische Seen Projekte zur Demokratiestärkung, zur Prävention von Extremismus und zur Vielfaltgestaltung durch das Bundesprogramm 'Demokratie leben!' gefördert. In dieser Zeit konnten zahlreiche wichtige Impulse gesetzt werden, in der Dialogkultur vor Ort, in der demokratiebildenden Jugendarbeit, in Initiativen zu Überwindung von Rassismus, Diskriminierung und Antisemitismus, in der Förderung von Inklusion, in der Mitbestimmung vor Ort oder in der Aus- und Fortbildung von engagierten Akteuren der Demokratiearbeit. Die 'Partnerschaft für Demokratie' hat vieles bewegt und viele bewegen können. 

Angesichts dessen, was zusammen mit vielen Menschen aus der Zivilgesellschaft in Ratzeburg und dem umliegenden Amt erreicht werden konnte, war es keine Frage, sich auch für die neue Förderperiode des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' zu bewerben. Dort wurde das beispielhafte Engagement der Partnerschaft ganz offensichtlich ebenso gewürdigt und zur Freude aller Beteiligten eine weitere Förderzusage erteilt. Für die kommenden Jahre werden damit jährlich 125.000 € an Fördermitteln aus dem Bundesprogramm für die Arbeit der Partnerschaft in Aussicht gestellt. 

Entsprechend konnten die Mitglieder des Begleitausschusses, die für die Vergabe der Bundesförderung an lokale Projektträger zuständig sind, im Januar ihre Arbeit fortsetzen und erste Projekte beraten. Vorgestellt wurden Vorhaben zur Antirassismusarbeit, zur politischen Bildung, zur Toleranzbildung und gegen Antisemitismus. Insgesamt acht Projekte wurden beschieden, unter anderem auch wieder eine Förderung für 'Kleinprojekte', die es Einzelpersonen oder Schulklassen ermöglicht, ihre demokratiestärkenden Ideen zu verwirklichen. Dabei unterstützen kann die neue Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft, die zu Jahresbeginn von der Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. übernommen wurde. 

Was die 'Partnerschaft für Demokratie' in der Stadt Ratzeburg und im Amt Lauenburgische Seen leisten kann, zeigt aktuell eine Ausstellung in der Ratzeburger Stadtbücherei. Dort sind wichtige Projekte der vergangenen vier Jahre plakativ zusammengestellt worden, die einen guten Überblick geben können und vielleicht auch Mut machen, sich an der Projektarbeit der Partnerschaft zu beteiligen. Alle Informationen dazu sind unter www.partnerschaftdemokratie.de zu finden. 

»SelbstVerständlich Politik«: Volkshochschule Ratzeburg e.V. und Verein Miteinander leben e.V. ziehen eine erfolgreiche Jahresbilanz zur gemeinsamen politischen Bildungsarbeit

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Die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. hat im zurückliegenden Jahr in Kooperation mit dem Verein Miteinander leben e.V. wieder ein umfangreiches politisches Bildungsprogramm mit Vorträgen und Podcasts organisieren können. Es standen dabei ganz unterschiedliche Themen im Fokus.    

Mit Prof. Dr. Jürgen Manemann wurde analysiert, was uns in der Demokratie zusammenhält oder auseinandertreibt. Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger referierte zur "Kriegstauglichkeit" Deutschlands und begleitete den US-Präsidentschaftswahlkampf mit einem kenntnisreichen Vortrag. Enrico Kreft lud zu einer Diskussion rund um die Europawahl und Evans Gumbe sprach über die Notwendigkeit von Antirassismusarbeit im ländlichen Raum. Prof. Dr. Christian Stöcker las aus seinem Buch "Männer, die die Welt verbrennen" und sprach über die Wirkungsmacht der Petro-Akteure als Bremser der Energietransformation. Nur als Podcast wurde überdies eine Diskussion zum 'Internationalen Tag der Menschenrechte' aufgezeichnet und im Offenen Kanal ausgestrahlt. 

Bei den Vorträgen wurden 178 Zuhörerinnen und Zuhörer registriert, von denen sich rund 55% bereit zeigten, an den begleitenden Befragungen zu den politischen Bildungsveranstaltungen teilzunehmen. Diese ergaben in erfreulicherweise Weise wieder eine sehr positive Bewertung der Angebote mit Zustimmungsraten zwischen  80 – 90% zu Fragen der Attraktivität, der Organisation, der Themenvermittlung und des Wissenstransfers. Zudem bestätigten rund 70% der Teilnehmenden, sich gut an den Veranstaltungen beteiligen zu können.  

Viele Vortragende wirkten im vergangenen Jahr auch wieder an einer Aufnahme zu ihrem Vortragsthema für das Radioformat von "SelbstVerständlich Politik" bei Lübeck FM mit, die nachfolgend auch in das eigene Podcastprogramm des Projektes übernommen wurden. Allein bei den 5 ausgestrahlten Sendungen konnten nach Analyse des Offenen Kanals Lübeck jeweils rund 1.000 Zuhörer*innen pro Sendung erreicht werden. Im Podcastkanal wurden im Jahresverlauf 700 Zugriffe verzeichnet: https://www.podcast.de/podcast/3168722/selbstverstaendlich-politik 

Der Verein Miteinander leben e.V. und die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. zeigten sich mit dem Verlauf des politischen Bildungsjahres sehr zufrieden. "Wir sind erfreut, dass unsere Angebote immer mehr Zuspruch finden und Menschen vor die Chance nutzen, zu aktuellen politischen Themen ins Gespräch zu kommen. Der Bedarf, sich zu informieren und zu über aktuelle politische Entwicklungen zu diskutieren steigt deutlich", sagt Mark Sauer, Vorsitzender vom Verein Miteinander leben e.V., der das politische Bildungsprogramm als anerkannter freier Träger der politischen Bildung federführend organisiert.     

"Die bewährte Kooperation mit dem Verein Miteinander leben e.V. ermöglicht es uns, jedes Jahr wieder vielfältige politische Bildungsangebote im Programm der Volkshochschule vorhalten zu können. Sie sind ein wichtiger und unverzichtbarer Baustein unserer Bildungsarbeit", sagt Silvia Tessmer, Geschäftsführerin der Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. mit Blick auf die großen politischen Herausforderungen, die die Menschen auch vor Ort sehr bewegen. 

Das politische Bildungsprogramm "SelbstVerständlich Politik" wird in Ratzeburg und dem Umland gefördert über die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. 

Begleitausschuss der 'Partnerschaft für Demokratie' Stadt Ratzeburg und Amt Lauenburgische See bereitet sich auf neue Förderperiode vor

Der Begleitausschuss der 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen hat sich in seiner letzten Sitzung des Jahres auf die neue Förderperiode des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' vorbereitet. Vorangegangen war eine erfolgreiche verlaufende Interessenbekundung, mit der sich die seit 2017 bestehende 'Partnerschaft für Demokratie' erneut für diese Förderung qualifizieren konnte. "Wir sind sehr glücklich, dass wir mit unserer bisherigen Arbeit und unseren Konzepten zur Stärkung von Demokratie im ländlichen Raum die Jury des Bundesprogramms von uns überzeugen konnten", sagte Begleitausschussvorsitzende Gesine Biller. 

Die neue Förderperiode bis zum Jahr 2032 bringt neue Herausforderungen für die 'Partnerschaft für Demokratie'. So sollen sich die geförderten Projekte verstärkt mit dem Themenkomplex "Demokratieskepsis" befassen. Engagierte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren demokratiestärkender Arbeit sollen besser unterstützt, ausgebildet und auch geschützt werden. Gemeinsam soll an einer lebendigen Demokratie gearbeitet werden, die Menschen einlädt, sich einzubringen, mitzureden und auch aktiv mitzuwirken. Der Begleitausschuss befasste sich auf seiner Planungssitzung intensiv mit diesen neuen Zielvorgaben und setzte sie mit Unterstützung von Moderator Lars Hartwig zur bisherigen Arbeit ins Verhältnis. "Wir konnten dabei feststellen, dass wir bereits auf einem guten Weg sind. Viele dieser neuen Anforderungen spiegeln sich bereits in unserer geförderten Projektlandschaft der vergangenen Jahre. Tatsächlich neu sind die Fragestellungen zu Schutzkonzepten", sagt Mark Sauer, der bei der Stadt Ratzeburg das 'Federführende Amt' der Partnerschaft leitet. Die Aufgabenstellung für die neue Förderperiode ist damit klar. Es gilt, die Kompetenzen von Engagierten in ihrer Demokratiearbeit zu stärken, bestehende Konflikte konstruktiv in Bewegung zu bringen, Beteiligungsprozesse für viele Menschen zu ermöglichen und Extremismus in all seinen menschenverachtenden Ausprägungen zu überwinden. 

Eine neue Aufgabenstellung ergibt sich auch für den Begleitausschuss selbst. Dieser soll nach Vorgabe des Bundesprogramms zukünftig offener in Form eines Bündnisses gestaltet werden. Die Mitgliederbasis soll verbreitert und neue Akteure aus wichtigen öffentlichen und gesellschaftlichen Bereichen der Kommunen dazugewonnen werden. Der Begleitausschuss wird diese Transformation in seiner ersten Sitzung des neuen Förderjahres auf Grundlage einer neuen Geschäftsordnung vollziehen. Dankbar verabschiedet wurden schließlich die Kollegin und der Kollege der 'Koordinierungs- und Fachstelle', die seit 2017 Projektträger in Fragen der Antragstellung, der Projektdurchführung und der Abrechnung beraten und unterstützt haben. Bärbel Buch und Karl Schneider von der BQG GmbH beenden ihre Tätigkeit. Die Aufgabe der 'Koordinierungs- und Fachstelle' war zur neuen Förderperiode von der Stadt Ratzeburg und dem Amt Lauenburgische Seen neu ausgeschrieben und in einem offenen Bewerbungsverfahren mit mehreren Bewerbungen an die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. vergeben worden.


Neu gewählter Ratzeburger Jugendbeirat bereitet sich auf seine gemeinsame Arbeit vor

Der neu gewählte Ratzeburger Jugendbeirat hat sich am vergangenen Samstag mit einem Einführungsworkshop in der Ratzeburger Jugendherberge auf seine zukünftige Arbeit vorbereitet. Unterstützt von Gregor Dehmel vom Verein Politik zum Anfassen e.V. näherten sich vor allem die neuen Mitglieder in verschiedenen Spielsituationen dem unbekannten Terrain der Kommunalpolitik und der Kommunalverwaltung an. Begleitet wurden sie dabei von den älteren Jugendbeiratsmitglieder, die ihre Erfahrung und Wissen bereitwillig einbrachten. Hilfreich für den neuen Jugendbeirat ist dabei, dass diese Erfahrung durch drei ihrer wiedergewählten Mitglieder auch in der weiteren Arbeit erhalten bleiben wird. 

Ein weiterer Schwerpunkt der Workshoparbeit war die Themenfindung. Hier wurden sowohl neue Ideen, wie die Gestaltung der Ratzeburger Schulhöfe oder die Anlage eines Kletterwaldes, als auch bereits bestehende Themen, wie Klimaschutz, die gemeinsame Europaarbeit mit den Jugendbeiräten der Partnerstädte oder, ganz oben auf, der Wunsch nach einem Skatepark, diskutiert. Auch hier konnten die scheidenden Mitglieder ihr Wissen und wichtige Impulse einbringen. Sie signalisierten ihre Bereitschaft, dem neuen Jugendbeirat auch zukünftig bei Bedarf beratend zur Seite zu stehen. 

Der neue Jugendbeirat wird sich am 29.01.2025 konstituieren. Hierbei wird auch der Vorsitz bestimmt. Um sich bis dahin etwas besser kennenzulernen, wurde vereinbart, gemeinsam den afrikanischen Zirkus 'JABULA' zu besuchen, der in den Weihnachtsferien in der Ratzeburger Riemannhalle gastiert. Solche und ähnliche Aktionen sollen dazu beitragen, das Gruppengefühl im Jugendbeirat für die kommenden zwei Jahre zu stärken.

Ermöglicht wurde der Einführungsworkshop durch eine Förderung aus dem Jugendfond der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. 

15. Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung gastierte bei der Partnerschaft für Demokratie des Kreises Parchim-Ludwigslust

Rund 100 Engagierte aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Sicherheitsbehörden und Kommunalpolitik trafen sich Mitte November im Parchimer Solitär zur 15. Regionalkonferenz Rechtsextremismus und Demokratiestärkung, um gemeinsam Strategien auszutauschen, die die demokratische Kultur hierzulande stützen sollen. Vorbereitet war themenreiches Workshopprogramm zu zivilgesellschaftlicher Bündnisarbeit gegen Rechtsextremismus, zu rechtsextremen Strukturen im Naturschutz, zu queerem Leben im ländlichen Raum sowie zu Rechtsextremismus in Schule und Kommunen. 

Im Einführungsvortrag stellte Professorin Dr. Júlia Wéber von der Hochschule Neubrandenburg die Ergebnisse einer aktuellen Studie zu “Demokratiegefährdenden Strukturen und Akteuren in der Region Rostock und die Gefährdung der Demokratie vor Ort” vor. Aus dieser Studie, die im Auftrag der Aktion Zivilcourage e.V. erstellt wurde, konnten die Teilnehmenden wichtige Erkenntnisse für ihre eigene Arbeit gegen Rechtsextremismus beziehen. Als wesentliche Handlungsempfehlungen der Studie wurden der Aufbau von Netzwerkkooperationen zu Polizei, Staatsschutz und Justiz, das konsequente Entgegenwirken gegen die Normalisierung rechter Symbole, Raumnahmen oder Straftaten, Fort- und Weiterbildungsangebote zu demokratiegefährdenden Strukturen und ein Ausbau von Angeboten in der außerschulischen Jugend- und Bildungsarbeit, die Ermöglichung aktiver Demokratieerfahrungen in partizipativen Formaten für alle Bevölkerungsgruppen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der extrem rechten AfD auf kommunal- und landespolitischer Ebene genannt.

Letzteres wurde von den teilnehmenden Kommunalpolitiker*innen und Bürgermeister*innen besonders unterstrichen. Ein Bürgermeister einer Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern beschrieb die fortwährende Auseinandersetzung mit rechtsextremen Strukturen und mit der AfD im Stadtparlament mit klaren Worten. Man könne dagegen nur bestehen, so seine Aussage, wenn man selbst eine klare Haltung gegen Rechtsextremismus entwickelt habe und diese auch vertrete, wenn man solidarisch umgeben sei von Menschen, die diese Haltung teilen und wenn man auf professionelle Beratung zurückgreifen könne, um sich gegen rechtsextreme Strategien zu wappnen. Er ließ in seiner Einlassung keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Bedrohung, die von rechtsextremen Strukturen im kommunalen Raum ausgeht. “Wenn die morgen an die Macht kommen, werden sie uns übermorgen abholen”, so seine durchaus nüchterne Einschätzung. 

Professorin Dr. Júlia Wéber wies überdies darauf hin, dass rassistische Narrative eine große Wirksamkeit entwickeln können, um Menschen mit rechtsextremem Gedankengut in Berührung zu bringen. Diese Einschätzung teilte im Workshop “Rechtsextremismus in Kommunalpolitik & Gemeinwesen” ein Vertreter der Opferberatungseinrichtung ‘LOBBI M.-V.’. Er beschrieb rassistische Übergriffe als Hauptgrund für Beratungsanfragen, verwies aber auch auf einen massiven Anstieg der Beratungsfälle im Kontext von queerem Leben im ländlichen Raum.

Ein weiteres Schlaglicht der Studie, die Teilnahme von rechtsextremen Akteuren an Kampfsportevents, wurde von einem Vertreter des Landesportverbandes klar bestätigt. Er warnte vor der zunehmenden Bedeutung von ‘Martial-Arts’-Veranstaltungen für die rechtsextreme Szene, die sich dort in zum Teil großer Zahl engagieren oder treffen würde. Dieses Beispiel zeigt, wie flexibel die rechtsextremen Strukturen auf Trends aufspringen. Dies wurde auch im Workshop ‘Ökologie von rechts: Rechtsextreme Ideologien im Natur- und Umweltschutz’ deutlich. Völkische Ideologien nutzen gerne den Mantel des Ökologischen und versuchen so Anknüpfungspunkte in die Mitte der Gesellschaft zu finden. 

Einig waren sich die Teilnehmenden während des gemeinsamen Austausches zur Empfehlung der Studie, dass alle Institutionen der Demokratieförderung verlässliche und langfristige Finanzierungskonzepte benötigen würden, um kontinuierlich und nachhaltig gegen die Herausforderungen von rechtsextremen Strukturen und Akteuren wirken zu können. Dies wurde vor allem auch im Workshop “Engagiert für Demokratie – engagiert gegen Rechtsextremismus!” diskutiert. Dort tauschten sich zivilgesellschaftlich Engagierte über ihre Erfahrungen und Möglichkeiten in der Arbeit gegen Rechtsextremismus aus. 

Das Organisationsteam der 15. Regionalkonferenz Rechtsextremismus und Demokratiestärkung, zu dem das RAA-Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg, das Regionale Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Lübeck der AWO-SH, der Verein Miteinander leben e.V. in Mölln, die Stadt Ratzeburg und das angeschlossene Ratzeburger Bündnis sowie der Fachdienst Familie und Schule, der Kinder- und Jugendschutz des Kreises Stormarn gehören, zeigte sich mit deren Verlauf hochzufrieden. Insbesondere die Kooperation mit der ‘Partnerschaft für Demokratie des Landkreises Ludwigslust-Parchim’, die für einen optimalen Konferenzrahmen gesorgt hatte, wurde herausgestellt. 

'Demokratie-Café' des Ratzeburger Seniorenbeirats zum Thema 'Gleichberechtigung'

Der Seniorenbeirat der Stadt Ratzeburg schaut in seinem 'Demokratie-Café' historisch auf die Frauenpolitik in Deutschland und lädt zu einer Vorführung des Films "Die Unbeugsamen II" am Mittwoch den 11.12.2024 im Burgtheater ein. Anlässlich des Jubiläums '75 Jahre Grundgesetz' wurde Anfang November im 'Demokratie-Café' ein Überblick über dessen erste 16 Artikel gegeben und speziell das Thema Gleichberechtigung diskutiert. Dazu wurde der Film "Die Unbeugsamen" über die ersten - heute prominenten - Politikerinnen der "Bonner Republik" im Bundestag gezeigt. Darauf folgt nun ein lebendiges Gruppenporträt ostdeutscher Frauen aus verschiedensten Gesellschaftsbereichen der DDR. 

Auf dem Programm stehen ab 16:30 Kaffee und Kuchen im Foyer des Burgtheaters mit Einstimmung auf das Thema und ab etwa 17:00 Uhr die Filmvorführung. Mit einem Zuschuss der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' konnte der Eintrittspreis auf 5 € gesenkt werden. Zur Vorbereitung wird um Anmeldung per Email gebeten an seniorenbeirat-rz@ratzeburg.de oder Telefon 8000-980. Für die ersten 20 Anmeldungen stehen Freikarten zur Verfügung.

"Gewalt gegen Frauen geht uns alle an!" 
Vortragsabend in der Ratzeburger Stadtbücherei

Die UN-Kampagne "Orange the World" macht seit 1991 auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam. Vom Internationalen Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte wird die überaus dringliche Forderung aufgestellt: "Stopp Gewalt gegen Frauen!". Die Stadt Ratzeburg beteiligt sich wie viele Organisationen an diesen, sogenannten 'Orange Days', denn, so Bürgermeister Eckhard Graf: "Gewalt gegen Frauen geht uns alle an!". 

Am Montag, 25. November, wird in der Stadtbücherei Ratzeburg in einer gemeinsamen Veranstaltung von der Frauenberatungsstelle Schwarzenbek, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Ratzeburg und der Stadtbücherei diese geschlechtsspezifische Gewalt an Frauen und Mädchen in den Fokus genommen. In einem Vortrag mit dem Titel "Gleichheit , Freiheit ....  die Aufklärung vergisst die Schwestern" wird Ulrike Neidhöfer, Vorsitzende des Förderkreises Industriemuseum Geesthacht, emanzipatorische Lebensentwürfe aus drei Jahrhunderten vorstellen. Die Frauenberatungsstelle Schwarzenbek berichtet über ihre Arbeit. Bürgermeister Eckhard Graf wird ein Grußwort sprechen. Der Chor POLITICALied sorgt für die musikalische Untermalung und bei Snacks und Getränken kann nach dem Vortrag ins Gespräch gekommen werden.

Die Veranstaltung wird von der Partnerschaft für Demokratie Stadt Ratzeburg und Amt Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' gefördert. Der Eintritt ist frei. Die Stadtbücherei ist barrierefrei zugänglich.

15. Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung zu Gast bei der Partnerschaft für Demokratie des Kreises Parchim-Ludwigslust

Die Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung macht am 16.11.2024 erstmalig Station in Parchim. Sie folgt einer Einladung der Partnerschaft für Demokratie des Kreises Parchim-Ludwigslust. Einen Tag lang lädt sie demokratisch engagierte Menschen aus der Zivilgesellschaft, des kommunalen Ehrenamtes sowie aus hauptamtlichen Institutionen in einen breiten Austausch zur Wissensvermittlung, zur gegenseitigen Stärkung und zur Vernetzung. Das Organisationsteam der Regionalkonferenz und die Verantwortlichen der Partnerschaft für Demokratie haben gemeinsam ein Konferenzprogramm im Workshopformat entwickelt, dass sich praxisnah und fachlich fundiert mit aktuellen Herausforderungen von Rechtsextremismus in Gesellschaft, Schule, Kommunalpolitik und Verwaltung befasst. Ebenso werden rechtsextreme Strategien unter dem Deckmantel des Naturschutzes und die oftmals schwierige Situation queerer Jugendlichen im ländlichen Raum beleuchtet. Die Regionalkonferenz möchte zudem Initiativen zu Wort kommen lassen, die in der Region aktiv gegen Rechtsextremismus sowie gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wirken. Ihre Erfahrungen und das Wissen um unterstützende Strukturen sollen inspirieren und motivieren, selbst für eine starke Demokratie aktiv zu werden. 

Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung

Die Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung wurde 2012 in Ratzeburg als Ergebnis eines länderübergreifenden Fachaustausches von Städten und Gemeinden zum Thema Rechtsextremismus gegründet. Sie versteht sich als Bildungs- und Erfahrungsraum für die engagierte Zivilgesellschaft und hat bis 2023 auf insgesamt 14 Regionalkonferenzen über 1.750 Teilnehmer*innen als Multiplikator*innen gegen Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus handlungsorientiert geschult, überregional vernetzt und fachlich-inhaltlich fortgebildet. Die Regionalkonferenz wandert dabei durch den norddeutschen Raum mit Stationen in Ratzeburg (2012, 2013, 2018), Lübtheen (2013), Grevesmühlen (2014), Bargteheide (2014, 2022), Lübeck (2015, 2023), Mölln (2015), Wismar (2016), Boizenburg (2017), Lauenburg (2019) und Schönberg/Mecklenburg sowie online (2021). Die Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung wird getragen durch ein überregionales Organisationsteam, das sich für die jährliche Konferenzausrichtung verantwortlich zeigt. Dazu gehören die Stadt Ratzeburg und das angeschlossene Ratzeburger Bündnis, das RAA-Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg, das Regionale Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Lübeck der AWO-SH, der Verein Miteinander leben e.V. in Mölln, die Partnerschaften für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen und der Stadt Lauenburg sowie der Fachdienst Familie und Schule, Kinder- und Jugendschutz des Kreises Stormarn. Mehr Informationen unter https://regionalkonferenz.eu.

 Die Teilnahme an der 15. Regionalkonferenz Rechtsextremismus und Demokratiestärkung ist wie immer kostenlos. Eine Anmeldung ist aber obligatorisch: miteinander.leben@t-online.de. 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind bzw. mit solchen stören, den Zutritt zur Regionalkonferenz zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Politische Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik" diskutiert über Rassismus in unserer Gesellschaft

In der politischen Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik", die gemeinsam von der Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. und dem Verein Miteinander leben e.V. organisiert wird, stellt Evans Gumbe am 05.11.2024, 19:00 Uhr im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses auch mit Blick auf eigene Erfahrungen die Frage, ob Rassismus (un-)überwindbar ist? 

Für viele Menschen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland leben, sind Rassismus und rassistische Diskriminierung alltägliche Realitäten. Sie machen Rassismuserfahrungen aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe, ihrer ethnischen, kulturellen oder religiösen Herkunft und Zugehörigkeit, ihres Namens oder ihrer Sprache. Diese Formen von Rassismus reichen von beleidigenden Bemerkungen, Witzen und Kommentaren bis hin zu persönlichen Angriffen und struktureller Benachteiligung. Diese Erfahrungen sind nicht nur schmerzhaft und herabwürdigend, sondern für viele auch bedauerlicherweise zur "Normalität" geworden, die ihr Leben in vielerlei Hinsicht einschränken. Oft fühlen sich die Betroffenen mit ihren Erfahrungen machtlos und isoliert.  

Diesem Rassismus in den Köpfen von Menschen, in institutionellen Strukturen wirksam entgegenzuwirken ist eine große, gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Sie muss auf vielen Ebenen ansetzen und braucht einen ˈlangen Atemˈ sowie nimmermüdes, motiviertes und motivierendes Engagement vieler Menschen in allen Bereichen von Staat und Gesellschaft, wo Rassismus sich alltäglich zeigen kann. Vor allem aber braucht es dabei die aktive und selbstbestimmte Mitwirkung von Betroffenen von rassistischer Gewalt und Ausgrenzung. Darüber möchte Evans Gumbe, Lehrbeauftragter an der Universität Lübeck, interkultureller Trainer und Projektmanager im Bereich Internationales an der Technischen Hochschule Lübeck sprechen und diskutieren.

Der Vortrag wird über die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' gefördert. Der Eintritt ist kostenlos. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar.

Demokratiecafé des Ratzeburger Seniorenbeirats zeigt den Dokumentarfilm "75 Jahre Grundgesetz"

Der Seniorenbeirat der Stadt Ratzeburg lädt am 06.11.2024 um 16:30 Uhr Seniorinnen und Senioren zur Vorführung des Dokumentarfilms "75 Jahre Grundgesetz" ins Ratzeburger Burgtheater ein. Nach einem kurzen Empfang mit Kaffee und Kuchen im Foyer beginnt die Vorführung um 17:00 Uhr im 'Großen Haus'. Im Anschluss ist eine moderierte Diskussion zum Film geplant. Die Gäste sind eingeladen, sich über ihre Erfahrungen mit der Demokratie austauschen. Mit einem Zuschuss der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' kann der Eintrittspreis für alle Teilnehmenden ermäßigt für nur 5 € angeboten werden. Zur Vorbereitung wird um Anmeldung gebeten, per E-Mail unter seniorenbeirat-rz@rateburg.de oder telefonisch unter 8000-980. Für die ersten 20 Anmeldungen stehen Freikarten zur Verfügung. 

'Demokratie-Café' des Ratzeburger Seniorenbeirats zur Grenzöffnung vor 35 Jahren

Am 16.10.2024 um 17:00 Uhr lädt der Ratzeburger Seniorenbeirat zu einem weiteren 'Demokratie-Café' in die Stadtbücherei Ratzeburg. Unter dem Motto "Grenzöffnung - selbst erlebt" soll Raum für persönliche Geschichten zur Grenzöffnung 1989 geschaffen werden. Wie haben Menschen selbst die Grenzöffnung damals erlebt? Wie hat die Grenzöffnung ihr Leben verändert? Welche Hoffnungen und Erwartungen haben sich erfüllt, welche nicht? Das 'Demokratie-Café' wird so zum 'Erzähl-Café'. 

Zu Beginn der Veranstaltung führt die Journalistin und Fotografin Heike Fischer durch die Fotoausstellung "35 Jahre Grenzöffnung", die vom 3. Oktober bis 14. November 2024 in der Stadtbücherei zu sehen ist.

Die Teilnahme ist kostenlos und wird gefördert über die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. Der Zugang ist barrierefrei möglich.

'Lange Nacht der Demokratie' findet großen Anklang in Ratzeburg

Die 'Lange Nacht der Demokratie' hat in Ratzeburg eine erfolgreiche Premiere feiern können. Mehr als 200 Gäste waren der Einladung der Ratzeburger Volkshochschule gefolgt, am Vorabend des 'Tages der deutschen Einheit' im Burgtheater an einem politischen Programm mit Diskussionen und Musik teilzunehmen. Sie wurden von Geschäftsführerin Silvia Tessmer, Bürgermeister Eckhard Graf und Gesine Biller von der 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen begrüßt und mit den Ergebnissen eines politischen Lyrik-Workshops empfangen, den Autor Matthias Kröner zuvor in der Stadtbücherei mit Schreibbegeisterten durchgeführt hatte. 

Beim anschließenden Podiumsgespräch zum Thema 'Medien und Demokratie' sprach Dr. Mechthild Mäsker, Leiterin des NDR-Studios in Lübeck, mit der ehemaligen NDR-Redakteurin Gabriele Heise, taz-Journalistin Esther Geißling, Ratzeburgs Pressesprecher Mark Sauer und dem Bundestagsabgeordneten Konstantin von Notz über die Bedeutung einer funktionierenden Medienlandschaft für die Demokratie. Es wurden dabei Fragen zur Glaubwürdigkeit von Medien, zu journalistischen Standards, aber auch zu 'alternativen' Medien, Fake News und Filterblasen erörtert, deren Finanzierung oftmals mit demokratiefeindlichen Interessen verbunden seien. Einig waren sich die Diskutanten, dass journalistische Qualitätsmedien ein unverzichtbares Kontrollorgan in der Demokratie sind und einen ganz maßgeblichen Beitrag zur Dialogfähigkeit in der Gesellschaft leisten würden. Besonders kritisch wurde die stetige Aushöhlung der Lokalredaktionen und der schleichende Verlust einer lokalen Berichterstattung diskutiert, eine Entwicklung, die insbesondere dem politischen Diskurs im ländlichen Raum enorm schaden würde. 

Politisch wurde es auch im anschließenden Musikprogramm. Sänger und Musiker Sebastian Krumbiegel begeisterte das Publikum mit politischer Musik und klaren Statements für Demokratie und Toleranz. Er gab dabei auch Einblicke in sein neues Solo-Album "Aufstehen- Weitermachen" und nahm sich nach dem Konzert viel Zeit für seine Fans und die, die es an diesem Abend wurden. 


Auch die Volkshochschule Ratzeburg bekam von vielen Seiten Lob und Anerkennung für das rundum gelungene Programm zur 'Langen Nacht der Demokratie'. Dieses aus Süddeutschland stammende politische Begegnungs- und Kulturformat wurde in diesem Jahr erstmalig in Schleswig-Holstein durchgeführt. Der Landesverband der Volkshochschulen hatte dazu aufgerufen und die Ratzeburger Volkshochschule diese Idee mit Begeisterung aufgenommen. Die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen unterstützte das neue Format mit einer Förderung im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' und sorgte so für einen freien Eintritt für alle Gäste. 

Wahl zum Ratzeburger Jugendbeirat
Jetzt sind Kandidaten gesucht!

Mit einer großen Werbekampagne hat der Ratzeburger Jugendbeirat die anstehenden Neuwahlen eröffnet. Ziel ist es zunächst, möglichst viele Kandidatinnen und Kandidaten zu gewinnen, die bereit sind, in diesem jugendpolitischen Gremium mitzuwirken und sich dafür zur Wahl stellen. Dazu werden "Wahlbenachrichtigungskarten" an möglichst alle rund 2.200 wahlberechtigten Kinder- und Jugendlichen im Alter von 11 - 21 in Ratzeburg und den umliegenden Schulverbandsgemeinden verteilt sowie Plakate für die Schulen und Jugendeinrichtungen gedruckt.

"Wir haben viel erreichen können in unserer zurückliegenden Amtszeit. Da war das gemeinsame Europacamp mit Jugendbeiräten aus unseren europäischen Partnerstädten. Wir haben das 'Zukunftspaket für Bewegung, Kultur und Gesundheit' mit den vielen Jugendangeboten für euch organisiert und begleitet. Wir haben Jugendbeteiligungsprojekte ermöglicht, wie die große Zukunftswerkstatt mit unseren Schulen, das Nachhaltigkeitsprojekt 'PIMP MY FUTURE' und natürlich das große Planspiel 'PIMP YOUR TOWN' zur Kommunalpolitik. Wir haben uns in der Coronazeit für Eure Interessen eingesetzt und sind dafür mit dem Bundespreis "Demokratisch handeln" ausgezeichnet worden. Wir waren aktiv  ... für Euch ... Eure Stimme. Jetzt seid Ihr dran! Bewerben und mitmachen ist angesagt", sagt Vivian Ndubuisi, Vorsitzende im aktuell amtierenden Ratzeburger Jugendbeirat.

Noch bis zum 15.11.2024 können sich Kinder und Jugendliche unter jugendbeirat@ratzeburg.de melden und sich bewerben. Sie erhalten einen Kandidatenbogen, aus dem heraus anschließend auch ein Wahlplakat gestaltet wird. Die Wahlen selbst finden in der Woche vom 30.11. - 04.12.2024 in den weiterführenden Schulen, im Jugendzentrum STELLWERK und im Rathaus statt.

Politische Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik" diskutiert zur Präsidentschaftswahl in den USA

In der politischen Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik", die gemeinsam von der Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. und dem Verein Miteinander leben e.V. organisiert wird, möchte Dr. Udo Metzinger am 27.09.2024 um 19:00 Uhr im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses über die Bedeutung der anstehenden Präsidentschaftswahl in den USA diskutieren. Wird es eine Schicksalswahl?

Bei der anstehenden Präsidentschaftswahl in den USA steht viel mehr auf dem Stimmzettel als Kamala Harris und Donald Trump. Es ist eine Richtungswahl, innenpolitisch wie geopolitisch. Die Gesellschaft ringt um ihr Selbstverständnis, liberal und progressiv oder konservativ und evangelikal. Die Spaltung ist tief, die Kandidaten im jeweils anderen Lager verhasst. Die Rhetorik ist unversöhnlich. Führt diese Wahl in eine noch tiefere Kluft, in das Undenkbare einer auseinanderfallenden Gesellschaft? Es geht aber auch um die zukünftige Rolle der USA in der Welt. Die Wahl wird entscheiden, ob Amerika weiterhin der maßgebliche Garant der multilateralen, regelbasierten Weltordnung sein wird. Mit weitreichenden Folgen, für die Ukraine, für Europa, aber auch für Russland und China. Eine Schicksalswahl für die Welt?

Der Vortrag wird über die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' gefördert. Der Eintritt ist kostenlos. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar.

Viele Vorträge der Reihe "SelbstVerständlich Politik" sind im Übrigen auch als Podcast unter https://www.podcast.de/podcast/3168722/selbstverstaendlich-politik abrufbar oder werden im Offenen Kanal Lübeck gesendet. 

'Lange Nacht der Demokratie' in Ratzeburg mit Musiker Sebastian Krumbiegel und einem politischen NDR-Talk

Erstmals wird am Vorabend zum 'Tag der deutschen Einheit', am 02. Oktober 2024, eine 'Lange Nacht der Demokratie' in Schleswig-Holstein gestaltet. Zahlreiche Kommunen ermöglichen Begegnung und Austausch zur Bedeutung unserer Demokratie in vielfältigen Formaten. Auch in Ratzeburg wird die Idee der 'Langen Nacht für Demokratie' aufgenommen, die der Landesverband der Volkshochschulen ins Land getragen hat. Die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. organisiert mit Unterstützung der 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen ab 18:00 Uhr ein abendfüllendes Programm im Burgtheater. Geplant wird, neben einem Ausstellungs- und Begegnungsprogramm, ein politischer Talk mit dem NDR Studio Lübeck zum Thema "Medien und Demokratie". Studioleiterin Mechthild Mäsker, Gabriele Heise, Bundestagsabgeordneten Konstantin von Notz und weitere Medienvertreter diskutieren zur Bedeutung einer freien und akzeptierten Medienlandschaft für die Demokratie, zu journalistischen Standards und zur Gefahr von 'Fake News'. Politisch wird auch das Abendkonzert mit Sänger und Musiker Sebastian Krumbiegel. In seinen Liedern geht es um Menschen, die unsere Demokratie tragen, aber auch um Menschen, die sie einschränken und abschaffen wollen. Sie mahnen zur Wachsamkeit und zum Einsatz, damit die Freiheit aller immer gewahrt bleibt in unserem Land. Im Pulverkeller werden kleine »Demokratiehäppchen« gereicht. Abrunden soll die 'Lange Nacht' eine spätabendliche Filmvorführung. Gezeigt wird der Dokumentarfilm "Die Unbeugsamen", der sehr eindrücklich die Geschichte der Frauen in der Bonner Republik beschreibt. 

"Wir sind schon ein bisschen stolz, dass wir als kleine Volkshochschule so ein Programm organisieren konnten und freuen uns auf ganz viel Zuspruch, spannende Diskussionen und jede Menge Begegnungen", sagt Silvia Tessmer, Geschäftsführerin der VHS Ratzeburg und Umland e.V.. Im Vorwege der 'Langen Nacht' wird in der Stadtbücherei Ratzeburg bereits um 15:00 Uhr zu einem Lyrikworkshop mit dem Ratzeburger Autor Matthias Kröner eingeladen, um sich in einem offenen Gespräch kritisch und lobend mit unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen und sich auf den kreativen Weg zu machen, die Gedanken und Erkenntnisse in eigene Gedichte zu fassen. Und auch im "Turmbau zu B." in Buchholz möchte die Künstlergruppe 'b4art' ab 17:00 Uhr das Thema aufgreifen.  Zum allerletzten Mal kann das Kunstwerk besichtigt und mit den anwesenden Künstler*innen diskutiert werden. Bei voller Beleuchtung erstrahlt später der Turm am dunklen Nachthimmel mit dem See im Hintergrund. Die künstlerischen Installationen am Turm zu den vielfältigen Themen wie Demokratie, Menschenrechte, Klimawandel und viele mehr sind noch einmal zu bewundern. Eine Sonderausstellung zu den vergangenen 4 Jahren findet im Veranstaltungszelt statt. Die Künstler*innen freuen sich über regen Besuch.

Der Eintritt ist dank der Unterstützung durch das Bundesprogramm "Demokratie leben!" zu allen Veranstaltungspunkten kostenfrei. 

Erfolgsmodell 'Partnerschaft für Demokratie' - Wie geht es weiter?

'Partnerschaften für Demokratie' sind ein Erfolgsmodell für die Stärkung von demokratischer Zivilgesellschaft in den Kommunen des ländlichen Raums. Dieses war die Kernbotschaft eines Treffens zwischen den Bundestagsabgeordneten Dr. Nina Scheer und Dr. Konstantin von Notz den Vertretern von aktiven 'Partnerschaften für Demokratie‘ im Herzogtum Lauenburg und in Neustadt in Holstein. Die Partnerschaft der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen hatte federführend um diesen Gesprächstermin im Ratzeburger Rathaus gebeten und untermauerte diese Botschaft beispielhaft mit den Ergebnissen der eigenen Arbeit. 

Seit 2017 beteiligen sich Stadt und Amt gemeinsam am Bundesprogramms 'Demokratie leben!' und entwickeln mit engagierten Institutionen und Bürgern vor Ort unterschiedlichste Projekte zur Demokratiestärkung, zur Prävention von Extremismus und zur Vielfaltgestaltung. Die Bilanz dieser Arbeit spricht für sich. In den vergangenen sieben Jahren wurden insgesamt 157 große und auch kleine Projekte organisiert, bei denen rund 70.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer statistisch registriert wurden. Darüber hinaus ist ein Netzwerk von Aktiven entstanden, die diese 'Partnerschaft für Demokratie' als Gemeinschaftsaufgabe verstehen. Das gilt für den Begleitausschuss, in dem zivilgesellschaftliche und kommunalpolitische Akteure vertrauensvoll zusammenwirken, um diese Projekte in Stadt und Amt zu ermöglichen. Dies gilt vor allem aber auch für die Projektträger, die im Verlauf dieser Zeit in immer stärkerem Maße in Kooperationsbeziehungen wirken, sich in ihrer Projektarbeit gegenseitig unterstützen und befruchten. Die 'Partnerschaft für Demokratie' arbeitet in dieser Weise zielgerichtet und an den konkreten Herausforderungen, die sich vor Ort stellen, ist reaktionsschnell und präventiv in dieser Arbeit. Und sie setzt nachhaltige Akzente, wie die Initiative zum Beitritt von Stadt und Amt bei der 'Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR)' oder die Erarbeitung eines 'Aktionsplanes Inklusion' und der nachfolgenden Einrichtung eines gemeinsamen Inklusionsbeirates. Überdies bietet sie vor allem jungen Menschen viele Möglichkeiten, politisch wirksam zu werden und ihre Ideen voranzutreiben und ihre Lebenswelt mitzugestalten. 

Diese Erfolgsgeschichte, die so auch in jeder anderen 'Partnerschaft für Demokratie' erzählt werden kann, wurde allerdings nicht für ein Schulterklopfen angeführt. Vielmehr waren die Mienen der Anwesenden sorgenvoll, steht doch die Frage im Raum: „Wie geht es weiter mit dieser Arbeit?“.  Hintergrund ist die neu ausgerufene Förderperiode des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' für die Jahre 2025 - 2032, die im Mai mit einer ganz neuen Bewerbungsphase gestartet wurde. Keine der Partnerschaften kann aktuell sicher sein, ob die erfolgreiche Arbeit auch fortgesetzt werden kann. Gesine Biller, Mark Sauer und Karl Schneider von der 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische See beschrieben zusammen mit Rike Nagel und Danny Seidel den benachbarten 'Partnerschaften für Demokratie' des Kreises Herzogtum Lauenburg, der Stadt Lauenburg und der Stadt Neustadt die großen Unsicherheiten, die mit den gewählten Verfahren des Bundesprogramms in etablierte Strukturen der kommunalen Demokratiestärkung getragen wurde. Hauptamtliche Unterstützungsstrukturen dieser Arbeit, wie die Koordinierungs- und Fachstellen, stehen infrage. Ebenso Finanzierungsperspektiven. Bürgermeister Eckhard Graf und Amtsvorsteher Heinz Dohrendorff machten für die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen deutlich, wie wichtig diese Arbeit vor Ort, direkt im Lebensumfeld der Menschen, sei. Politische Konflikte und Auseinandersetzungen werden zuallererst in den Städten und Gemeinden ausgetragen. Dort ist der Raum für gesellschaftliche Diskurse und für Teilhabe. Und gerade dort müsse demokratiestärkende Arbeit verlässlich geleistet und auch verlässlich finanziert werden. Sie warben beide für eine Fortsetzung der Förderung und verwiesen auf die beschriebene Erfolgsbilanz der eigenen Partnerschaft gerade im ländlichen Raum. "Die 'Partnerschaften für Demokratie' sind ein hochwirksames Instrument der Demokratiestärkung, gerade hier in den kleinen Kommunen des ländlichen Raums, in denen Demokratiearbeit besonders schwer zu organisieren und zu finanzieren ist", sagte Bürgermeister Eckhard Graf. 

Die Bundestagsabgeordneten nahmen dieses eindringliche Plädoyer der 'Partnerschaften für Demokratie' auf und sagten zu, sich für deren Erhalt, gerade auch mit dem Argument der Bedeutung ihrer Arbeit im ländlichen Raum, auf der Ebene des federführenden Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend einzusetzen.  Dass diese gemeinsame Arbeit weitergehen muss, war allen Beteiligten angesichts der vielen Herausforderungen, vor denen die Demokratie und die freiheitliche Grundordnung gestellt ist, ein gemeinsames Anliegen. 

"SelbstVerständlich Politik"
Politische Bildungsreihe in Ratzeburg wird fortgesetzt

Die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. und der Verein Miteinander leben e.V. bereiten für das kommende Herbstsemester wieder politische Bildungsangebote im Rahmen der gemeinsamen Reihe "SelbstVerständlich Politik" vor. Weltpolitische Geschehen, aber auch auf gesellschaftspolitische Entwicklungen werden aufgenommen und in verschiedenen Vorträgen zur Diskussion gestellt. So will Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger am 22.07.2024 um 19:00 Uhr den Verlauf der Präsidentschaftswahl in den USA analysieren, aus seiner Sicht eine Schicksalswahl. Am 05.11.2024 um 19:00 Uhr will Evans Gumbe als Betroffener und interkultureller Trainer die Frage diskutieren, ob Rassismus (un-)überwindbar ist. Am 19.11.2024 um 19:00 Uhr ist Prof. Dr. Christian Stöcker zu Gast in Ratzeburg. Er stellt sein Buch "Männer, die die Welt verbrennen" vor, das den Kulturkampf zwischen Profiteuren der fossilen Brennstoffe und den erneuerbaren Energien im Zeichen der Klimakatastrophe beschreibt. 

Alle Vorträge finden im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses statt und sind barrierefrei zugänglich. Der Eintritt zu allen Vorträgen ist dank einer Förderung durch die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' kostenlos. 

"Zu all unseren Vorträgen bringen wir regelmäßig auch eigene Podcasts heraus, die wir zusammen mit den eingeladenen Dozentinnen und Dozenten aufnehmen. Die politischen Bildungsangebote aus Ratzeburg sind damit dauerhaft auch hörbar, allerdings ohne die anregenden Diskussionen, die jeder Live-Vortrag mit sich bringt", ergänzt Mark Sauer vom Verein Miteinander leben e.V.. Ausgestrahlt werden diese sowohl im Offenen Kanal Lübeck, als auch auf einer Podcast-Plattform unter https://vml.podcaster.de/selbstverstandlich-politik. 

Ein besonderes Ereignis zur politischen Bildung plant die Ratzeburger Volkshochschule überdies am 2. Oktober 2024. Sie beteiligt sich in diesem Jahr erstmalig mit einem eigenen Programmbeitrag an der bundesweiten "Langen Nacht der Demokratie". Vorbereitet wird unter anderem ein Podiumsgespräch unter Leitung von Mechthild Mäsker, Leiterin des Regionalstudios von NDR 1 Welle Nord in Lübeck, zum Thema "Medien und Demokratie" und ein Konzert mit Sänger und Musiker Sebastian Krumbiegel im Burgtheater Ratzeburg. Das Programm wird eingebettet in ein politisches Filmangebot des Filmclubs Ratzeburg.

Turmbau zu B.: "Im Rausch des Goldes"

Die Buchholzer Künstlergruppe B4art hat den "Turmbau zu B." 2022 konzipiert und gebaut. Elsbeth Buchfeld, Christof Müller, Sabine Burmester und Maren Ruf möchten mit ihren Installationen zu Diskussionen und Gesprächen über die brennenden Themen dieser Welt anregen. Nach dem Vorbild des babylonischen Größenwahns beschäftigt sich das Projekt mit Globalisierung, Wirtschaftswachstum, Klimawandel, Natur, Demokratie, Menschenrechte, Flucht, Vertreibung und Kunst. 2024 fügt die Künstlergruppe zum krönenden Abschluss ihrer Projektinstallation den inhaltlichen Schwerpunkt "Gold" dazu und lassen ihren Turm im 'Rausch des Goldes' erstrahlen. Gold als Symbol für Reichtum und Macht und Größenwahn. Der Turm wirkt dadurch grotesk, zynisch, ironisch, absurd, provokant und faszinierend schön! Er stellt die Frage: "Leben wir wieder in den goldenen 20ern?". 

Das Kunstprojekt bietet im Jahresverlauf Gruppenführungen und Veranstaltungen am Turm. So ist am 11. August 2024 in der Zeit von 13:00 - 18:00 Uhr ein 'Talk am Turm' geplant. Am 24. August 2024 um 19:30 Uhr gibt das Improtheater 'Steife Briese' aus Hamburg eine Vorstellung unter dem Titel "Größenwahn und Goldrausch". Das große Abschiedsfest vom "Turnbau zu B." ist für den 27. September 2024 um 19:00 Uhr geplant.

Auch Workshops für Schulklassen sind bis zum Projektabschluss noch möglich. Schulklassen im Alter ab 10 Jahren werden nach einer ausführlichen Turmbesichtigung mit viel Spaß, Kreativität, Respekt und Miteinander zur Auseinandersetzung mit den vielfältigen Anregungen aus den Installationen spielerisch und künstlerisch angeleitet. Anmeldungen und Anfragen können gerichtet werden an: turmbauzub@b4art.sh.

Das Projekt wird gefördert durch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. 

"Staffellauf der Vielfalt" bringt viele Menschen rund um den Ratzeburger See zusammen

Auch in seiner dritten Ausgabe zeigte sich der "Staffellauf der Vielfalt" rund um den Ratzeburger See von seiner herausfordernden Seite. Widrige Witterungsbedingungen hatten die 27 Kilometer lange Strecke teilweise aufgeweicht und die Etappenorte zur Improvisation gezwungen. Doch all das hielt die zahlreichen Staffelläuferinnen und Staffelläufer, die sich auch in diesem Jahr wieder unter dem Motto "Demokratie läuft!" eingefunden hatten, nicht auf. Der Staffelstab macht seine Runde, mal ganz schnell im Laufschritt oder im Fahrradkorso, mal ganz langsam auf der Inklusionsetappe oder beim gemächlichen Wandern. Und auch auf dem Wasser konnte das Wetter die Staffelweitergabe nicht verhindern, ganz im Gegenteil. Die Schwimmerinnen und Schwimmer ließen sich vom morgendlichen Regen nicht abhalten und stürzten sich beherzt in das überraschend warme Wasser des Sees. Und der stramme Wind sorgte auf den Segeletappen für schnelle Überfahrten, sodass der Staffelstab tatsächlich pünktlich zum großen "Familienfest der Vielfalt" gebracht wurde.

Viele kleine Füße sorgten im schnellen Laufschritt für einen grandiosen Einlauf auf dem gut gefüllten Festplatz und einem begeisterten Empfang auf der Festbühne. Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer und der 1. stellvertretende Stadtpräsident Michael Jäger verfolgten den Einlauf und dankten allen Mitwirkenden für das abermals gelungene 'Demokratieevent', das trotz des Wetters auf der Strecke und an den Etappenorten einmal mehr viele Menschen für Vielfalt und Toleranz zusammenführen konnten. Die Berichte vom interkulturellen Versorgungszelt in Römnitz, dem nachbarschaftlichen Bratwurstempfang in Utecht, dem Chorkonzert in Buchholz und vor allem vom lautstarken Samba-Event in Rothenhusen mit einer Abordnung der Partnerschaft für Demokratie aus Lübeck machten schnell die Runde. 

Auch Dr. Ulf Kassebaum und sein Team vom Diakonischen Werk zeigten sich als Organisatoren mit dem diesjährigen Verlauf des Staffellaufs hochzufrieden. Ein großer Dank ging an die DLRG Ortsgruppe Ratzeburg, die den Lauf zu Lande und zu Wasser wieder professionell absicherte. 

Auch wenn das Wetter dem "Staffellauf der Vielfalt" nicht gewogen scheint, wird bereits über eine Fortsetzung im kommenden nachgedacht. Das Event mit seinem Motto "Demokratie läuft!" hat sich inzwischen zu einem Aushängeschild der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen entwickelt und motiviert, ganz im Sinne des fördernden Bundesprogramms 'Demokratie leben!', viele Menschen sich für Vielfalt und Toleranz aktiv und engagiert zu zeigen. 

Gemeinsam gegen Rassismus...
Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen werden Mitglied in der 'Europäische Städtekoalition gegen Rassismus'

Die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen sind gemeinsam in die Europäische Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR - European Coaltion of Cities Against Racism) aufgenommen worden. Vorangegangen war eine mehrmonatige Bewerbungsphase, in deren Zuge ein 10-Punkte-Aktionsplan gegen Rassismus und Diskriminierung entwickelt und in den kommunalpolitischen Gremien beraten und beschlossen werden musste. Die Initiative zur Bewerbung war vom Begleitausschuss der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen ausgegangen. Ein konkreter Fall und die Intervention einer Betroffenen hatte dort die Überlegungen reifen lassen, die Arbeit gegen Rassismus nicht mehr nur punktuell mit einzelnen Präventionsprojekten, sondern strukturell im Partnerschaftsnetzwerk anzulegen. Dabei half das Ziel, sich gemeinsam bei der ECCAR bewerben zu wollen. 

Die Europäische Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) ist ein Bündnis europäischer Städte, das gegründet wurde, um sich aktiv gegen Rassismus auf kommunaler Ebene einzusetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Städtenetzwerk einen 10-Punkte-Aktionsplan erarbeitet und ermöglicht daneben auch den Austausch von Best Practice und Vernetzung zwischen den Städten im Bereich Antirassismus. Die Gründung des Bündnisses geht auf eine Initiative der UNESCO, der Internationalen Städte-Koalition gegen Rassismus (ICCAR), aus dem Jahr 2004 zurück. Derzeit gehören dem Netzwerk etwa 140 Städte und Gemeinden aus 23 verschiedenen europäischen Ländern an. Koordiniert wird die Arbeit der Koalition durch ihre Geschäftsstelle in der Stadt Heidelberg.

"Wir haben uns im vergangenen Jahr zusammen mit rund 30 engagierten Menschen aus Zivilgesellschaft und hauptamtlichen Institutionen der Herausforderung gestellt, einen 10-Punkte-Aktionsplan gegen Rassismus und Diskriminierung für Stadt und Amt zu entwickeln. Mithilfe von Betroffenen und mit Unterstützung der ECCAR-Kommune Lübeck konnten wir einen Leitfaden für unsere zukünftige Arbeit entwickelt, der beim Vorstand der Europäischen Städtekoalition überzeugen konnte", sagt Gesine Biller, Begleitausschussvorsitzende der Partnerschaft für Demokratie. 

"Sowohl Stadtvertretung als auch der Amtsausschuss haben dem 10-Punkte-Aktionsplan zugestimmt und so das Startsignal für die gemeinschaftliche Bewerbung von Stadt und Amt gegeben. Im vergangenen Mai durften wir uns und unseren Plan bei ECCAR online vorstellen, zusammen mit weiteren Bewerbern aus Italien, der Schweiz und der Republik Moldau. Unser Aktionsplan, der dezidiert den ländlichen Raum in den Blick nimmt, fand beim Vorstand von ECCAR sehr großen Zuspruch und wir wurden mit viel Beifall in der Städtekoalition empfangen", berichtet Mark Sauer von der Stadt Ratzeburg vom erfolgreichen Bewerbungsprozess. 

Mit der Mitgliedschaft bei der ECCAR stehen Stadt und Amt jetzt vielfältige Unterstützung für die Umsetzung des eigenen Aktionsplans und die damit verbundene antirassistische Arbeit zur Verfügung. Es sollen nachhaltige Strukturen entstehen und möglichst viele Menschen, Institutionen und Verantwortliche eingebunden und für gemeinsamen Kampf gegen Rassismus und für Vielfalt in unserer Gesellschaft gewonnen werden. Dabei helfen will der Ratzeburger Evans Gumbe, der als interkultureller Trainer viel Erfahrung mitbringt und sich bereitgefunden hat, die Umsetzung des Aktionsplans zu koordinieren. Ein wichtiger Schritt wird dabei die Reaktivierung des Ratzeburger Bündnisses sein, das vor einigen Jahren sehr erfolgreich gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wirken konnte. Mit der Umsetzung des 10-Punkte-Aktionsplan gegen Rassismus und Diskriminierung wartet jetzt eine neue Herausforderung auf das Bündnis. 

Außer Frage steht dabei, dass sich die Partnerschaft für Demokratie im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' weiter an dieser Arbeit beteiligt. "Wir haben den Impuls für die Bewerbung gesetzt, wir sehen uns da in der Verantwortung", betont Gesine Biller. 

Das Theater »Wolle und Gack« besuchte die Grundschulen in Ratzeburg und Sterley

Bereits im zurückliegenden März besuchte ein Ensemble des Musiktheaters 'Lupe' die Grundschulen Ratzeburg und Sterley mit dem tierischen Theaterstück "Wolle und Gack". Wolle ist ein zufriedenes Schaf. Es hat ein gemütliches Häuschen mit einer grünen Wiese und einem kleinen Bach. Alles ist in schönster Ordnung, bis es einen neuen Nachbarn bekommt. Ein Huhn! Argwöhnisch betrachtet Wolle seine neue Nachbarin. Denn ein Huhn ist ein Huhn und ein Schaf ist nun mal ein Schaf. Die Missverständnisse häufen sich und die Fronten scheinen unüberwindbar. Und so wird Körner fressen und oder Gras mähen zu einer Glaubenssache, Eierlegen oder Wolle - Abgeben zu einer Lebensphilosophie – sich Aufplustern oder den dicken Schafshintern zeigen zu einer Kriegserklärung! Ein tierischer Spaß um kulturelle Missverständnisse.

An der Grundschule Ratzeburg konnten rund 100 Schüler aufgeregt diesen Theaterspaß mit Botschaft in ihrer Turnhalle verfolgen. Anders als sonst waren an diesem Tag keine Sportgeräte aufgebaut. Stattdessen erwartete die Erstklässler eine Bühne mit einem liebevoll gestalteten Bühnenbild. Das Namensschild vor dem Häuschen machte deutlich, dass hier ein "Wolle" wohnen musste. Bald darauf stand Wolle auf der Bühne und ärgerte sich über die neue Nachbarin Gack. Die Kinder lauschten und schauten gebannt, wie aus den ungleichen Nachbarn Freunde wurden. Eine Schülerin wurde sogar selbst zur Schauspielerin und brachte als Postbotin unter den staunenden Augen der Mitschüler Briefe zu Wolle und Gack. Am Ende belohnten die Schüler die Schauspielerinnen mit einem tobenden Applaus.

In den Klassen wurde im Anschluss darüber gesprochen, wer eine ähnliche Erfahrung schon einmal gemacht hatte. Erstaunlich viele Kinder berichteten, dass sie schon schlechte Dinge über andere Kinder gehört oder gedacht hatten und später feststellten, dass diese in Wirklichkeit ganze nett sind. Zum Abschluss wurden Fotos in die Tagebücher geklebt und die Kinder schrieben auf, was ihnen am besten gefallen hat. Ein Junge schrieb, dass er es toll fand, dass das Stück so lustig war. Der Rest der Klasse war sich einig, dass einfach alles toll war. 

Eine ganz ähnliche Resonanz erzielte das Theaterstück auch an der Grundschule Sterley. Auch hier schlug die Geschichte von "Wolle und Gack" die rund 100 teilnehmenden Schüler in ihren Bann und regte viele Gespräche an.

Organisiert wurde dieser Theaterbesuch vom Kreisfachberater für Kulturelle Bildung, Jörg Rüdiger Geschke, unterstützt und gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!". 

Schulklasse der Ratzeburger Gemeinschaftsschule sucht barrierefreie Pfade für Gäste der Stadt

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Einer ungewöhnlichen Aufgabe musste sich vergangene Woche die 10d der Gemeinschaftsschule Lauenburgischen Seen stellen. Die Schülerinnen und Schüler waren zusammen mit ihrer Lehrerin Telse Frahm im Ratzeburger Rathaus mit Bürgermeister Eckhard Graf, Günter Schmidt und Ute Steffen von der Herzogtum Lauenburg Marketing und Service GmbH (HLMS) und Gerhild Kutschale von der Ratzeburger Tourist-Info verabredet, um in Sachen Barrierefreiheit touristische Detektivarbeit zu leisten. Ihnen wurde die Aufgabe gestellt, einen möglichst barrierefreien, touristisch attraktiven Spazierweg für einen fiktiven Gast zu finden, der eine Behinderung hat und keine weiten Wege schafft.

Vorbereitet hatte diesen Aktionstag die Behindertenrechtsaktivistin Martina Radtke im Rahmen des Projektes "Demokratie inklusiv". Sie hatte entsprechende Hilfsmittel, wie Rollstühle, Rollatoren oder Seheinschränkungsbrillen organisiert, um den teilnehmenden Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zu geben, sich selbst in die Rolle ihres fiktiven Gastes zu begeben und eigene Erfahrungen zu sammeln. Bei der Einführung im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses, an der auch Schulleiter Marc Karbowski teilnahm, wurde erst einmal abgestimmt, was dieser Gast unbedingt in Ratzeburg sehen sollte. Der Dom, das Wasser und die schöne Landschaft, die Petri-Kirche, eines der Museen wurden von den Schülern auf die Vorschlagsliste gesetzt.

Ausgestattet mit ausgearbeiteten Protokollbögen und Zollstöcken begaben sich vier Gruppen danach auf unterschiedlichen Wegen auf Erkundung. Schnell zeigte sich, dass nicht jeder Weg barrierefrei zum gewünschten Ziel führte und man die angedachten Routen immer wieder ändern musste. Auch die Längen der Strecken wurde deutlich unterschätzt. Den Schülerinnen und Schüler fiel hier durch eigene Beobachtungen immer wieder auf, wie langsam und mühsam sich ältere Menschen mit Rollatoren durch die Stadt bewegen. Es ergaben sich sogar einige Gespräche mit Betroffenen, die sehr bereitwillig über ihre Erfahrungen in Ratzeburg sprachen.

Auch die Aufgabe, beim Rundgang noch einen Platz für eine gastronomische Pause zu finden, erwies sich schwieriger als gedacht. Nicht jedes Café erwies sich als barrierefrei. Und die Frage, wo eine behindertengerechte Toilette zu finden ist, konnte nicht immer auf Anhieb beantwortet werden. Die Beschilderungen im Stadtgebiet ist hier nicht eindeutig und für die Nutzer von Rollatoren gibt es oft keine öffentlich zugänglichen WCs. Alles wurde sorgsam dokumentiert, vorhandene Barrieren ausgemessen und daraus Vorschläge für ansprechende und machbare Rundgänge entwickelt.

In einer abschließenden Auswertung im Ratssaal wurden einige dieser empfehlenswerten Strecken vorgestellt und über die gemachten Erfahrungen diskutiert. Die Anregungen wurden von Gerhild Kutschale dankend aufgenommen. Sie sollen einfließen in den Aufbau eines Angebotes für barrierearme Stadterkundungen. Martina Radtke zeigte sich vom Einsatz der Schülerinnen und Schüler begeistert. "Die 10d der Gemeinschaftsschule mit ihrer Lehrerin Telse Frahm unterstützt bereits zum zweiten Mal die Umsetzung des 'Aktionsplans Inklusion' der Stadt Ratzeburg durch ihre aktive Mitarbeit. Die jungen Menschen haben sich sehr engagiert mit den Fragen rund um Barrierefreiheit auseinandergesetzt und eigene konstruktive Ideen entwickelt", sagte Martina Radtke.

Die Aktion wurde unterstützt durch die 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. 

Einwohnerversammlung der Stadt Ratzeburg findet Zuspruch und Interesse

Die erste Einwohnerversammlung der Stadt Ratzeburg seit sechs Jahren ist zur Freude von Stadtpräsident Andreas von Gropper auf viel Interesse gestoßen: Gut 160 Bürgerinnen und Bürger der Stadt versammelten sich am 11. Juni 2024 in der Aula der Lauenburgischen Gelehrtenschule, um den Ausführungen von Bauamtsleiter Michael Wolf zum aktuellen Stand der verschiedenen Bauprojekte in Ratzeburg zu folgen. Wolf gab eine detaillierte Übersicht über die Bau- und Planungsstände und stand als fachkundiger Ansprechpartner für Fragen aus dem Publikum parat. Ratzeburgs Feuerwehrchef Christian Nimtz informierte anschließend über das Warnkonzept der Stadt Ratzeburg zur Alarmierung der Bevölkerung in Notfallsituationen und gab wichtige Tipps zur Eigenvorsorge.

Aus den Reihen der Einwohnerinnen und Einwohner wurden verschiedene Anliegen zur Diskussion gestellt. So trug Paul Tessmer vom Ratzeburger Jugendbeirat die Anregung vor, die Freilichtbühne im Bäker Gehölz wieder instand zu setzen und zu beleben. Die stimmberechtigten Einwohner beschlossen mehrheitlich, dieses Thema zur weiteren Beratung in die städtischen Gremien zu verweisen.

Auch Fragen zur Lärmbelastung durch das Kopfsteinpflaster 'Unter den Linden' oder eine Glassammelstation in der Albert-Schweitzer-Straße sowie der Fortbestand der Ratzeburger Feuerwehrtaucher wurden thematisiert. Von Interesse war zudem die Idee, einen Snackautomaten im Kurpark zu installieren.

Im Anschluss an die Einwohnerversammlung übernahm Moderator Jens Westen die Leitung des offenen Bürgerdialogs, an dem auch Interessierte aus dem Umland Rederecht hatten. Zunächst wurde über Möglichkeiten diskutiert, mehr offene Begegnungsangebote für ältere Menschen in der Stadt zu schaffen. Bürgermeister Graf skizzierte hier die Initiative zur demografischen Stadtplanung, die im Vorjahr gestartet worden ist und in ersten Etappenschritten zur Mitgliedschaft der Stadt Ratzeburg beim bundesweiten Netzwerk 'Engagierte Städte' und zur Einrichtung eines weiteren Seniorentreffs im Jugendzentrum GLEIS21 geführt hat. Auch Fragen zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen kamen auf. Hier konnte Bürgermeister Graf auf den sich neu konstituierenden Inklusionsbeirat der Stadt Ratzeburg und den von der Stadtvertretung beschlossenen 'Aktionsplan Inklusion' hinweisen.

Im Zuge des Bürgerdialogs stellte sich auch die Gruppe "Ratzeburg Mitte" vor, die seit einigen Wochen regelmäßig vor dem Ratzeburger Rathaus demonstriert. Sie wies auf soziale Missstände hin, die aus ihrer Sicht zu wenig Gehör in der Ratzeburger Stadtpolitik und darüber hinaus finden würden. Bürgermeister Graf beschrieb in seiner Antwort die politischen Zuständigkeiten und die beschränkten Möglichkeiten der Kommune, sozialpolitische Änderungen herbeizuführen. Er verwies hier an die Anwesenden aus der Landespolitik, die der Einladung zum Bürgerdialog gefolgt waren. Sophia Schiebe (SPD), Rasmus Vöge (CDU) und Oliver Brandt (Bündnis 90 / Die Grünen) nahmen diese Kritik auf und zeigten sich offen für Gespräche über die geäußerten Sorgen zum sozialen Zusammenhalt. Aber auch aus dem Forum kamen Nachfragen und Anregungen, soziale Anliegen nicht nur vorzutragen, sondern auch aktiv über bürgergesellschaftliches Engagement anzugehen.

Stadtpräsident Andreas von Gropper zeigte sich mit dem Verlauf der Einwohnerversammlung zufrieden und bezüglich des Bürgerdialogs nachdenklich: „In verschiedenen Beiträgen wurde bemängelt, dass die von Mehrheit getragene Demokratie zu wenig auf individuelle Probleme einginge und daher immer wieder an Bürgern vorbei entscheide. Ich erkenne das Problem, denke jedoch, dass dieser vermeintliche Schwachpunkt durch verschiedenste Interessensvertretungen und Institutionen gut abgefedert wird.“  

Das belebende Format des offenen Bürgerdialoges wurde geförderte durch die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!'. 

Demokratie beginnt im Klassenzimmer

40 Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen (GLS) haben im Frühjahr erfolgreich ein intensives Klassensprechertraining absolviert. Gemeinsam mit dem Betreuerteam, bestehend aus dem Leiter Wolfgang Reetz, der das Klassensprechertraining 2014 zusammen mit Peter Linnenkohl ins Leben rief und eine pädagogische Intensivmaßnahme für Jugendliche der Schulen im Landkreis leitet, den Schulsozialarbeiterinnen Barbara Stellingwerf und Anna Neuschulz und 'Respekt Coach' Nina Hehn, haben sich die Klassensprecherinnen und Klassensprecher der sechsten bis achten Klassenstufe zusammen mit einem engagierten "Teamer-Team" aus der Klassenstufe zehn auf den Weg ins Jugendfreizeitheim Lankau gemacht, um dort drei Tage an der Gestaltung ihres Ehrenamtes "Klassensprecherin - Klassensprecher" zu arbeiten.

Neben Rechten und Pflichten des Amtes haben sie im Rahmen der 'Gewaltfreien Kommunikation' gelernt, welche Bedürfnisse hinter Aussagen liegen können und dadurch vorschnelles Urteilen über Aussagen anderer zu hinterfragen. In Workshops haben sie an unterschiedlichen Ideen gearbeitet, um aktiv das Schulleben an der GLS mitzugestalten. Viele Ideen wurden besprochen und gemeinsam beschlossen. Ebenso gab es ganz unterschiedliche Herausforderungen zu bestehen ... wie das Schreiben eines Gedichtes. 

Klassensprechertraining ist so toll.
Mein Herz, es ist so voll.
Wir alle wollen besser werden
Und keiner soll es uns verderben.
Wir sind zwar alle müde,
Aber geben uns noch Mühe.

Ein schnelles Gedicht, denn während der 60min Wette, die von der Schülerpraktikantin der Schulsozialarbeit Anni Puls aus der 8a überarbeitet und angeleitet wurde, gab es nicht viel Zeit, um die zum Teil sehr anspruchsvollen Aufgaben gemeinsam zu bewältigen und die Schatzkiste zu gewinnen. Die Zeit wurde knapp, aber sie haben es geschafft. „Wenn alle mitmachen und sich gegenseitig unterstützen, ist alles möglich“, so die stolze Leiterin der Wette.

Gemeinschaft und Zusammenhalt waren wesentliche Grundpfeiler, die während der 3 Tage und in einer Gruppenkonstellation, die so sonst nicht zusammengekommen wäre, gefestigt wurden. Gemeinschaft wurde auch abends großgeschrieben, am Lagerfeuer wurden S`mores gegessen und Werwolf gespielt und nebenan im Disko-Pavillon hatten die Teamer die Party mit interkultureller Musik und Tänzen voll im Griff. Wer feiern kann, kann auch Sport machen.

Zum Abschluss des Klassensprechertrainings gab es eine aktive Einheit vom Anti-Aggressions-Coach Witali Wedler, der anhand verschiedener Übungen gezeigt hat, wie Wut und Aggression durch körperliche Aktivität an Kraft verliert und den Blick auf die wutauslösende Situation verändert. Begeistert vom Engagement der Schülerinnen und Schüler zeigten sich auch die Verbindungslehrerin Theresa Bombrowski und der Direktor der GLS Marc Karbowski, die zu einer Stippvisite vorbeikamen. Herr Karbowski wurde am Ende seines Besuchs spontan von einem Schüler zu einem spannenden Schachspiel herausgefordert, welches er gewann. Revanche? Eine Schach-AG ist nur ein Punkt auf der langen Liste, für die sich die Klassensprecherinnen und Klassensprecher nun einsetzen wollen.

Möglich wurde dieses Training nur durch die Unterstützung des Kreises Herzogtum Lauenburg und der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!', denen die Initiatoren, die Durchführenden, sowie die GLS und ganz besonders die Jugendlichen danken und sich sehr wünschen, dass auch für weitere Module und neue Gruppen wieder Mittel zur Verfügung gestellt werden, um diesen Baustein des Demokratielernens am Leben zu erhalten.

"Demokratie läuft!"
Der Staffellauf der Vielfalt rund um den Ratzeburger See ist wieder startbereit

Die Planungen und Vorarbeiten sind geschafft. Der beliebte "Staffellauf der Vielfalt" rund um den Ratzeburger See kann am 30. Juni 2024 wieder starten. In einer letzten Arbeitsrunde haben alle Mitwirkenden aus den seeanliegenden Gemeinden, der DLRG Ortsgruppe Ratzeburg und dem Organisationsteam des Diakonischen Werkes Herzogtum Lauenburg die einzelnen Etappen sowie die Übergabeorte abgestimmt. Klar ist jetzt schon, es wird ein ganz buntes Sommerevent, das unter dem Motto "Demokratie läuft!" um den ganzen Ratzeburger See getragen wird. Der Staffelstab wird in den unterschiedlichsten Disziplinen und Geschwindigkeiten auf den rund 27 km bewegt, zu Lande und zu Wasser, mal ganz sportlich, mal gemächlich, mal inklusiv. Mitmachen können alle, die Lust haben, gemeinsam ein Stück des Weges zu laufen, zu walken, zu wandern, zu schwimmen, zu paddeln, zu rudern, zu rollen. Nur eine kleine Anmeldung unter ist nötig unter https://eveeno.com/lauf-der-vielfalt ... oder telefonisch bei Christian Klingbeil, Kinder- und Jugendarbeit "GLEIS 21 und STELLWERK" unter 0157 / 777 61 727.

In den Gemeinden Bäk, Römnitz und Kalkhütte, Utecht, Rothenhusen, Groß Sarau mit Groß Grönau zusammen, Pogeez, Buchholz und Ratzeburg werden die Staffelläuferinnen und Staffelläufer immer festlich, gastfreundlich und mit überraschenden Aktionen empfangen. Ein Livestream soll das Demokratieevent auch weithin übertragen, auch bis auf die Bühne des zentralen Demokratiefestes in Ratzeburg auf dem 'Platz der Kinderrechte'. Dort wird ab 15:00 Uhr wieder sehnlich auf das Eintreffen der letzten Staffelgruppe gewartet und in der Zwischenzeit einfach gefeiert, mit Angeboten für die ganze Familie. Aber zunächst heißt es um 10:00 Uhr vom Ratzeburger Marktplatz "Auf die Plätze, fertig, los ... in einen schönen Sommertag am Ratzeburger See!".

Der Staffellauf der Vielfalt wird begleitet von den Partnerschaften für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische, des Kreises Nordwestmecklenburg und der Hansestadt Lübeck und gefördert vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“

Wahlaufruf des 'Europäischen Netzwerkes von lokalen Jugendbeiräten'

Der Ratzeburger Jugendbeirat hat im vergangenen Jahr zusammen mit den Jugendbeiräten der polnischen Partnerstadt Sopot und der schwedischen Partnerstadt Strängnäs ein 'Europäisches Netzwerkes von lokalen Jugendbeiräten' ins Leben gerufen. Gemeinsam wurde eine Charta entwickelt, die die Ziele dieser Zusammenarbeit beschreibt. Dazu gehört die Durchführung von gemeinsamen Projekten im Geiste der europäischen Zusammenarbeit. Zur anstehenden Europawahl wurde dieses Ziel erstmalig umgesetzt und ein gemeinsamer Wahlaufruf gestaltet. 

In einer Online-Sitzung wurde der Slogan "We grow up togehter - We vote together" und das Design für ein gemeinsames Banner entwickelt. Der Ratzeburger Jugendbeirat übernahm federführend die grafische Umsetzung und Produktion und ließ auch eine polnische Plakatversion gestalten. Dabei unterstützte sie die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische See im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!". Der Wahlaufruf der Jugendbeiräte ist seit einigen Tagen großformatig im Ratzeburger Stadtbild zu finden. 

"Wir hoffen sehr, dass sich viele Menschen ebenso wie wir ein partnerschaftliches Europa wünschen und entsprechend dafür wählen gehen. Für uns junge Generation ist Europa die Zukunft. Viele der großen Herausforderungen, vor der unsere Generation steht, können wir nur gemeinschaftlich in Europa bewältigen. Klimawandel, Digitalisierung oder Sicherheit kennen keine nationalen Grenzen. Jede Stimme für ein starkes und demokratisches Europa ist auch eine Stimme für uns junge Menschen", sagt Sophia Lenthe vom Ratzeburger Jugendbeirat.