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22.07.2021

Aus unseren Partnerstädten...
Schönberg lässt den 35. Schönberger Musiksommer erklingen

Der Inselstadt Ratzeburg sind enge Kontakte zu ihren sieben Partnerstädten ein wichtiges Anliegen. Auch wenn man sich leider viel zu selten persönlich begegnen kann, lässt sich doch über das Netz viel voneinander erfahren, was Châtillon-sur-Seine, Esneux, Schönberg, Sopot, Strängnäs, Ribe und Walcourt gerade bewegt oder dort bewegt wird. In unserer Partnerstadt Schönberg erklingt der 35. Schönberger Musiksommer für ein musikbegeistertes Publikum ...

35. Schönberger Musiksommer

Das Instrument des Jahres 2021 – DIE ORGEL!
Musik von August Wilhelm Bach, dem jungen Felix Mendelssohn Bartholdy sowie Carl Loewe und anderen Meistern aus Pommern bzw. Stralsund
KMD Matthias Pech (Orgel)
Sa 31.07.2021 / 18:00 Uhr / Eintritt 10.- €

Fragt man nach bedeutenden Komponisten aus Pommern, mag einem spontan nicht gleich etwas einfallen. Aber dann würde sicher bald der Name Carl Loewe (1796-1869) genannt werden, der 46 Jahre in Stettin wirkte und als „Pommerscher Balladenkönig“ gilt. Er war Dirigent, Pianist und Konzertsänger, im Hauptberuf jedoch Kantor und Organist an einer Schnitger-Orgel, die er sehr schätzte, wiewohl sie für ihre Zeit als veraltet gelten musste. Da Pommern lange Zeit eine preußische Provinz war, spielte auch die Berliner Musikszene eine große Rolle. Zu nennen ist hier August Wilhelm Bach (1796-1869), der sich um die Organistenausbildung und den Orgelbau im ganzen Land sehr verdient gemacht hatte. Zu seinen Orgelschülern zählt Felix Mendelssohn-Bartholdy. Die Pommersche Orgellandschaft war stets auf der Höhe der Zeit. Gerade die Hansestadt Stralsund bietet dafür das beste Beispiel mit ihren bedeutenden Instrumenten verschiedener Jahrhunderte. Im 19. Jahrhundert spielten dann Orgelbaumeister wie Friedrich Albert Mehmel (1827-1888) in Stralsund und Barnim Grüneberg (1828-1907) eine herausragende Rolle.

KMD Matthias Pech von der St.-Nikolai-Kirche in Stralsund, in der sich sowohl eine große Orgel des Berliner Orgelbaumeisters Carl August Buchholz (1796-1884) als auch eine zweimanualige Orgel von Schuke/Potsdam aus dem Jahr 1986 zum Spiel unterschiedlichster Literatur anbietet, präsentiert uns im Schönberger Musiksommer Orgelmusik aus Pommern bzw. Stralsund und zeigt sowohl deren Eigenständigkeit als auch deren Vernetzung im großen Konzert des Musikgeschehens eindrücklich auf. Matthias Pech studierte in Lübeck Kirchenmusik (Orgel bei Prof. Martin Haselböck), Cembalo (bei Prof. Hans-Jürgen Schnoor) und Dirigieren und schloss sein Studium 1991 mit der A-Prüfung ab. Zahlreiche Meisterkurse (u.a. bei Eric Ericsson, Helmut Rilling, Daniel Roth, Jacques van Oortmerssen) sowie mehrfache Teilnahme an Orgelakademien bei Winfried Berger (Orgel) und Anna Kuwertz (Dispokinese) begleiteten sein Studium. Praxis konnte er in dieser Zeit als Assistent im Oratorienchor bei Berthold Mindner sammeln. Nach Anstellungen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen führte ihn sein Weg 2003 nach Stralsund, wo er seit dem Beginn der Restaurierung der historischen Buchholz-Orgel von 1841 Kirchenmusiker an St. Nikolai ist. Zahlreiche Auftritte als Organist, Dirigent und Kammermusikpartner, auch im europäischen Ausland sowie CD-Einspielungen zeugen von seiner musikalischen Vielseitigkeit. Beauftragungen als Kreiskantor und Popularmusik-beauftragter ergänzen seine Tätigkeit. 2016 wurde er zum Kirchenmusikdirektor ernannt.



Kammerphilharmonie Hamburg
Benjamin Britten: Simple Symphonie, Antonin Dvorak: Zypressen (arr. für Klarinette, Violoncello und Streichorchester), Joly Braga Santos: Nocturno for Springs, Ludwig v. Beethoven: Streichquartett Nr.11 in f-Moll (arr. für Streichorchester)
Julius Ockert (Klarinette), Céline Brüggemann (Violoncello), Alexander Letsch (Dirigent)
Di 03.08.2021 / 20:00 Uhr / Eintritt 15.- €

Intensive inhaltliche Auseinandersetzung und programmatische Verdichtung sind die Kennzeichen der Darbietungen der Kammerphilharmonie Hamburg. Jedes ihrer Mitglieder – zumeist kommen sie aus großen und namhaften Orchestern Europas – könnte dabei Solist sein, und daher werden oft die Solopartien aus den eigenen Reihen besetzt. Im vergangenen Jahr ist nicht nur das für Schönberg vorgesehene Konzert des Ensembles ausgefallen, sondern das gesamte Projekt samt Tournee musste pandemiebedingt abgesagt werden. Doch Musikerinnen und Musiker müssen sich vergleichbar mit dem Leistungssport stets und ständig fithalten. Eine Generalpause vom Beruf gibt es kaum. So geht es nun mit einem neuen Programm nahezu nahtlos weiter. Die Mitglieder der Kammerphilharmonie Hamburg nutzen gern auch ihre Ferienzeit, um besondere Literatur in Programmen mit interessanten Spannungen zu erarbeiten, besondere Orte wie die Schönberger St.-Laurentius-Kirche zu bespielen und dabei Freunde und ehemalige Kommilitoninnen zu treffen, um mit ihnen die kollegiale Zusammenarbeit zu vertiefen und den beruflichen Austausch zu fördern. Die Konzerte dieses Ensembles gehören stets zu den Höhepunkten innerhalb des Schönberger Musiksommers! In diesem Jahr wird das zumeist in reiner Streicherbesetzung auftretende Orchester durch die Besetzung einer Soloklarinette erweitert.


Der Solist Julius Ockert, geboren 1995 in Berlin, begann mit sieben Jahren bereits Klarinette zu spielen und erhielt ab 2011 Unterricht bei Walter Hermann. Nach dem Abitur 2014 begann er sein Studium bei Prof. Thorsten Johanns an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar und wechselte 2017 an die Universität Mozarteum Salzburg in die Klasse von Univ. Prof. Mag. Andreas Schablas. Zusätzlich besuchte er noch Meisterkurse bei Johann Hindler, Mate Bekavac und Pascal Moragues. Erste Orchestererfahrungen sammelte Julius Ockert noch während seiner Schulzeit im Albert-Schweitzer-Jugendorchester Hamburg und im NDR Jugendsinfonieorchester, wo er unter namenhaften Dirigenten wie zum Beispiel Christoph Eschenbach und Thomas Hengelbrock spielte. Aushilfen führten ihn bereits zu den Nürnberger Symphonikern und zu der Camerata Salzburg. Er erspielte sich im Oktober 2018 einen 3. Preis beim 1. Internationalen Franz-Cibulka-Wettbewerb in Graz. Seit Februar 2019 ist Julius Ockert Akademist im Bayerischen Staatsorchester.

Die Cellistin Céline Brüggemann absolvierte ihr Cellostudium von 1993-98 in Karlsruhe bei Prof. Martin Ostertag. Es folgte ein Aufbaustudium in Freiburg bei Prof. Adriana Contino. Seit 2001 ist sie Orchestermitglied des Nationaltheaters Mannheim. Mit der Kammerphilharmonie Hamburg ist sie sowohl im Ensemble als auch als Solistin in Schönberg schon häufig aufgetreten.

Der Stuttgarter Dirigent Alexander Letsch begann seinen musikalischen Weg als Sänger und Cellist. Das Cello schärfte früh seinen ausgeprägten Sinn für feinfühliges, kammermusikalisches Musizieren und weckte sowohl die Liebe zum Orchester als auch zum Dirigieren. Im Alter von 15 Jahren erhielt Alexander Letsch seinen ersten Dirigierunterricht bei Johannes Klumpp in Stuttgart und sammelte wertvolle Eindrücke unter Manfred Honeck und Roger Norrington. Alexander Letsch studierte an der Hochschule für Musik Franz Liszt  in Weimar Orchesterdirigieren bei Prof. Nicolás Pasquet, Prof. Gunter Kahlert und Prof. Ekhart Wycik und Violoncello bei Lukas Dreyer und an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien bei Prof. Mark Stringer. Darüber hinaus erhielt er zahlreiche Impulse in Meisterkursen bei Clark Rundell, Christof Löser, Sian Edwards und Jorma Panula. Alexander Letsch arbeitete unter anderen mit dem Folkwang Kammerorchester, dem Leipziger Symphonie Orchester, der Thüringen Philharmonie Gotha, der Jenaer Philharmonie und der Staatskapelle Weimar, zunehmend auch mit Jugend- und Studentenorchestern, wie dem Landesjugendsinfonieorchester Hessen und Baden-Württemberg, den Jungen Symphonikern Südbaden, sowie den Akademischen Orchestern in Halle und Göttingen. Im Sommer 2016 und 2017 war Alexander Letsch Assistent von Johannes Klumpp bei der Sommermusikakademie auf Schloss Hundisburg. Internationale Konzerterfahrung sammelte er 2015 bis 2017 bereits in Tschechien beim Westböhmischen Symphonie Orchester in Marienbad und beim Karlsbader Symphonieorchester. 

Kammerphilharmonie Hamburg

Die Junge Kammerphilharmonie Hamburg wurde 1992 von Mitgliedern des Hamburger Jugendorchesters und Studierenden der Musikhochschule gegründet, um auf hohem Niveau selbstständig und eigenverantwortlich Orchesterliteratur zu spielen. Auch als viele von den jungen Mitgliedern aus Hamburg zum Studium in andere Städte ziehen mussten, blieb die Junge Kammerphilharmonie Hamburg ein Forum des gegenseitigen Kontakts und gemeinsamen Musizierens. Mittlerweile setzt sich das in kompakten Probenphasen arbeitende Orchester aus fertig ausgebildeten jungen Musikern und hoch talentierten Musikstudenten aus der gesamten Bundesrepublik zusammen und hat sich auf Grund des inzwischen gestiegenen Durchschnittsalters in Kammerphilharmonie Hamburg umbenannt. Die Mitglieder sind hauptberuflich in den Kulturorchestern im gesamten Bundesgebiet oder als Instrumental- und Musikpädagogen tätig. Entscheidend für das Niveau der Aufführungen ist die Tatsache, dass die Instrumentalisten hier das Orchesterspiel nicht als entlohnte Arbeit ansehen, sondern sich mit großem Idealismus den Werken und ihrer klanglichen Realisation widmen. Zugleich ist die freundschaftliche Geselligkeit auch außerhalb der Probenzeit ein wichtiges Kriterium zur engagierten Mitarbeit im Orchester. Der ursprüngliche Grundsatz nur mit Solisten aus eigenen Reihen aufzutreten wurde mit internationalen Künstlern wie David Geringas, Thomas Demenga, Nora Chastain, Toon Fret, Anna Vinnitskaja, Ariel Horowitz u.a. durchbrochen. In den Jahren bis 1993 leitete Kapellmeister Thorsten Schmid-Kapfenburg die Junge Kammerphilharmonie Hamburg, von 1994 bis 2007 lag die künstlerische Leitung bei seinem Gründer Burkhard Matthes. 2008 wurde Kapellmeister Alexander Merzyn Chefdirigent des Ensembles. Im Sommer 2018 arbeitete der junge Dirigent Alexander Letsch zum ersten Mal mit dem Orchester.


Bitte beachten Sie, dass Sie für den Besuch eines unserer Konzerte einen gültigen COVID-19 Test benötigen, der nicht älter als 24 Stunden ist, beziehungsweise einen Nachweis über die vollständige Impfung oder Immunisierung infolge einer COVID-19 Erkrankung. Wir bitten Sie um Ihr Verständnis.

Anmeldungen bitte unter: post@schoenberger-musiksommer.de

www.schoenberger-musiksommer.de
www.facebook.com/schoenbergermusiksommer


Quelle: Schönberger Musiksommer - KMD Christoph D. Minke und Karsten Lessing