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Ratzeburger Baugeschichten - Domhof 25

Ratzeburger Baugeschichten
Domhof 25
 

Rund um den inneren Domhof befanden sich einst die Häuser der Domherren. Mit der Verweltlichung des Domherrenstiftes hatten die Domherren begonnen, sich Wohnhöfe, sogenannte Kurien, außerhalb des Kapitelgebäudes zu errichten.

Einige der Anwesen trugen die Namen der adligen Familien, die dort wohnten. So finden wir für das Gebäude am Domhof 25 die Bezeichnung „Daldorfsche Kurie“ nach der Familie von Daldorf, die bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts hier ansässig gewesen war. 

In der „Daldorfschen Kurie“ lebte Ende des 18. Jahrhunderts der mecklenburg-strelitzsche Amtmann Nicolaus Otto von Wickede mit seiner Familie. Der Amtmann starb 1793, sein Grab ist heute noch auf dem Domfriedhof zu finden. Nach dem Tod der Witwe 1822 wurde das Anwesen von den Erben an Louise Brauns verkauft.

1857 erwarb es der Particulier Weißensee aus Hamburg, der es 1865 an Frau Minna Weltner weiter veräußerte. 1877 kaufte der Hamburger Kapitän Carl August Müller das Haus für 11.100 Mark. Dessen Sohn Alfred Müller war Weinhändler in Ratzeburg. Bis zu seinem Tod im Jahre 1966 lebte hier der Rechtsanwalt Dr. Ernst Häckermann, dessen Ehefrau Louisa eine geborene Müller war. Deren Sohn war übrigens der Schauspieler Hans Häckermann, der von 1975 bis 1985 Schauspieldirektor und Generalintendant des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters in Schleswig war und durch zahlreiche Fernsehrollen bekannt wurde. 

Das alte, fast 300 Jahre alte Gebäude wurde 1966 abgerissen. Darunter befand sich ein noch älteres Kellergewölbe, das ebenfalls abgetragen werden musste. Bevor mit dem Neubau begonnen werden konnte, waren Tiefbohrungen erforderlich, um den Untergrund zu prüfen. 1969 war das neue Haus fertig. Das Foto des Neubaus entstand 1970. 

(Fotos von Herrn Eberhard Fischer, Domhof 25)