Seiteninhalt

Runder Tisch "Willkommenskultur in Ratzeburg"

Eine Initiative zum Mitmachen:

als Alltagspartner

Die Alltagspartner sind eine wachsende Gruppe von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die sich bereit finden, neu ankommenden Flüchtlingen in der Stadt eine erste Orientierung und Hilfestellung zu geben, beim Ausfüllen von Formularen, bei Kontakt zu Ämtern und Behörden, beim Zurechtfinden in der neuen Umgebung, bei der Suche nach Sprachkursen wie auch bei der Suche nach Freizeitangeboten. Die Alltagspartner werden in ihrer Arbeit unterstützt vom Fachdienst Migration des Diakonischen Werkes Herzogtum Lauenburg und arbeiten in enger Abstimmung mit dem Sozialamt der Stadt Ratzeburg. Die Begleitung von Flüchtlingen ist dabei nicht auf Dauer ausgelegt, sondern ausdrücklich nur als eine erste Unterstützung gedacht.

PROJEKT_WILLKOMMENSKULTUR

Informationen unter 04541-8000-114

als Sprachpartner

Der Spracherwerb ist für Flüchtlinge der entscheidende Schlüssel, um sich in unserer Gesellschaft zurechtzufinden. Ein frühes Sprachangebot ist daher besonders wichtig und wird in Ratzeburg über die sogenannten STAFF-Kurse der Volkshochschule Ratzeburg (Erstorientierung aus dem Starterpaket für Flüchtlinge des Landes Schleswig-Holstein) organsiert, die einen ersten Lerneinstieg ermöglichen sollen. An die  Sprachkurse sollen sich zukünftig regelmäßig Sprachkreise anschließen, die zweimal wöchentlich den Flüchtlingen helfen sollen, die neue Sprache weiter zu vertiefen. Hier ist ein Mix aus Lern- und Begegnungsangeboten geplant. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind jederzeit willkommen, an diesen Sprachkreisen mitzuwirken.

Freiwillige Helfer unterstützen Flüchtlinge in den Sprachkursen der Volkshochschule Ratzeburg

Bereits zum fünften Mal in diesem Jahr bietet die Volkshochschule Ratzeburg einen 10wöchigen Sprachkurs für Flüchtlinge an, die in Ratzeburg und dem Umland untergebracht sind. Gefördert werden diese Kurse zur Erstorientierung aus dem Starterpaket für Flüchtlinge des Landes Schleswig-Holstein (STAFF), vermittelt über den Landesverband der Volkshochschulen. Heinz Kersten, pensionierter Sonderschulpädagoge, leitet als Dozent diesen Kurs, in dem sich ganz unterschiedliche Bildungsniveaus zusammenfinden, von Studenten und Akademikern bis hin zu Menschen mit nur geringer schulischer Bildung aus Ländern wie Syrien, Eritrea, Afghanistan,  Tschetschenien oder Armenien. Viele sind mit unserem Alphabet nicht vertraut und zudem gewohnt die arabischen Schriftzeichen von rechts nach links zu schreiben. Es ist mithin eine große Herausforderung für einen Dozenten, angesichts dieser Unterschiedlichkeit einer zwanzigköpfigen Lerngruppe und der Kürze der Zeit überhaupt eine alltagspraktische Sprachvermittlung zu erreichen: „Die andersartige Lautbildung, die fremdem Schriftzeichen und die ungewohnte Schreibweise, dies alles sind große Schwierigkeiten beim Spracherwerb, die allerdings durch die übergroße Lernbereitschaft der Teilnehmerrinnen und Teilnehmer überwunden wird.“, beschreibt Heinz Kersten seinen Unterrichtsalltag, der an drei Tagen in der Woche in den Räumen der Volkshochschule Ratzeburg stattfindet.

vl. Heinz Kersten begrüßt Bürgermeister Rainer Voß im Sprachkurs „Deutsch zur Erstorientierung“ zusammen mit seinen Unterstützern Klaus-Jürgen Mohr und Werner Büttner

Zudem kann sich Heinz Kersten auch auf engagierte Zuarbeit verlassen. Klaus-Jürgen Mohr und Werner Büttner haben sich als ehrenamtliche Helfer angeboten, den Sprachkurs zu unterstützen, eine Hilfe die nicht nur vom Dozenten sondern auch von den Sprachschülerinnen und –schülern dankbar angenommen wird. Mit viel Geduld und Zuwendung kümmern sie sich um die vielen kleinen Schwierigkeiten im Einzelnen und tragen so entscheidend zum allgemeinen Spracherfolg bei: „Ich bin vom Lerneifer der Menschen wirklich beeindruckt und von der Dankbarkeit berührt, die sie für unsere Hilfestellung zeigen.“, berichtet Klaus-Jürgen Mohr. Auch Werner Büttner ist überzeugt, hier etwas Wertvolles und Wichtiges für die Menschen zu leisten, eine Einschätzung die Silvia Tessmer von der Volkshochschule Ratzeburg bestätigt: „Durch die ehrenamtliche Mitwirkung verläuft der Sprachkurs in sehr harmonischer Atmosphäre. Die Gruppe  begreift sich als Gemeinschaft und unterstützt sich gegenseitig. Ich hoffe sehr, dass wir nach Abschluss des Kurses einen ehrenamtlich betreuten, wöchentlichen Sprachkreis einrichten können, damit der Spracherwerb kontinuierlich fortgesetzt werden kann.“ Um dieses Ziel zu erreichen sucht die Volkshochschule Ratzeburg weitere ehrenamtliche Aktive, die bereit sind, einfach nur ein bisschen ihrer Zeit für Flüchtlinge vor Ort zu opfern, um in einem festen Rahmen für ein oder zwei Stunden miteinander zu reden. Interessierte Personen können sich dafür unter volkshochschule@ratzeburg.de oder 04541-8000-114 melden.

Erste Schritte zur Verständigung im Alltag: Flüchtlinge absolvieren Deutschkurs zur sprachlichen Erstorientierung an der Ratzeburger Volkshochschule

Für 25 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Tschetschenien, Libanon, Serbien und dem Iran ist in der vergangenen Woche der erste "Deutschkurs zur sprachlichen Erstorientierung" mit einem gemeinsamen Ausflug zu Ende gegangen. Über 10 Wochen hatte die Gruppe zusammen mit hoher Motivation daran gearbeitet, einen einfachen Sprachschatz aufzubauen, um sich im Alltagsleben verständlich machen zu können.

Zustande gekommen war der Sprachkurs auf Initiative der Volkshochschule Ratzeburg und des Diakonischen Werkes Herzogtum Lauenburg, die sich im Rahmen des übergreifenden Projektes "Willkommenskultur in Ratzeburg" erfolgreich um einen Zuschuss aus dem Landesprogramm STAFF, dem Starterpaket für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein, beim Landesverband der Volkshochschulen beworben hatten und auch über den Aktionsfond des Lokalen Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg eine Förderung erhalten konnten.

Dozent Michael Iderhoff (li.) und Volkshochschulleiter Holger Martens (re.) stellen Bürgermeister Rainer Voß die Kursteilnehmer des "Deutschkurses zur sprachlichen Erstorientierung" vor

Die Durchführung des Kurses erwies sich didaktisch als herausforderndes Unterfangen für Dozent Michael Iderhoff. Die von der Migrationssozialberatung vermittelten Kurseilnehmer aus Ratzeburg und den umliegenden Gemeinden verfügten über zum Teil sehr unterschiedliche Kompetenzen.  Um trotzdem für alle Beteiligten einen Spracherfolg zu gewährleisten, wurde von der Volkshochschule mit Javid Mousavinia und Heinz Kersten kurzerhand zwei weitere Dozenten gewonnen, die den Sprachkurs ehrenamtlich mit einem Alphabetisierungsangebot und Übersetzungsleistungen begleiteten. Die große Lernfreude der Teilnehmer beeindruckte die Lehrkräfte so sehr, dass sie sich spontan bereit erklärten, die Gruppe auch weiterhin ehrenamtlich beim Spracherwerb zu begleiten. In einem lockeren Sprachkreis soll das Gelernte nun weiter vertieft, Alltagssituationen geübt,  aber auch Alltagsorientierung in Ratzeburg auf Ausflügen vermittelt werden. Einige Absolventen sind in den 10 wöchigen Sprachkurs sogar bereits so weit vorangeschritten, dass sie eine erste Sprachprüfung ablegen können.

"Ich bin sehr beeindruckt von den Ergebnissen dieses Sprachkurses. Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmer. Es ist bestimmt nicht leicht, die deutsche Sprache zu lernen, Sie haben das sehr gut gemacht. Mein herzlicher Dank geht  auch an die Dozenten und die Volkhochschulleitung für den großen Einsatz!“ sagte Bürgermeister Voß bei einem Besuch der Kursteilnehmer bei der Volkshochschule in den Räumen der Ernst-Barlach-Schule.  

"Ein  besonderer Dank gilt überdies der RMVB, die sich unbürokratisch bereit erklärt hat, die Kursteilnehmer aus den umliegende Gemeinden kostenfrei zum Sprachunterricht zu fahren.", ergänzte Volkshochschulleiter Holger Martens, während VHS-Geschäftsführerin Silvia Tessmer ihrer Hoffnung Ausdruck verlieh, bald die Mittel für einen Nachfolgekurs bewilligt zu bekommen: "Ein entsprechender Antrag wurde bereits an den Landesverband der Volkshochschulen gestellt."

Informationen unter 04541-8000-114

Willkommenskultur Hilfsaktionen

Das Leben von Flüchtlingen einfacher machen ... vieles kann dabei helfen. Oft fehlen Möbelstücke oder die Möglichkeit, mobil zu sein. Hierkann mit einfachen Mitteln oftmals ein großes Stück Lebensqualität  entstehen. Ein Beispiel ist das  Projekt Fahrradwerkstatt:

Ratzeburger Fahrradwerkstatt von und für Flüchtlinge sucht gespendete Ersatzteile

Im Rahmen des Ratzeburger Projektes „Willkommenskultur“ wurde am Nikolaustag erstmalig eine Fahrradwerkstatt zusammen mit Flüchtlingen in den Räumen der Ernst-Barlach-Schule durchgeführt. Unter der Anleitung von Tobias Winkelhorst, der das Projekt ehrenamtlich betreut, wurden fünf Fahrräder aus dem Bestand abgelaufener Fundfahrräder der Stadt Ratzeburg wieder in Stand gesetzt und gleich an Flüchtlinge abgegeben. Die Empfänger konnten dabei an der Instandsetzung ihres Fahrrades mithelfen. Hierbei bot sich auch Raum für gegenseitiges Kennenlernen, in persönlicher, als auch in sprachlicher Hinsicht. Die Bezeichnung der Werkzeuge auf Deutsch und Arabisch wurde schnell gelernt.  

Gemeinsam werden die alten Fundfahrräder wieder in Stand gesetzt

Die Werkstatt soll zukünftig alle 14 Tagen jeweils samstags angeboten werden. Flüchtlinge werden weiterhin eingeladen, sich ihr Fahrrad aufzubereiten oder auch beim Ausschlachten unbrauchbarer Räder mitzuhelfen, so dass genügend Ersatzteile zusammenkommen. Mit den Mittel des Aktionsfonds des Lokalen Aktionsplans Herzogtum Lauenburg konnte hier ein erster Bestand an Ersatzteilen aufgebaut werden.  Dieser soll zukünftig durch das Ausschlachten nicht mehr reparierfähiger Fahrräder aus dem Fundbestand weiter aufgestockt werden. Allerdings freut sich die Fahrradwerkstatt auch über gespendete Ersatzteile. Vielleicht finden sich ja in der ein oder anderen Garage noch lang gehortete, aber doch nie genutzte Teile, die jetzt dabei helfen könnten, ein weiteres Fahrrad für einen guten Zweck herzurichten. Wer hier auszuhelfen weiß, kann sich gerne Mark Sauer von der Stadt Ratzeburg unter 04541-8000-114 oder sauer@ratzeburg.de melden.

Informationen unter 04541-8000-114

bei Veranstaltungen

Die Gründe für eine Flucht sind so vielfältig, wie die Geschichten, die Flüchtlinge erlebt haben. Darüber zu informieren und vorneinander zu wissen ist der erste Schritt, um Flüchtlingen mit Verständnis begegnen zu können. Der zweite Schritt ist das gemeinsame, persönliche Kennenlernen des Menschen, der sich neu in unserer Stadt zurechtfinden muss.

Informieren, begegnen und kennenlernen sind mithin die Ziele von Veranstaltungen und gemeinsamen Festen, die über den Jahresverlauf das Thema "Flucht" in den Fokus nehmen sollen. Ideen und Mithilfe hierbei sind hierbei immer willkommen. Dies können Vortragsveranstaltungen und Ausstellungen sein oder aber auch eine Fahrradtour, gemeinsames Kochen oder einfach Fußballspielen.


Informationen unter 04541-8000-114

Willkommenskultur Vernetzungen

Initiativen zur Flüchtlingsbetreuung haben sich inzwischen im gesamten Nordkreis gebildet, in Mölln, Berkenthin, Sandesneben und Gudow. Ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch zwischen diesen Gruppen, aus der sich auch gemeinsame Fortbildungen und Veranstaltungen entwickeln können, hat sich als sinnvoll herausgestellt. Eine wichtige Unterstützung bietet hierbei der Fachdienst Migration des Diakonischen Werkes Herzogtum Lauenburg.

28.11.2015, 10:00 - 13:00 Uhr
Fortbildung für ehrematliche Flüchtlingshelfer*innen
Chancen und Grenzen ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe
Polleyn-Zentrum, Jochim-Polleyn-Platz 9, 23879 Mölln

Referentin:
Frau Marjan van Harten, Diplom Sozialpädagogin, Bildungsreferentin

Inhalt:
Ohne ehrenamtliche Hilfe ist die derzeitige Flüchtlingssituation nicht zu schaffen. Ehrenamtliche organisieren Kindergruppen, Begleitungen oder Sprachcafés. Die hohe Motivation und das Engagement führt zu wunderbaren Momenten und Begegnungen. Damit es nicht dazu kommt, dass Ärger, Frustration oder Erschöpfung entstehen, ist es wichtig, sich selbst gut im Blick zu behalten und achtsam mit sich umzugehen. Wir wollen uns in diesem Workshop der Frage stellen, wo wir an die Grenzen der ehrenamtlichen Hilfe stoßen und ab wann professionelle Unterstützung nötig wird. Zudem wollen wir uns mit der Bedeutung von Hilfe auseinander setzen. Was motiviert uns, in der Flüchtlingshilfe aktiv zu werden? Wie schütze ich mich aber auch vor Überforderung? Welche Haltung habe ich gegenüber den Geflüchteten und was gibt mir Halt in meinem Engagement? Hier soll vor allem ein fachlicher Austausch stattfinden, denn HelferInnen haben viele unterschiedliche Wege, wieder zu Kraft zu kommen. Davon können alle profitieren.

Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen und bitten aufgrund begrenzter Teilnehmerzahl um frühzeitige Benachrichtigung bis Mittwoch, 25.11.2015 an:

Diakonisches Werk Herzogtum Lauenburg
Beate Cewe
Tel. 04541 - 88 93 35
Mail: dezentrale-betreuung@kirche-ll.de

Informationen unter 04541-8000-114

Wie kann ich mitmachen?

Informationen unter 04541-8000-114

Spenden willkommen!

Bankverbindung:
Stadt Ratzeburg - Willkommenskultur in Ratzeburg
IBAN: DE76 23052750 0000 116300
Verwendungszweck: 398.0VW (bitte immer angeben)