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22.07.2021

Aus unseren Partnerstädten...
Schönberg lässt den 35. Schönberger Musiksommer erklingen

Der Inselstadt Ratzeburg sind enge Kontakte zu ihren sieben Partnerstädten ein wichtiges Anliegen. Auch wenn man sich leider viel zu selten persönlich begegnen kann, lässt sich doch über das Netz viel voneinander erfahren, was Châtillon-sur-Seine, Esneux, Schönberg, Sopot, Strängnäs, Ribe und Walcourt gerade bewegt oder dort bewegt wird. In unserer Partnerstadt Schönberg erklingt der 35. Schönberger Musiksommer für ein musikbegeistertes Publikum ...

35. Schönberger Musiksommer

Kammerphilharmonie Hamburg
Benjamin Britten: Simple Symphonie, Antonin Dvorak: Zypressen (arr. für Klarinette, Violoncello und Streichorchester), Joly Braga Santos: Nocturno for Springs, Ludwig v. Beethoven: Streichquartett Nr.11 in f-Moll (arr. für Streichorchester)
Julius Ockert (Klarinette), Céline Brüggemann (Violoncello), Alexander Letsch (Dirigent)
Di 03.08.2021 / 20:00 Uhr / Eintritt 15.- €

Intensive inhaltliche Auseinandersetzung und programmatische Verdichtung sind die Kennzeichen der Darbietungen der Kammerphilharmonie Hamburg. Jedes ihrer Mitglieder – zumeist kommen sie aus großen und namhaften Orchestern Europas – könnte dabei Solist sein, und daher werden oft die Solopartien aus den eigenen Reihen besetzt. Im vergangenen Jahr ist nicht nur das für Schönberg vorgesehene Konzert des Ensembles ausgefallen, sondern das gesamte Projekt samt Tournee musste pandemiebedingt abgesagt werden. Doch Musikerinnen und Musiker müssen sich vergleichbar mit dem Leistungssport stets und ständig fithalten. Eine Generalpause vom Beruf gibt es kaum. So geht es nun mit einem neuen Programm nahezu nahtlos weiter. Die Mitglieder der Kammerphilharmonie Hamburg nutzen gern auch ihre Ferienzeit, um besondere Literatur in Programmen mit interessanten Spannungen zu erarbeiten, besondere Orte wie die Schönberger St.-Laurentius-Kirche zu bespielen und dabei Freunde und ehemalige Kommilitoninnen zu treffen, um mit ihnen die kollegiale Zusammenarbeit zu vertiefen und den beruflichen Austausch zu fördern. Die Konzerte dieses Ensembles gehören stets zu den Höhepunkten innerhalb des Schönberger Musiksommers! In diesem Jahr wird das zumeist in reiner Streicherbesetzung auftretende Orchester durch die Besetzung einer Soloklarinette erweitert.


Der Solist Julius Ockert, geboren 1995 in Berlin, begann mit sieben Jahren bereits Klarinette zu spielen und erhielt ab 2011 Unterricht bei Walter Hermann. Nach dem Abitur 2014 begann er sein Studium bei Prof. Thorsten Johanns an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar und wechselte 2017 an die Universität Mozarteum Salzburg in die Klasse von Univ. Prof. Mag. Andreas Schablas. Zusätzlich besuchte er noch Meisterkurse bei Johann Hindler, Mate Bekavac und Pascal Moragues. Erste Orchestererfahrungen sammelte Julius Ockert noch während seiner Schulzeit im Albert-Schweitzer-Jugendorchester Hamburg und im NDR Jugendsinfonieorchester, wo er unter namenhaften Dirigenten wie zum Beispiel Christoph Eschenbach und Thomas Hengelbrock spielte. Aushilfen führten ihn bereits zu den Nürnberger Symphonikern und zu der Camerata Salzburg. Er erspielte sich im Oktober 2018 einen 3. Preis beim 1. Internationalen Franz-Cibulka-Wettbewerb in Graz. Seit Februar 2019 ist Julius Ockert Akademist im Bayerischen Staatsorchester.

Die Cellistin Céline Brüggemann absolvierte ihr Cellostudium von 1993-98 in Karlsruhe bei Prof. Martin Ostertag. Es folgte ein Aufbaustudium in Freiburg bei Prof. Adriana Contino. Seit 2001 ist sie Orchestermitglied des Nationaltheaters Mannheim. Mit der Kammerphilharmonie Hamburg ist sie sowohl im Ensemble als auch als Solistin in Schönberg schon häufig aufgetreten.

Der Stuttgarter Dirigent Alexander Letsch begann seinen musikalischen Weg als Sänger und Cellist. Das Cello schärfte früh seinen ausgeprägten Sinn für feinfühliges, kammermusikalisches Musizieren und weckte sowohl die Liebe zum Orchester als auch zum Dirigieren. Im Alter von 15 Jahren erhielt Alexander Letsch seinen ersten Dirigierunterricht bei Johannes Klumpp in Stuttgart und sammelte wertvolle Eindrücke unter Manfred Honeck und Roger Norrington. Alexander Letsch studierte an der Hochschule für Musik Franz Liszt  in Weimar Orchesterdirigieren bei Prof. Nicolás Pasquet, Prof. Gunter Kahlert und Prof. Ekhart Wycik und Violoncello bei Lukas Dreyer und an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien bei Prof. Mark Stringer. Darüber hinaus erhielt er zahlreiche Impulse in Meisterkursen bei Clark Rundell, Christof Löser, Sian Edwards und Jorma Panula. Alexander Letsch arbeitete unter anderen mit dem Folkwang Kammerorchester, dem Leipziger Symphonie Orchester, der Thüringen Philharmonie Gotha, der Jenaer Philharmonie und der Staatskapelle Weimar, zunehmend auch mit Jugend- und Studentenorchestern, wie dem Landesjugendsinfonieorchester Hessen und Baden-Württemberg, den Jungen Symphonikern Südbaden, sowie den Akademischen Orchestern in Halle und Göttingen. Im Sommer 2016 und 2017 war Alexander Letsch Assistent von Johannes Klumpp bei der Sommermusikakademie auf Schloss Hundisburg. Internationale Konzerterfahrung sammelte er 2015 bis 2017 bereits in Tschechien beim Westböhmischen Symphonie Orchester in Marienbad und beim Karlsbader Symphonieorchester. 

Kammerphilharmonie Hamburg

Die Junge Kammerphilharmonie Hamburg wurde 1992 von Mitgliedern des Hamburger Jugendorchesters und Studierenden der Musikhochschule gegründet, um auf hohem Niveau selbstständig und eigenverantwortlich Orchesterliteratur zu spielen. Auch als viele von den jungen Mitgliedern aus Hamburg zum Studium in andere Städte ziehen mussten, blieb die Junge Kammerphilharmonie Hamburg ein Forum des gegenseitigen Kontakts und gemeinsamen Musizierens. Mittlerweile setzt sich das in kompakten Probenphasen arbeitende Orchester aus fertig ausgebildeten jungen Musikern und hoch talentierten Musikstudenten aus der gesamten Bundesrepublik zusammen und hat sich auf Grund des inzwischen gestiegenen Durchschnittsalters in Kammerphilharmonie Hamburg umbenannt. Die Mitglieder sind hauptberuflich in den Kulturorchestern im gesamten Bundesgebiet oder als Instrumental- und Musikpädagogen tätig. Entscheidend für das Niveau der Aufführungen ist die Tatsache, dass die Instrumentalisten hier das Orchesterspiel nicht als entlohnte Arbeit ansehen, sondern sich mit großem Idealismus den Werken und ihrer klanglichen Realisation widmen. Zugleich ist die freundschaftliche Geselligkeit auch außerhalb der Probenzeit ein wichtiges Kriterium zur engagierten Mitarbeit im Orchester. Der ursprüngliche Grundsatz nur mit Solisten aus eigenen Reihen aufzutreten wurde mit internationalen Künstlern wie David Geringas, Thomas Demenga, Nora Chastain, Toon Fret, Anna Vinnitskaja, Ariel Horowitz u.a. durchbrochen. In den Jahren bis 1993 leitete Kapellmeister Thorsten Schmid-Kapfenburg die Junge Kammerphilharmonie Hamburg, von 1994 bis 2007 lag die künstlerische Leitung bei seinem Gründer Burkhard Matthes. 2008 wurde Kapellmeister Alexander Merzyn Chefdirigent des Ensembles. Im Sommer 2018 arbeitete der junge Dirigent Alexander Letsch zum ersten Mal mit dem Orchester.


Das Instrument des Jahres 2021 – DIE ORGEL! ...mit KLAVIER
Christian Skobowksy (Orgel), Jakob Reisener (Klavier)
Sa 07.08.2021 / 18:00 Uhr / Eintritt 10.- €

Der Ratzeburger Dom und die Schönberger St.-Laurentius-Kirche sind geschichtlich eng verbunden und liegen nur knapp 24 km Luftlinie auseinander. Zur Gründungszeit des Schönberger Musiksommer waren diese 24 km der innerdeutschen Grenze wegen schier unüberwindbar. Dennoch gelang es in den Jahren der Trennung, eine lebendige Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden aufrecht zu erhalten. 1987 kam dann mit dem damaligen Ratzeburger Domkantor Neithard Bethke sogar eine Orgel nach Schönberg mitgereist, nämlich das kleine, zweiregistrige Positiv, das seither bzw. in dem im Jahr 2000 herbeigeführten Zustand der Gemeinde in Schönberg dient.

Heute ist Christian Skobowksy Domkantor und Domorganist in Ratzeburg, und eine Orgel muss er bekanntlich nicht mitführen, wenn er in St. Laurentius Schönberg Orgel spielen will. Er bringt aber seinen Sohn, den Jazzpianisten Jakob Reisener mit; so gesellt sich zu den beiden festinstallierten Orgeln der Schönberger Kirche ein Piano. Unterschiedlicher können Tasteninstrumente kaum sein, und so freuen wir uns bei diesem letzten Abend der samstäglichen Orgelreihe aus Anlass des „Jahres der Orgel“ auf ein spannungsvolles, vielschichtiges und stilistisch breitgefächertes Musizieren!

Christian Skobowsky wurde zu seinem Berufswunsch schon frühzeitig durch die Kantoreipraxis von Friedrich Meinel an der Potsdamer Erlöserkirche geführt. Dort erlernte er auch das Orgelspiel. Zwischen 1986 und 1993 studierte er an den Kirchenmusikschulen in Dresden und Halle u. a. bei Hansjürgen Scholze und Volker Bräutigam (Orgel) sowie Ingeborg Schneider und Maria Bräutigam (Generalbass). Anschließend ging er als Kantor und Organist an die Schweriner St. Paulskirche. Sein Interesse für eine an den Quellen orientierte Interpretation wurde ergänzt durch die Begeisterung für historische Orgeln. Hier initiierte er die Restaurierung der Orgel von Friedrich Friese (1869) und den Mecklenburgischen Orgeltag, der auf eine Fülle weiterer bemerkenswerter Instrumente des 19. Jahrhunderts aufmerksam machte. Christian Skobowsky leitete 2001 die erste Wiederaufführung von Johann Wilhelm Hertels Passionskantate „Der sterbende Heiland“ mit dem von ihm gegründeten Schweriner Vocalensemble und Concerto Celestino. Von 2002-2007 lebte er als Domkantor und -organist im sächsischen Freiberg, wo er auch das Amt eines Kirchenmusikdirektors ausübte. Am Freiberger Dom betreute er die Gottesdienstmusik und die Reihe der Abendmusiken, in denen die Orgeln Silbermanns erklingen. Unter seiner Leitung musizierten die Freiberger Domkurrende, der Domchor und die Dom-Music. Die Neue Bachgesellschaft betraute ihn mit der Konzipierung und künstlerischen Leitung des 82. Bachfestes im September 2007 in Freiberg. In weiteren langfristigen Projekten setzte sich Christian Skobowsky mit den Freiberger Renaissanceinstrumenten sowie mit den Liederdichtern Paul Gerhardt und aktuell Philipp Nicolai auseinander. Konzerte und Einspielungen an Denkmalsorgeln ergänzen seine Tätigkeit ab. 2007 hat sich Christian Skobowsky neben liebgewonnenen Beschäftigungen neuen Aufgaben als Kirchenmusiker am Ratzeburger Dom zugewandt. Er leitet die Ratzeburger Domfinken und den Domchor und betreut drei Orgeln sowie die Veranstaltungen der Ratzeburger Dommusiken.


Violine & Klavier – „Con Spirito“
Werke von Bach, Händel, Schumann, Prokofiev, Pärt und Wieniawski
Adrian Kratzert (Violine), Matteo Weber (Klavier)
Di 10.08.2021 / 20:00 Uhr / Eintritt 15.- €

Ein ausgesprochen zeitlich wie stilistisch heterogenes Programm erwartet uns zu unserem Konzertabend im Schönberger Musiksommer mit Violine und Klavier. Es bildet das Gegenstück zum Programm des Cello-Klavier-Abends zwei Wochen zuvor an selbiger Stelle, der Schönberger St.-Laurentius-Kirche. Aber natürlich kann ein Abend, der mit „Con brio“ / „mit Feuer“ überschrieben ist, durchaus auch „Con Spirito“ / „Mit Geist“ aufwarten, wie nun auch umgekehrt es zu erwarten ist. Eine Spannung innerhalb des Programms ergibt sich schon durch den Gegensatz weltlich-geistlich und durch das unmittelbare Aufeinandertreffen unterschiedlicher musikalischer Epochen. Und wenn auch sowohl die Violine als auch das Klavier Saiteninstrumente sind, so ergibt sich doch durch ihre völlig andersartige Klangerzeugung ein verblüffendes Klangspektrum.


Adrian Kratzert,
1999 in eine Musikerfamilie geboren, begann mit 3 Jahren, Geige zu spielen. Erste Erfolge hatte er mit 10 Jahren mit mehreren 1. Preisen beim Wettbewerb Jugend musiziert. Seit seinem 14. Lebensjahr ist er Jungstudent an mehreren Hochschulen in Deutschland, seit  2015 bis heute bei Prof. Laurent Breuninger in Karlsruhe, bei dem er momentan im Studiengang Bachelor studiert. Weitere künstlerische Einflüsse erhielt er uA. von Sophia Jaffe, Linus Roth, Tianwa Yang und Anna Lisa Bezrodny. Neben seiner regen solistischen Konzerttätigkeit, die ihn schon ins Kurhaus Baden-Baden, ins Casino Bern oder in die Smetana Hall in Prag führte, ist er auch ein leidenschaftlicher Kammermusiker, zuletzt beim „Ponte“ Festival in Ulm zu hören. Zu den Highlights der kommenden Saison gehört u.A. die Aufführung des Tschaikowski Violinkonzerts mit der Philharmonie Baden-Baden unter der Leitung von Timo Handschuh. Adrian Kratzert ist seit 2020 Stipendiat der "Studienstiftung des deutschen Volkes" und spielt als Stipendiat des Vereins "Live Music Now" regelmäßig in Altersheimen, Schulen und Justizvollzugsanstalten, um klassische Musik auch abseits des Konzertsaals zu vermitteln. Ebenso ist er Teil des experimentellen Crossover-Trios "Groove and Classic".

Matteo Weber, geboren 2002 in Aalen, erhielt seinen ersten Klavierunterricht im Alter von vier Jahren bei Tamara Ott an der Musikschule Rosenstein in Heubach. Seit 2013 wird er von Prof. Fedele Antonicelli unterrichtet. Im Sommersemester 2019 begann er sein Studium bei Prof. Sontraud Speidel an der Hochschule für Musik- Karlsruhe. Meisterkurse absolvierte er bei Prof. Marisa Somma, Bari, Prof. Bernd Glemser, Würzburg, Prof. Konrad Elser, Lübeck und Fernando Viani, Bern. Matteo ist Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben und Live Music Now. Sehr erfolgreich stellte er sich zahlreichen Wettbewerben. Auf nationaler Ebene wurde er 2015 beim Nationalen Bach-Wettbewerb für Junge Pianisten in Köthen mit dem 1.Preis ausgezeichnet. 2016 wurde ihm im Rahmen des Internationalen 16. Münchner Klavierpodiums der Hauptpreis Marmortaste für das Klaviertalent des Jahres verliehen. 2017 wurde Matteo Weber u.a. beim Internationalen GROTRIAN-STEINWEG- Klavierspielwettbewerb sowie beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert mit ersten Preisen ausgezeichnet. Einen weiteren 1. Preis erhielt er 2018 beim 13. Internationalen Klavierwettbewerb Jugend in Essen. 2019 folgten der 1. Preis beim Internationalen Klavierwettbewerb für Junge Pianisten „Kunst und Frieden“ in Hammelburg. 2020 gewann er den ersten Preis beim Online-Wettbewerb „EUPLAYY“ unter der Schirmherrschaft von Martha Argerich. Matteo Weber gibt regelmäßig Klavierabende und trat als Solist verschiedener Klavierkonzerte auf. Große Erfolge feierte er mit seinen ersten Recitals in Italien und Frankreich.

Bitte beachten Sie, dass Sie für den Besuch eines unserer Konzerte einen gültigen COVID-19 Test benötigen, der nicht älter als 24 Stunden ist, beziehungsweise einen Nachweis über die vollständige Impfung oder Immunisierung infolge einer COVID-19 Erkrankung. Wir bitten Sie um Ihr Verständnis.

Anmeldungen bitte unter: post@schoenberger-musiksommer.de

www.schoenberger-musiksommer.de
www.facebook.com/schoenbergermusiksommer


Quelle: Schönberger Musiksommer - KMD Christoph D. Minke und Karsten Lessing