Kommunale Kälte- und Wärmeplanung der Stadt Ratzeburg
Die Stadtvertretung hat auf ihrer letzten Sitzung des Jahres die'Kommunale Kälte- und Wärmeplanung' beschlossen. Die Vereinigten Stadtwerke hatten im Auftrag der Stadt in den vergangenen Monaten das Stadtgebiet in einem umfangreichen Prozess untersucht und mögliche Maßnahmengebiete für solche Planungen identifiziert. Im Ergebnis ist ein Katalog von Empfehlungen entstanden, auf dessen Basis die Stadt, aber auch die Hauseigentümer ihre Wärmeversorgung ausrichten können.
„Die Kommunale Kälte- und Wärmeplanung gibt erst einmal Planungssicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger. Es ist jetzt klar, in welchen Stadtquartieren überhaupt Wärmenetze in Frage kommen können und wo Hauseigentümer individuelle Lösungen finden müssen, um ihre Wärmeversorgung klimaneutral auszurichten“, sagt Bürgermeister Eckhard Graf.
Wesentliche Aspekte der Planung waren von den Vereinigten Stadtwerken bereits im Oktober im Rahmen einer Einwohnerversammlung vorgestellt worden. Hier wurde berichtet, dass 95 % der Wärme aktuell mit fossilen Brennstoffen, vor allem Erdgas, erzeugt werden. Gut 50 % der rund 4.600 Gebäude sind auf der bekannten Energieeffizienzskala von A bis H auf einem Stand von F oder darunter. Die gesamten Treibhausgasemissionen im Wärmebereich betragen aktuell 34.993 Tonnen pro Jahr. Sie entfallen zu 66,5 % auf den Wohnsektor, zu 15,1 % auf den Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungssektor, zu 9,5 % auf öffentlich genutzte Gebäude und zu 8,9 % auf die Industrie. Entsprechend sind große Anstrengungen erforderlich, um das gesetzliche Ziel einer Treibhausgasneutralität im Jahr 2045 zu erreichen.
Die Untersuchung fokussierte sich vor allem auf die Möglichkeit, Wärmenetze zu entwickeln, die ganze Stadtquartiere mit Wärme versorgen können, ausgehend vom Bestand, den technischen Voraussetzungen sowie wirtschaftlichen Erwägungen. Für Ratzeburg konnten fünf solcher Gebiete identifiziert werden, in denen ein Wärmenetz sinnvoll entwickelt werden könnte. Dies sind vor allem Quartiere, in denen leistungsstarke Abnehmer zu finden sind, wie die Verwaltungen auf der Insel, das DRK-Krankenhaus und die Einrichtungen der AMEOS-Gruppe, die Bundespolizei sowie die Schulstandorte. In den Quartieren mit Einfamilienhäusern lassen sich Wärmenetze hingegen nicht wirtschaftlich betreiben. Hier müssen die Eigentümer individuelle Lösungen, wie beispielsweise Wärmepumpen, finden.
Die 'Kommunale Kälte- und Wärmeplanung' der Stadt Ratzeburg kann hier eingesehen werden:

