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Archivale 01/2023 - Fotos aus dem Nachlass von Hans-Jürgen Wohlfahrt
Haus Mecklenburg

Der Ratzeburger Fotograf und Journalist Hans-Jürgen Wohlfahrt ist am 23. Juni 2014 in Ratzeburg verstorben. Sein umfangreicher fotografischer Nachlass wurde auf Wunsch des Verstorbenen durch seine Erben an das Stadtarchiv Ratzeburg übergeben. Dieses Fotoarchiv ist von herausragender Bedeutung und enthält zahlreiche Fotodokumente, denen ein hoher zeithistorischer und kultureller Wert zukommt. Die Verwaltung und Pflege des fotografischen Nachlasses erfolgt im Rahmen einer nichtrechtsfähigen örtlichen Stiftung durch die Stadt Ratzeburg.

In der Reihe „Archivale des Monats“ stellt das Stadtarchiv Ratzeburg in diesem Jahr ausgewählte Fotografien aus dem Nachlass von Hans-Jürgen Wohlfahrt vor.

Haus Mecklenburg

Zu den besonders geschichtsträchtigen Gebäuden auf der Stadtinsel gehört das Haus Domhof 41. Das zweigeschossige Fachwerktraufenhaus geht auf das ausgehende 17. Jahrhundert zurück und wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts auf die heutige Größe erweitert. Am Eingang des Domhofs gelegen, wird an der Geschichte des Hauses die enge Verflechtung Mecklenburgs und Lauenburgs deutlich. Der Domhof gehörte vom Westfälischen Frieden (1648) bis zum Groß-Hamburg-Gesetz (1937) zu Mecklenburg. Das Haus diente bis 1816 als „Official-Haus“ mecklenburg-strelitzschen Regierungsbeamten als Wohnsitz. Ende des 19. Jahrhunderts wurde es Mannschaftgebäude des Lauenburgischen Jäger-Bataillons Nr. 9, weshalb viele Ratzeburger bis heute von der „Domkaserne“ sprechen.




Mitte der 1970er wurde in der Stadt heftig über den Abriss des Gebäudes diskutiert, lag es doch auf der Trasse der damals geplanten nördlichen Umgehung des Stadtkerns. Lange Zeit war das Haus ungenutzt und bot einen wenig ansehnlichen Eindruck. Die Künstlerin Ilse Harms-Lipski setzte sich für den Erhalt des baufällig gewordenen Hauses ein „und entwarf, gemeinsam mit einem von ihr geleiteten Malkurs der Volkshochschule Ratzeburg, 48 großformatige Fensterbilder, die dem verfallenden Gebäude auf der Domhalbinsel wieder Glanz verliehen.


Das 1981 unter Denkmalschutz gestellte städtische Gebäude wurde durch die Mecklenburgische Vermögensverwaltung erworben und als Kulturzentrum der Stiftung Mecklenburg eingerichtet. Offiziell eröffnet wurde das „Haus Mecklenburg“ 1986. Es beherbergte eine Sammlung zu „kulturellen Werten“ aus Mecklenburg und eine mecklenburgische Bibliothek von über 6.000 Bänden. Exponate aus dem Sammlungsbestand waren in einer Dauerausstellung zu sehen. Vorträge, Seminare und Filmvorführungen widmeten sich schwerpunktmäßig der mecklenburgischen Kultur und Geschichte, den deutsch-deutschen Beziehungen und der Entwicklung der DDR.



Nach der Grenzöffnung änderte die 1973 gegründete Stiftung Mecklenburg ihre Satzung und wählte sich als Hauptaufgabe den Brückenschlag zwischen den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Nachdem die Arbeit der Stiftung aus personellen und finanziellen Gründen nach der Jahrtausendwende weitgehend zum Erliegen gekommen war, wurde 2007 die Verlegung des Stiftungssitzes nach Schwerin beschlossen. Der Umzug war 2011 abgeschlossen, das Gebäude stand leer. 2015 verkaufte das Land Mecklenburg-Vorpommern das Haus, das im Herbst 2016 als private Galerie wieder eröffnet wurde.

Dokument anzeigen: Haus Mecklenburg - Kulturzentrum der Stiftung Mecklenburg
Haus Mecklenburg - Kulturzentrum der Stiftung Mecklenburg (Flyer)

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Quelle: Stadtarchiv Ratzeburg - Stadtarchviar Christian Lopau 
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