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Archivale 01/2026 - 'Karl-Adam-Stein'

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Karl Adam (1912-1976) war zweifellos eine der prominentesten Persönlichkeiten, die in Ratzeburg gelebt und gewirkt haben. Die Stadt Ratzeburg hat dem Lehrer und Rudertrainer bereits anlässlich des Sieges bei der Ruder-Weltmeisterschaft im Jahr 1962 die Ehrenbürgerschaft verliehen. In der Begründung hieß es, Karl Adam habe „den Namen der Stadt Ratzeburg in der ganzen Welt bekannt gemacht“.

In vielfältiger Weise sind seine Verdienste um die Stadt und um den Rudersport seither gewürdigt worden. 1977 erschien mit finanzieller Unterstützung der Stadt ein von Prof. Dr. Hans Lenk herausgegebener Gedenkband mit dem Titel 'Handlungsmuster Leistungssport'.

Prof. Lenk schlug außerdem vor, im Kurpark am Küchensee einen Karl-Adam-Stein setzen zu lassen. Am 25. März 1980 fasste der Magistrat einen entsprechenden Beschluss. Anlass der Aufstellung sollte das 20-jährige Jubiläum des ersten Olympiasiegs des Ratzeburger Achters sein. Als Aufstellungsort war zunächst „ein Standort zwischen dem Restaurant 'Hubertus am See' und der Brücke am Schwanenteich“ vorgesehen. Schließlich wurde aber die Aufstellung am Lüneburger Damm beschlossen „wegen der guten Sichtbarkeit vom Hauptfußgänger- und Verkehrsstrom“.

Die Einweihung fand am 3. September 1980, dem 20. Jahrestag des Sieges bei den Olympischen Spielen in Rom statt. Zahlreiche Gäste waren angereist, darunter auch die Rudermannschaft des Olympia-Achters von Rom, die sich zwei Jahrzehnte nach dem Erfolg auf dem Albaner See noch einmal gemeinsam ins Boot setzte.

Ein 17 Tonnen schwerer Findling aus der städtischen Kieskuhle am Zittschower Weg wurde mit einer Bronzetafel versehen, die der Reinbeker Künstler Hans-Werner Könecke gestaltet hatte. Die Tafel trägt neben den Lebensdaten und dem Porträt Karl Adams im Halbrelief seinen Ausspruch „Die Struktur der Leistung ist auf allen Gebieten gleich.“

Ratzeburgs Bürgermeister Dr. Peter Schmidt hob in seiner Einweihungsrede die Bedeutung Karl Adams für die Inselstadt hervor: „Mit der Manifestierung dieses sportlichen Erfolgs unter dem Symbol des Trainers wollen wir stolz ein Stück Ratzeburger Identität zeigen.“ Hans Lenk würdigte Karl Adam in einem anschließenden Festvortrag: „Gemessen an der intellektuellen Potenz der Persönlichkeit, der Kreativität und Eigenwilligkeit – und auch am Erfolg – ist er der größte Trainer, den der Sport der Bundesrepublik aufzuweisen hatte.“

Quelle: Stadtarchiv Ratzeburg, Bestand III Nr. 1608

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