Ansteckende Krankheiten haben die Menschen auch in früheren Jahrhunderten mit Angst und Sorge erfüllt. Vor allem die Pandemie, die um die Mitte des 14. Jahrhunderts schätzungsweise bis zu einem Drittel der Bevölkerung in Europa dahinraffte, behielt unter der Bezeichnung „Schwarzer Tod“ weit über ihr Auftreten hinaus ihren Schrecken. In Schleswig-Holstein hat die Pest seit ihrem ersten Auftreten im Jahr 1350 wiederholt größere und kleinere Teile des Landes betroffen. Allein bis Mitte des 16. Jahrhunderts wurden 19 Pestepidemien gezählt. Über das Auftreten der Pest im Lauenburgischen berichten verschiedene Quellen aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit.
Zwischen 1350 und 1450 sind zahlreiche Dörfer, die in der Siedlungszeit des 12. und 13. Jahrhunderts gegründet worden waren, wüst geworden. Neben einer allgemeinen Agrarkrise ist der Rückgang der Bevölkerungszahl durch Pest und andere Seuchen sicher ein entscheidender Grund für den Rückgang der Besiedelung im Lauenburgischen gewesen. Insgesamt fließen allerdings die Quellen zu spärlich, um den Einfluss von Seuchen auf die Bevölkerungsentwicklung in unserer Region genauer bestimmen zu können. Für Schleswig-Holstein werden Bevölkerungsverluste von bis zu 50% in einigen Regionen angenommen.
Die Möglichkeiten, gegen die Seuche wirksam vorzugehen, waren äußerst beschränkt. Die Obrigkeit versuchte durch strenge Verordnungen die Ausbreitung der Krankheiten zu verhindern. Als Beispiel präsentieren wir hier eine Verordnung für das Herzogtum Sachsen-Lauenburg aus dem Jahr 1712. Im Vorjahr war die Krankheit auch im Herzogtum aufgetreten und hatte sich nun in den holsteinischen Städten Glückstadt, Rendsburg und Itzehoe erneut gezeigt. Dies war Anlass für die lauenburgischen Behörden, die früheren Regelungen zu erneuern.
Im Wesentlichen sah die Verordnung folgende Maßnahmen zum Schutz der eigenen Bevölkerung vor:
Die Verordnung kündigte drastische Strafen an: (III) „Diejenigen / welche sich von inficirten / oder der Pest und anderer anfälligen Seuchen halber verdächtigen Orten / einschleichen werden / sollen ohne Gnade am Leben gestraffet / und erschossen werden.“
Zur Vorlage an den Kontrollstellen wurden „Gesundheits-Briefe“ von den Reisenden verlangt, die bescheinigten, dass man aus einem „reinen und gesunden Orte komme“ (IV). Auch für Waren sollten bestimmte Zertifikate vorgelegt werden (VI). Die Verordnungen schürten oft das ohnehin schon bestehende Misstrauen gegenüber „Herren-losem Gesinde“, „vagirenden Schülern und Studenten und andere Landstreichern“, „abgedankten Soldaten“, „Bettlern“, „Bettel-Juden“ und „Zigeunern“ (XXI). Eine Meldepflicht für Krankheits- und Sterbefälle verpflichtet die Prediger, Ärzte und Chirurgen, wöchentliche „Kranck- und Todtenzettul“ bei der jeweiligen Orts-Obrigkeit einzureichen (XXXI). Die Straßen und Gassen sollen „von allem Unraht / Mist / verrreckten Schweinen / Katzen / und Hunden gesäubert / und in die stehende und fließende Wasser kein umbgefallenes Aas geworffen“ werden (XXXII). Die Verordnung sieht auch vor, dass sich die Haushalte ausreichend mit Vorräten versorgen (XXXIII) und gibt entsprechende Empfehlungen (im Anhang). Auch öffentliche Vorräte sollen angelegt werden. Die Apotheker waren angehalten, ausreichend Medikamente gemäß einer verordneten Liste bereitzuhalten (XXXVIII).
Im Stadtarchiv Ratzeburg liegt ein Protokollband, der die Niederschriften der politischen Gremien der ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg enthält. Anlässlich des 75. Jahrestages des Kriegsendes bietet unser „Archivale des Monats“ einen Blick in diese Protokolle.
Am 2. Mai 1945 besetzten alliierte Truppen kampflos die Stadt Ratzeburg und erreichten an diesem Tag auch die Hansestadt Lübeck. Für die Bevölkerung war damit der Krieg vorbei. Ratzeburg hatte die Kriegsjahre ohne Zerstörungen überstanden, aber obwohl die unmittelbare Bedrohung durch Kampfhandlungen, Tieffliegerangriffe oder Terror letzter fanatischer Einheiten ein Ende gefunden hatte, bestimmten doch zahlreiche Ängste, Sorgen und Nöte die kommenden Monate und Wochen.
Das Land stand mit dem Ende des Krieges unter Besatzungsrecht. Ein Vertreter der britischen Militärregierung hatte seinen Sitz in Ratzeburg. Die bisherigen Gremien der Stadt wurden aufgelöst. Als Kommissarischer Bürgermeister wurde Karl Kiesewetter eingesetzt, der weitere sieben Magistratsmitglieder ernannte.
Dieser neu zusammengesetzte Magistrat kam am 23. Mai 1945 zu seiner ersten Sitzung zusammen. Am 22. August 1945 wurde bekannt gegeben, dass dieses Gremium erweitert werden sollte. In der neuen Zusammensetzung kam diese Stadtvertretung, die als „Gemeinderat“ bezeichnet wurde, am 26. Oktober 1945 erstmalig zusammen. Die Mitglieder wurden „durch Handschlag zu gewissenhafter Amtsführung und verantwortungsvollen Mitarbeit verpflichtet.“
Gemäß einer Weisung des Landrates sollten Beigeordnete und Gemeindevertreter „zur verstärkten Mitarbeit in der Stadtverwaltung herangezogen werden.“ Nach einer Anweisung der Militärregierung hatte diese Gemeindevertretung „nur Verwaltungsaufgaben zu erfüllen […], jede politische Betätigung sei untersagt.“
Die Hauptprobleme, die sich in den ersten Monaten und Jahren stellten, betrafen die Ernährung, Unterbringung und Beschäftigung der Menschen in der Stadt. Es ging darum, das tägliche Leben wieder in Gang zu bringen. Auf der Tagesordnung standen neben der Entlassung offenbar belasteter Personen vor allem Anträge auf Konzessionen zur (Wieder-) Eröffnung von Geschäften und Betrieben, auf Zuteilung von Lebensmitteln und Baustoffen und Personalangelegenheiten der Verwaltung.
Der Gemeinderat befasste sich aber auch schon mit einer Neugestaltung des Marktplatzes, nachdem das Denkmal Kaiser Wilhelm I. eingeschmolzen und der Sockel abgerissen war. Auch einen Weihnachtsbaum sollte es 1945 wieder auf dem Marktplatz geben.
Am 28. Dezember 1945 wurde eine vorläufige Verfassung für die Stadt, ergänzt durch eine Geschäftsordnung, verabschiedet, nach der es künftig 21 Gemeindevertreter geben sollte. Die ersten Wahlen auf kommunaler Ebene wurden dann am 15. September 1946 abgehalten.
Mit einem Festakt in der Aula feierte die Lauenburgische Gelehrtenschule am 20. Oktober 2020 ihr 175-jähriges Bestehen. Am 20. Oktober 1845, 11 Uhr war die Lauenburgische Gelehrtenschule durch den Gouverneur und Landdrosten Christian Graf von Rantzau im großen Hörsaal der alten Domschule eröffnet worden. Mit sieben Lehrern und neunzig Schülern wurde der Unterricht damals aufgenommen. Der erste Direktor der Schule (1845-1868) war Professor Christian Ludwig Enoch Zander, der zuvor bereits 16 Jahre an der Domschule unterrichtet hatte. Obwohl die Schule 1845 neu gegründet wurde, hat sie sich doch stets als Nachfolgerin der Domschule verstanden, die im Mittelalter in enger Verbindung mit dem Kloster gestanden hatte. In den ersten vier Jahren fand der Unterricht noch in den früheren Räumen statt, ehe am 8. Oktober 1849 das neue Schulgebäude an der Demolierung eingeweiht werden konnte (heute Rathaus).
Die Beschäftigung mit der eigenen Geschichte und Tradition hat bis heute einen besonderen Stellenwert für die Lauenburgische Gelehrtenschule. Die Geschichte der Schule angemessen darzustellen, ist in dieser Rubrik nicht der Platz. Die Quellen zur Schulgeschichte sind ohnehin vor allem im Kreisarchiv und in der Schule selbst zu finden, da die Gelehrtenschule bis 2009 in der Trägerschaft des Kreises Herzogtum Lauenburg stand und erst danach von der Stadt Ratzeburg übernommen wurde. Dennoch werden auch im Stadtarchiv Unterlagen zur Schulgeschichte gesammelt, wie zum Beispiel die Festschriften zu den früheren Jubiläen, die wir hier vorstellen möchten.
Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Schule erschien 1896 die von Gymnasialdirektor Julius Waßner herausgegebene „Geschichte der ersten Jahre der Lauenburgischen Gelehrtenschule“. Ursprünglich sollte dieser historische Rückblick, der vor allem die Gründungsphase ausführlich darstellt, bereits zur Jubiläumsfeier am 20./21. Oktober 1895 vorliegen, „durch Hindernisse zurückgehalten“ erschien sie dann aber erst als Beilage zum Jahresbericht der LG 1896. Wertvoll sind für uns heute besonders das Verzeichnis der Direktoren und Lehrer (mit biographischen Angaben) sowie eine Zusammenstellung der Abiturienten.
Als „Jubiläums-Schrift für den 75jährigen Gedenktag der Gründung der Lauenburgischen Gelehrtenschule Gymnasium zu Ratzeburg“ erschienen 1920 vier Schulreden herausgegeben von Gymnasialdirektor Professor Paul-Berthold Schmidt. Der Titel „Als die Sonne sank, - aus Deutschlands Dämmerung“ weist sehr deutlich darauf hin, dass dieses Jubiläum durch den Eindruck des verlorenen Ersten Weltkrieges und die Trauer um zahlreiche Schüler und Lehrer geprägt war, die im Krieg ihr verloren hatten. Die Zusammenstellung dieser hundert Namen schließt die Festschrift.
Mit einem Totengedenken beginnt die nächste Festschrift. Oberstudiendirektor Adolf Tredup schreibt einleitend: „Der Gründungstag unserer Schule ist der 20. Oktober 1845. Diesen Tag konnten wir nach 100 Jahren nicht feiern; die Gründe lagen auf der Hand; es war das traurigste Jahr unserer Geschichte. Die Schule hatte ihre Pforten für immer geschlossen“. So nahm man das Einweihungsdatum des Schulbaus Unter den Linden (8. Oktober 1849) zum Anlass, das Jubiläum 1949 nachzuholen.
1995, zum 150-jährigen Bestehen, erschien die nächste Festschrift, die in zahlreichen Beiträgen unterschiedliche Aspekte des früheren wie des gegenwärtigen Schullebens aufgreift. Die Festschrift schließt mit einem Beitrag von Hartwig Fischer zur der Frage „Quo vadis, Lauenburgische Gelehrtenschule?“ – Denn angesichts der Diskussion um eine Übertragung der Schulträgerschaft und der Errichtung eines Gymnasiums in Mölln befand sich die LG in unruhigem Fahrwasser.
Das 175-jährige Jubiläum stand deutlich unter dem Zeichen der Auswirkungen der Corona-Pandemie, mit einer stark beschränkten Zahl von Gästen und weiten Abständen zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Festveranstaltung. Gerade die Schulen stehen angesichts der gegenwärtigen Einschränkungen vor besonderen Herausforderungen. Angesichts der Tatsache, dass die Schule in langen und wechselvollen Geschichte auch schwierige Phasen erfolgreich bewältigt hat, kann man aber zuversichtlich sein, dass auch diese Aufgabe gemeistert wird.
Die Lauenburgische Gelehrtenschule, der viele Menschen in Ratzeburg und im Kreis Herzogtum Lauenburg eng verbunden sind, ist auch für die Zukunft alles erdenklich Gute zu wünschen.
Der 9. November 1989 und die darauf folgenden Tage sind für diejenigen, die sie in der Nähe der ehemaligen Grenze miterleben konnten, mit tiefen Emotionen verbunden. 86 Kilometer innerdeutsche Grenze hatten jahrzehntelang den Kreis Herzogtum Lauenburg vom benachbarten Mecklenburg getrennt. Die Existenz der innerdeutschen Grenze hatte historisch gewachsene Verbindungen unterbrochen, familiäre und freundschaftliche Kontakte zerschnitten und sich auch erheblich auf die Wirtschaftsstruktur und die wirtschaftliche Entwicklung des Kreises in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg ausgewirkt. Vor allem in Ratzeburg war immer wieder davon die Rede, dass nach Osten hin das Umland fehle. So war gerade hier die Euphorie in den Novembertagen des Jahres 1989 besonders spürbar, als die Mauer fiel und die Grenze offen stand.
Kurz nachdem sich die Meldung von der Pressekonferenz Günter Schabowskis verbreitet hatte, wurden auch zwischen dem Kreis Herzogtum Lauenburg und dem benachbarten Mecklenburg die Grenzübergänge geöffnet. Für unsere Stadt war die Öffnung der Bundesstraße 208 zwischen Mustin und Gadebusch am Sonntag, d. 12. November ein besonderer Höhepunkt dieser ereignisreichen Tage. Tausende fuhren am 12. November 1989 nach Mustin, um dort die Grenzöffnung mitzuerleben. Die lange getrennten Nachbarn aus Ost und West feierten ein spontanes Volksfest (siehe Archivale 2/2009).
Schon in den ersten Wochen nach der Grenzöffnung wurden nicht nur private, sondern auch zahlreiche offizielle Kontakte geknüpft. Viele Vereine, Institutionen und Kommunen suchten Verbindungen und Partnerschaften. Im kulturellen Bereich nutzte Ratzeburgs Kirchenmusikdirektor Neithard Bethke die Chance Bindungen zu knüpfen bzw. zu vertiefen. Die Ratzeburger Domgemeinde und die Gemeinde in Schönberg feierten in Schönberg am Heiligabend gemeinsam einen Gottesdienst, den Pastor Voß und Domprobst Uwe Steffen gestalteten. Weihnachten und Silvester brachten noch einen besonderen Schwung in den Aufbau von Beziehungen zwischen den Nachbarn in Ost und West, da für die West-Bürger ab Weihnachten ein Besuch in der DDR ohne Visum und Zwangsumtausch möglich war. So konnten dieses Mal die Bundesbürger durch „ein Spalier der Freude“ fahren und wurden in der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember 1989 überschwänglich an der DDR-Grenze begrüßt. Über eine Million Menschen nutzten die Festtage zu einem Kurzbesuch in der DDR.
Zahlreiche Kommunen der benachbarten Kreise in Ost und West begaben sich schon in den Novemberwochen des Jahres 1989 auf Partnersuche. Zwischen Schönberg und Ratzeburg war eine Basis längst gelegt. Erste Initiativen, mit der Stadt Schönberg wegen einer Städtepartnerschaft ins Gespräch zu kommen, gab es im hiesigen Ausschuss für Fremdenverkehr und Kultur bereits im Herbst 1987. Der Magistrat fasste einen entsprechenden Beschluss am 11. Januar 1988. Auch in Schönberg hatte sich die Stadtverordnetenversammlung positiv zu einer Städtepartnerschaft geäußert. So waren erste Fäden geknüpft als es in den Wochen nach der Grenzöffnung zahlreiche gegenseitige Besuche gab. Ein offizieller Antrag der Stadt Schönberg für eine Städtepartnerschaft ging am 19. Dezember 1989 in Ratzeburg ein. Die städtischen Gremien stimmten der Partnerschaft im Frühjahr 1990 zu und am 7. Oktober 1990, nur vier Tage nachdem die deutsche Einheit vollzogen war, wurden im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses die Partnerschaftsurkunden unterzeichnet.
Der 7. Oktober war auch der Gründungstag der DDR. Darauf wies Schönbergs Bürgermeister Rudolf Volk in seiner Rede hin: „Dass es nun das Datum einer Städtepartnerschaft ist, ist ein Grund mehr, das nicht zu vergessen.“ Durch die Grenzöffnung und die Entwicklung, die in den darauf folgenden Monaten und Jahren in ganz Europa stattgefunden hatte, lagen Ratzeburg und der Kreis Herzogtum Lauenburg nicht mehr am Rand zum „Eisernen Vorhang“, sondern wieder „mitten drin“ in Europa.
Die Bundespolizeiabteilung konnte in diesem Jahr das 65-jährige Bestehen des Standortes Ratzeburg feiern. „Mit offenen Herzen freudig aufgenommen“ – so lautete die Überschrift in der lokalen Presse zum Einzug der ersten Hundertschaft des Bundesgrenzschutzes am 15. Juni 1955. Mit großer Begeisterung, fast überschwänglich begrüßte die Ratzeburger Bevölkerung diesen langersehnten und in langwierigen Verhandlungen vorbereiteten Moment.
Hohe Erwartungen waren seinerzeit an die Einrichtung des Standortes Ratzeburg geknüpft worden. Durch die Grenzziehung zwischen beiden deutschen Staaten war Ratzeburg in eine Randlage geraten, die fatale Auswirkungen auf die Entwicklung der Stadt hatte. Viele Verantwortliche hofften ebenso wie der größte Teil der Bevölkerung, dass durch den Standort ein wichtiger Impuls für die Stadt ausgehen möge. Die weitere Entwicklung des Standortes hat die Hoffnungen mehr als erfüllt.
Wie eng die Verbindung zwischen Stadt und Standort ist, hat sich gerade in den Momenten gezeigt, als der Standort zur Disposition stand. Der historische Moment der Grenzöffnung und der Prozess der Wiedervereinigung, den die Ratzeburger miterleben durften, erfüllte viele mit unbeschreiblicher Freude. Rasch wurde aber auch deutlich, dass dieser weltgeschichtliche Prozess für Struktur und Aufgaben des Bundesgrenzschutz nicht ohne Folgen bleiben würden. Dass Ratzeburg als Standort erhalten blieb, war auch dem Engagement von Politik, Verwaltung, Bürgerschaft und zahlreichen Institutionen zu verdanken.
Die Bundespolizei, aus dem früheren Bundesgrenzschutz hervorgegangen, ist zu einem festen Bestandteil des Gemeinwesens geworden. Als Arbeitgeber, Wirtschaftsfaktor und unverzichtbarer Bestandteil des öffentlichen Lebens genießt die Bundespolizeiabteilung in der Stadt höchste Wertschätzung und Anerkennung. Die Angehörigen der Abteilung engagieren sich in vielfältiger Weise in Vereinen und Institutionen.
Das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen der Bundespolizeiabteilung und der Stadt ist bis heute stark. Die Bewohner Ratzeburg bringen der Bundespolizeiabteilung hohes Vertrauen entgegen.
Mit den aktuellen Erweiterungsplänen sind die Weichen auch für die Herausforderungen der Zukunft gestellt.
Die Lauenburgische Gelehrtenschule, die als Nachfolgerin der Ratzeburger Domschule 1845 gegründet wurde, ist sich ihrer weit zurückreichenden Tradition bewusst. Mit der Zander-Bibliothek, die auf den ersten Direktor der LG, Christian Ludwig Enoch Zander zurückgeht, besitzt die Schule einen besonderen Schatz. Auch zur Schulgeschichte verfügt die Gelehrtenschule über eine umfangreiche Sammlung. Der Aktenbestand des Stadtarchivs zur LG ist dagegen überschaubar, da die Schule seit ihrer Gründung in der Trägerschaft des Kreises stand. Erst 2009 übernahm die Stadt Ratzeburg die Schule. Trotz ist es dem Stadtarchiv ein besonderes Anliegen, die Geschichte des Gymnasium zu dokumentieren. Neben den Chroniken zur Schulgeschichte sind zu diesem Zweck vor allem die Jahresberichte der Schule von Interesse. Der bisherige Bestand konnte durch eine private Zuwendung in diesem Jahr erweitert werden. Die Berichte für die Schuljahre 1903, 1904 und 1905 stammen aus der Familie des damaligen Direktors Prof. Dr. Karl Rittweger (1859-1922, Direktor der LG 1903-1906).