Ratzeburger Dommusiken
Passions-Zyklus auf der Großen Rieger-Orgel
Dem Bremerhavener Organist David Schollmeyer verdankt der Ratzeburger Dom eine Reihe von sehr eindrücklichen Aufführungen wie den Kreuzweg von Marcel Dupré. Fast zeitgleich entstanden Charles Tournemires „Sieben letzte Worte Jesu am Kreuz“, die am Samstag, 7. März 2020 um 18:00 Uhr erklingen werden. Im Vergleich zum drei Jahre zuvor komponierten, ungleich plakativeren (holzschnittartigen) Werk Duprés wirkt Tournemires Musik insgesamt poetischer und meditativer. An kompositorischer Dichte ist sie jedoch absolut ebenbürtig und enthält geradezu visionäre tonmalerische Momente.
Charles Tournemire wurde 1870 in Bordeaux geboren und war einer der letzten Orgelschüler von César Franck, dessen Nachfolger als Organist an der Pariser Pfarrkirche St. Clotilde er 1890 wurde. Tournemires „Sept Chorals-Poèmes d'Orgue pour les sept paroles du Xrist“ op. 67 entstanden im Februar und März 1935, vier Jahre vor seinem Tod. Obwohl Tournemire eindeutig zu den bedeutendsten und innovativsten Organisten des 20. Jahrhunderts gerechnet werden muss, werden seine Werke kaum gespielt, und seine wahre Bedeutung ist bis heute noch gar nicht richtig erkannt worden.
David Schollmeyer steht mit der Großen Rieger-Orgel im Ratzeburger Dom ein Instrument zur Verfügung, welches mit seinen auf vier Klaviaturen und Pedal verteilten 60 Stimmen das gesamte Klangspektrum für eine expressive Aufführung des Zyklus‘ bietet. Hans Jörg Bettelhäuser liest die zugrunde liegenden Texte. Die Abendkasse öffnet um 17:15 Uhr (8, ermäßigt 5 Euro).

