Weihnachts- und Neujahrsgrüße der Stadt Ratzeburg
Und schon wieder ist es Zeit, auf ein Jahr zurückzublicken. Schon wieder naht ein Jahreswechsel. Wo ist es nur geblieben, dieses 2019? Das jetzt schon wieder vorbei sein will und uns mit seinen Erinnerungen zurücklässt. Woran erinnern Sie sich dabei? War es ein gutes, ein erfolgreiches Jahr? War es schwierig oder gar schwer und traurig? War es herausfordernd, das Leben verwandelnd oder doch eher ruhig und stetig? 2019 war wohl alles davon, je nachdem, wer ihren oder seinen persönlichen Jahresrückblick erzählt. Aus Sicht der Stadt Ratzeburg war es wohl ein eher spannendes Jahr, wie auch ein Weichenstellendes.
Erinnern Sie noch ... zu Jahresbeginn? Da war die gesamte Stadt im Wahlkampffieber. Die Bürgermeisterwahl bestimmte das politische Geschehen im Frühjahr, mit ihrer Stichwahl und einem neuen Amtsträger. Der scheidende Bürgermeister wurde mit großer Anteilnahme verabschiedet, der neue Bürgermeister im Rathaus willkommen geheißen. Aber damit war das Wahlgeschehen noch nicht vorbei.
Die Europawahl setzte viele Akzente, auch durch den Ratzeburger Kinder- und Jugendbeirat, der für die Wahlteilnahme plakatierte. Ein proeuropäischer Geist, der sich in einer erfreulich hohen Wahlbeteiligung zeigte. Aber auch im weiteren Jahresverlauf, in den Begegnungen mit unseren europäischen Freunden, so beim Verbrüderungstreffen im belgischen Esneux, beim Besuch einer Delegation aus dem schwedischen Strängnäs zu unserem neugestalteten und so erfolgreich verlaufenden Bürgerfest, auch beim Besuch des Kinder- und Jugendbeirates wie auch der Freiwilligen Feuerwehr im polnischen Sopot, wo man sich so viel mehr Begegnung mit uns wünscht. Und aus Ribe ließ es sich Ruth Christensen, Vorsitzende des Partnerstadtvereins, nicht nehmen, sich persönlich vom alten Bürgermeister zu verabschieden und den neuen Bürgermeister herzlich zu begrüßen. Die europäischen Freundschaftsbande wurden in der Tat sehr gestärkt in diesem Jahr und vor allem mit jungem Leben und Ideen gefüllt. Die Teilnahme eines Ratzeburger Standes mit Ratzeburger Spezialitäten am Weihnachtsmarkt in Esneux wurde dort mit großer Begeisterung und Wertschätzung aufgenommen. Eine ganz einfache Idee mit großer Wirkung. Eigentlich könnten wir alle unsere europäischen Freunde doch auch einmal zu unserem Weihnachtsmarkt einladen? Denn.. die Idee des gemeinsamen Europas lebt von Begegnungen, gerade und vor allem unter den Städten und Gemeinden. Auf jeden Fall geht es kommendes Jahr schon sicher nach Walcourt, zum Verbrüderungstreffen. Dort freut man sich sehr, dass wieder junge Menschen aus Ratzeburg mitkommen und die Idee der Verbrüderung weiter gestalten wollen. Wahrlich eine Weichenstellung in 2019, zu mehr Europa in Ratzeburg.
Aber auch für die Entwicklung unserer Stadt, wurden entscheidende Weichen gestellt. Die Sanierung des südlichen Inselrandes im Rahmen der Daseinsvorsorge wurde Schritt für Schritt konkreter. Der Neubau eines Sportbades wurde planerisch und mit Bürgerbeteiligung vorangetrieben, ebenso die Sanierung der Ernst-Barlach-Schule, die Neugestaltung des Kurparks und der Seebadestelle an der Schloßwiese sowie des Wanderweges um den kleinen Küchensee. Alles Schritte, die uns in den kommenden Jahren noch viel beschäftigen werden und müssen, damit Ratzeburg in eine gute und lebenswerte Zukunft gehen kann.
Für unser Stadtarchiv, das seit vielen Jahren ein eingelagertes Dasein fristen musste, wurde endlich eine Interimslösung gefunden. Es wird 2020, sehr zur Freude von Stadtarchivar Christian Lopau, endlich wieder für die Öffentlichkeit zugängig sein und unsere Stadtgeschichte präsentieren können.
Die Blicke richteten sich 2019 zudem in die Domstraße. Deren Erneuerung wurde planerisch bewegt, auch in Erwartung des Hotelneubaus am Standort der Kreissparkasse, eine ganz wichtige Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung Ratzeburgs.
Und haben Sie schon die neugestaltete Uferpromenade entlang des Karl-Adam-Weges genossen? Auch hier half übrigens Europa über die AktivRegion Herzogtum Lauenburg Nord. Der beliebte Spazierweg konnte endlich vollendet werden und wird in der kommenden Touristensaison bestimmt auch viele Besucher erfreuen, die von der Schloßwiese zum Dom entlang des Sees flanieren wollen.
Touristisch sind Ratzeburgs Weichen mehr als gut gestellt. Die Inselstadt ist bekannt, beliebt und gut besucht im Sommer. So sehr, dass die Tourist-Information kaum nachkommt, gerade auch um neue Akzente setzen zu können. Schließlich darf Tourismusmanagement nie ruhen und muss sich immer neu und attraktiv für Gäste aus nah und fern präsentieren. Auch dazu bedarf es Weichenstellungen in 2020, ebenso für unser Stadtleben. Dieses wurde 2019 wieder einmal getragen von einem bewundernswerten ehrenamtlichen Einsatz vieler Vereine und Institutionen, kulturell, sozial, sportlich, helfend und rettend. Beispielhaft seien nur unsere Rettungsorganisationen genannt, immer zuverlässig, zupackend und helfend. Oder unsere Sportvereine, die gerade im Jugendbereich so hervorragende Arbeit machen.
Dieses Engagement dauerhaft zu erhalten, bleibt eine wichtige Zukunftsaufgabe der Stadt. Vorbild dafür kann die "Partnerschaft für Demokratie" sein, die seit 2017 von der Stadt Ratzeburg und dem Amt Lauenburgische Seen getragen wird. Mit finanzieller Unterstützung des Bundesprogramms "Demokratie leben!" wurden viele ehrenamtliche Akzente für eine starke Demokratie ermöglicht und tausende Menschen in unterschiedliche Projekte eingebunden, von der politischen Bildung über die interkulturell künstlerischer Begegnungsarbeit bis hin zu der beeindruckenden Kundgebung "Wir sind nicht still" am Reformationstag oder zur 1. Ratzeburger Jugendklimakonferenz mit vielen jugendlichen Teilnehmern.
Vis-a-vis vor unserem Rathaus entstand zudem ein erster „Platz der Kinderrechte“ in unserem Kreis, auch ein Beispiel für nimmermüdes ehrenamtliches Engagement, hier durch den Kinderschutzbund.
Außergewöhnlich waren die Feierlichkeiten zum 9. November. 30 Jahre Grenzöffnung. Zusammen mit unseren Schönberger Freunden auf dem Marktplatz, mit dem Bundesmedienevent in der Stadtkirche St. Petri und dem Besuch der Landesdelegationen Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns unter Führung unseres Ministerpräsidenten im Ratzeburger Dom und auf unser zurückgekehrten Eisbahn wurde dieses Ereignis verbindend und für das ganze Bundesgebiet sichtbar gefeiert. Ratzeburg zeigte dabei, dass es etwas bewegen kann. Menschen und Ideen gleichermaßen. In diesem Sinne können wir 2020 durchaus hoffnungsvoll erwarten, wissend, dass einige Weichen bereits gut gestellt wurden und andere schon intensiv geplant werden, um uns noch weiter voranzubringen.
Persönlich wünschen wir Ihnen seitens der Stadt Ratzeburg ein friedvolles Weihnachtsfest und einen gesunden, wie hoffnungsvollen Start in das neue Jahr. Lassen Sie uns 2020 gemeinsam, erfolgreich gestalten. Darüber sprechen können wir bereits am 3. Januar 2020, um 19:00 Uhr in der Lauenburgischen Gelehrtenschule, auf unserem Neujahrsempfang. Wir freuen uns, Sie dort begrüßen zu können.
| Bürgervorsteher Ottfried Feußner | Bürgermeister Gunnar Koech |

