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Umbau und Erweiterung der Ruderakademie Ratzeburg

Updates und Projektdokumentation

Die Ruderakademie Ratzeburg nimmt eine herausgehobene Position im Deutschen Ruderverband e. V. ein. Der Standort gilt seit Jahrzehnten als Verbandszentrum und wurde in der Vergangenheit vom Deutschen Olympischen Sportbund als Bundesleistungszentrum eingestuft.Da die aktuellen Kapazitäten der Ruderakademie für die geplante Nutzung nicht mehr ausreichend sind, besteht der dringende Bedarf einer baulichen und strukturellen Anpassung aller Bereiche. In einem umfangreichen Modernisierungs-, Umbau- und Erweiterungsprojekt soll die Ruderakademie jetzt ein neues Gesicht bekommen und an die Standards des modernen Hochleistungssports angeglichen werden.

Wofür wird die Ruderakademie genutzt?

Als Verbandszentrum werden in Ratzeburg kontinuierlich Wettkampfvorbereitungen für die internationalen Zielwettkämpfe der U23 und offenen Altersklassen durchgeführt, da nur hier die räumlichen Voraussetzungen für Training und Unterbringung solch großer Mannschaften vorhanden sind. Hier bereitet sich außerdem etwa die Hälfte der Skull-Boot-Olympioniken auf ihre Wettkämpfe vor. Zum Sportbetrieb zählen auch kontinuierliche Trainingszusammenführungen aller Trainingsgruppen des Bundesstützpunktes (BSP) Ratzeburg/Hamburg wie auch weiterer Disziplingruppen des Deutschen Ruderverbandes. Ergänzend sind Ausbildungslehrgänge zur Erlangung der Trainerlizenzen aller Lizenzstufen im Rudern sowie Kurse unterschiedlicher Leistungsstufen integraler Bestandteil des Verbandszentrums. In die Ruderakademie Ratzeburg ist zudem das Sportinternat Ratzeburg in Trägerschaft des Olympiastützpunktes Hamburg/Schleswig-Holstein integriert.

Die Ruderakademie verfügt aktuell über eine Unterbringungskapazität von 34 Betten. Durch zusätzliche Aufbettung kann kurzzeitig die Kapazität erhöht werden. Dauerwohnverhältnisse durch das Sportinternat verringern jedoch die zur Verfügung stehende Anzahl an Übernachtungsplätzen. Die Fremdanmietung von zusätzlichen Zimmern in Ratzeburg sowie die übrigen Kapazitäten von Verpflegungs- und Trainingsräumen überschreiten durch zunehmende Inanspruchnahme von Bundeskaderathletinnen und -athleten die Möglichkeiten des Standortes.

Geplante Umbau-, Modernisierungs- und Erweiterungsarbeiten an der Ruderakademie

Was ist das Ziel des Bauprojektes?

      Die Umbau-, Modernisierungs- und Erweiterungsarbeiten betreffen die Bereiche:

  • Sportinternat
  • sportmedizinische Diagnostik
  • Verwaltung und Schulung
  • Verpflegung
  • technische Ausrüstung
  • die Bootshallen und Trainingsräume
  • sowie die Außenanlagen.

Mit den Modernisierungsarbeiten sollen die Kapazitäten erhöht, adäquate Hochleistungsstandards erfüllt und Trainingsmöglichkeiten im Sinne eines High-Performance-Centers optimiert werden. Diese Umgestaltung soll der Weiterentwicklung des Rudersports und der Anhebung der Standards zu Gute kommen.

Wer gehört zum Projektteam?

Das Projektteam besteht aus der Stadt Ratzeburg (Auftraggeber), dem Deutschen Ruderverband e. V., der Ruderakademie Ratzeburg, dem Architekturbüro Streich-Grage Architekten sowie der Projektsteuerung Tewis Projektmanagement GmbH.

Wie finanziert sich das Projekt?

Rund 13 Mio. Euro hat die Stadt Ratzeburg für die Maßnahme in den Haushalt eingestellt. Von Anfang an gab es gute Aussichten auf eine Förderung vom Bund und dem Land Schleswig-Holstein. Nachdem der Antrag auf Förderung am 30.06.2020 eingereicht wurde, sind am 04.12.2020 und am XX zur Freude aller Projektbeteiligten die positiven Förderbescheide über XX Euro eingegangen.

Bis zum Baustart im Sommer 2021 soll die Planung weiter vertieft und verfeinert werden. In regelmäßigen Abständen wird der Projektfortschritt auf dieser Seite aktualisiert und festgehalten.

Updates und Projektdokumentation

Installation von Vogelnisthilfen im Rahmen des Projektes »Umbau und Erweiterung der Ruderakademie Ratzeburg«

Am vergangenen Dienstag wurden 6 Nistkästen für Höhlen- und Nischenbrüter im näheren Umfeld der Ruderakademie installiert. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Ausgleichsmaßnahme für die erfolgten Baumfällungen im Zuge des Projektes »Umbau und Erweiterung der Ruderakademie Ratzeburg«, die den damit verbundenen Verlust von Fortpflanzungs- und Ruhestätten von baumbewohnenden Vogelarten kompensieren soll. Ausgeführt wurden sie durch den Dipl. Biologen Björn Leupolt, der die Nistkästen für Star, Haus- und Gartenrotschwanz, Kohlmeise und Kleinmeisen, Spatz, Kleiber, Bachstelze, Rotkehlchen und Zaunkönig an ausgewählten Bäumen fachgerecht anbrachte. "Solche Ausgleichsmaßnahmen sind grundsätzlich Bestandteil jeder Baumaßnahme, die zu Eingriffen in naturnahe Habitate führen. Sie werden ganz unterschiedlich umgesetzt, je nachdem welche Auswirkungen die Eingriffe in der Folgeabschätzung für Fauna und Flora haben. Im vorliegenden Fall werden durch die Entnahme der Hangbäume an der Ruderakademie vor allem Nist- und Ruheräume von Singvögeln reduziert. Dies gleichen wir entsprechend aus, durch einen attraktiven Ersatz, in diesem Falle durch speziell konzipierte Nistkästen in unmittelbarer Nähe der gefällten Bäume", erläuterte Heinrich Meyer vom städtischen Grünamt.


Startschuss für den Umbau und die Erweiterung der Ruderakademie Ratzeburg

Die Ruderakademie Ratzeburg gilt als einer der Hauptstandorte des deutschen Rudersports. Hier bereitet sich u. a. etwa die Hälfte der Skullboot-Olympioniken auf ihre Wettkämpfe vor. Kleinere Sanierungen haben bislang die Attraktivität des Zentrums gewahrt. Jetzt wird es Zeit, für eine umfangreiche Modernisierung, die den SpitzensportlerInnen und der Bedeutung der Akademie wieder gerecht wird. Umso erfreulicher ist die Nachricht über die positiven Förderbescheide, die am 03.12.2020 und am 09.02.2021 eingegangen sind. Mit der Unterstützung vom Bund (5,05 Mio. Euro) und dem Land Schleswig Holstein (3,84 Mio. Euro) in Höhe von insgesamt 8,89 Mio. Euro ist die Finanzierung des Umbaus sichergestellt. Durch den Eigenanteil der Stadt Ratzeburg in Höhe von rund 680 Tsd. Euro sowie weiteren Zuschüssen des Landes Schleswig-Holstein beläuft sich der Gesamtwert des Projektes auf 12,8 Mio. Euro.


Planung und Baubeginn

Das Projektteam bestehend aus der Stadt Ratzeburg, dem Deutschen Ruderverband e.V., der Ruderakademie Ratzeburg, dem Generalplaner Streich-Grage Architekten sowie dem Büro Tewis Projektmanagement GmbH hat den Erhalt der Förderbescheide freudig begrüßt. Der finanzielle Grundstein ist gelegt. Bis zum geplanten Baubeginn im Sommer 2021 gilt es, die Planung in enger Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.

Da die aktuellen Kapazitäten der Ruderakademie für die Nutzung nicht mehr ausreichend sind, besteht der dringende Bedarf einer baulichen und strukturellen Anpassung aller Teile der Ruderakademie. Die Umbau-, Modernisierungs- und Erweiterungsarbeiten betreffen die Bereiche: Sportinternat, sportmedizinische Diagnostik, Verwaltung und Schulung, Verpflegung, technische Ausrüstung, die Bootshallen und Trainingsräume sowie die Außenanlagen.

Reinhart Grahn, Leiter der Ruderakademie, blickt der Umsetzung des Bauvorhabens positiv und motiviert entgegen: „Die Ruderakademie Ratzeburg nimmt seit Jahrzehnten eine herausgehobene Position im Deutschen Ruderverband ein. Die Modernisierung der Akademie steht für die Weiterentwicklung im Rudersport und die Optimierung der Trainingsmöglichkeiten, um weiterhin den Standards des Hochleistungssports gerecht zu werden. Die SportlerInnen sollen ein Umfeld bekommen, in dem sie über sich hinauswachsen können.“

"Diese Förderung von Bund und Land ist auch eine Auszeichnung für den Ruderstandort Ratzeburg. Damit sind die Weichen gestellt für die nächsten 20 Jahre Rudertradition in Ratzeburg, das sich mit gutem Gewissen als Wiege des modernen Rudersports bezeichnen kann", sagte Bürgermeister Gunnar Koech.

Informationen zum Projekt und Projektfortschritt finden Sie unter www.ratzeburg.de in der Rubrik Stadtentwicklung & Bauen.

Notwendige Baumfällungen für den Umbau und die Erweiterung der Ruderakademie Ratzeburg

Im Zuge der vorbereitenden Arbeiten zum Umbau und zur Erweiterung der Ruderakademie Ratzeburg müssen in der kommenden Woche 11 von 28 Bäumen im Planungsbereich der Maßnahme gefällt werden. Dabei handelt es sich um einen Hangbewuchs, welcher sich aus Eiche, Ulme, Fichte, Birke und Linden zusammensetzt. Die übrigen, größtenteils ortsbildprägenden Bäume werden hingegen zum Erhalt festgesetzt.

Für die Entnahme der gefällten Bäume sind kompensierende Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Diese beinhalten unter anderem die Neuanpflanzung von Bäumen sowie die Installation von Brut- und Nistkästen für die Vogelwelt.

Bund fördert Modernisierung und Erweiterung der Ruderakademie Ratzeburg

„Die Ruderakademie Ratzeburg wird in den kommenden Jahren aufwendig modernisiert und erweitert. Der Bund unterstützt das seit langem geplante Umbaukonzept mit rund 4,3 Millionen Euro. Das hat mir Stephan Mayer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, bestätigt. Endlich tragen meine Anstrengungen Früchte“, berichtet der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann, der sich seit 2017 für die Erweiterung der Ruderakademie Ratzeburg im Bund einsetzt. „Der schleswig-holsteinische Innenminister Hans-Joachim Grote und sein Haus, haben die Planungen unterstützt und den Antrag mit vorbereitet. Das Land wird sich erheblich an der Finanzierung beteiligen. Dass sich der Innenminister persönlich für das Projekt eingesetzt hat, ist ein weiteres gutes Beispiel für die enge Zusammenarbeit. Neben Bund und Land leistet die Stadt Ratzeburg den dritten, großen Finanzierungsanteil. Insgesamt sollen in die Modernisierung und Erweiterung rund 12,2 Millionen Euro investiert werden. Eine Fertigstellung und Übergabe ist für 2021/2022 vorgesehen“, gibt Norbert Brackmann bekannt.


„Ich freue mich, dass es gelungen ist, gemeinsam über alle föderalen Ebenen hinweg, eine solche Finanzierung zu stemmen und das Ziel zu erreichen, die altehrwürdige Ruderakademie an die heutigen Bedürfnisse der deutschen Rudernationalmannschaft anzupassen. Das ist ein starkes Bekenntnis zum Bundesstützpunkt Ratzeburg/Hamburg des Deutschen Ruderverbandes. Wir erwarten von unserer deutschen Rudernationalmannschaft nicht weniger als internationale Spitzenleistungen. Dafür braucht es ebensolche spitzenmäßigen Voraussetzungen, angefangen bei der Trainingsinfrastruktur. Diese werden nun mit der Zusage des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat möglich“,
sagt Norbert Brackmann.

Die Akademie wurde 1968 errichtet und bedarf nach verschiedenen Erhaltungsmaßnahmen in den vergangenen Jahrzehnten nun aber einer grundhaften Modernisierung. Darüber hinaus haben sich in den letzten Jahrzehnten die Anforderungen verändert. Die Nationalmannschaft ist größer geworden, benötigt mehr Platz. Seit 1976 sind Frauen in unterschiedlichen Klassen Teil der olympischen Rudernationalmannschaft und auch der Jugendbereich wurde größer. Längerfristige gemeinsame Trainingsmaßnahmen sind deshalb nur unter Einschränkungen bzw. Abstrichen möglich. Neben der Unterbringung haben sich auch die Anforderungen an den sportlichen Bereich deutlich erhöht. Die Ruderakademie hat diese Professionalisierung des Sports aber nur unzureichend nachvollzogen. Bei Errichtung der Ruderakademie in den sechziger Jahren wurde der leistungsdiagnostische Bereich nicht berücksichtigt. Bis heute gibt es aufgrund der baulichen Situation keine eigenen, auf die Anforderungen hin konzipierten Räume.

Der Deutsche Ruderverband hat 2015 der Stadt Ratzeburg mitgeteilt, dass man gerne den Ruderstandort Ratzeburg weiter ausbauen möchte. Die Stadt hatte hierzu seine vollumfängliche, ideelle und auch nach Möglichkeiten finanzielle Unterstützung zugesagt. Mit dem Deutschen Ruderverband wurden die sportfachlichen Anforderungen formuliert und ein erster Antrag in 2018 an das Land Schleswig-Holstein gerichtet, der diesen unterstützte und beim Bund für die Bauplanung 2019 anmeldete. Die Modernisierung und Erweiterung der Ruderakademie Ratzeburg wurde jedoch nicht in die Bewilligungsplanung 2019 aufgenommen, sondern sportfachlich zurückgestellt und nur auf die Nachrücker-Liste gesetzt. In 2019 erfolgte eine Überarbeitung des Antrags in Abstimmung mit dem Land und dem Bund für die Bewilligungsplanung 2020.  Dieser Antrag wurde von Norbert Brackmann erneut unterstützt. Es fanden diverse Gespräche, auch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Stephan Mayer im Bundesinnenministerium statt, in dem Brackmann für das Projekt warb In der Abstimmung zwischen dem Bundesinnenministerium und dem DOSB über die Bewilligungsplanung 2020 wurde die Ruderakademie Ratzeburg nun aufgenommen.

„Derzeit stehen insgesamt 4.400 Quadratmeter für alle Funktionsbereiche zur Verfügung. Durch den Umbau sollen künftig 7.000 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Die zusätzlichen Flächen für neue Bootshallen, Ergometer- und Krafträume, mehr Betten und ein größeres Sportinternat sollen im Wesentlichen im Bestand, durch Umbauten und Aufstockungen, gewonnen werden. Aber auch zusätzliche Flächen im südlichen Bereich der Akademie sollen hinzukommen. Die Stadt Ratzeburg hat hierzu bereits den entsprechenden Bebauungsplan in 2017 beschlossen. Die Planungen können also nach offizieller Freigabe durch den Bund und das Land sofort beginnen“, sagt Norbert Brackmann abschließend.

Wagner-Bockey besucht Ratzeburger Ruderakademie: Berufliche Laufbahn von Spitzensportler*innen stärker fördern

Am Donnerstag besuchte die Landtagsabgeordnete Kathrin Wagner-Bockey gemeinsam mit Manfred Börner (SPD Kreistagsfraktion) und Matthias Radeck-Götz (SPD Ratzeburg) den Olympiastützpunkt in Ratzeburg. Ebenfalls anwesend war Bürgermeister Gunnar Koech. Wagner-Bockey informierte sich über den Arbeitsalltag der Sportler*innen: „Mich hat vor allem Interessiert, wie die jungen Sportlerinnen und Sportler Karriere und Ausbildung in Einklang bringen. Neben dem Training bleibt kaum noch Zeit für eine berufliche Ausbildung. Trotzdem ist sie unabdingbar für die Zeit nach dem Sport.“


Um diese Doppelbelastung von Training und beruflicher Ausbildung besser zu stemmen, hat Wagner-Bockey die Landesregierung aufgefordert, Stellen in der Landesverwaltung zu schaffen sowie die Möglichkeit von Kooperationen mit privatwirtschaftlichen Betrieben auszuloten. Diese Initiative stieß bei den Gastgebern auf große Zustimmung: „Schleswig-Holstein muss als Trainingsstandort attraktiver werden. Dafür brauchen wir ein umfassendes Konzept, das möglichst auch die Wirtschaft mit an den Tisch holt. Es ist bedauerlich, dass herausragende Athleten ihre Karriere in anderen Bundesländern und auch im Ausland fortsetzen, weil sie dort bessere Bedingungen vorfinden“, so Reinhart Grahn, Leiter der Ruderakademie Ratzeburg.

So hat Max Appel (A-Nationalmannschaft) seinen Realschulabschluss noch in Ratzeburg gemacht. Danach wechselte er für einige Jahre zum SC Magdeburg und machte parallel seine Ausbildung zum Industriemechaniker. Der Verein sei bemüht gewesen, spezielle Kooperationen mit Ausbildungsbetrieben zu fördern. Im Norden sei so eine Unterstützung kaum zu finden. Aber auch ein Studium, das sich vermeintlich flexibler gestaltet, stellt die Sportler vor Herausforderungen. Viele Hochschulprüfungen seien nur zu bestimmten Zeiten ablegbar. Wenn diese in die Wettkampfzeit fielen, verstreicht wieder ein ganzes Jahr. Auch Gruppenarbeiten und lange Fahrtwege kämen erschwerend hinzu, berichten die Athleten Marieluise Witting und Lars Hartig.

„Das Land Schleswig-Holstein, die Kommunen aber auch die Wirtschaft sind gefragt, um bessere Voraussetzungen zu bieten. Individualisierte Ausbildungsverträge und flexible Praktika sind nur einige von vielen Möglichkeiten“, resümiert Wagner-Bockey. „Unsere olympischen und paralympischen Athlet*innen sind wichtige Repräsentanten Schleswig-Holsteins - bundesweit und im Ausland.“

Die Initiative der Abgeordneten wurde bereits in Lübeck aufgegriffen. Der sportpolitische Sprecher der SPD Fraktion, Jörn Puhle, setzt sich für die Schaffung von fünf Ausbildungsplätzen in der Verwaltung ein. Die Lübecker Bürgerschaft wird im August über den Antrag beraten.

Archivale 02/2018 - Ruderakademie Ratzeburg - vor 50 Jahren feierlich eröffnet

Vor 50 Jahren, am 19. April 1968, wurde die Ruderakademie Ratzeburg (RAR) feierlich eröffnet. Dieses Jubiläum haben wir zum Anlass genommen, die Historie dieser Einrichtung einmal genauer zu betrachten.

Wenn man ganz exakt ist, beginnt alles vor ca. 15.000 Jahren mit der Weichsel-Kaltzeit. Durch das Abschmelzen des Gletschereises entstand der heutige Naturpark Lauenburgische Seen, zu dem auch der Ratzeburger See gehört. Durch das Aufschütten von Dämmen wurde das Seegebiet in den Großen Ratzeburger See, den Domsee sowie den Großen und Kleinen Küchensee aufgeteilt – ein ideales Zentrum für alle Wassersportler – insbesondere für Ruderer.

Karl Adam etabliert den Rudersport in Ratzeburg
Die Gründung der Lauenburgischen Gelehrtenschule im Jahr 1845 sowie der eigenen Ruderriege rund 40 Jahre später ebneten den Weg für den Rudersport in Ratzeburg. 1948 wurde mit der Anstellung von Karl Adam als Lehrer und Ruderprotektor an der Lauenburgischen Gelehrtenschule der Grundstein für die späteren sportlichen Erfolge gelegt. Der „Ruderprofessor“ revolutionierte mit seinen Trainingsmethoden den Rudersport und initiierte im Jahr 1953 die Gründung des Ratzeburger Ruderclubs (RRC). 1960 in Rom führte Adam den Deutschland-Achter mit fünf Ratzeburger Ruderern zum Olympiasieg. Vier Jahre später bei den Olympischen Spielen gewann das DRV-Flaggschiff unter seiner Leitung die Silbermedaille.


Diese sportlichen Erfolge sorgten für internationale Anerkennung und waren 1965 Auslöser für die Stadt Ratzeburg, das Land Schleswig-Holstein und den Bund mehr in die Sportförderung zu investieren. Auch der Deutsche Ruderverband erkannte in Ratzeburg einen optimalen Standort für eine Ruderakademie als Bundesleitungszentrum. Dank der Zonenrandlage konnte die Stadt als Eigentümer den Neubau mit hohen Landes- und Bundeszuschüssen finanzieren.

Modernisierung in den 90er Jahren
Während der dreijährigen Planungs- und Bauphase wurde zunächst ein provisorischer Lehrgangsbetrieb in Baracken am Großen Ratzeburger See aufgenommen. 1968 konnte der Neubau der RAR mit insgesamt 31 Betten eröffnet werden. Anfang der 90er Jahre wurde die Akademie mit den letzten Mitteln der Zonenrandförderung modernisiert. Die Verpflegung wird ausschließlich aus eigenen Ressourcen gestemmt. „Wir haben insgesamt acht Mitarbeiter in der Küche und im Housekeeping, die die Sportler und Seminarteilnehmer bestens versorgen und auf individuelle Bedürfnisse eingehen“, erklärt Reinhart Grahn, Leiter der Ruderakademie und Fachvorsitzender des Ressorts Bildung, Wissenschaft und Forschung.

A-Mannschaft bereitet sich in Ratzeburg vor
Nach der Wiedervereinigung kam der Skull-Bereich fest nach Ratzeburg. „Unter der Leitung von Lothar Trawiel nahm der in der Ruderakademie beheimatete Bundesstützpunkt Ratzeburg/Hamburg eine erfreulich positive Entwicklung“, erinnert sich Grahn. Im Jahr 2002 wurde das Sportinternat Ratzeburg in Trägerschaft des Olympiastützpunktes Hamburg/Schleswig-Holstein gegründet. Als Standort entschied man sich für die Ruderakademie, wo heute in der Regel zwischen sechs bis acht Nachwuchsathleten wohnen und trainieren. Am Wochenende und seit 2009 auch in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung vor Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen trainiert die A-Nationalmannschaft in Ratzeburg. Auch die U23 holt sich dort jedes Jahr vor dem Saisonhighlight den letzten Feinschliff für eine erfolgreiche WM-Teilnahme. „Leider können wir der U19-Nationalmannschaft kein passendes Zeitfenster für deren WM-Vorbereitung anbieten, da diese parallel zu der der U23 verläuft und die Ruderakademie somit in diesem Zeitraum immer ausgebucht ist“, so das Präsidiumsmitglied. 


Mit Meike Evers-Rölver, Lauritz Schoof und Florian Mennigen hat Ratzeburg in den letzten zwei Jahrzehnten auch drei „eigene“ Olympiasieger hervorgebracht. Evers-Rölver gewann sowohl 2000 in Sydney als auch 2004 in Athen Gold im Frauen-Doppelvierer. Acht Jahre später in London wurde Florian mit dem Deutschland-Achter Olympiasieger, Lauritz ruderte mit dem Doppelvierer ebenfalls zu Gold. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio konnte Lauritz den Titel verteidigen. „Damit konnte die Tradition der Ratzeburger Golderfolge der 60er Jahre erfolgreich wieder aufgenommen werden“, erklärt Reinhart Grahn.

Schon früh wurde klar, dass neben dem hochleistungssportlichen Betrieb ein weiteres Standbein von Nöten sei. Deshalb sprach man schon damals davon, „die Ruderakademie als eine geistige Begegnungsstätte etablieren zu wollen“, erzählt Grahn. Der Bereich Bildung wurde über die Jahre hinweg immer weiter ausgebaut. Vor einigen Jahren wurde das DRV-Fachressort Bildung, Wissenschaft und Forschung schwerpunktmäßig nach Ratzeburg verlegt und mit einer hauptamtlichen Stelle eines Referenten Bildung versehen. Heute ist die Ruderakademie eine feste Institution für Weiterbildung und Seminare, die insbesondere in den Wintermonaten, in denen der Ruderbetrieb witterungsbedingt nur eingeschränkt stattfinden kann, für eine angemessene Auslastung sorgen.

Regelmäßiger Besuch von Ministerpräsidenten
Das Land Schleswig-Holstein weiß als finanzielle Zuwender die Arbeit der RAR sehr zu schätzen. Besuche der jeweiligen Ministerpräsidenten bestätigen dies. „Wir freuen uns immer wieder, wenn uns die Ministerpräsidenten einen Besuch abstatten und sich die Akademie anschauen“, so Grahn und ergänzt. „Wir sind das High-Performance-Center im echten Norden, Rudern ist hier oben ganz klar – gemessen an den olympischen Erfolgen - die Sportart Nummer eins.“

Ansprechpartner der Ruderakademie:

Reinhart Grahn – Leitung
Susanne Illmann – Verwaltung und Terminbuchungen
Angelika Stock – Leitung Hauswirtschaft
Andreas König – Referent für Bildung
Dirk Spierling – Hausmeister
Kay-Uwe Brodersen – Bootsmeister