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13.03.2013

16. Ratzeburger Tiefbauworkshop mit Schwerpunkt “Barrierefreiheit” (Bericht aus 2013)

Der Ratzeburger Tiefbauworkshop hat sich seit vielen Jahren in der Region als interessante Informations- und Austauschplattform für Fachleute aus dem Bereich des Tief- und Straßenbaus etabliert. Immer wieder werden Themen behandelt, die nahe am Alltag eines jeden Experten sind und dazu Referenten eingeladen, die innovative Ansätze im Tief- und Straßenbau vertreten.

Auch in diesem Jahr konnten Rene Krohn, Niederlassungsleiter von Hass & Hatje, als Gastgeber und Bürgermeister Rainer Voß als Veranstalter des 16. Ratzeburger Tiefbauworkshops wieder rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. Angesichts des restlos gefüllten Seminarraums könne man, diese Weiterbildungsveranstaltung schon als regionalen Tiefbaukongress bezeichnen, sagte Bürgermeister Voß in seinem Grußwort.

Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung stand vor allem die Verkehrs- und Freiraumgestaltung für blinde und sehbehinderte Menschen, eine besondere Herausforderung für Stadtplaner und Tiefbauer gleichermaßen. Als Referent beleuchte Dipl.-Ing. Volker König diese Themenstellung intensiv mit vielen Praxisbezügen. Anhand von positiven und negativen Beispielen machte der im mittleren Alter erblindete Ingenieur deutlich, worauf Planer in der Praxis achten müssen, um einen barrierefreien Raum, insbesondere für blinde und sehbehinderte Menschen, schaffen zu können. Er zeigte die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen taktilen Plattensysteme auf, denen für sehbehinderte Menschen eine wichtige Leitfunktion im Straßenverkehr zukommt. König demonstrierte anschaulich, wie unterschiedlich sich diese steinernen Orientierungshilfen mit verschiedenen Tasthilfen darstellen, je nachdem, ob Kurz- oder Langstöcken mit großen oder spitzen Kopfausbildungen zum Einsatz kommen.

Ein weiteres Thema des 16. Ratzeburger Tiefbauworkshops war das der Baustoff "Glensanda", über das Christoph Pflegpeter von dem Unternehmen Yeoman ausführlich referierte. Glensanda wird in Schottland gewonnen und entsprechend als Zuschlagsstoffe für den Beton oder bei uns für den wassergebundenen Wegebau als Deckmaterial eingesetzt. Die Oberfläche erhält nach einiger Zeit eine rötliche Struktur, wobei die Wege sich verfestigen und trotzdem weiterhin wasserdurchlässig bleiben. 


Zum Abschluss des referierte Sven Bäsler von dem Unternehmen ACO über intelligente Entwässerungssysteme für den Straßenbau, insbesondere über eine neue Form der Bordsteinentwässerung, in dem das Gerinne selbst in dem Bordstein verläuft.

Das Fachpublikum des 16. Ratzeburger Tiefbauworkshops zeigte sich bei der ausklingenden Gesprächsrunde von der Themen- und Referentenwahl einmal mehr beeindruckt und lobte die Veranstaltung auch als guten Ort für informellen Fachaustausch und Expertengespräche. 

Quelle: Stadt Ratzeburg